Beifuss

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DocNobbi
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Beifuss

Beitrag von DocNobbi » Do 27. Jan 2011, 16:05

Beifuss

Wer weit zu marschieren hat, legt sich gegen Ermüdung etwas Beifuß in den Schuh, worauf bereits PLINIUS hinwies (vgl. den Namen der Pflanze): „Etliche meinen, Beifuß habe darum den Namen, so man´s in Schuhen unter den Füßen trägt und über Feld wandert, soll es vor Müdigkeit bewahren und das sagt auch PLINIUS, glaub´s, wer da will.” (MATTHIOLUS, zit. n. LOSCH, 164) In jüngerer Zeit wurde das durchaus geglaubt: „Naturfreund Emanuel Cihlar (Wien) übermitteltete mir [SCHRÖDTER] unterm 25. Jänner 1949 nachfolgendes Rezept: Marschieren können, ohne zu ermüden. / ,Zu diesem Ende sammele man am Tage Bartholomaei (25. August) Beifußkraut ... samt der Wurzel und trage davon in den Schuhen und an der Leine (an einer Schnur um den Hals) die Wurzel, dann wird man werder ermüden noch schwitzen.’” In Spanien werde dieses Mittel von Schnelläufern, Fußtrabanten usw. mit bestem Erfolg benutzt. (SCHRÖDTER, 126f.) [Quelle: http://sungaya.de/schwarz/allmende/pflanzen/beifuss/htm] Beifuß - ist kein Zitat aus der Hundeschule. Hinter dem Namen verbirgt sich eine der Artemis geweihte Pflanze. Artemis schickt Krankheit und heilt sie, ihre Pflanze wurde gegen und für Hexerei gebraucht. Vor allem in der Frauenheilkunde fand der Beifuß vielfältig Verwendung, und so ist es kein Zufall, dass Artemis als Schutzgöttin der Hebammen und Gebärenden gilt. Kräuter-Triumvirat Drei Pflanzen sind der Artemis geweiht, heißt es in der Medicina Antiqua aus dem 13. Jahrhundert, und ihr Name ist noch heute in den lateinischen Bezeichnungen zu finden: Beifuß (Artemisia vulgaris), Wermut (Artemisia absinthium) und Estragon (Artemisia dracunculus). Artemis und ihre Familie Die griechische Artemis entspricht der römischen Diana. Apollo ist ihr Zwillingsbruder, Zeus und Leto sind ihre Eltern. Sie ist eine der zwölf olympischen Gottheiten, lenkt den Mond über den Himmel und wird oft als Göttin mit vielen Brüsten dargestellt. Beifuß - beim Fuß Aber woher kommt der deutsche Name? Er wird vom mittelhochdeutschen "bivuoz" abgeleitet, was so viel heißt wie stoßen oder schlagen. Man vermutet, dass die Pflanze vor Gebrauch zerstoßen wurde, außerdem sollte das Kraut böse Mächte in die Flucht schlagen. Angeblich spürt man bei langen Fußmärschen keine Müdigkeit, wenn man Beifuß "beim Fuß" trägt - im Schuh also. Der Name ist jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aus diesem Glauben heraus entstanden. Germanische Wurzeln... Der Beifuß wird seit je her als Heilpflanze verwendet. Germanische Heiler strichen mit Bündeln des Krautes über Kranke, um die bösen Geister aus ihnen zu vertreiben. Anschließend wurde der Beifuß verbrannt, und der krankmachende Geist mit ihm. ... des "Frauenkrauts" Artemis war wie erwähnt die Göttin der Geburt und der Abtreibung - und für beides wurde der Beifuß von den Hebammen und Heilerinnen verwendet. Um die Menstruation in Gang zu bringen, die Geburt zu beschleunigen, aber auch für Abtreibungen wurde der Beifuß genutzt; er galt als gynäkologisches Allheilmittel. Um die Fruchtbarkeit zu erhöhen, banden Frauen sich geflochtene Beifuß-Gürtel um. Zum in die Luft gehen "Besenkraut" lautet ein volkstümlicher Name des Beifuß. Angeblich war die Pflanze Bestandteil einer Flugsalbe: Die Hexe rieb den Besen mit dieser Salbe ein und konnte dann statt nur zu kehren auch mit ihm fliegen. Ob der Beifuß wirklich Bestandteil dieser Salben war, ist in Fachkreisen umstritten. Flugsalbe Die "Flugsalben" der Hexen dürften aus Stoffen bestanden haben, die auch Schamanen für ihre Geistreisen verwendeten. Oft erwähnt werden in diesem Zusammenhang stark psychoaktive Pflanzen wie etwa Bilsenkraut, Stechapfel oder Tollkirsche. Der "Hexenflug" zum Blocksberg kann so erklärt werden: Durch die Wirkung der Salbe werden Halluzinationen ausgelöst. Die "Hexe" träumte also den Flug, das Fest und den Rückflug. Für Magen und Umgebung Als Frauenkraut wird der Beifuß noch heute als Mittel bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. In der Schwangerschaft sollte man mit dem Kraut aber sehr sparsam umgehen. Hildegard von Bingen empfiehlt Beifuß zum Würzen fetter Speisen wie etwa Ente, da das Kraut die Verdauung erleichtert. Beifuß wirkt ähnlich wie der mit ihm verwandte Wermut, schmeckt jedoch nicht so bitter. Beifuß-Tee Übergießen Sie einen Teelöffel Beifuß mit einem 1/4 Liter siedendem Wasser. Fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Trinken Sie täglich eine Tasse. "Immer gut drauf" Manche blühen in prächtigen Farben, manche wirken unscheinbar: Kräuter können heilen und uns helfen, Zugang zu den Geheimnissen der Natur zu finden. Die Kraft der Kräuter Links: Mehr Rezepte rund um den Beifuß finden Sie auf folgender weiterführenden Homepage, von der auch unser Tee-Rezept entnommen ist (klicken Sie links auf den Text "Kräuterrezepte", dann kommen Sie zu einer Übersicht): Hürther Kräutergarten

[Quelle: http://steiermark.orf.at/magazin/immerg ... es/Beifuss]
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