Das Hypogäum von Malta

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Hathor
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Das Hypogäum von Malta

Beitrag von Hathor » Di 11. Jan 2011, 21:26

Hallo Freunde,

im Jahr 1902 wurde unter der Stadt Paola in Malta durch Baumaßnahmen zufällig das unterirdische Hypogäum entdeckt. Es besteht aus drei Stockwerken und mehreren Räumen übereinander. Die Haupthalle steht auf Säulen und ist 12 Meter tief. In der Vorzeit wurde der Raum als Tempel genutzt. Die Bauzeit dieses unterirdischen Tempels veranschlagen unsere Wissenschaftler auf 3 800 v Chr.

Das Hypogäum von Hal Saflieni in Paola auf Malta war in seiner Zeit vor über 5 000 Jahre eine Kultstätte der matriarchalischen Religion auf Malta. Es besteht weiter aus Gängen, Hallen, Kammern und Nischen und überall sieht man die Reste von Malereien. In den tiefsten Raum, über 12 Meter tief, führt eine Stolpertreppe von sieben Stufen in eine Kammer, die wohl als Vorratsspeicher genutzt wurde.

Den gesamten unterirdischen Komplex des Hypogäums warteten damals Priesterinnen der matriarchalischen Gesellschaft. Uber 7 000 menschliche Skelette fanden unsere Archäologen dort, ein Beweis, dass die Bevölkerung sind ziemlich lange in diesen Räumen aufhielt.
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Re: Das Hypogäum von Malta

Beitrag von DocNobbi » Mo 7. Feb 2011, 17:48

Das Hypogäum von Malta

aus der Sicht Erich von Dänikens

Südöstlich von Valletta, in Saflieni, ganz nahe der 12.000-Einwohner-Stadt Paola, verblüfft das Hal-Saflieni Hypogäum. Hypogäum kommt aus dem Griechischen und bedeutet "unterirdischer Raum" (hypo = unter, gaia = Erde). In der Fachliteratur steht der Begriff Hypogäum für unterirdische gewölbte Grabräume und Kultstätten. Das Haus, durch das man zu den unterirdischen Anlagen findet, unterscheidet sich von den anderen in der Straßenzeile durch ein wuchtiges Tor aus vier rechteckigen Säulen, auf denen schwere steinerne Balken ruhen. An der Wand eine Marmortafel: HALSAFLIENI PREHISTORIC HYPOGEUM. (...)

Eingang in die »Unterwelt«
Das Entree liegt ebenerdig; darunter führen drei Stockwerke tief unter die Erde. Aus dämmrigem Licht trat ein zwei Meter stattlicher Maltese auf mich zu und nahm mir mit gelassener Selbstverständlichkeit meine Kamerakoffer ab. Meine verdutzten und sicher auch widerspruchsbereiten Blicke konterte er mit den knappen Worten: "No cameras!", und fügte, für den Fall, daß ich kein Englisch verstand, die strenge französische Vokabel: »Defendu!« hinzu. Meine Kameras verstaute er in einem Holzgestell, vor dem er sich imposant aufbaute. »Voilá!« Ist mir doch bis heute nicht klargeworden, weshalb man in manchen Museen nicht fotografieren darf. Sie könnten ein Entgelt dafür verlangen, klar, aber daran kann es nicht liegen, denn beispielsweise im »Musee de l'homme« in Paris war ich bereit, jede gewünschte Summe hinzublättern. Manchmal kitzelt mich der Verdacht, daß die Loge der zünftigen Archäologen es nicht gern sieht, wenn Objekte anders als aus dem von ihnen gesegneten Blickwinkel abgelichtet werden. Daran dachte ich flüchtig, weil mir hier das Fotografierverbot überhaupt nicht einleuchtete. Durch die Erfahrung gewitzt, daß gelegentlich ein kräftiges Trinkgeld für die Gralshüter die Objektive freimacht, drückte ich dem Riesen zwei maltesische Pfunde in die Hand. Die nahm er zwar, zeigte sich aber nicht bereit, mir auch nur eine meiner Kameras auszuhändigen.

Unter Riesen geraten
(...) Während mein Riese auf die Steintreppe zusteuerte, informierte er mich, daß das, was ich nun sehen würde, um die Jahrhundertwende durch Zufall aufgefunden wurde. Das war mir aus der Literatur bekannt. Neu war für mich, daß der ursprüngliche Zugang zur unterirdischen Welt - eine Steinplatte mit einem quadratischen Loch - auf einem Hügel oberhalb des Hafens gelegen hat; als dort eine Kaimauer gebaut wurde, hat man den Eingang zugemauert. Mein Cicerone, der von der Redseligkeit seines Namenspatrons war, stapfte behutsam und mit einer gewissen Scheu (obwohl er diesen Weg sicher Tausende Male ging) die Wendeltreppe hinab; je tiefer die Stiege hinabführte, um so schweigsamer wurde er. Schließlich flüsterte er nur noch, wenn ich etwas fragte. In der Haupthalle des Mittelgeschosses angekommen, rief ich aus: »Das ist ja fantastisch!« und fragte: »Warum bin ich hier allein?« - »Die Malteser kommen nicht her, sie fürchten das Orakel. Nur die Hotelportiers schicken Touristen, aber zur Zeit ist ja nicht Saison«, flüsterte mir der Riese ins Ohr.
Jahrtausende alte Hi-Fi-Anlage
Falls die Datierung stimmt, kamen - so wird gesagt - vor reichlich 6.500 Jahren Gläubige in diesen Orakelsaal, um sich vom Priester, der nebenan im Orakelraum hockte, ihre Träume deuten zu lassen. Gelesen hatte ich von der enormen Akustik dieses Raumes, aber mir schien es kaum glaubhaft, daß hier leise gesprochene Worte lauter werden, anschwellen und durch den Saal hallen können. Als hätte der junge Riese meine Gedanken geahnt, nahm er mich bei der Hand und führte mich zu einer Nische. Dort sprach er langgezogene Laute in eine in Stein ausgehöhlte Ellipse. »Ooooohhhaaaa« und »Uuuuuhhhhiii!« Wie von Hi-Fi-Anlagen einer lärmösen Diskothek verstärkt, dröhnten des Riesen Rufe durch den Saal, hallten von den Wänden zurück. Selbst als der stimmgewaltige Mann in das Loch flüsterte, echote es sanft aus allen Nischen und Ecken. Das mußte ich unbedingt auch versuchen. Ich steckte meinen Kopf in die ellipsenförmige »Muschel« und sagte ein langgezogenes: »Jaaaa!« hinein. Je höher ich meine Stimme anhob, um so bizarrer wurde die Resonanz. Senkte ich sie in die Lage eines sonoren Baritons, vibrierte und echote es aus allen Winkeln zurück. Es entging mir nicht, daß diese Wirkung an einer bestimmten Stelle der Ellipse besonders deutlich wurde. Dorthin lenkte ich meine Stimme und kam zu der Vermutung, daß hinter der »Sprechmuschel« ein Hohlraum im Fels verborgen ist, der - wie der Resonanzboden einer Gitarre - wie ein Verstärker wirkt. Ich nehme an, man kann es freilich nicht sehen, daß sich im Fels Hohlräume verzweigen, die die Rufe weiterleiten und an anderen Stellen wieder in den Raum freigeben. Da keine Frau präsent war, konnte ich keine Probe aufs Exempel machen: angeblich funktioniert der mirakulöse Stimmverstärker nur, wenn eine Männerstimme spricht; selbst wenn eine Frau ihre sonore Altstimme erhebt, soll die stimmverstärkende Akustik versagen. Mir ist klar, daß ich noch mal nach Malta muß - mit einer Dame, die mir etwas flüstert. Auf meinen Reisen sah ich prähistorische Anlagen, die größten Eindruck auf mich machten - Pyramiden und Königsgräber in Oberägypten, megalithische Monsterarbeiten in der Türkei, die Festung Sacsayhuaman oberhalb Cuzco, die »Wasserleitungen« von Tiahuanaco, die hünenhaften Statuen auf der Osterinsel. Um nur wenige Beispiele zu nennen. Das Hypogäum verschlug mir den Atem. Es ist anders als alles andere. Höhlengänge, Kammern und Wege zweigen vom großen Saal ab wie Nischen und kleine Kammern, deren zwei bemalte Decken haben, sich nach gutem Plan anfügen. Nischen und Pfeiler, auf denen die Kuppel der Halle ruht, sind in tadelloser Megalithbauweise gearbeitet: klare Linien, scharfe Kanten an den mächtigen Steinquadern. Selbst die Kuppel ist aus geschwungenen Monolithen zusammengefügt.
Von Steinzeitmenschen geschaffen?
»Und das alles haben Steinzeitmenschen geschaffen?« fragte ich meinen Riesen, dessen dunkle Kulleraugen mit Behagen mein Staunen beobachteten; er nahm die Baskenmütze von seinen schwarzen Haaren, drehte sie in den Händen und antwortete nach einer wohlgesetzten Pause: »Sie sagen, das wäre alles mit dem Hammer ausgeschlagen worden ...« »Sie«, damit meinte er Archäologen. Aus der Antwort des jungen Riesen waren Zweifel herauszuhören; täglich hier unten, hatte er sich wohl auch seine Gedanken gemacht, ob seine frühesten Vorfahren diese Riesenarbeit mit Hämmern hatten zuwege bringen können. Da mir meine grelle Taschenlampe belassen worden war, konnte ich unschwer erkennen, daß das Herausschlagen der Säulen, Nischen und Kuppelteile eine monströse Meisterleistung war. Fugenlos ragen aus dem steinernen Boden die Monolithen, die die Nischen bilden, und sie sind aus dem gleichen Stein, aus dem der Boden ist. Wie »Querbalken« in einer statisch genau berechneten Konstruktion liegen darauf weitere Monolithen, auf denen dann die zur Kuppelform gekrümmten Monolithen ruhen. Wann orakelte man hier unten? Vor drei-, vor vier-, vor fünftausend Jahren? Phönizier und Griechen standen nicht hier unten: das Heiligtum war über Jahrtausende verschüttet, den Augen der darüberhin Wandelnden verborgen. Gräber, die hier gefunden wurden, datiert man 1000 Jahre früher, nach rund 2500 v. Chr., und die phönizischen und griechischen Invasoren können mit großer Sicherheit nach 1400 bzw. 800 v. Chr. angenommen werden. Mein langer Cicerone führte mich in eine drei Stufen tiefer gelegene Nische, in der ehemals Götterfiguren gestanden haben mögen. Er deutete auf ein Loch im Boden, das mit einer Steinplatte verschlossen war. Es gäbe hier, erfuhr ich, eine Reihe solcher Öffnungen, und in dem steinernen Schlund habe man bei Ausgrabungen menschliche und tierische Skelette gefunden, und niemand wisse, ob hier Mensch und Tier geopfert wurden. Der Gedanke daran ist auch einige tausend Jahre nach dem Geschehen noch gruslig. Es sollte aber noch unheimlicher werden.



12 m »unter der Straße«
Das Mittelgeschoß, in dem wir uns aufhielten, liegt etwa elf Meter unter der Straßenebene. Wir schritten weitere sieben Stufen hinab. Nun hielten wir uns bei zwölf Meter am tiefsten Punkt der dreigeschossigen vorgeschichtlichen Anlage auf. Noch eine letzte Stufe ... und man steht vor einem rechteckigen Verlies, in dem - so die Mutmaßungen - unerwünschte Eindringlinge »abgeschoben« wurden, man ermordete Feinde beseitigte, Menschen geopfert wurden, freiwillig zum Sterben Bereite hinabstiegen oder Grabschänder in eine tödliche Falle liefen. Die Toten, deren über 7000 Skelette man da unten fand, hüten ihr mystisches Geheimnis. In einem Reiseführer lese ich: »Der unterirdische Tempel und Orakelplatz der unbekannten Urbevölkerung besteht aus mehreren Gängen und Räumen und ist drei Stockwerke tief unter die Erde eingegraben bzw. in den Felsen geschlagen ...« Zu dieser lakonischen Feststellung darf man wohl ergänzen, daß für die »Schlaghämmer« - wie bei den Geleisen - Unmengen an Feuerstein verwandt worden sein müssen, den es auf der Insel weder gab noch gibt. Steinzeit heißt Steinzeit, weil die Menschen mit Steinwerkzeugen arbeiteten. Metall gab es noch nicht. Aber Feuerstein, der härter als Kalkstein ist, gab es auch nicht. Von Flößen und Schiffen, die ihn übers Meer auf die Insel hätten bringen können, ist nichts, gar nichts bekannt. Es gab sie nicht. Würde man widersinnigerweise sogar die Materialfrage als lösbar annehmen, bleibt das entscheidende Rätsel: Zu welchem Zweck buddelte und baute man das Hypogäum drei Etagen tief unter die Erde? Bleibt auch noch die bisher ergebnislose Recherche nach der gekonnten Architektur! Vom ersten Hammerschlag ins Gestein mußte das Ziel festgelegt sein, die Abfolge der Arbeit geplant, der Einsatz der fleißigen Steinmetze koordiniert werden.
Ein Steinzeitarchitekt bei der Arbeit
Man stelle sich, weil's so lustig ist, die Arbeit eines steinzeitlichen Architekten einmal vor: er kritzelte einige hundert Entwürfe auf Palmblätter - nach einem Modell, das die Götter ihm im Traum eingegeben hatten. Woher sonst wäre ihm die kühne Konstruktion einer unterirdischen Kuppel gekommen, für die es kein Vorbild gab? Unser verwegener Steinzeitarchitekt plante seine Anlage drei Stockwerke tief unter der Erde. Woher bezog er das dafür notwendige statische Wissen? Welche »Masken« gab er den Steinhauern für die notwendigen geraden und gekrümmten Monolithen? Die mußten ihr eigenes Gewicht und das der Stockwerke darüber tragen! Als unser kühner Architekt seine erstaunlichen Pläne den Bauherren vorlegte, stand die frustrierende Frage nach dem nötigen Werkzeug im Raum. Nach derzeitigem Befund steinzeitlicher Möglichkeiten war sie unlösbar. O Schande!

Erstklassige Air-condition
Der Rohbau wurde unerhört verfeinert - durch die Akustik, über die schon berichtet wurde, und durch eine erstklassige »aircondition«! Das Hypogäum hat sie in sich. Ob nur einer samt beigeordnetem Riesen, wie ich, durch das dreistöckige unterirdische »Tiefhaus« pilgert oder ob Hunderte Touristen die Säle durchwandern - die Temperatur ändert sich wenig. Dabei weiß jedermann, wie schnell in geschlossenen Räumen die Luft aufheizt, wenn Menschen wie leibhaftige Radiatoren Wärme abgeben. Das System im Hypogäum von Saflieni ist so raffiniert wie das in den unterirdischen Städten von Derinkuyu in der Türkei, wo, ob Sommer oder Winter, auf allen 13 (!) Stockwerken tief im Erdreich die Temperatur konstant ist. Was Derinkuyu angeht, hat man sich der Einfachheit halber darauf geeinigt, die raffiniert angelegten unterirdischen Städte wären in nachchristlicher Zeit entstanden (als ob nach Christus auch Wärmetechniker ausgeschwärmt wären!). Das stimmt zwar gewiß nicht, aber diese zeitliche Fixierung muß als Erklärung für das erstklassige Belüftungssystem herhalten. Diese arg schiefe Kurve läßt sich im Hypogäum nicht nehmen: seine steinzeitliche Entstehung ist unbestritten. Sind schon Konstruktion und Bauarbeiten ein Rätsel, die Akustik ein Phänomen, dann erfüllt die Steinzeit-air-condition Ansprüche, die man mit Fug und Recht als erstaunlich bezeichnen kann. Drei Bauetappen? Bau nach einem Plan! Es wird vermutet, das Hypogäum wäre in drei Bauetappen erstellt worden. Das nimmt man an, weil Säle und Nischen in der Architektur voneinander abweichen. Auf der oberen Ebene wurden natürliche Felsausbuchtungen lediglich erweitert und geglättet, während in der Haupthalle mit ihren Nebenräumen des Mittelgeschosses zweifelsfrei eine bis dato unerklärbare (künstliche) Megalithbauweise die Anlagen prägt. Diese Erklärung hat eine weiche Stelle: die verschiedenen Techniken müssen gleichzeitig angewandt worden sein, weil das akustische wie das Belüftungssystem das ganze Hypogäum erfassen. Ergo muß der erste Architekt mit seinen Nachfolgern von Anfang an eine klare Vorstellung von der fertigen, kompletten Anlage gehabt haben. Nachträgliche Korrekturen oder »Installationen« in Stein aus Stein sind nicht möglich. Für mich sind die Geleise, Tempel und das Hypogäum auf Malta Beweise dafür, daß hier »Götter« mit von der Partie waren.

Quelle Text: Gekürzter Auszug aus "Prophet der Vergangenheit", 1979
Quelle Foto: (c) Tatjana Ingold
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