Was soll das sein, diese Seele?

ist der Mensch eine Seele oder hat er eine?
Gertrud
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Re: Was soll das sein, diese Seele?

Beitrag von Gertrud » Di 13. Mär 2012, 09:47

:winken: da bin ich wieder (2. Teil meiner Antwort)
Wie würde man den biblischen Kontext in Übereinstimmung bringen, wie z. B. Johannes 3:13 Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen.?
Das bezieht sich auf die Kluft zwischen Himmel und Menschen, die nach dem Sündenfall entstanden ist.
Kein Mensch, der vom Sündenfall betroffen ist, ist bis zu Jesu Leben auf der Erde wieder zum Himmel hinaufgestiegen. Nur die, die rein von Sünde aus dem Himmel hinabgestiegen sind (Jesus) konnten bis dahin auch wieder zum Himmel hinaufsteigen.
3. Mose 21,11
11 Und er sollte nicht zu irgendeiner toten Seele kommen. Für seinen Vater und seine Mutter darf er sich nicht verunreinigen.
4. Mose 6,6
6 Alle Tage, an denen er sich für Jehova abgesondert hält, darf er zu keiner toten Seele kommen.
Danke, Beröer. Da stellt sich mir die Frage, wie kann sich ein Priester an einer Seele verunreinigen, die nicht mehr existiert ???
Andere Übersetzungen geben nicht nur mit „Seele“ wieder, sondern auch mit „Geschöpf“, „Wesen“, „Person“, „Leben, oder seine nefesch mit „Er“. Das ist im Prinzip nicht verkehrt. Wenn aber immer an den Stellen die vom Tod der nefesch sprechen (da gibt es viele) die Übersetzung „Seele“ nicht verwendet wird sondern nur dort, wo man bei erster Betrachtung ein eigenständiges Leben der nefesch vermuten könnte ist das schon sehr merkwürdig. Nach unserem Verständnis wird die biblische Bedeutung von nefesch so verdunkelt.
Das sehe ich im Prinzip genauso.
„Laßt uns seine Seele nicht totschlagen“ (1. Mose 37:21).
Das finde ich interessant. Die Seele eines anderen Menschen schlägt man tot, wenn man ihn seelisch verletzt, so dass bei ihm Groll und Verbitterung entstehen.
4 Siehe! Alle Seelen — mir gehören sie. Wie die Seele des Vaters, ebenso die Seele des Sohnes — mir gehören sie. Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben.
Sag ich ja :girl:
Hier steht es ja ganz deutlich: die Seele stirbt, wenn sie sündigt.
Wenn die Seele sündigt, verliert sie den Geist Gottes in sich und stirbt.
21 Und dann streckte er sich dreimal über das Kind und rief zu Jehova und sprach: „O Jehova, mein Gott, laß bitte die Seele dieses Kindes in ihn zurückkehren.“

Und dennoch kann man letzteren Text erklären, ohne die „weiterlebende“ Seele zu bemühen.
Vermutlich kann man das. Ich habe schon erlebt, dass mit der Bibel sogar die Nichtexistenz Gottes bewiesen wurde :fred_latein_esse:
Aber für mich ist diese Stelle eigentlich ganz eindeutig.
Folgender Text klärt auf über die nefesch und „zwingt“ dann manche Übersetzter zu offenbaren was mit Seele im biblischen Sinn gemeint ist:
Hiob 33:22, geschrieben in einem poetischen Stil, Parallelismus genannt ist der Schlüssel zum Verständnis In diesem Text werden die Wörter „Seele“ und „Leben“ als Synonyme verwandt, so daß man sie austauschen könnte, ohne den Sinn der Stelle zu verändern: „Seine Seele nähert sich der Grube und sein Leben denen, die den Tod zufügen.“
„Seele“ kann also auch das Leben einer Person bedeuten. Wenn daher vom Weggang der Seele gesprochen wird, kann man darunter das Ende des Lebens einer Person verstehen.
14Denn einmal redet Gott /
und zweimal, man achtet nicht darauf.

15Im Traum, im Nachtgesicht, /
wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, / im Schlummer auf dem Lager,

16da öffnet er der Menschen Ohr /
und schreckt sie auf durch Warnung,A

17um von seinem Tun den Menschen abzubringen, /
den Hochmut aus dem Manne auszutreiben,A

18seine Seele vor dem Grab zu retten, /
sein Leben davor, in den Todesschacht hinabzusteigen.

Das ist jetzt aus der Einheitsübersetzung.
Es geht also eindeutig um Leben und Tod der Seele.
Die Seele lebt, wenn sie vom Geist Gottes erfüllt ist und sie stirbt, wenn der Geist Gottes sie verlässt, weil sie sündigt. Wo siehst du hier ein Problem?
Wenn die Seele sich denen nähert, die den Tod zufügen, so heißt das, sie nähert sich dem Bösen an, den bösen Dämonen

Ich bin gespannt auf deine Antwort.

Liebe Grüße :winken:

Gertrud

Beröer
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Re: Was soll das sein, diese Seele?

Beitrag von Beröer » So 18. Mär 2012, 07:41

Hallo liebe Gertrud,

vielen Dank für Deine interessante Antwort.

Leider ist meine „Antwortfrequenz“ ziemlich mau, muss ich zugeben.
Ich bin beruflich im Moment gefordert und auch privat ist einiges los.
Ich vermisse die „Flüssigkeit“ in der Diskussion auch....

ich konzentriere mich noch mal auf ein paar wenige Punkte und möchte
dann unsere unterschiedlichen Interpretationen von Bibeltexten herausstellen.
Zuerst aber noch eine Frage an Dich:
Gertrud hat geschrieben: Die Seele wird belebt durch den Atem Gottes, die Ruach.
Wo genau steht das in der Bibel?
Welche Bedeutung hat Deiner Ansicht nach ruach?
Ist damit die lebengebende Kraft Gottes gemeint?

Viele liebe Grüße
Beröer

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Re: Was soll das sein, diese Seele?

Beitrag von Gertrud » Do 22. Mär 2012, 09:52

Hallo lieber Beröer,
mach dir mal keine Sorgen, dass du nicht immer prompt antworten kannst. Mir geht es ja genauso. Zur Zeit bin ich besonders stark eingespannt.
Gertrud hat geschrieben: Die Seele wird belebt durch den Atem Gottes, die Ruach.


Wo genau steht das in der Bibel?
Welche Bedeutung hat Deiner Ansicht nach ruach?
Ist damit die lebengebende Kraft Gottes gemeint?
Ruach heißt eigentlich Wind, Hauch, Atem.
Als Atem Gottes ist Ruach die Kraft, die von Gott ausgeht und Leben spendet, die Kraft des Heiligen Geistes.

Hesekiel 37:
#1 Die Hand des Herrn legte sich auf mich und der Herr brachte mich im Geist hinaus und versetzte mich mitten in die Ebene. Sie war voll von Gebeinen.
2 Er führte mich ringsum an ihnen vorüber und ich sah sehr viele über die Ebene verstreut liegen; sie waren ganz ausgetrocknet.
3 Er fragte mich: Menschensohn, können diese Gebeine wieder lebendig werden? Ich antwortete: Herr und Gott, das weißt nur du.
4 Da sagte er zu mir: Sprich als Prophet über diese Gebeine und sag zu ihnen: Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort des Herrn!
5 So spricht Gott, der Herr, zu diesen Gebeinen: Ich selbst bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig.
6 Ich spanne Sehnen über euch und umgebe euch mit Fleisch; ich überziehe euch mit Haut und bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
7 Da sprach ich als Prophet, wie mir befohlen war; und noch während ich redete, hörte ich auf einmal ein Geräusch: Die Gebeine rückten zusammen, Bein an Bein.
8 Und als ich hinsah, waren plötzlich Sehnen auf ihnen und Fleisch umgab sie und Haut überzog sie. Aber es war noch kein Geist in ihnen.
9 Da sagte er zu mir: Rede als Prophet zum Geist, rede, Menschensohn, sag zum Geist: So spricht Gott, der Herr: Geist, komm herbei von den vier Winden! Hauch diese Erschlagenen an, damit sie lebendig werden.
10 Da sprach ich als Prophet, wie er mir befohlen hatte, und es kam Geist in sie. Sie wurden lebendig und standen auf - ein großes, gewaltiges Heer.
11 Er sagte zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Jetzt sagt Israel: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind verloren.
12 Deshalb tritt als Prophet auf und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel.
13 Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
14 Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich habe gesprochen und ich führe es aus - Spruch des Herrn.#

Soweit erst mal dazu :girl:

Liebe Grüße :winken:

Gertrud

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Re: Was soll das sein, diese Seele?

Beitrag von pia » Sa 23. Jul 2016, 17:05

hier wurde schon diskutiert, super!

möchte noch die Sichtweise von Hans hier anfügen..... also die Seele als Kleid unsere Geistes gesehn ! :schriftsteller2:



Lebendige Seele
Den Menschen zeichnet also sein Geist aus. Doch was ist die Seele ? - Sie ist seit Alters her bekanntermaßen die Grundlage allen Lebens. Alles was lebt, ist beseelt, wußte man früher. Daher das Wort Seele und der Zusammenhang derselben mit einem Körper, einer Gestalt. Man ging schon in alten Zeiten ganz selbstverständlich davon aus, daß die Seele das lebendige Wesen eines Menschen, eines Tieres oder einer Pflanze ist. Verläßt die Seele den Leib, so stirbt er. Ein Leichnam aber ist dagegen definitiv ein toter nicht mehr organisierter Körper, der bald zerfällt. Die Seele ist demnach der intelligente Organisator und Manager, der dafür sorgt, daß aus einem Samenkorn ein Baum, eine Blume, oder aus einem befruchteten Ei ein Huhn, Löwe oder Elefant wird, natürlich mit Hilfe der in den Genen befindlichen Vorgaben. Die Seele steuert dabei sinnvoll und gefühlvoll jene Kräfte, die auf die Chemie des Körpers und die Nerven wirken. Sie selbst nimmt an allen Regungen teil und sorgt für Erhaltung und Fortpflanzung, empfindet Sympathie und Antipathie. Die Seele wächst und lernt mit dem Wesen, das sie bewohnt, bildet eine Identität, eine Existenz. Die Seele kann man auch den Gefühlskörper eines Lebewesens nennen. Sie ist mit dem Körper eng verbunden, beim Menschen aber auch mit dem Geist. Die Seele ist unser Ich, der Souverän unserer eigenen Identität. Der Erlöser ( Jesus Christus / Nag Hammadi Texte) nannte sie das Wertvollste am Menschen. Sie gibt dem Geist Form und Gestalt, Existenz.
* * *
Ein Naturgesetz lautet, daß aus etwas nicht nichts werden kann. Geist und Seele sind das Wichtigste für uns. Sie sind unser Ich, weit mehr als unser alternder, vergänglicher Leib, den die Seele nur solange bewohnt, solange er lebt. Verläßt die Seele am Schluß den Leib, dann stirbt zwar der Leib aber nicht sie, die dann ihren Geist kleidet. Sie, die ewig lebende Seele kehrt zusammen mit ihrem Geist und vielen neu gewonnenen Erfahrungen heim. So erzählen es Religionen, Mythen, Sagen und Märchen.


Philippus-Evangelium (NHC II,3), Spruch 24:
Auf dieser Welt sind die, die die Kleider anziehen, wertvoller als die
Kleider. Im Reich der Himmel sind die Kleider wertvoller als die, die sie sich angezogen haben.

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