Baalbek, Heimat der Riesen

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Hathor
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Baalbek, Heimat der Riesen

Beitrag von Hathor » Di 25. Jan 2011, 20:37

Hallo Freunde,

80 000 Einwohner hat das Weltkulturerbe Baalbeck im Lybanon heute. Dort kann man auf 1155 m Höhe den höchsten Tempel der Welt besichtigen. Früher wurde Baalbeck auch Heliopolis genannt in Anlehnung an den Sonnengott Baal und dessen Heiligtum dort. Bewohnt war Baalbeck bereits seit 800 v Chr.

Die Römer erbauten in Baalbeck drei Tempel, für Jupiter, Bacchus und Venus. Diese Tempel wurden auf den vorhandenen Blöcken einer riesigen Unterterrasse errichtet. Die dortigen Megalith-Steine mit den Abmessungen 20 x 4 x 3 m und einem geschätzten Gewicht von ca 1 000 T bildeten die Grunlage. Der größte Fundamentstein mißt 21,36 m x 4, 33 x 4, 60 und wiegt über 1 500 Tonnen.

Die Anhänger des Regionalgottes Baal hielten sich noch trotz Verbot lange in der Christenzeit. Noch 579 n C wurden viele Anhänger des Baal von den kaiserlichen Truppen der christlich gewordenen Römer gekreuzigt.

In der arabischen Mythologie entstand in Baalbeck das erste Gebäude der Welt. Adams Sohn Kain sollte es im Jahr 133 der Weltgeschichte erbaut und mit Riesen bevölkert haben. Diese wurden dann mit der Sintflut bestraft, weil sie frevelten.

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Re: Baalbek, Heimat der Riesen

Beitrag von DocNobbi » So 6. Feb 2011, 18:29

Ein Fund weist nun darauf hin, dass die Geschichte einen wahren Kern enthält. In einem deutsch-isrealischen Kooperationsprojekt ist es den Schriftexperten Manfred Görg und Stefan Wimmer von der Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München gelungen, die Inschrift auf einer fast 3000 Jahre alten Tonscherbe aus jener Epoche zu entziffern. Sie war im Sommer 2005 von einem Grabungsteam um Aren Maeir von der Bar-Ilan-Universität am Tel Zafit entdeckt worden. Offenbar enthält sie die ursprüngliche Form des Namens Goliath (Alyat) - ein Beweis dafür, dass die Anrede zu jener Zeit bekannt war.


Zudem ist der Name zwar in frühkanaanäischen Lettern geschrieben, aber wohl fremdländischer Herkunft. Denn die Philister stammten vermutlich aus dem griechisch-ägäischen Raum oder Südanatolien. Um 1200 v. Chr. zogen sie nach Süden und hinterließen dabei eine Schneise der Verwüstung. Mehrere Kulturen und Reiche fielen ihrem Ansturm zum Opfer, bis es Pharao Ramses III. (1183–1152 v. Chr.) gelang, ihren Vorstoß zu stoppen.

Schließlich ließen sich die zurückgeschlagenen Krieger in jener Küstenregion nieder, die heute noch nach ihnen benannt ist: in Palästina, arabisch "Filistin", das "Philisterland". Etwa gleichzeitig formierte sich das Volk Israel in den Judäischen Bergen.

Die beiden rivalisierenden Völker lagen aber nicht im Dauerstreit miteinander. In friedlichen Zeiten zogen die Israeliten hinunter in die Küstenebene, um bei den Philistern Eisenwerkzeuge zu kaufen: Im Gegensatz zu den Hebräern beherrschten die Philister die Technik der Eisenverhüttung.


Einen Eindruck vom Aussehen der Philister vermitteln Bilder auf der Nordwand des Totentempels von Ramses III. in Medinet Habu. Auffällig ist vor allem ihr Federkopfputz, der sie womöglich größer erscheinen ließ, als sie waren. Vielleicht gründet sich hierauf die Sage vom "Riesen" Goliath.

Quelle: Geo-Magazin 07/06
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alter Tempel bei Baalbek
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