Fragen an eine Zeugin Jehovas

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wulfila
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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von wulfila » Di 4. Jan 2011, 11:30

Mal abgesehen von meiner Zuordnung zum Rassismus :cry: würde ich deinem Text zustimmen. Die Seele wartet beides, ihre geistige Entwicklung und ihre körperliche.
Und deiner Christusdarstellung kann ich so auch folgen.

lg

maggie
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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von maggie » Di 4. Jan 2011, 13:02

OPERATION JA — ABER OHNE TRANSFUSIONEN
Heute wollen viele Personen kein Blut mehr annehmen. Aus gesundheitlichen Gründen bitten sie um das, was Jehovas Zeugen aus vorwiegend religiösen Gründen möchten: eine gute ärztliche Behandlung, bei der alternative, blutlose Verfahren eingesetzt werden. Wie bereits erwähnt, sind so selbst größere Operationen möglich. Wer noch darüber im Zweifel ist, kann seine Zweifel durch einige weitere Beweise aus der medizinischen Literatur zerstreuen.
Der Artikel „Austausch von vier großen Gelenken bei einem Angehörigen der Zeugen Jehovas“ (Orthopaedic Review, August 1986) handelt von einem anämischen Patienten mit „fortgeschrittener Gelenkzerstörung in den Knien und Hüften“. Vor und nach der stufenweisen Operation wurde mit gutem Erfolg Eisendextran gegeben. Die Zeitschrift British Journal of Anaesthesia (1982) berichtet über eine 52jährige Zeugin Jehovas, deren Hämoglobinwert unter 10 lag. Unter dem Einsatz hypotensiver Narkose, die der Verminderung des Blutverlustes dient, wurde ihr ein künstliches Hüftgelenk und ein Schultergelenk eingesetzt. Auch ein Operationsteam an der Universität von Arkansas (USA) verwandte diese Methode bei hundert Hüftoperationen an Zeugen Jehovas, und alle Patienten erholten sich. Der Professor, der die Abteilung leitet, sagt: „Was wir bei jenen Patienten [den Zeugen Jehovas] gelernt haben, wenden wir jetzt bei allen Patienten an, denen wir eine künstliche Hüfte einsetzen.“
Einige Zeugen haben keine gewissensmäßigen Bedenken gegen eine Organtransplantation, wenn das Organ ohne Blut transplantiert wird. Ein Bericht über 13 Nierentransplantationen schloß wie folgt ab: „Die Ergebnisse legen insgesamt nahe, daß eine Nierentransplantation sicher und wirkungsvoll bei den meisten Zeugen Jehovas vorgenommen werden kann“ (Transplantation, Juni 1988). Auch bei Herztransplantationen hat die Verweigerung von Blut dem Erfolg nicht im Wege gestanden.
„Wie verhält es sich mit andersartigen blutlosen Operationen?“ fragt man sich vielleicht. Medical Hotline (April/Mai 1983) berichtet über operative Eingriffe an „Zeugen Jehovas, die sich [an der Staatsuniversität von Wayne, USA] größeren gynäkologischen und geburtshilflichen Operationen unterzogen, bei denen keine Bluttransfusion verabreicht wurde“. Das Mitteilungsblatt meldete: „Es gab nicht mehr Todesfälle und Komplikationen als bei Frauen, bei denen ähnliche Operationen unter Verwendung von Bluttransfusionen durchgeführt wurden.“ Das Mitteilungsblatt kommentierte dann: „Die Ergebnisse dieser Studie mögen es rechtfertigen, die Verwendung von Blut für alle Frauen, die sich geburtshilflichen und gynäkologischen Operationen unterziehen, unter einem neuen Gesichtswinkel zu betrachten.“
In der Chirurgischen Universitätsklinik Göttingen (Bundesrepublik Deutschland) wurden an 30 Patienten nach generellem Transfusionsverzicht allgemeinchirurgische Operationen vorgenommen. „Insgesamt erlebten wir bei unseren Patienten keine Komplikationen, die nicht auch bei Patienten, die einer Bluttransfusion zustimmen, auftreten könnten. . . . Keinesfalls sollte eine Überbewertung der fehlenden Transfusionsmöglichkeit dazu führen, daß ein notwendiger und chirurgisch vertretbarer Eingriff unterlassen wird“ (Risiko in der Chirurgie, 1987).
Sogar Eingriffe am Gehirn sind ohne Blut bei zahlreichen Erwachsenen und Kindern vorgenommen worden, zum Beispiel am New York University Medical Center. Im Jahre 1989 schrieb Dr. Joseph Ransohoff, Leiter der Neurochirurgie: „Es ist eindeutig klar, daß bei Patienten, deren religiöse Auffassung gegen die Verwendung dieser Produkte spricht, in den meisten Fällen auf die Verwendung von Blutprodukten fast gefahrlos verzichtet werden kann, vor allem wenn der chirurgische Eingriff zügig vorgenommen werden kann und die Operationsdauer relativ gering ist. Von großem Interesse ist die Tatsache, daß ich häufig vergesse, daß der Patient ein Zeuge Jehovas ist, bis er entlassen wird und sich bei mir dafür bedankt, daß seine religiöse Überzeugung respektiert worden ist.“
Zuletzt bleibt noch die Frage: Können komplizierte Herz- und Gefäßoperationen blutlos bei Erwachsenen und Kindern vorgenommen werden? Dr. Denton A. Cooley war ein Pionier auf genau diesem Gebiet. Wie aus dem medizinischen Artikel hervorgeht, der im Anhang auf den Seiten 27—29 erneut abgedruckt ist, folgerte Dr. Cooley, gestützt auf eine frühere Untersuchung, daß „das Operationsrisiko bei Patienten aus den Reihen der Zeugen Jehovas nicht wesentlich höher gewesen ist als bei anderen“. Heute, nachdem er 1 106 dieser Operationen durchgeführt hat, schreibt er: „In jedem Fall wird meine Übereinkunft oder mein Vertrag mit dem Patienten eingehalten“, das heißt, es wird kein Blut verwendet.
Chirurgen haben beobachtet, daß eine gute Einstellung ein weiterer Faktor bei Zeugen Jehovas ist. „Die Einstellung dieser Patienten ist vorbildlich“, schrieb Dr. Cooley im Oktober 1989. „Sie fürchten sich nicht vor Komplikationen oder vor dem Tod wie die meisten anderen Patienten. Sie sind von ihrer Religion fest überzeugt und haben einen tiefen, unerschütterlichen Glauben an ihren Gott.“
Das bedeutet nicht, daß sie ein „Recht auf den Tod“ beanspruchen. Sie bemühen sich um eine kunstgerechte Behandlung, weil sie gesund werden wollen. Sie sind überzeugt, daß es weise ist, Gottes Gesetz über das Blut zu halten, was sich auf die blutlose Chirurgie positiv auswirkt.
Professor Dr. V. Schlosser von der Chirurgischen Universitätsklinik Freiburg (Bundesrepublik Deutschland) bemerkte: „Die Blutungshäufigkeit ist in diesem Krankengut in der perioperativen Phase nicht höher, die Komplikationsdichte eher gering, wobei eine besondere, der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas eigene Einstellung zur Krankheit im perioperativen Verlauf einen eher günstigen Einfluß hat“ (Herz/Kreislauf, August 1987).
[Fußnoten]
Jehovas Zeugen verweigern Transfusionen von Vollblut, roten Blutzellen, weißen Blutzellen, Blutplättchen und Blutplasma.

„Wir müssen zu dem Schluß kommen, daß es gegenwärtig viele Patienten gibt, die Blutbestandteile erhalten und nicht den geringsten Nutzen aus der Transfusion ziehen (das Blut wird nicht benötigt), aber einer deutlichen Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen ausgesetzt sind. Kein Arzt würde wissentlich einen Patienten einer Therapie aussetzen, die nicht helfen kann, jedoch schaden könnte, aber genau das geschieht, wenn unnötigerweise Blut transfundiert wird“ („Transfusion-Transmitted Viral Diseases“, 1987).

„Einige Autoren haben gesagt, daß niedrige Hämoglobinwerte von 2 bis 2,5 g/100 ml vertretbar sein mögen. . . . Eine gesunde Person verträgt vielleicht einen 50%igen Verlust an roten Blutkörperchen und ist fast völlig symptomlos, wenn der Blutverlust über einen längeren Zeitraum eintritt“ („Techniques of Blood Transfusion“, 1982).

„Ältere Auffassungen über den Sauerstofftransport in das Gewebe, über die Wundheilung und den ‚Ernährungswert‘ des Blutes werden derzeit verworfen. Erfahrungen mit Patienten, die Zeugen Jehovas sind, zeigen, daß sogar ernste Anämien gut toleriert werden“ („The Annals of Thoracic Surgery“, März 1989).

Auch bei kleinen Kindern? „Bei Kindern wurden unabhängig vom chirurgischen Schwierigkeitsgrad achtundvierzig chirurgische Eingriffe am offenen Herzen mit blutlosen Techniken vorgenommen.“ Die Kinder wogen nur etwa 4,7 kg. „Wegen des anhaltenden Erfolgs bei Zeugen Jehovas und weil Bluttransfusionen die Gefahr schwerer Komplikationen bergen, führen wir gegenwärtig die meisten unserer Herzoperationen bei Kindern ohne Transfusion durch“ („Circulation“, September 1984).

Die Herz-Lungen-Maschine ist eine große Hilfe in der Herzchirurgie bei Patienten, die kein Blut wünschen

Gertrud
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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von Gertrud » Di 4. Jan 2011, 18:18

Mal abgesehen von meiner Zuordnung zum Rassismus :cry:

Dann hör mal gleich zu weinen auf, Wulfila. Zum Rassismus wollte ich dich bestimmt nicht dazurechnen. Mein Beispiel mit Hitler ist wohl nicht so rübergekommen, wie ich wollte :ups:
Ich wollte damit eigentlich sagen, dass eine solche Abgrenzung (die bei Hitler extrem ausgefallen ist), nicht erstrebenswert ist. Vielleicht führt sie ja auch *nur* zu Allergien oder zu Mißtrauen. Oder man lässt alles an sich abprallen und wird zu einem unerleuchteten Buddha. Das fände ich auch nicht erstrebenswert.

Liebe Grüße

Gertrud

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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von norbert51de » Di 4. Jan 2011, 19:25

wulfila hat geschrieben:Hm - das ist halt die typische Stellvertretermentalität:

Der gute Christ muss nix tun, der jesus wird schon alles richten. - Mit dieser Schafsmentalität kann ich nichts anfangen.

Auch wäre es schön, wenn du zukünftig auf die Inhalte eines Textes eingehen würdest und dich darüber austauschen. Ellenlange und völlig unpassende Bibeltexte sind nicht so der Hit. Selber denken verändert und nicht zitieren von Büchern. Die Bibel ist auch nur ein Buch.

Du meinst also dass dein Körper nichts mit deiner Seele zu tun hat und dass du fressen und saufen kannst was du willst? Rauchen und skiffen und deinen Körper benutzen bis er verschrottet und kapputt ist?

Oder hast du auch ein wenig Verantwortung für deinen Körper und deine Seele? Ich finde beides wichtig -> die geistige Veränderung und die körperliche Veränderung. Und von daher empfinde ich deine Aussage als einseitig. Aber wenn du damit leben kannst.... Ist ja dein Körper. Aber schau bitte nicht auf die herab, die ihren Körper achten, ihn als ein Geschenk Gottes sehen und für ihn Verantwortung übernehmen.

lg


Liebe Wulfila,

da scheint ein Missverständnis vorzuliegen. Mein Geist durchdringt die Seele, die Seele belebt den Körper.

Wenn die Seele vom reinen (gereinigten) Geist durchdrungen wird, dann ist auch der Körper rein.

DANN kann man auch etwas Unreines zu sich nehmen, etwas, das früher als unrein gegolten hat. Die Folge ist, dass durch das Einbringen des Unreinen die Seele mehr Licht aus dem Geist beziehen kann, um das Unreine in etwas Reines umzuwandeln. Das ist genau der Mechanismus, der in Gang gesetzt wird, wenn ein von Christus durchdrungener Mensch etwas Giftiges isst.
wulfila hat geschrieben: Auch wäre es schön, wenn du zukünftig auf die Inhalte eines Textes eingehen würdest und dich darüber austauschen. Ellenlange und völlig unpassende Bibeltexte sind nicht so der Hit. Selber denken verändert und nicht zitieren von Büchern. Die Bibel ist auch nur ein Buch.


Auf welche Punkte hätte ich denn Deiner Meinung nach noch eingehen sollen? Der Geist ist es der lebendig macht, das Fleisch ist nutzlos, das sagte mein Herr und Meister Jesus Christus.

Ich denke ich bin perfekt auf Deine Inhalte eingegangen. Ich habe dir aufgezeigt, wie ein erwachter Christ mit Nahrung und mit seinem Körper umgehen sollte. Du hast eine etwas zwanghafte Einstellung zu deinem Körper und meinst, du solltest nur Pflanzen-Nahrung zu dir nehmen. Doch Jesus hat eben etwas Anderes gelehrt, das wollte ich dir bewusst machen.
wulfila hat geschrieben: Du meinst also dass dein Körper nichts mit deiner Seele zu tun hat und dass du fressen und saufen kannst was du willst? Rauchen und skiffen und deinen Körper benutzen bis er verschrottet und kapputt ist?
Hier kommt die Einseitigkeit deiner Sichtweise zum Ausdruck. Ich habe ja nicht gesagt, dass man sich von GIFTEN ernähren sollte. Aber ich habe gesagt, dass einem erwachten Christen GIFT NICHT SCHADET.

Man braucht als erwachter Christ keine Ernährungswissenschaft zu betreiben und keine Ernährungsregeln zu befolgen. Wie der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, merkt man schon selbst und hat die freie Entscheidung, unreine Lebensmittel zu transformieren oder sich mit reinen Lebensmitteln zu ernähren, was die Erfahrung der Transformation vermeidet.

Liebe Grüße, Norbert
Gott segne Euch alle!

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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von wulfila » Mi 5. Jan 2011, 10:09

Weist du Norbert - das ist (nach meiner Wahrnehmung) das Negative am Christentum. Dass nur der Geist als gut und alles körperliche als negativ und hemmend gesehen wird. Mir ist beides wichtig, und deswegen achte ich auf meinen Körper, auf seine Schwingungen, versuche darauf einzuwirken und achte ebenos auf meinen Geist und desssen Entwicklung, da - nach meiner Überzeugung - die Seele des Menschen in das Körperlich und Geistige hineinreicht.


Gertrud - der Adolf war aus persönlichen Ejkelgründen und ärztlichen Anweisungen Vegetarier. Die eigentlichen Personen hinter dem Rassismus - auch in Okkulter Sicht - waren das nicht.

lg

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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von maggie » Mi 5. Jan 2011, 13:12

Der Patient hat das Recht zu entscheiden
Eine gegenwärtig übliche medizinische Methode (die Nutzen-Risiko-Analyse) erleichtert Ärzten und Patienten die Zusammenarbeit, wenn bei einer Behandlung Bluttransfusionen vermieden werden sollen. Ärzte wägen Faktoren wie die Risiken eines bestimmten Medikaments oder einer Operation gegen den wahrscheinlichen Nutzen ab. Auch Patienten können an einer solchen Analyse mitwirken.
Betrachten wir ein Beispiel, das den Menschen vielerorts bekannt ist — eine chronische Mandelentzündung. Bei dieser Erkrankung würde man wahrscheinlich zum Arzt gehen. Vielleicht würde man sogar zwei Ärzte aufsuchen, da Mediziner oft empfehlen, sich noch eine zweite Meinung einzuholen. Der eine empfiehlt vielleicht eine Operation. Er erklärt, was sie zu bedeuten hätte: wie lange der Krankenhausaufenthalt wäre, wie groß die Schmerzen und wie hoch gegebenenfalls die Kosten wären. In bezug auf die Risiken erwähnt er, daß es normalerweise nicht zu starken Blutungen kommt und daß sehr selten jemand an einer solchen Operation stirbt. Doch der zweite befragte Arzt empfiehlt dringend eine Behandlung mit Antibiotika. Er erklärt die Art des Medikaments, die Erfolgschancen und nennt eventuelle Kosten. Über das Risiko sagt er, daß bei sehr wenigen Patienten lebensbedrohliche Reaktionen auf das Medikament eintreten.
Jeder der beiden sachkundigen Ärzte hat die Risiken und den Nutzen gegeneinander abgewogen, aber jetzt steht es bei einem persönlich, die Risiken und den möglichen Nutzen sowie andere Faktoren, mit denen man selbst am besten vertraut ist, gegeneinander abzuwägen. (Jeder ist selbst am besten in der Lage, Gesichtspunkte zu berücksichtigen wie die eigene gefühlsmäßige und geistige Stärke, die finanzielle Lage der Familie, die Auswirkung auf die Familie und die eigenen ethischen Grundsätze.) Dann wird eine Entscheidung gefällt. Möglicherweise willigt man nach hinreichender Aufklärung in die eine Art der Behandlung ein, lehnt aber die andere ab.
Das träfe auch auf Eltern zu, deren Kind an einer Mandelentzündung erkrankt ist. Der Arzt würde ihnen, den liebevollen Eltern, die davon unmittelbar berührt werden und auch dafür verantwortlich sind, mit den Folgen fertig zu werden, die Risiken, den Nutzen und die Behandlungsmethoden erklären. Nachdem alle Gesichtspunkte berücksichtigt worden sind, können sich die Eltern nach hinreichender Aufklärung für die eine oder andere Methode entscheiden, wobei es um die Gesundheit oder sogar um das Leben ihres Kindes geht. Vielleicht stimmen sie der Operation zu und nehmen die Risiken in Kauf. Andere Eltern mögen sich für Antibiotika und die damit verbundenen Risiken entscheiden. So, wie Ärzte sich in bezug auf das, wozu sie raten, unterscheiden, so unterscheiden sich die Patienten oder Eltern im Hinblick auf das, was sie für das Beste halten. Das ist ein selbstverständliches Merkmal dieser Methode (Nutzen-Risiko-Analyse), sich nach hinreichender Aufklärung zu entscheiden.
Wie verhält es sich hier mit der Verwendung von Blut? Niemand, der die Tatsachen objektiv untersucht, kann bestreiten, daß Bluttransfusionen mit einem großen Risiko behaftet sind. Dr. Charles Huggins, Leiter des Transfusionsdienstes an dem großen allgemeinen Krankenhaus von Massachusetts, machte dies sehr deutlich: „Blut ist heute zwar sicherer denn je. Aber seine unvermeidbare Unsicherheit muß immer noch hingenommen werden. Es ist die gefährlichste Substanz, die wir in der Medizin verwenden“ (The Boston Globe Magazine, 4. Februar 1990).
Aus gutem Grund wurde Ärzten der Rat gegeben: „Es ist notwendig, auch die Risikoseite der Nutzen-Risiko-Relation für Bluttransfusionen neu zu bewerten und nach Alternativen zu suchen“ (Kursivschrift von uns) (Perioperative Red Cell Transfusion, Konferenz der Nationalen Gesundheitsinstitute, 27.—29. Juni 1988).
Ärzte können in bezug auf den Nutzen oder die Risiken der Verwendung von Blut unterschiedlicher Auffassung sein. Der eine verordnet zahlreiche Transfusionen und ist überzeugt, daß sie das Risiko wert sind. Der andere hält es vielleicht für ungerechtfertigt, die Risiken einzugehen, da er gute Ergebnisse mit blutloser Behandlung erzielt hat. Letztendlich muß man jedoch als Patient oder als Eltern selbst entscheiden. Warum? Weil es um des Patienten (oder seines Kindes) Körper, Leben, Ethik und um sein äußerst wichtiges Verhältnis zu Gott geht.

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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von norbert51de » Mi 5. Jan 2011, 13:40

wulfila hat geschrieben:Weist du Norbert - das ist (nach meiner Wahrnehmung) das Negative am Christentum. Dass nur der Geist als gut und alles körperliche als negativ und hemmend gesehen wird. Mir ist beides wichtig, und deswegen achte ich auf meinen Körper, auf seine Schwingungen, versuche darauf einzuwirken und achte ebenos auf meinen Geist und desssen Entwicklung, da - nach meiner Überzeugung - die Seele des Menschen in das Körperlich und Geistige hineinreicht.


Gertrud - der Adolf war aus persönlichen Ejkelgründen und ärztlichen Anweisungen Vegetarier. Die eigentlichen Personen hinter dem Rassismus - auch in Okkulter Sicht - waren das nicht.

lg
Liebe Wulfila,

das ist völlig in Ordnung, wie du es siehst.

Mir ist aber inzwischen durch Erfahrung klar geworden, dass die Ebene der URSACHEN im Geistigen zu suchen ist. Auch in Hinblick auf das Körperliche. Und in sofern ist der Spruch: Der Geist macht lebendig, das Fleisch nutzt nichts, für mich völlig einsichtig. Das bedeutet ja nun nicht, dass ich meinen Körper nicht lieben sollte und ihn pfleglich behandeln sollte. Aber es bedeutet, dass der Körper letzten Endes von meinen Gedanken abhängt, ja von ihnen ernährt wird - auf eine feinstoffliche Art und Weise.

Bedenke auch, dass Christen vor Mahlzeiten den Segen Gottes für die Speise erbitten. Also auch hier wieder: Heiliger Geist wird erbeten, der die Speise durchdringt und sie erst richtig bekömmlich macht. Damit kann der Körper umso mehr von den reinen irdischen Elementen in sich aufnehmen.

Das bitte ich zu bedenken, wenn Dir meine Ansicht ansonsten zu radikal erscheint.

Liebe Grüße,
Norbert
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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von wulfila » Mi 5. Jan 2011, 23:52

Na - norbert, so langsam kommen wir uns ja näher. Ich weis nicht, inwieweit du dich mit den christlichen Theosophen (Oettinger, Hahn, Böhme usw) beschäftigt hast. Bei M.Hahn und auch bei Oettinger taucht der Begriff der "Geistleiblichkeit" sehr häufig auf. Und zwar in dem Denkmuster, dass, so wie Christus einen Auferstehungsleib (nach seinem Tod) "anzog", diesen auch jeder Mensch nach seinem Tode anziehen wird. Und dieser steht in Beziehung zu seinem körperlichen Leib (die Paulusstelle aus dem Korintherbrief werde ich dir nicht bringen müssen, denke ich). Das unvergängliche aus dem vergänglichen. Und von daher ist - für mich (!) - die Wahrnehmung des Köpers eine seht wichtige und notwendige Angelegenheit.

lg

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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von maggie » Do 6. Jan 2011, 17:29

DAS RECHT DES PATIENTEN WIRD ANERKANNT
An vielen Orten hat heute der Patient das unverletzliche Recht, zu entscheiden, welcher Behandlung er zustimmen möchte. „Das Gesetz über eine Einwilligung nach hinreichender Aufklärung stützt sich auf zwei Voraussetzungen: erstens, daß ein Patient das Recht besitzt, hinreichend aufgeklärt zu werden, um seine Zustimmung zu einer Behandlung zu geben, die ihm empfohlen wurde; und zweitens, daß der Patient die Wahl hat, die Empfehlung des Arztes anzunehmen oder abzulehnen. . . . Wenn den Patienten nicht das Recht zugestanden wird, entweder ja oder nein oder nur bedingt ja zu sagen, geht von dem Grundprinzip der Einwilligung nach hinreichender Aufklärung viel verloren“ (Informed Consent—Legal Theory and Clinical Practice [Einwilligung nach hinreichender Aufklärung — Rechtliche Theorie und klinische Praxis], 1987).
Manche Patienten sind auf Widerstand gestoßen, wenn sie versucht haben, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, vielleicht bei einem Freund, der sich über eine operative Entfernung der Mandeln oder über Antibiotika erregt hat, oder bei einem Arzt, der von der Richtigkeit seines Rates überzeugt gewesen ist, oder sogar bei der Verwaltung eines Krankenhauses, die aufgrund rechtlicher oder finanzieller Interessen anderer Meinung gewesen ist.
„Viele Orthopäden ziehen es vor, Patienten [die Zeugen Jehovas sind] nicht zu operieren“, sagt Dr. Carl L. Nelson. „Wir sind der Auffassung, daß es dem Patienten zusteht, jede Art einer medizinischen Behandlung abzulehnen. Wenn es möglich ist, einen Eingriff sicher durchzuführen und dabei auf eine bestimmte Behandlung wie eine Transfusion zu verzichten, dann sollte diese Möglichkeit geboten werden“ (The Journal of Bone and Joint Surgery, März 1986).
Ein rücksichtsvoller Patient zwingt einen Arzt nicht zu einer Therapie, die dieser nicht beherrscht. Wie Dr. Nelson indes bemerkte, können sich viele Ärzte, die ihren Beruf ernst nehmen, auf die Glaubensansichten der Patienten einstellen. Ein Ministerialdirigent riet zu folgendem: „Der Arzt kann die Hilfeleistung . . . nicht mit der Begründung ablehnen, daß er beim Zeugen Jehovas nicht alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen könne. Seine Hilfeleistungspflicht besteht auch, wenn seine Hilfemöglichkeiten im Hinblick auf die Verweigerung der Bluttransfusion reduziert sind“ (Der Frauenarzt, Mai/Juni 1983). Ebenso sind Krankenhäuser nicht lediglich dazu da, sich finanziell zu tragen, sondern dazu, allen Menschen unterschiedslos Hilfe zu leisten. Der katholische Theologe Richard J. Devine sagt: „Obschon das Krankenhaus in medizinischer Hinsicht alles daransetzen muß, das Leben und die Gesundheit des Patienten zu bewahren, muß es dafür sorgen, daß die medizinische Betreuung das Gewissen [des Patienten] nicht verletzt. Außerdem muß es von allen Formen der Nötigung Abstand nehmen, angefangen davon, dem Patienten schmeichelnd zuzureden, bis zur Beantragung einer gerichtlichen Anordnung, eine Bluttransfusion zwangsweise zu verabreichen“ (Health Progress, Juni 1989).

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Re: Fragen an eine Zeugin Jehovas

Beitrag von norbert51de » Do 6. Jan 2011, 21:45

wulfila hat geschrieben:Na - norbert, so langsam kommen wir uns ja näher. Ich weis nicht, inwieweit du dich mit den christlichen Theosophen (Oettinger, Hahn, Böhme usw) beschäftigt hast. Bei M.Hahn und auch bei Oettinger taucht der Begriff der "Geistleiblichkeit" sehr häufig auf. Und zwar in dem Denkmuster, dass, so wie Christus einen Auferstehungsleib (nach seinem Tod) "anzog", diesen auch jeder Mensch nach seinem Tode anziehen wird. Und dieser steht in Beziehung zu seinem körperlichen Leib (die Paulusstelle aus dem Korintherbrief werde ich dir nicht bringen müssen, denke ich). Das unvergängliche aus dem vergänglichen. Und von daher ist - für mich (!) - die Wahrnehmung des Köpers eine seht wichtige und notwendige Angelegenheit.

lg
Lieber Wulfila,

zunächst eine kleine Nebenbemerkung: Capricorn deutete mir an, dass du männlich seiest... Ich hatte dich vorher immer in weiblicher Form angeredet. Du hast nicht protestiert. Lebst Du Androgynität?

Nun zum Auferstehungsleib.

Der Auferstehungsleib ist FEINSTOFFLICH und wird durch unsere Gedanken und durch unsere geistige Arbeit geformt. Der physische Körper ist eine Hülle der Seele und wo die Seele verdunkelt ist, da ist der Körper mehr oder weniger krank. Der Auferstehungsleib ist ebenso eine Hülle der Seele - nur in einer anderen geistigen Sphäre. Und er ist ebenso geprägt von der seelischen Struktur. Meines Erachtens wird er aber erst dann gebildet, wenn die Seele sehr rein ist.

Das bedeutet, dass die Seele die URSACHE für körperliche Beschwerden darstellt und dass die Arbeit an der Seele NICHT durch physische Massnahmen ersetzt werden kann.

Liebe Grüße,

Norbert
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