Rudolf Steiner : Gut und Böse

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Regina
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Rudolf Steiner : Gut und Böse

Beitrag von Regina » So 20. Feb 2011, 10:25

Rudolf Steiner (RS) beschreibt die Dialektik von Gut und Böse derart: Das Böse ist ein zeitversetztes Gutes - ein ursprünglich Gutes, das anstatt sich weiterzuentwickeln in der unveränderten früheren Gestalt in einem späteren Zeitalter der Menschheitsentwicklung nachwirkt. Böses kann aber auch dadurch entstehen, dass etwas, das erst in einem späteren Zeitalter wirksam werden soll, in unreifer Form zu früh auftritt. Der Kampf zwischen Gutem und Bösem besteht in der Auseinandersetzung des Früheren mit dem Späteren, des Alten mit dem Neuen. Die Evolution bedarf des Bösen als notwendigem Gegengewicht zum Guten; damit der Mensch frei sein kann, muss es auch die Möglichkeit zum Bösen geben. Die Aufgabe des Erden-Menschen besteht darin, Liebe zu erlernen, d.h. sich in Freiheit für das Gute zu entscheiden. Nur durch den Ausgleich beider kann das Weltenziel erreicht werden. Das Urgeheimnis des Bösen hängt nach Dr. Steiner mit dem „Streit am Himmel“, einer Art Krieg in der geistigen Welt, zusammen.

Regina
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Re: Rudolf Steiner : Gut und Böse

Beitrag von Regina » So 20. Feb 2011, 10:31

2. Der Mensch, Geist der Freiheit und Liebe

Wir Menschen stehen in der Entwicklung über Tier-, Pflanzen- und Mineralienreich. Es besteht die Gemeinsamkeit mit dem Tierreich, daß auch die Tiere einen Astralleib (Empfindungskörper) haben, um Gefühle zu empfinden. Pflanze, Tier und Mensch haben alle drei einen Ätherleib. Er ist der Träger der lebendig wirkenden Weltgedanken, welche die Lebensformen der Natur hervorbringen. Er wirkt als Lebenskraft, die die Vorgänge des Organismus aufrechterhält und die Stoffwechselprodukte sowie das Wasser an den richtigen Ort im Körper bringt.

Regina
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Re: Rudolf Steiner : Gut und Böse

Beitrag von Regina » So 20. Feb 2011, 10:33

3. Engel

Engel sind Wesen, welche in der Hierarchie direkt über uns Menschen stehen. Sie haben keinen physischen Leib, sondern einen Ätherleib (unsichtbarer Vitalkörper) als unterstes Wesensglied. Auch wenn sie nicht sichtbar sind, ist ihre Anwesenheit sehr stark erlebbar: Jedes Kind hat einen Schutzengel, einen Genius an seiner Seite. Der Genius wird zurecht als das Höhere Selbst bezeichnet und meint jenen Teil der Seele, der nicht inkarniert ist und sich in der geistigen Welt aufhält. Die Engel bewirken in uns das moralische Gewissen: indem sie unser Gewissen mit positiven oder negativen Gefühlen speisen, entstehen unsere individuellen Werte- und Moralvorstellungen. Bei Kindern ist der Schutzengel immer präsent, bei Erwachsenen ist diese Verbindung oft gestört, z.B durch Alkohol- oder Drogenmißbrauch, Egoismus, gewissenloses Handeln. Unser Gewissen erhält vom Genius im wesentlichen Impulse zu drei Tugenden:

1. Nächstenliebe
2. Geisteserkenntnis, d.h. daß sie uns zu geistig-seelischer Entwicklung auffordern
3. Religionsfreiheit, d.h. daß jeder seine Mitmenschen liebe, egal welcher Religion sie angehören

Regina
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Re: Rudolf Steiner : Gut und Böse

Beitrag von Regina » So 20. Feb 2011, 10:34

Wenn der Mensch gegen sein Wissen und Gewissen unmoralisch handelt, dann widersetzt er sich den Impulsen seines Engels. Der Engel wird laut RS dann seine Impulse an den schlafenden Menschen geben. Das hat fatale Folgen hat: Da Astralleib und Ich im Schlaf aus den Körper herausgehen, befindet sich im schlafenden Körper nur der lebenserhaltende Ätherleib (weshalb die griechische Kultur den Schlaf als den kleinen Bruder des Todes bezeichneten).

Der Engel trifft also auf den Ätherleib und vollbringt daran seine Arbeit. Dieses Schaffen bringt nun ein völlig anderes Resultat hervor. Der Engel handelt so, wenn ein Mensch sich bewusst entscheidet, nichts an sein Gewissen heranzulassen. Man kann sagen, weil der Mensch sich so entscheidet, wird auch sein Engel sich so verhalten. Und was passiert durch den Impuls des Engels auf den menschlichen Ätherleib? Es kann nicht ein gesundes, ordnendes Gewissen entstehen, sondern dessen Gegenteil. Es kommt zu Erkenntnissen instinktiver, unbewußter Art. Und wozu führen unbewußte Einsichten? RS beschreibt drei Folgen

Regina
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Re: Rudolf Steiner : Gut und Böse

Beitrag von Regina » So 20. Feb 2011, 10:36

1. Das Ablehnen der Nächstenliebe und Brüderlichkeit verstärkt die Ichbezogenheit. Durch entartete Sexualkräfte gelangt ein schädlicher Einfluß ins menschliche Blut, gewissenlose Menschen, so Steiner, werden zu "halben Teufeln". Gesellschaftliche Zersetzungsphänomene zeigen sich am dramatischen Anstieg von Gewalt, Kriminalität, Prostitution, Alkohol- und Drogenmißbrauch in den letzten Jahrzehnten.

2. Wenn der Mensch die bewußte Geisteserkenntnis ablehnt, kommt es zu unkontrolliertem technischen Fortschritt: enorme Maschinenkräfte werden zu egoistischen Zwecken freigesetzt (man denke an Atomkraft, Gentechnik, Rüstungsindustrien). Es scheint, als geriet die Technik im Laufe des 20. Jahrhunderts außer Kontrolle. Soziale und ökologische Katastrophen sind die direkten Folgen.

3. Das Leugnen der Heilkraft Christi führt zum materialistischen Atheismus, z. B. in Naturwissenchaft, Forschung, Medizin. Der Mensch, jenes geistige und hochkomplexe Wesen, wird dann als eine Art Computer betrachtet. Eine ungesunde Lebensweise führt dazu, daß seelisches Wachstum kaum mehr möglich sei.

"Du mein himmlischer Freund, der du mich zur Erde geleitet
Und mich geleiten wirst durch die Todespforte
In die Geistesheimat der Menschenseele.

Du, der die Wege kennst seit Jahrtausenden,
Lasse nicht ab, mich zu erhellen,
Mich zu erkraften, mir zu raten,
Dass ich aus dem webenden Schicksalsfeuer
Als ein stärkeres Schicksalsgefäss hervorgehe
Und mich immer mehr erfüllen lasse
Mit dem Sinn der göttlichen Weltenziele."
~ Rudolf Steiner

http://raphael-santi.blogspot.com/2010/ ... elbst.html

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Re: Rudolf Steiner : Gut und Böse

Beitrag von MaxSchradin » So 20. Feb 2011, 10:40

Liebe Regina,

vielen Dank, dass Du den Blog zitierst. Genau deshalb schreibe ich ihn, damit interessierte Menschen darüber diskutieren können. Rudolf Steiners Erkenntnisse werden seit seinem Tode von den "eigenen" Leuten, nämlich den Vorständen der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ( => zentraler Richtliniengeber für Waldorfschulen, Öffentlichkeitsarbeit, anthr. Publikationen, usf.) gezielt als eine abstruse und weltfremde Sektiererei dargestellt.
Spirituell gesehen, wollen sich die Vorstände der AAG an Rudolf Steiner rächen, weil er die Mysterien der gesamten Menschheit zugänglich machte. Diese Vorstände setzen alles daran, das von Steiner mitgeteilte Mysterienwissen ausschließlich für sich selbst zu beanspruchen und dessen Verbreitung zu unterbinden. Wie war dies realisierbar? Indem die Vorstände die anthroposophische Bewegung in das Gewand einer weltfremden, abstrusen Sekte kleiden.
Schönen Sonntag!
Max
Zuletzt geändert von MaxSchradin am So 20. Feb 2011, 15:43, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Rudolf Steiner : Gut und Böse

Beitrag von norbert51de » So 20. Feb 2011, 15:04

Doreen hat geschrieben:Hallo Maxe , der Rudolf bringt mich direkt zum überlegen. Ich finde seine Aufzeichnungen nicht nur Interessant sondern brachten mir verschiedene Aha-Erlebnisse. So z.B. das mein Engel sich in meinem Körper aufhält um Reparaturen an meiner Seele vorzunehmen. Oder hatte ich es nur verkehrt begriffen, als es weiter oben hiess,
2. Antwort von Regina,:Der Engel trifft also auf den Ätherleib und vollbringt daran seine Arbeit.
Doreen
Hallo zusammen,

die Engel verrichten ihre Arbeit in höchstem Masse, wenn der Mensch mitmacht und ausdrücklich um die Hilfe der Engel bittet. Doch über allem steht die Trinität, deren Verehrung man nicht vernachlässigen sollte.

Liebe Grüße,
Norbert
Gott segne Euch alle!

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