Aegypt Tierfabel, Abkommen zwischen Geier und Katze

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Hathor
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Aegypt Tierfabel, Abkommen zwischen Geier und Katze

Beitrag von Hathor » Mi 19. Jan 2011, 09:35

Aegypt. Tierfabel, Abkommen zwischen Geier und Katze

Bereits im Alten Ägypten besaßen die Tierfabeln große Beliebtheit. Besonders Tierfabeln, in denen Katzen eine Rolle spielten, waren begehrt und wurden auch dem jungen Priesternachwuchs im Haus des Lebens mitgeteilt.Die Katzen waren das heilige Tier ihrer Göttin Bastet und wurden von ihr jede Nacht in die großen Vorratsilos ausgesandt, das kostbare Getreide vor den grauen Mäusen der Dunkelheit zu schützen.
Katzen gehörten oft zum ägyptischen Haushalt und waren dort die besten Freunde und Helfer der Menschen.Die Tierfabel entstammt der Sammlung der ägyptischen Tebtuni-Papyrii aus der gleichnamigen ägyptischen Stadt und wird heute aufbewahrt in der Berkeley-Universität von Kalifornien/USA.

Eine Geiermutter und eine Katzenmutter saßen in ihrem Nest und hatten Hunger. Sie getrauten sich nicht es zu verlassen und für ihre Jungen Nahrung zu suchen, weil sie Angst hatten, der andere würde kommen und ihre Jungen als Nahrung nehmen. Diese Erfahrung mussten sie schon oft in ihrem Leben machen.

Sie überlegten lange hin und her, wie sie Abhilfe schaffen könnten. Dann schlug die Katzenmutter ein Abkommen zwischen ihnen vor, dass niemand die Jungen des anderen zur Nahrung nehmen sollte. Auch die Geiermutter stimmte zu.

Das alles ging eine Zeitlang gut, dann sah die Katze ein Geierjunges wie es sich an der Nahrung des Katzennestes gütlich tat. Als das Junge die Katze sah, wollte es zurück in sein Nest, doch die Katze versetzte ihm einen Schlag mit ihrer Tatze und es konnte nicht mehr fliegen.

Als die Katze es zwischen ihren Klauen festhielt sagte es "ích bin aus dem Nest gefallen und habe das Futter hier gefunden. Wenn Du mich jetzt tötest, wird meine Mutter mich rächen." Doch die Katze fühlte sich im Recht und sagte "Du hast das Abkommen gebrochen und ich bin im Recht, wenn ich dich dafür jetzt bestrafe."

Sie ließ sich nicht erweichen und tötete das Geierjunge.

Die Geiermutter merkte gleich, dass ein Junges fehlte, hatte auch dann die Katze in Verdacht. Als diese dann auf Futtersuche ging, raubte die Geiermutter alle Katzenbabys. Darob war die Katzenmutter sehr traurig, flehte dann zu Gott Re "Ich bin im Recht. Die Geiermutter nahm meine Jungen trotz Abmachung, räche diese Untat an ihr."

Gott Re beriet sich mit Ma'at, der Göttin der Gerechtigkeit und beide urteilten folgendermaßen:

Sie ließen einen Wanderer in der Nähe des Geiernestes ein Stück Wild braten. Als er abgelenkt war, holte die Geiermutter sich ein Stück davon und brachte es zu ihren Jungen ins Nest. Doch sie hatte nicht aufgepaßt, beziehungsweise Gott Re hatte die Sinne der Geiermutter etwas verwirrt, und so hingen noch glühende Kohlen an der Beute und das Nest verbrannte mit den Jungen.

Dann fielen der Katze die gebratenen Geierjungen vor die Füße. Sie erstaunte, dankte Gott Re für seine Weisheit und sagte zu ihm:

" Die Geiermutter hat trotz Abmachung meine Jungen gefressen. Trotzdem verspeise ich ihre Jungen nicht, wenn ich sie auch gebraten bekomme."

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