ZUSATZSTOFFE IN LEBENSMITTELN

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ZUSATZSTOFFE IN LEBENSMITTELN

Beitrag von DocNobbi » Do 17. Feb 2011, 15:00

ZUSATZSTOFFE IN LEBENSMITTELN
Alles zum Thema: Gesundheit & Ernährung

Actimel, ACE-Saft, Omega-3 und Co.: „Functional Food“, das Sie nicht brauchen


können Sie Ihrem Bauch noch trauen? Längst hat die Nahrungsmittelindustrie unsere Essgewohnheiten zur Kopfsache erklärt: Joghurt soll den Darm gesund machen, Cornflakes vor Vitaminmangel schützen. Wir lassen uns überzeugen und hätten doch besser auf unseren Bauch gehört: Utopia zeigt, bei welchen Produkten Sie durch gezielten Verzicht Geldbeutel und Gesundheit schonen können.

1. Probiotische Drinks und Joghurts
Schon seit einigen Jahren sind die kleinen Fläschchen die Umsatzwunder der Hersteller in Deutschland. Sie versprechen eine gesundheitsfördernde Wirkung durch bestimmte Bakterienstämme, die zur Regulierung der Darmflora beitragen. Foodwatch verlieh 2009 den „Goldenen Windbeutel“ an Actimel von Danone, das mit „wissenschaftlich bestätigter Wirkung“ wirbt. Allerdings sind Joghurtkulturen für eine bessere Darmkultur wie der Name schon sagt auch in normalem Joghurt, der in einer Studie der Universität Wien genauso gut wirkte und das auch nur bei regelmäßigem Verzehr an mehreren Tagen hintereinander.

Fazit: Den Aufpreis zum probiotischen Markenprodukt kann man sich sparen!

2. Cholesterinsenkende Margarine
Tradition auf dem Sektor Margarine ist die Marke Becel. Ihr Produkt Becel pro-activ stellt cholesterinsenkende Wirkung durch Zusatz von Pflanzensterinen in Aussicht. Kindern, Stillenden und Schwangeren wird schon auf der Verpackung vom Verzehr abgeraten. Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) hat eine repräsentative Befragung zu cholesterinsenkenden Lebensmitteln vorgenommen. Ergebnis: Fast die Hälfte der Konsumenten haben gar keinen nachgewiesenen erhöhten Cholesterinspiegel. Verbraucher mit erhöhtem Cholesterinspiegel konsumieren diese Produkte meist ohne ärztliche Rücksprache. Für beide Konsumentengruppen kann dies zu unerwünschter gesundheitlicher Wirkung führen. „Die Produkte sollten nicht vorbeugend verzehrt werden, sondern nur, wenn der Cholesterinspiegel tatsächlich erhöht ist,“ sagt BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel. Ungeklärt ist zudem, ob der langfristige Konsum ein Gesundheitsrisiko in sich trägt, da die Wirkung von der Dosis abhängt.
Fazit: Wenn nicht vom Arzt ausdrücklich empfohlen, lieber verzichten!

3. Omega-3-Produkte
Omega-E-Fettsäuren werden heute vielen Produkten zugesetzt, darunter Eier, Speiseöl, Brot, Fischstäbchen oder Babygläschen. Sie gelten als „Zauberfett“ unter den ungesättigten Fetten, die positive Auswirkungen auf viele Risikofaktoren des Herz-Kreislauf-Systems haben.
Neueste Erkenntnisse werfen ein anderes Bild auf den beliebten Lebensmittelzusatz: Laut BfR wurde in verschiedenen Studien bei zu hohen Aufnahmemengen ein erhöhter Cholesterinspiegel, eine Beeinträchtigung der natürlichen Immunabwehr, insbesondere bei älteren Menschen, sowie eine erhöhte Blutungsneigung beobachtet. Langfristige Auswirkungen zu hoher Aufnahmen sind noch nicht geklärt. Das BfR fordert Höchstgrenzen für die Beimischung in Omega-3-Lebensmittel.

Fazit: Sicherheitshalber auf Produkte mit zugesetzten Omega-3-Fettsäuren verzichten

4. Vitaminzusätze in Getränken
2003 nahmen die Verbraucherzentralen Deutschlands ACE-Getränke, Frühstücksdrinks, Milchgetränke, Vitamin- und Wellnessgetränke sowie Wasser mit verschiedenen Wirksubstanzen unter die Lupe. Über 54 Prozent der untersuchten Getränke warben mit Zusatznutzen Gesundheit, Wellness oder Leistung durch Vitaminzusätze.
„Die Anreicherung der Getränke mit Vitaminen wie C, Niacin, Vitamin B6 oder Vitamin B12 lässt sich durch die vorliegenden Daten zur Versorgungslage der Bevölkerung nicht rechtfertigen.“ Weiter ist dem Bericht zu entnehmen: „Auch die zugesetzten Mengen lassen kein ernährungswissenschaftlich basiertes Konzept erkennen. So finden sich Gehalte von 2-200% der empfohlenen Tagesdosis nach RDA pro 100 ml Getränk, mit einem Liter wäre der Tagesbedarf bis zu 20fach gedeckt – mit einem einzigen Lebensmittel.“
Getränke mit Wirksubstanzen bringen keinen echten Nutzen für Verbraucher, da ihr Zusatz unnötig oder in wenig sinnvoller Zusammensetzung ist, so dass in einigen Fällen sogar Gesundheitsgefahren für Verbraucher bestehen.
Fazit: Seien Sie misstrauisch bei „Wundergetränken“! Normaler Saft oder einfach Wasser sind die bessere Wahl!

5. „Gesunde“ Süßigkeiten
„Vitamine und Naschen“ ist der Werbeslogan von Nimm 2-Bonbons. Die künstlich zugesetzten Vitamine ändern nichts an der Tatsache, dass das Produkt hauptsächlich aus Zucker besteht. Die Botschaft, man würde sich damit auch etwas „Gutes“, etwas Gesundes wie Vitamine zuführen, ist laut foodwatch irreführend. Kritisch sieht das BfR, dass Fruchtgummi teilweise mit hohen Vitamin- und Mineralstoffmengen angereichert werden. Übermäßiger Verzehr von angereichertem Fruchtgummi kann unter Umständen zu unerwünschten gesundheitlichen Effekten führen.

Fazit: Naschen geht auch ohne Gesundheitsrisiko!
Passende süße Versuchungen gibt es im ProduktGuide


6. Angereicherte Müslis und Zerealien
Häufig werben die Hersteller von Müslis mit Eisen, Calcium und Vitaminen. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) sieht eine Anreicherung von Frühstückszerealien als problematisch, da es zu einer Überversorgung kommen kann. Laut der Verbraucherzentrale Hessen gibt es wissenschaftliche Studien, die die Entstehung von Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes Typ 2 mit einer dauerhaft hohen Eisenversorgung in Verbindung bringen.

Fazit: Müsli selbst mischen und auf Zusatzstoffe verzichten!
Viele Zutaten zum Mischen und leckere Müslis gibt es im ProduktGuide

7. "Kinderprodukte"
Viele Produkte werben mit speziell für Kinder konzipierten Lebensmitteln. Die Lebensmittel für Kinder ab drei Jahre fallen unter die Verordnungen für herkömmliche Erzeugnisse, es gibt keine besonderen Vorschriften. Daher dürfen zugelassene Zusatzstoffe in dreifacher Höhe der Tagesdosis beigeben werden. Unter diese Kinderlebensmittel fallen zum Beispiel Joghurts, Käse, Brotaufstriche, Getränke oder Fertiggerichte. Da sie auf die Geschmacksvorlieben von Kindern angepasst sind, handelt es sich meistens um sehr fetthaltige Süßprodukte. Oft sind sie mit für ein gesundes Wachstum assoziierten Stoffen angereichert, wie zum Beispiel Calcium oder Magnesium. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht darin keinen ernährungsphysiologischen Vorteil gegenüber normaler ausgewogener Ernährung. „Im Gegenteil, da es sich überwiegend um Lebensmittel mit einem hohen Zucker- und Fettgehalt handelt oder mit einer beliebigen Anreicherung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, wird eine bedarfsgerechte Ernährung der Kinder eher erschwert.“ Zudem sind herkömmliche Lebensmittel meistens die günstigere Alternative.

Fazit: Diese Produkte sind vollkommen überflüssig!
Quelle: Utopia-Team
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