Die Ramessiden

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Hathor
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Die Ramessiden

Beitrag von Hathor » Mi 9. Mär 2011, 15:52

Hallo Freunde!

Nach dem berühmten Pharao Ramses II, von dem wir wissen, dass er damals im Jahr 1274 v Chr bei der Schlacht von Kadesch in die Geschichte einging und dabei mit viel Not und Glück überlebte, folgte der große Pharao Sethos I und nach ihm der Ramessiden-Clan.

Erst nach dem großen Pharao Sethos I und einigen anderen unbedeutenden Pharaonen wurde die Reihe der Ramessiden mit Pharao Ramses III 1184 - 1152 v Chr. fortgesetzt. Das Geschlecht der Ramessiden leitete dann von Pharao Ramses III bis Ramses XI über mehr als ein Jahrhundert die Geschicke des Landes Ägypten.

Gleich der erste Nachfolger von Ramses II, Pharao Ramses III musste währens seiner Regierungszeit mehrmals gegen die eingefallenen Libyer kämpfen und auch gegen die brandgefährlichen Seevölker bestehen. Trotz seiner vielen Kriege hatte er noch Zeit und Mittel, in Ägypten viele Tempelanlagen zu erbauen. In seine Regierungszeit fiel auch der erste Arbeiterstreik der Weltgeschichte. Als Krönung seines bewegten Lebens wurde Pharao Ramses III schließlich dann von seiner eigenen Frau ermordet.

Nachfolger des ermordeten Ramses III wurde sein Sohn als Ramses IV. Er regierte von 1152 - 1145 und starb mit 50 Jahren in seinem 7. Regierungsjahr. Jetzt kam dessen Sohn als Ramses V von 1145 -1142 an die Reihe.

Während der Regierungszeit von Ramses V ging die staatliche Ordnung in Ägypten zurück und es gab jede Menge Skandale.

Bekannt ist der Elephantine-Skandal, als die Korruptheit der Priester des dortigen Chnumtempels zum Vorschein kam. Es gab auch Diebstähle, Erpressungen, Vergewaltigungen und Amtsanmaßungen in großer Menge, wie der Turiner Papyris Nr 1887 berichtet. Priester von niederen Rängen spielten sich als Richter auf. Bei Durchsuchungen von Wohnungen wurden Unmengen gestohlener Waren sichergestellt. 5 000 Sack Korn aus dem Tempelvermögen wurden bei Priestern aufgefunden. Gegen den Priester Paenanuket, genannt Sed, gab es Anklagen wegen Unzucht mit einer Bürgerin namens Mutnemehu, die schon die Ehefrau des Fischers Thotemheb war. Eine weitere Anklage aus dem Papyrus bezichtigte den Priester der Unzucht mit einer Tabes, Frau des Aaschutj. Um seine Untaten zu verdecken, legte der Priester im Haus der Mutneferet Feuer. Der Priester musste sich dann vor dem Orakel des Gottes Chnum verantworten.

In dieser skandalträchtigen Zeit starb Pharao Ramses V mit 30 Jahren an Pocken. Nachfolger wurde sein Onkel als Ramses VI von 1142 - 1135.

Damals drangen die Libyer bis zum Amun-Tempel in Karnak vor und besetzten ihn acht Monate lang, bis die Truppen des Pharao ihn wieder freigekämpft hatten. Anschließend regierte dessen Sohn als Ramses VII von 1135 - 1129. Er starb schon mit 25 Jahren.

Dann kam Ramses VIII von 1129 - 1127 an die Reihe. Von ihm sind uns am wenigsten Zeugnisse vorhanden.
Sein Nachfolger war Pharao Ramses IX von 1127 - 1109. Er versuchte Ägypten mit strenger Hand wieder ein wenig Stabilität zu geben und ging hart gegen Korruption und Grabräuberei vor.

Die wohlorganisierten Grabräuber hatten eine regelrechte Verbrecherbande geschaffen und konnten die Gräber durch Bestechung und Korruption der Beamten plündern. Im berühmten Papyrus Abbott lesen wir von einer Anzeige beim Wesir Chaemwese wegen Grabräuberei. Es gab eine Untersuchungskommission unter dem Wesir. Sie fand das Grab des Pharao Sobekemsaf II und seiner Gemahlin aus der 17. Dynastie geplündert. Entwendet warten die goldene Totenmaske, Goldschmuck und Edelsteine.

Nach dem Tod von Ramses IX wurde dessen Sohn Amunherchepenschef sein Nachfolger als Pharao Ramses X von 1109 - 1099. Von ihm ist nicht viel bekannt. Als letzter des Ramessiden-Clan bestieg Ramses XI von 1099 - 1070 den Pharaonen-Thron von Ägypten.

Um die innerstaatliche Ordnung mit den bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Reich wieder herzustellen, rief er den Vizekönig von Panehesi von Kusch mit seinen Truppen zu Hilfe. Amunhotep, der Hohepriester des Amun von Theben war deshalb empört und berief seinerseits den aus Libyen stammenden General Pianchi zu Hilfe.

Nun bekämpften sich Pharao Ramses XI und der General Pianchi in Diensten des Hohenpriesters des Amun Amunhotep gegenseitig,

bis der General schließlich Sieger blieb und die Priester den Gottesstaat des Amun ausriefen.

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