Maria Magdalene

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DocNobbi
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Maria Magdalene

Beitrag von DocNobbi » So 20. Mär 2011, 17:46

Wir kennen doch sicher alle eine der mystischten Frauen des Christentums?

Als erstes bringe ich mal Darstellungen aus den Internet


Zitat:
Neues Testament

Gemäss dem Neuen Testament hatte Jesus sieben Dämonen von ihr ausgetrieben (Lk 8,2;Mk 16,9). Sie gehörte zu den Frauen, die Jesus nachfolgten und für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten. Diese Frauen begleiteten Jesus nach Jerusalem, sie standen unter dem Kreuz als die meisten anderen Jünger geflohen waren (Mt 27,55f), sie halfen beim Begräbnis (Mt 27,61, Mk 15,47) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1-5, Joh 20,1). Nachdem Maria Magdalena das den Jüngern berichtet hatte, begegnete ihr als erster der auferstandene Jesus und trug ihr die Botschaft an die Jünger auf (Joh 20,11-18). Daher bekam sie schon in der Alten Kirche den Ehrennamen apostola apostolorum - "Apostelin der Apostel".

Maria Magdalena ist eine der wenigen Frauen der Bibel, die nicht als "Frau/Mutter ;..." über einen Mann definiert wird, und die in direkter Rede im Evangeliumstext vorkommt.

Sakrileg heisst ein Bestseller-Roman, der 2003/2004 weltweit Furore machte und ältere Behauptungen (siehe z.B. Lincoln, Henry: Der heilige Gral und seine Erben) aufgriff. Angeblich verschweigt der Vatikan bis heute Tatsachen, die unser Jesus-Bild auf den Kopf stellen würden. Einer, der sie noch kannte, soll Leonardo da Vinci gewesen sein. In seinem Werk Das Abendmahl zeigt er angeblich die Wahrheit: Jesus hatte Maria Magdalena an seiner Seite, als seine Ehefrau. Diese Traditionen sind jedoch in Wahrheit keineswegs geheim sondern seit dem späten zweiten Jahrhundert bekannt, wurden von der Kirche aber nie akzeptiert, siehe unten.


Kirchliche Tradition

Papst Gregor I. bezeichnete 591 in einer Predigt Maria Magdalena als Prostituierte, indem er sie mit der Sünderin, die Jesus die Füsse wäscht (Lk 7,36-50), identifizierte. Dies wurde ein Teil der katholischen Tradition um Maria Magdalena, in der Maria Magdalena auch mit Maria von Betanien, der Schwester von Marta und Lazarus, gleichgesetzt wird. Inzwischen hat jedoch die katholische Kirche diese Verknüpfung 1969 offiziell für irrig erklärt. Die griechischen Kirchenväter und die protestantische Tradition haben in diesen drei Gestalten immer drei verschiedene Frauen gesehen.
Andere überlieferungen

Die Deutungen, um wen es sich historisch bei Maria Magdalena gehandelt hat, gehen weit auseinander, wobei man klar zwischen der historischen Person und der biblischen überlieferung unterscheiden sollte. Manche Legenden halten sie für eine Nachfahrin Benjamins und somit für eine Prinzessin. Wenn dem so sein sollte, hätte Jesu mit ihr eine mächtige pol. Partei gebildet und einen rechtmässigen Anspruch auf den Thron Israels, da er somit die zwei grossen jüdischen Königshäuser vereint hätte (der historische Jesus stammte aus dem Hause David).

In der Gnosis und der Rosenkreuzer-Mystik wird überliefert, dass Maria Magdalena die Gefährtin/Frau Jesu war und ihm sogar Kind(er) geboren hat. Sie soll mit Hilfe des Joseph von Arimathäa nach Frankreich gegangen sein und dort ein Kind namens Sarah zur Welt gebracht haben. Nach dieser Theorie entspricht Maria Magdalena dem Heiligen Gral, wobei der Ausdruck "San Greal" als "Sang Real" (spanischer Dialekt für "königliches Blut") gedeutet wird.

Das auf die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts datierte gnostische Evangelium nach Maria ist nach ihr benannt.


Gedenktag

Ihr liturgischer Gedenktag (katholisch und orthodox) ist der 22. Juli. Maria Magdalena ist die Patronin des im 13. Jahrhundert gegründeten Frauenordens der Magdalenerinnen. Sie ist Schutzpatronin der Frauen, der reuigen Sünder und der Verführten.

Als Heilige, die beim sterbenden Jesus ausgeharrt hat, findet sie Nachahmerinnen beispielsweise in den Frauen Lateinamerikas, die mit den Photos ihrer verschwundenen/toten Männer/Söhne auf die Strasse gehen.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Magdalena


Zitat:
OSTERN
Die starke Frau am Grab
Spekulationen über Spekulationen: Maria Magdalena musste seit je für allerlei Männerängste und -fantasien herhalten. Jetzt soll sie sogar ein Kind von Jesus gehabt haben. Aber nur im Thriller

Index und Zensur – die vormaligen Instrumente römisch-katholischer Glaubenskontrolle – sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Schon über 25 Millionen Mal wurde Dan Browns Thriller mit dem deutschen Titel verkauft, bevor nun aus dem Vatikan ein Widerwort kam – und selbst das war nur eine persönliche Meinungsäußerung des Kardinals Tarcisio Bertone: »Lest und kauft dieses Buch nicht.«

In diesem Krimi geht es, kurz gefasst, um ein angebliches Geheimnis, das die römische Kirche ebenso angeblich mit Mord und Totschlag gegen jede Aufdeckung verteidigt: Jesus von Nazareth hatte sehr angeblich mit Maria Magdalena nicht nur ein Verhältnis, sondern auch ein Kind. Recht spannend ist der Schmöcker schon – historisch aber offenkundig ein rechter Schmarren. Wer diese Geschichte glaubt, glaubt wahrscheinlich auch an die heilsame Wirkung von Index und Zensur oder zählt gar zu jenen Millionen von Amerikanern, die Johanna von Orleans – ungelogen! – für die Ehefrau von Noah halten, nur weil die englische Version ihres Namens, Joan of Arc, deutlich an die Arche ihres vermeintlichen Gemahls erinnert. Dan Browns Sakrileg mag für amtskirchliche Beobachter auch deshalb ein wenig ärgerlich sein, weil es in der gehobenen Klatschpresse Schlagzeilen produziert wie »Die Frau an seiner Seite« oder »Jesus war auch nur ein Mann«. Indes ein Skandal ist dieses Sakrileg – oder ein Sakrileg dieser Skandal, weil er die erste Osterzeugin des neuen Testaments in ein schiefes, anzügliches Licht rückt. Und wahrscheinlich hat deshalb auch Kardinal Bertone rechtzeitig zur Osterwoche seine Bannworte ausgestoßen.

Wer aber war Maria Magdalena wirklich? Dass sie eine starke Frau war, ist leicht zu erkennen, aber alles Übrige schwierig zu erheben, weil sämtliche Evangelien und nichtkanonischen Texte, in denen ihr Name vorkommt, Bekenntnistexte sind und nicht etwa historische Dokumente, nicht einmal im Sinne antiker Geschichtsschreibung. Zudem stammt keiner dieser Texte von einem Augenzeugen aus der Zeit Jesu, sondern alle wurden sie von Glaubenszeugen verfasst. Was man von Jesus von Nazareth historisch gesichert sagen kann, passt auf ein, zwei Buchseiten; für alle anderen Nebenfiguren braucht man noch weniger Platz. Das schafft viel Raum für Fantasie und Spekulation – auch für Kunst und Literatur.

Der berühmteste Titel, Maria Magdalene von Friedrich Hebbel, hat mit der biblischen Person gar nichts mehr zu tun. Die Hauptfigur dieses »bürgerlichen Trauerspiels« sollte ursprünglich Klara heißen. Auch die Umsetzung des Stoffes durch Franz Xaver Kroetz in ein kleinbürgerliches Augsburger Milieu bleibt ganz unfromm. Anders Luise Rinser, die in ihrem Roman Mirjam 1983 eine unbeholfen schlichte Heiligenlegende flocht und dafür von Franz Alt in der ZEIT sehr gelobt wurde. In der christlichen Kunst entstanden ungezählte Gemälde, ihr Sujet oft als fromme Büßerin darstellend. Das 19. Jahrhundert verwandelte Maria Magdalena im Vorgriff auf Dan Brown und im Rückgriff auf den frauenfeindlichen Sexismus des Mittelalters in eine Femme fatale oder Kurtisane – was sich bis in Emil Noldes Christus und die Ehebrecherin fortsetzt oder in Picassos Die weinende Frau.

Das gemeinsame Problem dieser traditionellen Rezeptionsgeschichte liegt freilich darin, dass in diesen Wahrnehmungen seit Gregor dem Großen (um 540 bis 604 nach Christus) mehrere Frauenbilder des Neuen Testaments übereinander geblendet – und dann, je nach Interessenlage, mit eigenen Vorstellungen aufgeladen werden. Geht man historisch-kritisch an die Texte heran, so kann man nicht mehr drei Frauen zu einem »Gesamtkunstwerk« legieren. Dann ist Maria Magdalene eben nicht identisch mit der Maria von Bethanien (bekannt aus dem Schwesterpaar Maria und Martha) und schon gar nicht mit der namenlosen »großen Sünderin« aus dem Lukasevangelium.

Maria Magdalena heißt eigentlich – und richtig: Maria von Magdala. Sie stammt also aus Magdala, einem Fischerdorf am See Genezareth. Sie war vermutlich wohlhabend und offenbar unverheiratet. Man könnte auch sagen: für ihre Zeit sehr emanzipiert, was in der späteren, männlich dominierten Leseweise natürlich Verdacht und Lüsternheit wecken konnte. Sie ist die einzige Frau im Neuen Testament, die nicht abgeleitet aus einer Familienbeziehung eingeführt wird. Immerhin war sie relativ weit gereist – das erklärt die Hinzufügung ihres Heimatortes zum Namen, wie bei Jesus von Nazareth. Eine Prostituierte wäre nie so prominent beim Namen genannt worden. Dass sie nebst den zwölf Jüngern zu den Anhängerinnen Jesu gezählt wird, hat zunächst – wie bei den Männern auch – Überzeugungsgründe, gefördert durch eine vorausgegangene Heilungsgeschichte.

In einer Reihe von apokryphen Evangelien und weiteren, zum Teil erst in der jüngsten Neuzeit wieder entdeckten nichtkanonischen Texten der frühchristlichen und gnostischen Periode wird Maria aus Magdala noch farbenkräftiger gezeichnet, was nun wiederum die feministische Theologie mit ihrem spezifischen Interpretationsinteresse neugierig gestimmt hat. Hatte die alte patriarchalische Theologie die Frauen um Jesus von Nazareth eher beiseite gedrängt, mit unterschwellig sinnlichem Interesse und antisinnlichen Ängsten, so betont die feministische Leseweise das Heiligengemäße und die selbstständige Rolle dieser Frau im Heilsgeschehen und misst dabei den Quellschriften ein größeres Gewicht zu, obwohl sie ansonsten im Prozess der Kanonisierung der Heiligen Schriften aus immer noch plausiblen Gründen ausgeschieden wurden. Dabei ergeben die »offiziellen« Texte des Neuen Testaments bei historisch-kritischer Lektüre bereits das Bild einer eindrucksvollen Persönlichkeit.

Man muss dazu die Texte nur, wie von ihrer ursprünglichen Intention dringend geboten, von Ostern her lesen. So gesehen kontrastiert das Bild dieser Frau deutlich mit dem Bild, das die Männer in den letzten Lebensstunden ihres Meisters abgeben. Judas verrät Jesus. Als Jesus beim letzten Mahl vom Verrat spricht, fragen alle Jünger: »Herr, bin ich’s?«, als sei jeder von ihnen des Verrats fähig. Petrus rühmt sich, er werde lieber sterben, als Jesus verleugnen – und alsbald kräht der Hahn. Und als Jesus im Garten Gethsemane unmittelbar vor seiner Verhaftung aufs Angesicht fällt und verzweifelt betet, hauen sich Petrus und die »zween Söhne Zebedäi« seelenruhig aufs Ohr und schlafen dreimal nacheinander ein.

Als nach Jesu Tod und Grablegung die Jünger zunächst den Bankrott aller ihrer Hoffnungen erleben, sind es die Frauen, an ihrer Spitze Maria von Magdala (bei Johannes ist es gar sie allein), die den Gang zum Grab eines von Staats und von Religionsobrigkeits wegen hingerichteten Aufrührers und Gotteslästerers wagen. So wird Maria von Magdala die erste Zeugin des leeren Grabes und der ersten Christophanie, der Erscheinung des Auferstandenen – und damit zur ersten Zeugin des eigentlichen christlichen Glaubens. Erst danach werden die Männer herbeigerufen.

Bevor man diesen Befund (früh-)feministisch überbewertet, sollte man freilich eine gewisse Vorsicht walten lassen. Zwar vermerkt Martin Luther hierzu: »Wenn das weibliche Geschlecht anfängt, die christliche Lehre aufzunehmen, dann ist es viel eifriger in Glaubensdingen als Männer … Magdalena war viel beherzter als Petrus.« Aber in jener Zeit galt das Zeugnis von Frauen und Kindern vor Gericht nicht viel. Es könnte ja sein, dass die Evangelisten die an sich unglaubliche Nachricht der Auferstehung eines Gekreuzigten von den Toten zunächst einmal Frauen in den Mund legten, auf deren Nachrichten man nicht gleich alles geben konnte, um so das Einsickern des Unerhörten gewissermaßen nach und nach vorzubereiten. Und selbst Maria von Magdala zeigt sich zunächst im höchsten Grade verwirrt. Folgt man dem Johannesevangelium, denkt sie angesichts des leeren Grabes zuerst an einen ruchlosen Leichenraub. Überzeugt davon, dass er der Einzige ist, der weiß, was gespielt wird, wendet sie sich an einen – wie sie vermutet – Gärtner: »Sage mir, wo du ihn hingelegt hast.« Erst als der ihr fremde Mann sie bei ihrem Namen anspricht, erkennt sie ihn: »Rabbuni! Meister!« In diesem Wiedererkennen, in dieser Glaubenserweckung durch das existenzielle Angesprochensein darf man durchaus ein frühes Stück existenzialer Theologie lesen.

Wie auch immer: In Maria von Magdala kann man wohl die Mutter des legitimierten Jesus-Glaubens erkennen, nicht aber die Mutter eines illegitimen Jesus-Sohnes. Und nach wie vor hat die Bibel immer noch eine höhere Auflage als Dan Browns Thriller
Auszüge aus einem Artikel DER ZEIT



Hmh, wer war diese Frau die vermutlich Ausschlaggebend für die Ausbreitung des Christentums war? Können die Visionen der Anna Katharina Emmerich aus dem 18 Jh. Licht in das Mysterium um Maria Magdalena bringen? War sie gar die Geliebte Jesus, wie die knostischen Evangelien
dies beschreiben ? Oder war sie die Urmutter des Christentums?
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Re: Maria Magdalene

Beitrag von DocNobbi » So 20. Mär 2011, 17:54

:schriftsteller2: :ostern_confused:

Was war so faszinierend an der Frau, das sie Menschen über 2 Jahrtausende beschäftigt hat. Die grundlegenden Weichen was Maria sein soll, wurden im Konzil von Nicea und später im Konzil von Triest gestellt. somit ist es eigentlich klar das man an die wahre Gestalt der Maria Magdala nicht leicht heran kommt. Aber wer war diese Frau, die ja fast definitiv als 14. Apostel zu bezeichnen ist und noch dazu weiblichen Geschlechts war, allein schon das ein Unding für die damalige Zeit und dannach für mind. 1800 Jahre Kirchengeschichte.

Mir gehts nicht zu beweisen das Brown recht hat, wobei die Gestalt beim letzten Abendmahl sehr weibliche Züge aufweist, ob es aber tatsächlich Maria M. darstellen soll, wage ich nicht zu behaupten.

Aber allein ihre Abstammung ist rätselhaft, war sie eine aus königlichen Geblüt, sprich aus dem Hause Daniels und Benjamins, so war sie definitiv gleicher Abstammung wie die Mutter Jesus.
Dies steht unter anderen bei den Essener, sowie in einigen knostischen Evangelien, sowie in neutestamentarischen Apokrypen.

Oder stimmt die Darstellung der Bibel, die sich aber wiederum sich mit den Aussagen der Epheser und Kohrinter beissen. Aber die Bibel beschreibt sie als unabhängige Frau, dieser Status wurde nur sehr einflussreichen und adeligen Frauen im orthodoxen Judentum zugestanden.

Betreff:Geliebte oder gar Frau des Jesus, für die Moral der Zeit durchaus denkbar, haltbare Beweise dafür gibt es aber nicht.
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