Fiat Lux von Uriella

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Hathor
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Fiat Lux von Uriella

Beitrag von Hathor » Do 17. Mär 2011, 09:18

Hallo Freunde!

Bis zu ihrem 60 ten Lebensjahr hatte Erika Bertschinger bereits drei Ehemänner verschlissen (da war noch einer zur Zeit des Lichtquell Bethanien, ein gewisser Roland Seydoux alias Aoum, er spielte aber eine unbedeutende Rolle). Jetzt angelte sich Erika den vierten.

Er hieß Eberhard Eicke, ehemaliger Marketingleiter, der sich jetzt bei Erika Icordo nannte. Mit ihm kam eine neue Note ins Spiel des Ordens. Eine jüdisch-apokalyptische Version zusammen mit der Ufologie. Die Erde sollte mal wieder untergehen und nur die Mitglieder von Fiat Lux gerettet werden. Ufos würden sie in Sicherheit bringen. Das war 1991.

Erika machte auch die Reinkarnation salonfähig. Sie selbst sei früher in einem anderen Leben mal Maria Magdalena gewesen, und dann noch früher Nofretete. Ihr Ehemann Icordo konnte sich gleich an vier Reinkarnationen erinnern, nämlich an Isaak, Josef von Ägypten, Zwingli und Johann Strauß.

Keine Frage auch, dass bei der Reinkarnation auch die Karma-Lehre mit im Spiel war. Und vor allem, was sehr wichtig war, die Wirkung von positiven und negativen Strahlen. Plötzlich konnte Erika auch Menschen durchleuchten und so ihre Krankheiten erkennen. Geheilt wurden sie beim Trinken ihres Athrum-Wassers, das sie nach einer genau festgesetzten Zeit mit einem Silberlöffel in einer Badewanne anrührte, aber nur in Linksdrehung, denn nur dabei konnten sich die positiven Strahlen mit dem Wasser vermengen.

Fiat Lux wurde ja bekanntlich 1980 von Erika Bertschinger und dem ehmaligen katholischen Priester Kurt Warter, also von Uriello und Uriella in Zürich gegründet und ging aus der Vereinigung Lichtquell Bethanien hervor. Uriellas neuer Ehemann "Icordo" gab jetzt zur Jahrtausendwende 723 Sektenmitglieder an, aber nach einigen Kontroversen in der Sekte wird die Zahl heute nur noch auf etwa 400 geschätzt. Davon leben in Lindau bei Ibach/Hochschwarzwald etwa 100.

Die meisten Mitglieder wurden aus dem gehobenen Mittelstand rekrutiert. Beim Eintritt in den Orden erhält jedes neue Mitglied einen Geistnamen. Empfohlen wird eine Kleidung in heller Farbe, da diese Farbe angeblich den Satan abwehrt. Auch als Talisman ein kleines Kreuz und ein Marienmedaillon an einem Kettchen um den Hals. Ferner gibt es eine vegetarische Kost und man soll etwa 80 Fastentage im Jahr einhalten.

Verboten ist ferner Genuß von Fleisch, Alkohol, Kaffee, Schwarztee, Nikotin, konservierte Nahrung und Pharmazeutika, außerdem warnt Urielle noch vor dem Genuss von Milupa. Auch weltliche Lektüre, sowie Radio und Fernsehen, auch Sex ist nicht erwünscht. Bei den Gottesdiensten sieht man Herz-Jesu-Statuen und Fatima-Statuen, außerdem wurde das Programm der Sekte erweitert auf Edelsteinkunde, Astrologie, Numerologie und die Pyramiden-Lehre.

Selbstverständlich wohnt jedes Mitglied im Sektenzentrum Lindau auf eigene Faust. Darüber hinaus sind jederzeit Spenden willkommen.

Bei einem sogenannten offenbarerisch - mediumistischen Orden soll eigentlich Lehre und Spiritualität im Mittelpunkt stehen. Bei Fitat Lux ist das anders. Der Orden giert regelrecht nach weltlicher Einflussnahme und Macht. 5 Punkte werden da mal aufgezeigt.

1994 gab es im Orden zwei Todesfälle, trotz Heilbehandlung durch Uriella. Die Sache kam vor Gericht, doch hier wurde Uriella aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Doch etwas blieb hängen. Sie hatte damals die Kranken nicht darauf hingewiesen zum Arzt zu gehen. Also wurde ihr fortan gerichtlich die Ausübung des Heilberufes untersagt.

Das nächstemal stand Uriella 1998 vor dem Landgericht Mannheim, welches sie wegen Zoll- und Steuerhinterziehung schuldig sprach. Sie hatte Heilmittel über 3 Millionen Mark aus der Schweiz geschmuggelt und hier verkauft. Sie wurde verurteilt zu 22 Monaten auf Bewährung und einer Strafe von 100 000 Mark, zahlbar an gemeinnützige Organisationen.

Der dritte Fall kostete sie 625 000 Schweizer Francs. Ein weibliches Mitglied des Ordens hatte sie ihr 1996 geliehen als zinsloses Darlehen, rückzahlbar ab 2006. Uriella hatte der Frau damals Angst gemacht mit der Prophezeihung des bevorstehenden Weltuntergangs. Und wohl dabei gehofft, das Geld nie zurückzuzahlen. Doch 1997 trat die Frau aus der Sekte aus und forderte ihr Geld sofort zurück und das Gericht gab ihr Recht.

Bei der Kommunalwahl 1999 hatte die Gemeinde Ibach, wo das Sektenzentrum mit 30 Mitgliedern lag genau 312 Wahlberechtigte. Auf einer eigenen Liste kandidierte auch Fiat Lux. Doch es reichte nur mit 10 % zu einem Sitz, weil die anderen Einwohner etwas gegen die Sekte hatten und deshalb die Wahlbeteiligung bei 93,6 % lag.

Der letzte Fall der Machtgier des Ordens war 2001 mit der Unterwanderung des Tierschutz-Vereins Kreis Waldshut. Dieser hatte 300 Mitglieder und plötzlich kamen 200 von Fiat Lux dazu. Nun versucht der Tierschutzverein krampfhaft die Ordensmitglieder wieder los zu werden, da eine Machtübernahme des Vorstandes durch den Orden befürchtet wird.

Man sieht, trotz ihrer spirituellen Lehren sind die Versuche dieser Sekte nach Ausübung irdischer Macht nicht von der Hand zu weisen.

Viele Grüße

Hathor
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