Zubereitung und Anwendung von Kräutern[

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Zubereitung und Anwendung von Kräutern[

Beitrag von DocNobbi » Mo 15. Nov 2010, 23:43

Zubereitung und Anwendung von Kräutern

Wir müssen nicht unbedingt alle pflanzlichen Arzneimittel kaufen. Manches kann man auch selber ernten und zubereiten. Hier eine kleine Übersicht:


Getrocknete Kräuter haben dieselbe Heilkraft wie frische. Beim Trocknen verdunstet das in der Pflanze enthaltene Wasser und die wirksamen Bestandteile sind danach fester in die Zellstruktur eingebunden.


Wie werden Kräuter getrocknet?

Wenn es sich bei dem Sammelgut um das ganze Kraut handelt, werden die Kräuter in Sträuße gebunden und mit der Blüte nach unten aufgehängt.

Einzelne Pflanzenteile kann man in Schichten trocknen.


Wie verwendet man die Kräuter?

In der Pflanzenheilkunde wird seit jeher mit dem Mörser zerkleinert. Dabei sollten keine Mörser aus Metall verwendet werden, da viele Wirkstoffe der Kräuter auf das Metall chemisch reagieren und unerwünschte Wirkungen nach sich ziehen können.

Vor der Verwendung müssen die Kräuter in kleine Teile zerteilt werden, da die in ihnen enthaltenen Wirkstoffe rasch von Flüssigkeiten aufgenommen werden können. Es empfiehlt sich auch, verholzte und härtere Teile in möglichst kleine Stücke zu zerkleinern.


Tee/ Aufguß

Wird verwendet für empfindliche Pflanzenteile wie Blüten und Kraut.
Kraut oder Blüten mit kochendem Wasser übergießen, abdecken, ziehen lassen und schließlich abseihen.


Abkochung

Wird verwendet für harte Bestandteile wie Wurzeln, Rinde oder Knollen.
Man kocht die Bestandteile auf, läßt sie ziehen und seiht danach ab.


Kaltauszug

Die Bestandteile werden kalt angesetzt, abgedeckt und über Nacht ziehen gelassen. Danach werden sie abgeseiht.
Der Kaltauszug wird überwiegend für Schleimdrogen verwendet.


Frischsaft/ Brei

Die Zubereitung von Breien und Säften aus den frisch gesammelten Blättern, Früchten, Wurzeln und Knollen erfolgt mittels eines Mörsers, wobei ein möglichst gleichmäßiger Brei erzielt werden soll.
Dieser wird auf ein sauberes, engmaschiges Stofftuch gelegt und dieses zusammengedreht, bis der Saft austritt. Dazu kann auch der Stößel des Mörsers verwendet werden.

Den Brei oder Saft füllt man in Steinguttöpfe, verschließt diese gut und stellt sie kühl. Die Haltbarkeit beträgt etwa acht Tage.


Breiauflage/- umschlag

Auf die zu behandelnde Stelle legt man ein durchlässiges Stofflaken, auf das man den Brei aufträgt.
Personen mit weniger empfindlicher Haut brauchen das Stofflaken nicht.


Kräuteröle

Verwendet werden überwiegend Blüten und Blättern aus Pflanzen, die einen hohen Anteil an ätherischen Ölen haben.

Frische Blüten oder Blätter werden in eine Flasche getan, die mit Olivenöl aufgefüllt wird. Kräuteröle sollten zwei bis drei Monate ziehen und danach abgeseiht werden.

Das Kräuteröl hält sich etwa ein Jahr und wird für die äußerliche Anwendung verwendet.


Salben

Frische Pflanzenbestandteile werden mit einer Grundsubstanz wie z.B. Melkfett oder Schweinefett in einer Pfanne oder einem Topf erhitzt, abgeseiht und die noch flüssige Salbe/ Paste in ein verschließbares Gefäß gefüllt.


Kräutertinkturen

Frische oder getrocknete Kräuter werden in hellem Schnaps angesetzt. Man benutzt dabei dunkle Flaschen und stellt die Mischung an einen warmen Ort, wo sie etwa einen Monat reifen sollte. Ab und zu schütteln, dann abseihen. Innerliche Anwendung.


Frischkräuterpackungen

Frische Kräuter werden in ein Laken getan, mit dem man den Patienten umwickelt.


Inhalation

Das gesamte Kraut, die Blätter oder die Blüten werden in kochendes Wasser gegeben und kurz aufgekocht. Zur Inhalation beugt man sich mit dem Gesicht so dicht wie möglich über das Gefäß mit dem noch heißen Inhalt und umhüllt sich mit einem großen dicken Tuch, so daß keine Luft von außen eindringen kann. Eine Inhalation sollte so lange dauern, bis der Sud sich soweit abgekühlt hat, daß keine heißen Dämpfe mehr aufsteigen.


Rollkuren

Der Aufguß wird heiß getrunken, man legt sich auf den Rücken, dreht sich dann auf die linke Seite, danach auf den Bauch und danach auf die rechte Seite. Die Reihenfolge ist sehr wichtig, da der Aufguß sonst vorzeitig aus dem Magen in den Darm abfließt!


Kurmäßige Anwendung

Die Kräuter sollten kurweise nicht länger als anderthalb Monate verwendet werden, da ansonsten eine Gewöhnung des Körpers auf die Wirkstoffe eintritt. Entweder macht man eine Pause von mindestens ebenfalls anderthalb Monaten oder aber man verwendet ein anderes Rezept.
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Muckie
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Re: Zubereitung und Anwendung von Kräutern[

Beitrag von Muckie » Di 16. Nov 2010, 17:26

Hallo Nobby mit Kräuter habe ich das ja nichts raus, aber ich hätte da mal eine Frage.
Meine Frau die ist Kräutersammlerin im Kleinen. Nun hat sie schon Jahre diese Weissdornkräuter in der Tüte liegen. Können die auch schlecht werden? Letztens war ich bei Schlecker und da stand auf der Tüte das die Kamille im Beutel nur bis Ende 2010 noch gut ist. Heisst das nun man kann die Kamille danach nicht mehr als Tee gebrauchen?
Schöne Grüsse
.

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Re: Zubereitung und Anwendung von Kräutern[

Beitrag von DocNobbi » Mi 17. Nov 2010, 15:32

würde mal sagen, lieber Muckie - wenn Du die Kräuter fachgerecht lagerst, passiert nichts.
Halt drauf achten, dass sie trocken lagern und nicht schimmeln und keine Motte darin ihr neues Zuhause finden..

Natürlich kann durch sehr langen liegen der Anteil der Stoffe, auf den es ankommt, sich reduzieren.

Wenn man Pflanzen gezielt für ein Krankheitsbild einsetzen will ist es häufig besser ein Arzneimittel mit eben diesen *Kraut* zu kaufen. Die Menge des Wirkstoffes ist garantiert
und sicher, also gleiche gesicherte Einnahmemengen und Handhabung bequemer..
Bein Einkauf von Phytotherapeutika achten, wenn es mehrere Medis gibt, ob der Wirkstoffgehalt gleich ist .. Hieraus ergeben sich auch oft die Preisunterschiede von Apotheke und Verbrauchermarkt. Bei letzteren ist weniger Wirkstoff drin und darum günstiger.
LG Nobbi
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