Der hl. Gral, 10. Kreuzzug gegen den hl Gral

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Hathor
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Der hl. Gral, 10. Kreuzzug gegen den hl Gral

Beitrag von Hathor » Fr 21. Jan 2011, 09:52

Hallo Freunde,

von Anfang an empfand die christliche Kirche diese unliebsame Glaubensgemeinschaft der Katharer als Konkurrenz und versuchte sich ihrer zu entledigen. Bereits 1179 erließ Papst Alexander III einen Bannfluch gegen sie.

Doch der Zulauf zu dieser neuen Glaubensgemeinschaft hielt unvermindert an. Grund dafür war die zunehmende Entsittlichung des christlichen Klerus. Selbst Bernhard von Clairvaux lobte die Katharer als sittlich rein. Um 1200 bestand die Bevölkerung der Gascogne und von Romanien zu fast 50 % aus Katharern.

Jetzt griff Papst Innocenz III (1198 - 1216) zu noch schärferen Mitteln gegen sie und rief zum Kreuzzug gegen die Katharer auf. Der Kreuzzug war verbunden mit demselben Ablaß wie beim Palästinenserkreuzzug. Jeder, der einen Katharer tötete erhielt einen vollkommenen Ablaß.

In Mittelfrankreich bei Lyon sammelten sich die Teilnehmer. Dann wurde 1209 der Marsch in die Provence und ins Languedoc angetreten. Anführer des Kreuzzfahrerzuges war der fanatische Erzabt von Citeaux an der Spitze in seiner Mönchskutte. Ihm folgte das Heer der Bischöfe, Äbde, Priester und Mönche. Diese sangen ohne Unterlass "Dies irae, dies illa...."-

Nach ihnen folgten im Tross einige tausend Ritter mit ihren Knechten und dem Anhang, sogar Raubritter waren darunter, dann ein wirrer Bauerhaufen und schließlich die Ribautz, die Plünderer und Leichenfledderer.

Dieser Haufen wälzte sich wie eine bestialische Schlammflut durch das blühende Land der Provence und Languedoc, eine breite Spur der Verwüstung hinterlassend. 300 000 christliche Kreuzfahrer sollen es damals gewesen sein, in ihrer Anzahl dabei noch die Teilnehmerzahl am Jerusalemkreuzzug übertreffend.

Längst war der Graf von Toulouse exkommuniziert und jetzt wurden seine Landsleute dahingemordet. Morden ist wohl der richtige Ausdruck, denn die Katharer wehrten sich nicht.

Am schlimmsten traf es zuerst Béziers. Frauen und Kinder hatten sich in die Kathedrale geflüchtet und auf die Frage, wie man denn Freund und Katharer auseinander halten könne, antwortete doch dieser christliche Erzabt "Tötet sie alle, Gott wird die Seinen schon herausfinden". Zwischen 20 000 und 60 000 schätzen Historiker die Mordopfer der christlichen Kreuzfahrer allein in Béziers.

Ein andermal nahm man 400 Katharer gefangen und verbrannte alle, die nicht das Ave Maria aufsagen konnten, mit der größten Freude.

So fiel Carcassonne, Montpellier und zum Schluss die als uneinehmbar gehaltene Burg Montségur 1244. Doch die Sage berichtet, die Katharer hätten vorher den hl Gral in Sicherheit gebracht und ihn in einer der vielen Höhen der Pyrenäen versteckt.

Durch die Mordpolitik des Katharerkreuzzuges ist es der Kirche nur gelungen, ein einst blühendes Land mit seiner hochstehenden Kultur in einem 20 Jahre währenden Kreuzzug zu zerstören.

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