Der Commander, Ufo-Geschichte, 1. Folge

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Hathor
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Der Commander, Ufo-Geschichte, 1. Folge

Beitrag von Hathor » Fr 24. Dez 2010, 09:34

Der Commander
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Gina, die berühmte Schauspielerin fuhr mit Chauffeur durch die Einöde eines mittelamerikanischen Staates.

Der Diktator des Staates will sie empfangen und kommt ihr von der Hauptstadt auch im Wagen mit Chauffeur und Leibwächter entgegen.

Sie war von Jugend an Filmschauspielerin gewesen und hatte in einer Unzahl von Filmen mitgewirkt. Damit war jetzt Schluss. Diese Zeit der harten Arbeit war vorbei. Ihre jahrzehntelange Schauspielerei hatte ihr genügend Geld eingebracht und sie wollte jetzt nur noch das Leben genießen.

Unter genießen verstand sie vor allem reisen und alle Schönheiten betrachten, die diese Welt zu bieten hatte.

So war sie in Mittelamerika gelandet und hatte soeben die Maya-Pyramiden besichtigt, als sie in ihrem Hotel die Einladung des Staatsoberhauptes dieser kleinen Bananenrepublik erreichte. Zuerst wollte sie die Einladung ablehnen, aber dann dachte sie, dass dies nicht gut sei. Auch kleine Despoten könnten bösartig werden.

Gestern Abend im Hotel hatte sie noch ein merkwürdiges Erlebnis. Trotz der Abenddämmerung schien sich ihr Zimmer plötzlich aufzuhellen. Draußen hörte sie Tumulte und Rufe. Als sie auf den Balkon trat sah sie Leute nach oben starren und verstand aus ihren Rufen, dass ein heller Lichtstrahl vom Himmel das Hotel beschienen hatte und dann plötzlich wieder verschwand. Die Leute unten sprachen von einem Ufo.

Nachher fiel Gina wieder ein, dass der Fremdenführer bei den Pyramiden von Gizeh, die sie zuvor besucht hatte, ihr auch von häufigen Ufo-Besuchen erzählte. Gestern Abend konnte sie sich nun davon überzeugen, dass es diese Ufos wirklich gab.

Doch der gestrige Tag war vorbei und jetzt war sie auf dem Weg zum Diktator, wobei sie sich immer noch wunderte, dass sie seine Einladung so schnell angenommen hatte.

Dann wurde sie von einem anderen Ereignis ganz einfach überrascht.

Plötzlich sah sie vor sich auf der Straßenroute einen Wagen halb im Graben hängen und ein Mädchen winken.

Sie ließ ihren Chauffeur anhalten, um zu helfen. Da tauchten vier oder fünf Mann mit Pistolen um sie auf. Sie wurde mit ihrem Chauffeur in den anderen Wagen genötigt und abtransportiert. Das Auto mit ihnen fuhr nur einige hundert Meter weit auf eine Anhöhe hinter einem Wäldchen.

Überraschenderweise stand dort ein ganz normaler Tisch mit Stühlen und einige Männer dabei erwarteten sie.

Gina ging beherzt auf einen Mann in einer Art Uniform zu, wahrscheinlich der Anführer dieser Bande und fuhr ihn auf englisch an: „Bin ich jetzt ihre Gefangene?“

Der Mann lächelte unmerklich und schüttelte dann den Kopf. „Nein, Miss Gina, Sie sind mein Gast. Aber ich bitte Sie, nehmen Sie doch Platz. Was wollen Sie trinken?“

„Einen Gin tonic mit Eis.“

Der Anführer gab einem anderen einen Wink und dieser verschwand im Wald.

„Was wollen Sie von mir?“

„Nennen Sie mich ruhig Commander. Aber nun zu Ihrer Frage. Sie sind mein Lockvogel. Der Diktator kommt Ihnen entgegen. Ich will mit ihm sprechen.“

„Nur sprechen?“

„Ja, er hat einen Oppositionellen in Haft. Ich will, dass er ihr freilässt.“

Das Getränk wird serviert. Gina nippt daran und ist verblüfft.

„Ist es nicht kalt genug?“ erkundigt sich mitfühlend der Commander.

„Wo haben die hier nur das Eis her?“ sagte Gina ganz spontan auf italienisch.

„Das ist unser Geheimnis,“ antwortete der Commander in derselben Sprache.

Wieder ist Gina erstaunt. „Ah, Sie sprechen meine Sprache.“

„Ja, ich habe sie gelernt.“

„Sprechen Sie auch noch französisch?“ fragte sie dann.

„Ja, auch.“

„Und auch noch spanisch?“

„Auch diese Sprache spreche ich.“

„Können Sie noch mehr Sprachen?“

„Ja, noch mehr,“ antwortete der Commander geheimnisvoll.

Zu allem Überfluss ertönte aus dem Gerät am Handgelenk des Commanders eine fremde Sprache. Er antwortete ebenso.

„Was ist das nun wieder für eine Sprache?“ fragte Gina neugierig.

„Esperanto. Einer meiner Vorposten meldete mir die Ankunft des Diktators.“

„Dann sprechen Sie also fünf Sprachen,“ wollte Gina wissen.

„Ich habe Ihnen schon gesagt, noch mehr,“ sagte der Commander und lächelte.

„Und so ein Mann ist Bandit,“ tat Gina ironisch.

„Sie brauchen Ihr Talent, um die Menschen durch Ihre Filme zu erfreuen. Ich kämpfe für die Freiheit der Menschen.“

Gina konnte sich nicht helfen, aber so langsam begann sie diesen Menschen zu bewundern.

Das Sprechgerät beim Commander meldete sich wieder. Er brach die Unterhaltung ab und beobachtete mit dem Fernglas die Strasse.

Dann sagte er: „Wir haben den Diktator. Er und sein Leibwächter werden bald hier sein.“

Kurz danach fuhren die Autos vor. Von bewaffneten Rebellen begleitet, nahmen der Despot und der Leibwächter auf den Stühlen Platz. Letzterer war, wahrscheinlich wegen seiner Gefährlichkeit, gefesselt.

Der Despot war feist und schwitzte und Gina glaubte in seinen Augen Angst zu erkennen.

Später antwortete er mit zitternder Stimme, als der Commander ihn in spanisch anredete.

Die Unterhaltung war kurz, und obwohl Gina kein spanisch verstand, glaubte sie im Verhalten des Despoten Zustimmung zu erkennen.

Dann erklärte der Commander ihr auf italienisch: „Der Diktator verspricht vor Angst alles. Ich traue ihm nicht so recht, aber ich halte mein Wort und lasse euch frei.“

Der Despot verschwand schnell mit seinem Leibwächter im Wagen und rief Gina zu, mitzukommen.

Der Commander hielt Gina noch die Wagentür auf und verabschiedete sich mit einem angedeuteten Handkuss.

Mit einem Schnellstart entfernte sich der Chauffeur mit seinem Wagen von dieser ungastlichen Stätte.

Auf der Rückfahrt tätigte der Diktator in aller Eile mehrere Anrufe.

Dann lächelte er teuflisch, lehnte sich zufrieden zurück und sagte in seinem schlechten Englisch zu Gina: „Diesem Banditen zeige ich es. Er bekommt seinen Lohn.“

„Was werden Sie tun?“ fragte ihn Gina.

„Der Mann im Gefängnis wird sofort hingerichtet und dieser Bandit wird mitsamt seiner Bande vernichtet.“

Eine Staffel Flugzeuge flog über sie in Richtung des Wäldchens. Dann hörte man in der Ferne aus dieser Richtung Bombenexplosionen.

Das Autotelefon meldete sich wieder und der Despot fluchte danach ganz erbärmlich: „Verdammt, der Gefangene ist befreit worden.“

Und um das Maß voll zu machen, meldeten die Flugzeuge keine Feinde in Sicht.

Gina merkte, dass der Commander frühzeitig das Feld geräumt hatte und sie atmete unmerklich auf.

Irgendwie hatte sie doch eine gewisse Sympathie für den Commander, der sich ihr gegenüber wie ein Gentleman benommen hatte.

Als der Diktator sie nachher als seinen Gast mit in den Palast nehmen wollte, täuschte sie Kopfweh vor und vertröstete ihn auf morgen. Sie sagte, dass sie bereits im Hotel ein Zimmer bestellt hatte.

Bei der Fahrt zum Hotel fuhren sie an einer italienischen Pizzeria vorbei, wie Gina ganz erstaunt bemerkte.

Der Empfangschef im Hotel erkannte den berühmten Filmstar sofort und sie bekam die Prominenten-Suite.

Nachdem sie sich eingerichtet hatte, überlegte sie gerade, ob sie sich eine echt italienische Pizza kommen lassen sollte, als sich der Portier meldete: „Hier ist ein Landsmann von Ihnen, der Sie sprechen will.“

Und schon klang ihr am Telefon heimatliches Italienisch entgegen: „Hallo Gina, ich heiße Vittorio Cervi aus Randazzo und bin der Besitzer der Pizzeria hier. Ich bringe eine Pizza Milanese und ein Flasche guten Lambrusco für unseren Gast.“

Gina war erfreut und ließ ihn raufkommen, denn Randazzo lag neben ihrem Geburtsort in Italien. Nach der Begrüßung wollte Gina wissen: „Wie kommt ein Italiener hierher an den Rand des Urwaldes?“

„Ganz einfach. In Italien gibt es doch keine Arbeit. Von den paar Dutzend Olivenbäumen in Randazzo muss ich dem Großgrundbesitzer noch Pacht bezahlen. Es reicht nicht zum Leben. Dann lernte ich eine reiche Touristin von hier kennen. Sie finanzierte mir die Pizzeria.“

Cervi war lebhaft wie alle Italiener und wusste Neuigkeiten aus Randazzo, wo er kurz vorher Urlaub gemacht hatte.

Gina lud ihn zu einem Glas Lambrusco ein und er gestand ihr sogar, dass er ein glühender Verehrer von ihr war und alle ihre Filme gesehen hatte.

Sie haben alle meine Filme gesehen?“ tat Gina ganz erstaunt.

„Ja, es sind genau zweiundsiebzig mit einer Hauptdarstellerin, die immer schöner wird.“

Jetzt war Gina total überrascht, nicht wegen dem Kompliment, denn daran war sie gewöhnt. Aber sie hatte die Anzahl ihrer Filme tatsächlich selbst nicht mehr gewusst.

„Egal, wie viele Filme es waren. Das ist vorbei. Ich spiele jetzt keine Filmrolle mehr.“

„Das ist aber schade.“

„Einmal muss Schluss sein.“

„Auch nicht mit dem besten Regisseur und Drehbuch?“

„Sogar eine noch so hohe Gage kann mich nicht mehr locken.“

Dann kam die Rede auch auf den Commander und Gina fragte, ob er schon von ihm gehört hatte.

Sofort machte Cervi „psst!“ legte den Finger auf die Lippen und bevor er Antwort gab, stellte er das Radio an.

„Der Commander mit seinen Leuten ist ein Gegner des Diktators. Er wird vom Volk als Freiheitskämpfer verehrt und soll den Armen helfen gegen den korrupten Diktator, der die Leute ausbeutet und unterdrückt. Es gab Schiessereien zwischen dem Militär und den Leuten des Commanders.“

„Dann stimmt also was der Commander zu mir sagte, dass er für die Freiheit der Menschen hier kämpft?“

„Ja, das stimmt.“

„Ich würde ihm gerne dabei helfen,“ sagte Gina bestimmt.

„Meint ihr das ehrlich?“

„Ja, es ist auch mein Ideal und ich möchte ihn gerne treffen.“

Der Pizzamann schwieg lange, dann sagte er: „Gut, gehen Sie morgen zum Marktplatz. Am Brunnen dort der alte Bettler ist ein Kontaktmann.“
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Fridolin
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Re: Der Commander, Ufo-Geschichte, 1. Folge

Beitrag von Fridolin » Fr 24. Dez 2010, 10:24

So ein chaotischer Mist.Was haben Ufos damit zu tun? Kein Wunder das du mit so einen Klamauk beim Moewig Verlag nicht angenommen wurdest.
:zensur:
Fridolin
Glück und Glas, wie leicht bricht das.

Marli
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Re: Der Commander, Ufo-Geschichte, 1. Folge

Beitrag von Marli » Fr 24. Dez 2010, 17:38

Na Na, wer wird denn gleich sooo kritisch sein?
Das ist doch nur eine fantastische Geschichte.
Ich finde sie gelungen.
:bravo: Hathor.
Frohes Fest
Marli
Wo zwanzig Teufel sind, da sind auch hundert Engel.

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