Obelisk

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Hathor
Silber Engel
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Obelisk

Beitrag von Hathor » Do 27. Jan 2011, 09:49

Hallo Freunde,

Obelisken gibt es in Ägypten in Heliopolis bei Kairo und im alten Theben. Es sind Steinpfeiler mit einem Pyramideon als Spitze. Ihre Spitzen sind zudem mit Elektron vergoldet und unter den Sonnenstrahlen war ihr Glitzern und Funkeln auf weite Entfernung zu erkennen. Die Agypter nennen die Obeliske Tejen und laut ihrer Überlieferung wurde der erste von ihnen im Jahre 1500 v Chr durch die Königin Hatschepsut aufgerichtet. Die Obelisken stellten die steingewordenen Strahlen des Sonnengottes Re dar und sollen symbolisch die Erde mit der Götterwelt des Himmels verbinden. Ihr Schatten zeigt den Weg, den Sonnengott Re auf seiner Sonnenbarke in Begleitung seiner Tochter Ma'at zurücklegt.

Andere Ägyptologen meinen, mit ihnen wollte der Pharao seine Macht demonstrieren. Die altägyptische Königin Hatschepsut stellte die größten und schwersten von ihnen in der Tempelstadt Karnak auf. Unter ihrer Anleitung wurden die Spitzen der aufgestellten Obelisken vergoldet. Dieses sogenannte Pyramideion blitzte und funkelte weit, wenn die Strahlen der Sonne darauf fielen. Schon in den Jahren vor Christi Geburt erkannten die Römer aufgestellte Obelisken als Machtsymbole und römische Kaiser wollten unbedingt damit ihre eigene Macht demonstrieren.


So mußten römische Schiffsbauer ein Jahrzehnt vor Christus nach Ägypten und dort den Transport von Obelisken auf dem Nil studieren. Beim Transport von Obelisken durch das Mittelmeer ahmten sie die ägyptische Methode der Beförderung von Obelisken hängend zwischen zwei Schiffen nach. Ein drittes Schiff voran diente als Vortrieb. Der Transport durchs Mittelmeer war eine Meisterleistung von römischen Ingenieuren und Seeleuten.

Im Jahre 10 v Chr wurde der erste Obelist von 440 Tonnen Gewicht auf dem heutigen Petersplatz aufgerichtet und eingeweiht. Heute stehen 13 Obelisken in Rom. Im Jahre 1836 erhielt der französische König Louis Philippe von Ägypten einen Obelisken von 23 Meter Länge und 250 Tonnen geschenkt. Der Transport von Luxor den Nil hinab und weiter nach Paris dauerte 2 Jahre. Dort steht er heute auf der Place de la Concorde.

Heute stehen in Luxor noch 4, in Rom 13 und in Heliopolis, Kairo, Istambul, Paris, London, New York, Wimborne, Urbino, Florenz, München und Catalia je ein Obelisk.

Sämtliche Obelisken sind aus den Rosengranitfelsen von Assuan gebrochen. Ägypten-Touristen können heute in Assuan noch den unvollendeten Obelisken besichtigen und die Arbeitsweise bestaunen. Wäre er gelungen, so wäre es der größte je gefertigte Obelisk von 42 Meter Länge und einem Gewicht von nahezu 1 200 Tonnen gewesen. Nur leider ist er beim Bearbeiten zerbrochen.

Hier noch die Geschichte von der Irrfahrt eines Obelisken.

im Jahre 1936 gewann Italien den sieben monatigen Krieg gegen die schlechter ausgerüsteten Truppen Äthiopiens. Kurz danach wurde auf Befehl Mussolinis ein Obelisk aus Axum in vier Teile zerlegt und nach dem siegreichen Italien verschifft, wo er danach in Rom zwischen den Caracalla-Thermen und dem späteren UN-Gebäude für Ernährung und Landwirtschaft wieder aufgerichtet wurde.

Der 2 000-jährige Obelisk von insgesamt 160 Tonnen und einer Höhe von 24 Meter war eigentlich gar kein Obelisk, sondern nur eine Grabstele mit Inschriften. Doch das war Mussolini egal, es war ein Zeichen seiner Macht, das jetzt in Rom stand, genau wie andere Objekte altrömischer Cäsaren des antiken Imperium Romanum.

Nach dem zweiten Weltkrieg im Friedensvertrag mit Äthiopien 1947 wurde auf Drängen von Äthiopien die Rückgabe versprochen. Doch das zog sich dahin. Die Transportkosten wurden auf 1,5 Millionen € geschätzt, doch die tatsächlichen Kosten lagen weit höher - und nie war Geld da.

Der Obelisk stand und stand an der Plaza beim UN-Gebäude. Dann schritt der Wettergott im Jahre 2002 persönlich ein. Bei einem heftigen Maigewitter traf ein Blitz die Spitze des Obelisk und beschädigte sie. Kopfgroße Gesteinsbrocken stürzten auf die Straße. Das wurde von der damaligen italienischen Regierung als ein Zeichen Gottes betrachtet und pötzlich war Geld zum Rücktransport da.

Doch nun gab es andere Widrigkeiten. Der Transport auf dem Seeweg ging nicht, da zwischen Äthiopien und Eritrea ein Bürgerkrieg tobte und sämtliche Häfen von Aufständischen besetzt waren. Und für einen Transport durch die Luft kam nur die Galaxy in Frage. Doch alle Maschinen dieses Typs waren damals von den Amerikanern für den Irak-Krieg belegt.

Nun bemühte man sich um ein russisches Transportflugzeug des Typ Antonov 124 (mittlerweile waren die Kosten auf 10 Millionen Euro gestiegen). Und endlich ging der Transport der 2 000 Jahre alten Stele über die Bühne, deren Ankunft die Äthiopier dann mit einem rauschenden Fest feierten.
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