"Talisman" - Kinder in Sibirien stehen im Mittelpunkt

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Bargusin
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"Talisman" - Kinder in Sibirien stehen im Mittelpunkt

Beitrag von Bargusin » Mo 2. Jan 2012, 16:47

Eine Mutter berichtet
JuliaMasalzewa-Nastja.jpg
Die Mutter Julia Masalzewa und Nastja
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Schon bevor Nastja auf die Weit kam, hatte ihre Mutter Julia, trotz einer guten und gesunden Schwangerschaft, das Gefühl, ein krankes Kind zu bekommen. Ihre Angst wurde nach der Geburt von Nastja bestätigt. Nastja lehnte jede Berührung und auch die Muttermilch ab. Sie entwickelte sich sehr langsam. Später war sie eine kurze Zeit im Kindergarten und fiel durch ihre Unruhe auf. Nastja lief ständig hin und her, räumte zwanghaft ein und aus und war in ihrer autistisch fremden Welt für niemanden erreichbar. Julia zeigt ein Photo von der kleinen Nastja, auf dem ein hübsches, gesund und fröhlich ausschauendes kleines Mädchen zu sehen ist.

Es ist kaum zu glauben, daß dieses Mädchen mit ihrem Geschrei und einer sehr großen Unruhe ständig unter Kontrolle gehalten werden musste und die familiäre Situation total überforderte. Bis nach Moskau suchten ihre Eltern im Kontakt mit Ärzten und Behinderteneinrichtungen erfolglos nach einer Schule für Nastja und nach erfahrenen Menschen, die Nastja verstehen und ihr helfen können. Als sie zum ersten Mal in die Talismanschule kamen - so erzählte Julia - war sie sofort begeistert von der guten, liebevollen Atmosphäre. Julia entschied sich "mit" Nastja für die Talismanschule - eine Entscheidung, die ihr weiteres Leben sehr veränderte.

Nastja kann neue Situationen und fremde Menschen nur schwer ertragen. Auch der Schritt in die Talismanschule war für das kleine Mädchen nicht leicht. In der ersten Schulzeit war Nastja schwierig, doch dank der Sensibilität und Erfahrung ihrer Lehrerin Tanja entwickelte Nastja schnell das nötige Vertrauen.

Julia erzählt, daß Nastja sich in "ihrer" Schule schnell positiv veränderte, ruhiger, ausgeglichener und seelisch kräftiger wurde. Das musikalische Mädchen lebte in den Liedern, Märchen und Kindergedichten, die sie in der Schule kennen lernte, auf. So war es möglich, Nastja mit Hilfe von Liedern und Märchen aus der Abgeschlossenheit ihrer Welt herauszuholen und sie zu fördern. Lieder, rhythmische Texte und Märchen spielen im heilpädagogischen Unterricht der Talismanschule eine wesentliche Rolle und geben allen Kindern der Schule eine kräftige seelische Nahrung.

Nastja ist ein ruhiges Kind geworden. Dennoch braucht sie noch immer sehr viel Hilfe und Anleitung. Noch viele Ängste nehmen Nastja gefangen. "Ich kann nicht selbst", sagt Nastja, wenn sie etwas tun soll. Aber gerade, indem Nastja in der Schule und Zuhause lernt, bei den alltäglichen Verrichtungen mitzuhelfen, kann sie über sich hinauswachsen – ein Wachsen, das in der Schule sehr sensibel geführt und begleitet wird. Nastja geht sehr gerne zur Schule. Sie hat Vertrauen zu ihren Lehrern fassen können und bei den Mitschülern fand sie neue Freunde. Die Ferien mag sie überhaupt nicht!

Auch Nastja's Mutter Julia hat sich eng mit der Talismanschule verbunden. Im letzten Jahr war sie Klassenhelferin und in diesem Jahr will sie die Vorschulklasse übernehmen. Die frühzeitige Förderung des kleinen, behinderten Kindes ist ihr ein wichtiges Anliegen. Am liebsten möchte sie deshalb in einem Kindergarten arbeiten und sich dafür einsetzen, so dass zu Talisman bald auch ein Kindergarten gehören kann.

In der Schule "Baikalskij Talisman" haben Nastja, ihre Mutter Julia, viele Lehrer und Schüler der Talismanschule eine neue Heimat gefunden. Eine solche "neue Heimat" könnte man noch vielen behinderten Kindern in Russland wünschen, doch die Entwicklung einer menschenwürdigen Behindertenhilfe steht in Russland noch ganz am Anfang. Die Schule Talisman im sibirischen Irkutsk hat mit Erfolg solch einen Anfang gewagt.

(Julia Masalzewa hat nach Nastja noch zwei Söhne geboren und ist seither zu Hause für ihre Familie tätig. Die Verbindung zur Schule ist bis heute nicht abgebrochen. Sie hatte auch das Glück, in der Schweiz im Sonnenhof, Arlesheim, in der Jufa, Basel und im Humanus-Haus, Beitenwil zu hospitieren.)

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Herzliche Grüße
Ralf (Bargusin)


"Halt dich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt." (Khalil Gibran)

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