der Werwolf

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der Werwolf

Beitrag von DocNobbi » So 20. Feb 2011, 18:00

Werwolf

Der Begriff Werwolf bezeichnet das Mysterium, daß sich ein Mensch unter besonderen Umständen nachts in ein Tier verwandeln kann und bei Tagesanbruch wieder seine menschliche Gestalt annimmt. Die meisten Sagen berichten von Männern, die aufgrund ihres familiären Erbgutes oder infolge einer Verletzung, die sie durch eine solche Kreatur erhalten haben, in bestimmten Nächten zu einem Tier (meist zu einem Wolf) mutieren. Das Wesen, in welches sie übergehen wird als unheilvoll und raubtierhaft beschrieben.

Sogar Familienmitglieder werden von ihm angegriffen, da das Wesen offenbar keine Erinnerung an seine jeweils andere Existenz besitzt. So kann sich der Betroffene, sobald er seine menschliche Gestalt wieder besitzt, nicht mehr an seine nächtliche Jagd erinnern. Die Erinnerung kann in Form von Traumbildern zurückkehren, das scheint aber eher selten der Fall zu sein. Je länger der Mensch von diesem Phänomen befallen ist, desto geringer werden die Abstände zwischen den Gestaltwandlungen, bis er schließlich ganz von der Gestalt des Tieres übernommen wird. Demzufolge hat derjenige die größte Chance auf Heilung, der frühzeitig Hilfe durch eine erfahrene Person erhält. Andernfalls kann der Kreis nur durchbrochen werden, indem man ihn mit Hilfe eines Gegenstands aus Silber erlöst und dadurch seiner Seele Frieden schenkt.
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Re: der Werwolf

Beitrag von DocNobbi » So 20. Feb 2011, 18:20

Werwolfprozesse
in der Frühen Neuzeit

Eine systematische Erfassung von Hexereiprozessen in der Frühen Neuzeit, bei denen der Vorwurf der Wolfsverwandlung eine Rolle spielte oder bei denen es freiwillig oder unter der Folter zum Geständnis der "Wolfsverwandlung" kam, ist bisher nicht vorgelegt worden. Sie wäre Voraussetzung für eine Untersuchung möglicher regionaltypischer Aspekte dieser Prozeßvariante.
Angesichts der Gesamtzahl der Verfolgungsopfer, die heute zwischen 60.000 und 100.000 geschätzt wird, muß dieser (auf den ersten Blick exotisch erscheinende) Verfahrenstyp als Sonderfall gelten. In der einschlägigen Literatur wurden bisher meist nur Einzelfälle erwähnt. Die folgende Liste, die gegenwärtig ca. 250 Namen von Beklagten umfaßt, macht jedoch deutlich, daß es sich keineswegs um ein marginales Phänomen der Hexenverfolgung handelt.
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