Kelten

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pia
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Kelten

Beitrag von pia » Do 18. Nov 2010, 03:51

Keltische Mythologie

Vorwort




Der keltische Gott Dagda
(Gundestrup Gauldron, 100 v. Chr.)

Die Keltischen Völker, die von den Griechen Keltoi oder Galatei und später von den Römern Gallier genannt wurden, erschienen bereits um 700 v. Chr. auf dem Schauplatz der Geschichte. Sie brachten es bis zur endgültigen Eroberung Galliens durch Cäsar zu hoher Kultureller Blüte und prägten sehr wesentlich die mittel- und westeuropäische Geschichte. Das Siedlungsgebiet der Kelten erstreckte sich von den Atlantikküsten über Gebiete an der Garonne, Loire, Maas und Mosel bis hin zu den Karpaten, von Irland und England bis zur Türkei, wobei auch Teile Spaniens und Oberitaliens keltisch waren. Später wurden die Kelten von den Römern beherrscht, nur jenseits des Kanals und in der heutigen Bretagne blieben die Keltische Kultur und Sprache weitgehend unverfälscht.

Als im 5. Jhdt. in Irland die Christianisierung einsetzt, zeichnen Mönche die Keltischen Sagen auf, wodurch uns viele bis in die heutige Zeit erhalten bleiben und einen Einblick in die Kultur und das Alltagsleben der Kelten gewähren.

Im Hochmittelalter griffen fahrende Sänger - in der Provence die Troubadours, in Nordfrankreich die Trouveres, in Deutschland die Minnesänger - keltische Sagen- und Mythenstoffe auf und transferierten die Themen in ihre Welt. Typisch dafür sind zum Beispiel die Geschichten um König Artus und seine Tafelrunde, von Parzival und der Gralssuche, vom Zauberer Merlin und von Tristan und Isolde.

All diese Sagen haben bis heute ihren Reiz nicht verloren. Hart und brutal ist die Welt der Kelten, aber auch humorvoll geprägt und vom Schein des Mysteriösen und des Anderweltlichen umgeben. Ist uns diese Welt auch weitgehend fremd in ihrem Daseinskampf und ihren spirituellen Vorstellungen, hat sie doch unsere Welt entscheidend mitgeprägt und sie um viele Mythen und Geschichten bereichert, ohne die die Welt unserer Phantasie um vieles ärmer wäre.

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pia
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Re: Kelten

Beitrag von pia » Do 18. Nov 2010, 04:04

Keltische Mythologie

Irische Sagen



Warum Art der Einzige genannt wurde


(Silberplakette um 75 v. Chr.)

Eines Tages war Condla der Rote, Sohn von Conn Hundertkampf, an der Seite seines Vaters, als sich ihm eine Frau in einem wunderschönen Gewand näherte. Auf seine Frage, wo sie herkomme, entgegnete sie, dass sie aus der Anderswelt komme, wo es weder Tod noch Sünde gibt, wo man ohne Unterbrechung isst, ohne Speisen zuzubereiten und wo man stets in freundlicher Geselligkeit ohne Streit zusammenlebt. Man nenne ihr Volk die Side, da es in großem Frieden lebe.

Conn konnte nicht erkennen, mit wem sein Sohn sich unterhielt, denn für ihn war die Frau unsichtbar. Sie sagte nun, dass sie Condla liebe, und dass er ihr in das Land des Lebens folgen solle, auf dass er nie altern und sterben würde. Conn rief nun seinen Druiden zu Hilfe, denn nach wie vor konnte niemand außer Condla die Side sehen, nur alle vernahmen ihre Stimme. Der Druide stimmte nun ein gewaltiges Lied an, das die Worte der Frau übertönte, so dass auch Condla sie schließlich nicht mehr sehen konnte; vorher jedoch gab sie ihm noch einen Apfel.

Einen Monat lang nun verschmähte Condla jegliche Speise, bis auf den Apfel, der nicht abnahm, und seine Sehnsucht nach der Frau wurde immer größer. Er befand sich wiederum an der Seite seines Vaters auf dem Feld, als er abermals jene Frau auf sich zukommen sah. Sie lud ihn wiederum in die Hallen der Unsterblichen ein. Als Conn wiederum den Druiden rufen wollte, drohte sie ihm mit dem Gericht, das nach seinem Tode auf ihn warten würde, sollte er seinem Sohn diese Chance verwehren.

Noch zauderte Condla, doch seine Sehnsucht nach der Frau war stark, so dass er schließlich mit ihr ein gläsernes Schiff bestieg und davonfuhr. Niemand wusste, wohin, und er ward niemals wieder gesehen.

Während die Leute noch zusammenstanden und über den Vorfall sprachen, sahen sie Conns zweiten Sohn Art auf sich zukommen. „Jetzt ist Art der einzige", sagte Conn, "denn er hat keinen Bruder mehr." Und seither blieb der Name ihm.

quelle: das Mythentor

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