Spiritualität + Psychologie => Die Psychosynthese Assagiolis

DAS HÖCHSTE GUT IST DIE HARMONIE DER SEELE MIT SICH SELBST (Seneca, Der Schlüssel zur Gelassenheit) - Vorbeugen, therapieren, heilen
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Bargusin
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Spiritualität + Psychologie => Die Psychosynthese Assagiolis

Beitrag von Bargusin » Di 10. Jan 2012, 12:10

Biografie eines großen Visionärs

Die Psychosynthese wurde von Roberto Marco (Grego) Assagioli (1888-1974) Anfang des 20.Jahrhunderts begründet. Geboren in Venedig, studierte er Medizin in Florenz und wurde Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Er war Schüler und Wegbereiter Sigmund Freuds in Italien, ebenso Mitglied der Züricher Freud Gesellschaft, einer Gruppe von Pionieren in der Psychoanalyse.

Bald schon distanzierte er sich von der reduktiven Sicht der Analyse und ging seinen eigenen Ideen nach. Erste Ansätze der Psychosynthese finden sich bereits 1910 in seiner Dissertation (über Psychoanalyse). Er interessierte sich für alles, was mit zutiefst menschlichen Erfahrungen und Werten zu tun hat. Dadurch wurde ihm zunehmend bewusst, dass ein ganz wesentlicher Teil des Menschen von der Psychoanalyse weder berücksichtigt noch angesprochen wurde - und zwar der spirituelle (transpersonale) Aspekt. So entwickelte er seine Ideen - deren Wurzeln weit in der Zeit zurück und in den Osten reichen - weiter und verband sie mit seiner psychotherapeutischen Praxis. Sein Hauptanliegen war es, die "höheren" Bereiche des Menschen - wie spirituelle Erfahrungen, Intuitionen und Erkenntnisse als eigenständige, erforschbare Phänomene zu betrachten. Er hielt Vorträge über seine Forschungsergebnisse, schrieb Artikel und gab Broschüren heraus.

Assagioli sagte einmal, die Psychoanalyse interessiere sich nur für das Kellergeschoss der menschlichen Seele, während es der Psychosynthese um das ganze Gebäude ginge. Der Einbau eines Fahrstuhles würde es dem Menschen gestatten, zu jeder Etage seiner Persönlichkeit zu gelangen: unter Einbezug der spirituellen Bereiche wäre es dem Menschen möglich, ein ganzheitlicheres Leben zu gestalten, das in umfassender Weise die Gesamtheit aller Lebewesen einschließt.

Dieser ganzheitlichen Betrachtung des Menschen liegt die Überzeugung zugrunde, dass jeder Mensch aus der Tiefe seines Wesens nach Vollständigkeit, Ganzheit, nach Selbstverwirklichung, nach Einheit, Liebe, Freude und Lebenssinn sucht.

Die Psychosynthese macht klar, dass das Bedürfnis nach Sinn, nach höheren Werten, nach einem geistigen Leben ebenso real ist wie die biologischen und gesellschaftlichen Bedürfnisse.

Quelle: http://www.psychosynthese.at/
Herzliche Grüße
Ralf (Bargusin)


"Halt dich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt." (Khalil Gibran)

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