Ostara feiern.. nach alter *heidnischer* Art

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DocNobbi
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Ostara feiern.. nach alter *heidnischer* Art

Beitrag von DocNobbi » So 20. Mär 2011, 22:55

Backen sie ein Gebildebrot. Heute stellt man traditionell den gebackenen Osterhasen in Form eines Gebildebrotes auf den Tisch. Nach altem Brauch war der Hase Ostaras heiliges Begleittier. Man nimmt an, das er nur zu dieser Zeit von unseren Vorfahren geopfert und verspeist wurde. Der vermehrungsfreudige Hase symbolisierte die Fruchtbarkeit und die Lust am Leben.
Diese vorchristliche Tradition belegt zum Beispiel das Verbot des heiligen Bonifatius um 755 unserer Zeit, den Verzehr von Hasenfleisch als heidnischen Brauch zu unterbinden. Doch der Brauch konnte nicht dauerhaft unterbunden werden, so dass vermutlich seit dem 16. / 17. Jahrhundert der Osterhase wieder mit dem christlichen Osterfest verbunden wurde.

Überlegen sie sich ein traditionelles Mahl. Das Lamm zum Beispiel soll symbolisch den Thorswidder darstellen. Donar/Thor, der Bruder Ostaras zieht mit ihr zusammen in den Frühling und ist ebenfalls ein Gott, der die Fruchtbarkeit fördert. Das Lamm wurde vorchristlich, vorwiegend zu Ehren des Gott Thor geopfert.

Bemalen sie nach alter Tradition ihre Ostereier selbst. Ihnen und ihren Kindern wird diese Arbeit sicherlich sehr viel Spaß bereiten und sie auf das österliche Geschehen hin einstimmen. Nicht zu vergessen, mit welchem Stolz sie ihren Familienangehörigen oder Freunden ihre eigene künstlerische Krativität in ihrer Einmaligkeit präsentieren zu können.
Wer also selbst Eier bemalen möchte, sollte vorwiegend auf natürliche Farben zurückgreifen. Bewährt hat sich eine Färbung u.a. mit Zwiebelschalen, schwarzen Tee (braun), Spinat (grün), rote Beete (rot/violett), Kurkuma (sattgelb), oder Kamille (gelb/grün). Das besonders bei unseren Kindern beliebte Osterei ist ein uraltes Fruchtbarkeitssymbol für neu entstehendes Leben. Heute schmückt man damit die zu dieser Zeit noch kahlen Sträucher und Bäume. Beliebt sind zu Ostern bunt bemalte Eier, welche ebenfalls wie der Hase der Ostara geheiligt sind. Das Bemalen der Eier könnte vielleicht eine slawische Tradition sein.
Gestalten sie ihre Kerzen selbst mit Ostersymbolen.
Natürlich kannten unsere vorchristlichen Ahnen keine Kerzen. Dieser Brauch entstand vermutlich erst seit dem vierten Jahrhundert unserer Zeit. Die Kerze als Symbol des Lichts kann aber mit den Zeichen unserer Urreligion wie zum Beispiel mit dem Symbol der Sonne, oder einem Lamm aussagekräftiger gestaltet werden. Um dem ganzen ein frohes und hoffnungsvolles Aussehen zu verleihen, sollten dabei die bevorzugten zarten Pastelltöne des Frühlings nicht zu kurz kommen.

Sammeln sie Osterwasser.
Am frühen Ostaramorgen gingen die Mädchen an eine Quelle im Wald oder auf den Wiesen, um Wasser zu holen. Der Gang musste in tiefes Schweigen gehüllt erfolgen. Dem stumm geschöpften frischen Quellwasser maß man besonders heilende Kräfte bei. Auch die Bauern führten ihr Vieh zu diesem Anlass an die Quellen. In den osteuropäischen Ländern ist es zu Ostern Brauch, dass junge Männer die Mädchen und Frauen mit Duftwasser bespritzen.
Viele alte heidnische Bräuche zu Ostern sind noch nicht völlig von der Landkarte verschwunden, so dass wir sie heutzutage noch vorwiegend in den traditionsgeprägten slawischen und osteuropäischen Ländern vorfinden und miterleben können.
Nebenbei ist neben Nordeuropa auch Osteuropa für naturreligiöse Menschen und Liebhaber alter vorchristlicher Religionsbräuche eine wahre Schatzkammer, um alte Bräuche und Sitten wieder zu finden und mit zu erleben. Doch durch das europäischen Globalisierungsstreben werden wohl auch diese Kleinode an Brauchtum sicherlich bald der Vergangenheit angehören, und das Ostarafest zu Kommerz- und Spaßfaktoren verkommen.
Säen sie Samen aus. Passend zur Jahreszeit ist es ein schönes Ritual für jung und alt, wenn sie in einem geeigneten Gefäß auf der Fensterbank etwas Samen ausstreuen um sich den Sinn dieses Festes bildlich und praxisbezogen noch einmal den Sinn nach zu empfinden. „Der Beginn jeder Ernte ist die Saat, die es nun auszubringen gilt“
©Taija v.R.

Kindlichkeit ist vor allem ein Zustand der Seele, die in jedem Herzschlag deines Lebens auf dich wartet; die Schwelle zum Staunen, mit den Gerüchen des Herbstes, dem Duft der Wälder, der Schönheit des Sonnenuntergangs. Dieser Seelenzustand bedarf eines Zeichens von dir, eines Traums, eines Sehnens, um alles neu zu beginnen - in Vanaheim

©Taija v.R.
:ostern_confused:
Prüfe, was du hörst oder liest, mit Herz und Verstand -
und behalte das Gute !

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