Der hl Gral, 11. Der hl Dominikus und die Inquisition

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Hathor
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Der hl Gral, 11. Der hl Dominikus und die Inquisition

Beitrag von Hathor » Sa 22. Jan 2011, 09:03

Hallo Freunde,

im vorigen Kapitel erlebten wir wie der rücksichtslos fanatische Erzabt von Citeaux als Anführer des Kreuzzuges gegen die Katharer seine tödlichen Kommandos gab. Aber noch ein anderer christlicher Heiliger fiel in diesem Kreuzzug unrühmsam auf. Es war der Spanier Dominikus Guzman, Gründer des Dominikanerordens und späterer christlicher Heiliger.

Schon seit längerer Zeit war Dominikus in hl Glaubenseifer beseelt seinen eigenen Orden zu gründen. Dieser Kreuzzug bot ihm die willkommene Gelegenheit dazu und man fand ihn immer in den vordersten Reihen christlicher Prediger.

Aber bald genügte ihm das Predigerdasein nicht mehr und nach einiger Zeit stand dieser Glaubenseiferer in der Ketzerbekämpfung den Methoden des Erzabtes von Citeaux in nichts nach. Es ist bekannt, dass der hl Dominikus einmal eine Messe auf einem Podest hielt, an dessen vier Ecken man gleichzeitig Ketzer verbrannte.

Nun wurde sogar der Papst auf diese dominikanische Art der Ketzerbekämpfung aufmerksam und er übertrug dem Dominikus die Leitung in einer neu geschaffenen Institution, welche anfangs die Zusammenarbeit christlicher Priester mit Katharern überprüfen und ahnden sollte.

Diese Institution weitete später ihre Befugnisse immer mehr aus und erlangte dann unter Leitung des Dominikanerordens traurige Berühmtheit als Inquisition mit Macht über alle christlichen Gläubige.

Dem interessierten Leser möchte ich hier kurz eine Schilderung der inquisitorischen Praxis geben:
Einige Tage vor Besuch einer bestimmten Kirchengemeinde, ließ der Inquisitor, immer ein Dominikaner, das Volk auffordern, sich am Marktplatz einzufinden. Wer dann nicht kam, war automatisch der Ketzerei verdächtig.

Nach einer Predigt des Inquisitors über den wahren Glauben, konnte jeder seine Anschuldigungen oder Vermutungen über seine Mitmenschen vorbringen. Versäumte jemand das Vorbringen solcher Anschuldigungen, war er automatisch selber exkommuniziert.

Auch wurden die kleinen Kästchen in der Kirche geleert, in denen jederman seine anonymen Beschuldigungen vorbringen konnte. Geriet man nun selbst einmal, vielleicht als schlechter Messebesucher oder nus als unliebsamer Nachbar in das gnadenlose Räderwerk der Inquisition, so konnte man fast immer mit einer Strafe rechnen. Diese erwartete dann von den Angeschuldigten, dass sie andere Mitbürger namhaft machten, die gleich ihm die Kirchengebote nicht einhielten.

Die Inquisition existiert heute noch in einem großen Gebäudekomplex am Vatikan. Nach "Sanctam Offizium" heißt sie heute "Kongregation für die Reinhaltung des katholischen Glaubens". Ihr Vorsitzender war bis vor kurzem, man höre und staune, der deutsche Kardinal und jetzige Papst Josef Ratzinger.

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