Entdeckung der Königs-Cachette

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Hathor
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Entdeckung der Königs-Cachette

Beitrag von Hathor » So 30. Jan 2011, 10:45

Hallo Freunde,

Grabräuber gab es im Alten Ägypten schon immer. Schon vor Jahrtausenden mussten die Pharaone ihre Grabstätten immer raffinierter anlegen, um sie vor Räubern zu schützen, trotzdem wurden sie immer wieder ausgeraubt. Meist konnten die Räuber unentdeckt ihr Handwerk ausüben. Auch die Angst vor Bestrafung schreckte sie nicht ab, ihre Arbeitsweise wurde immer raffinierter. Später gingen sie sogar soweit, dass sie ihre Häuser über Grabanlagen bauten und nachts durch geheime Gänge auf Beutesuche hinabstieg. Noch in unserer Zeit gab es ein richtiges sogenanntes Grabräuberdorf, Gourna genannt.

Das Grabräuberdorf Gourna nun hat eine eigene Geschichte. Es entstand aus dem uralten Dorf der früheren Nekropolenarbeiter, die in der Nähe ihrer Arbeitsstätte wohnten. Später dann bauten die Bewohner von Gourna ihre Häuser direkt über ihrer Arbeitsstätte. So konnten sie des nachts ihre zweiten Erwerbstätigkeit nachgehen, der Grabräuberei. Unter den Häusern konnten sie in mühseliger Arbeit Grabungsstollen vorantreiben und mit dem Diebstahl vieler Kostbarkeiten bei den Mumien ihren kargen Lebensunterhalt auffrischen.Nicht selten wurden diese Grabungsstollen von Generation zu Generation vererbt. So geschah es bei der bekannten Grabräuberfamilie, dem Rasul-Clan.

Der Rasul-Clan wurde auch 1871 für die Entdeckung der Königs-Cachette in Deir el-Bahari bekannt. Dabei hatten sie unglaubliches Glück. Einem Mitglied der Familie namens Ahmed Abd el-Rasul war eine Ziege entlaufen. Auf der Suche nach ihr brach Ahmed in einen unterirdischen Gang ein. Vom Zugangsschacht aus folgte er einem Gang von fast zehn Metern Länge und gelangte an ein geheimes Grab mit etwa 40 Sarkophagen und ca 6 000 anderen Gegenständen

Um eine weitere Schändung ihrer Gottkönige zu verhindern entfernten damals in der 21. Dynastie Amun-Priester die Mumien aus ihren Gräbern, umwickelten sie neu und versteckten sie dann an einem geheimen Ort zum Schutz vor Grabräubern.

Diese Cachette mit den Königsmumien hatten die Rasul-Brüder jetzt gefunden.

Der Clan hielt die Tatsache seines Fundes geheim und begann ihn stückchenweise auf dem schwarzen Markt zu verkaufen. 1874 machte in Ägypten das Gerücht von der Entdeckung eines Pharaonengrabes die Runde. Unbekannte Papyri und Kunstgegenstände erschienen auf dem Schwarzmarkt und untermauerten das Gerücht.

Damals war gerade der französische Ägyptologe Gaston Maspero Chef des ägyptischen Antikendienstes und auf seinem Schreibtisch erschienen immer wieder Gegenstände aus alten Epochen vom Schwarzen Markt. Inspektor Maspero setzt alle Hebel seines Antikendienst in Bewegung um den illegalen Ursprung der kostbaren Sachen ausfindig zu machen.

Die Spur führte zum Rasul-Clan im Grabräuberdort Gourna und einer der Rasul-Brüder namens Ahmed wurde 1880 in Gourna verhaftet. Bei einer Befragung durch den Inspektor stritt er alles ab und musste wieder erntlassen werden. Auch bei einer polizeilichen Befragung leugnete Ahmed Rassul, genau wie sein Bruder Hussein. Beide mussten wieder frei gelassen werden.

Kurze Zeit später erschien der dritte Bruder Mohammed auf der Polizeiwache und erbat sich Straffreiheit, wenn er etwas verriet. Sie wurde ihm zugesichert und er erzählte, dass es im Dorf Krach gab, weil er ein Mumienversteck fand, seine beiden Brüder aber jetzt einen größeren Anteil von der Beute wollten, weil man sie doch verhaftet hatte.

Die Cachette (frz Versteck) aus der 21. Dynastie lag im Tal Deir el-Bahari in der Nähe des Hatschepsut-Tempels und enthielt die Mumien von Ahmose, Amenophis I, Thutmosis III, Sethos I, Ramses II und
Ramses III. Bei einer erneuten Befragung gestanden die Brüder und das ehemalige Mumien-Versteck erhielt nun die Nr DB/TT 320

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