Der Streit zwischen Ormuzd und Ahriman

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Flora
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Der Streit zwischen Ormuzd und Ahriman

Beitrag von Flora » Fr 30. Dez 2011, 19:00

Die Führer der Menschheit

Im Gegensatz zum priesterlichen Element, das als ein Grundzug der alt-indischen Weisheit gelten kann und als solcher die Lehre des Gautama Buddha durchdringt, offenbart sich der Typus des königlichen Prinzips vornehmlich in der Lehre, welche die Weisheit des alten Persertums enthält.

In ihr tritt die Anbetung des geistigen Wesens der Sonne hervor, wie ein Hinweis auf das, was der Mensch einstmals als Paradies gekannt hat, als er in der Sonnenregion lebte, wo Erde, Mond und Sonne noch vereint waren. In dieser Lehre aber ist ein Wissen enthalten von den Kräften, die dem Sonnenlicht und der Sonnenwärme entgegenwirken, als Finsternis und Kälte.

Dieser Streit zwischen Ormuzd und Ahriman (Angromainyus), Licht und Finsternis, gibt ein Bild des Streites Michaels, so wie der große Erzengel von der Sonnenregion aus die Taten Luzifers bekämpft, der vom Zentrum der Erde heraus im mikro- kosmischen Aspekt ihm entgegenwirkt. Ebenso wird hingedeutet auf die dualistischen Kräfte, die in der Sonne selber tätig sind. In der Lehre des alten Persertums ist die Sehnsucht nach dem Zustand des "Nirwana" nicht enthalten; es besteht vielmehr die Neigung, die Erde selber umzubilden zu dem, was sie ursprünglich hätte sein sollen, wenn sie mit der Sonne vereint geblieben wäre.

So wie alle, die als Diener Michaels aus der Sonnenregion heraus zur Erde wiederkehren, um durch ihre Taten die Erde selber zu verwandeln, den königlichen Typus des heldischen Streiters darstellen unter den Führern der Menschheit, so lehrt das alte Persertum den Menschen, zur Sonne hinaufzustreben mit dem Innersten seines Wesens, um dann zurückzukehren auf die Erde und tatkräftig zu streiten gegen jene finsteren Kräfte, die sich dem geistigen Wesen der Sonne entgegenstellen.

Die Priester im alten Persertum sind zu gleicher Zeit Könige, und die Weisheit, welche sie als Kenntnis von dem Wesen der Sonne und den himmlischen Kräften des Makrokosmos haben, wurde durch sie in Taten umgesetzt bei allem, was sie auf Erden leisteten.

Diese Anwendung von Kräften aus dem Makrokosmos auf irdische Tätigkeit ist die Grundlage dessen, was sich später in dem alten Ägyptertum und bei den Chaldäern als Magie und Astrologie entwickelt hat. Der Sternendienst der Chaldäer bildet in ihrer geistigen Auffassung ein religiöses System, in welchem das priesterliche Element sich mit dem königlichen verbunden hat. Im alten Ägyptertum wird die Sternweisheit in eine konkretere Form gebracht und dadurch mehr den irdischen Verhältnissen angepasst. Während der Chaldäer sich versenkt in die geistigen Wirkungen, die sich zwischen den Gestirnen und Planeten, Sonne, Mond und Erde hervortun wie eine makrokosmische Sprache, und den ganzen Sternhimmel betrachtet als die Form und den Ausdruck eines mächtigen makrokosmischen Wesens, hat sich der Ägypter mehr mit der äußeren Offenbarung der Gestirne selber beschäftigt. Auch hat er die Raumverhältnisse der verschiedenen Sterne untereinander in Betracht gezogen und sie in Beziehung zur Erde gebracht. Dasselbe hat sich bei der Anwendung von Kräften aus dem Makrokosmos auf die Erdenverhältnisse gezeigt.

Es ist die Magie, welche durch die Chaldäer geübt worden ist, doch in einer mehr geistigen Art als die, welche von den Ägyptern betrieben wurde, weil die erstere mehr mit dem religiösen, priesterlichen Element verbunden blieb, während die letztere sich mehr mit den irdischen Verhältnissen beschäftigte. Die Magie der Ägypter hat sich mit dem königlichen Element verbunden und ist damit mehr in Taten verwirklicht worden. Dadurch aber war sie einer größeren Gefahr ausgesetzt.

Ist die Anwendung von makrokosmischen Kräften auf die Erdenverhältnisse im allgemeinen Sinne schon gefährlich — weil sowohl im Makrokosmos wie in der Erde selber Luzifer tätig ist — so steigert sich die Gefahr in dem Maße, als die Kräfte mit der Erde selber fester verbunden werden und sich auf sie beziehen. Es kann dadurch eine Anziehung entstehen zwischen Luzifer als makrokosmischem Wesen und Luzifer in seinem mikrokosmischen Aspekt, wodurch diejenigen, die sich damit einlassen, völlig unter seine Macht geraten. Dieses ist auch der Fall gewesen mit der Magie des alten Ägyptertums, welche ursprünglich das Ziel hatte, die Kräfte aus den wahren Hierarchien und Michaels, des großen Erzengels, in die Erdensphäre hineinzubringen. Später aber verfiel diese Magie zu einem Mittel, durch das die Diener Luzifers und Luzifer selbst im makrokosmischen Aspekt sich fester verbinden konnten mit dem im Zentrum der Erde wirkenden Gegenpol.

Johanna van der Meulen schrieb unter der Bezeichnung Intermediarius eine Gesamtschau der Trinität, der himmlischen Welten und der kosmischen Entwicklung. Sie knüpft mit ihren Schriften an die Theosophie, die Anthroposophie und die Rosenkreuzerströmungen Anfang des 20. Jh. an.
Herzliche Grüße Flora

Wir sind alle Träger des Lichts

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