Die Garamanten der Sahara

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Hathor
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Die Garamanten der Sahara

Beitrag von Hathor » Do 24. Feb 2011, 20:45

Hallo Freunde!

Die Sahara als größte Wüste der Erde erfuhr in ihrer langen Erdgeschichte ein ständiges Auf und Ab in ihrem Klima. Nach der Eiszeit begann es vor 10 500 Jahren zu regnen und die Wüste begann in der Folge zu grünen.

Es wuchs Gras sogar Bäume, Seen bildeten sich. Diese Periode endete vor 7 300 Jahren ganz langsm und es dauerte bis vor 2 700 Jahren und die Sahara hatte ihren jetzigen Zustand erreiciht. Jetzt fehlte es an Wasser, der Grundwasserspiegel sank, Gras und Bäume verdorrten und das Großwild wanderte aus in fruchtbare Gegenden.

Etwa 1 000 km von der Mittelmeerküste entfernt in Libyen mitten in der Wüste Sahara, südlich von Tripolis fanden unsere Archäologen die Ruinen von Garama, der ehemaligen Hauptstadt der Garamanten. Die Stadt war so geschickt am Knotenpunkt vieler Handelswege angelegt, dass die Handelskarawanen dort durch mußten. Dafür erhoben die Garamanten Schutzzoll. Es gab Wehrtürme, einen riesigen Tempel, einen Marktplatz und sogar Badeanlagen. In Militäranlagen war ein stehendes Heer untergebracht. Rund um die Stadt war ein Wassergraben angelegt.

Das war für die Archäologen der Beweis, daß es damals in Stadt und Umgebung mehr Wasser gab als heute. Man fand Schächte mit einem unterirdischen Kanalsystem, die später angelegt wurden, als der Grundwasserspiegel sank. Damit gruben die Stadtbewohner nach Wasser und leiteten es oft bis zu 5 km weit durch unterirdische Kanäle.

Garama war schon 5 000 v Chr besiedelt und hatte in der Blütezeit über 10 000 Einwohner. Und es war gleichbleibend lange besiedelt. Rund um die Ruinenstadt entdeckten Archäologen etwa 10000 Gräber aus vielen Epochen. In umliegenden Höhlen und auf Felswänden gibt es Zeichnungen von Tieren, die heute in der Wüste nicht mehr vorkommen.

Auch Zeichen, die sich in letzter Zeit immer mehr der noch heute gebräuchlichen Tifinagh-Schrift beim Berbervolk der Tuareg nähern. Der Bremer Afrika-Forscher Rohlfs entdeckte 1865 die Minen der Garamanten, in denen diese beim Plateau Hamada Marzuk nach ihrer Handelsware suchten für die sie berühmt waren. Nämlich für Edelsteine, Karfunkel, Rubine, Granaten, Opale und roten Turmalin. Damit trieben die Garamanten vor allem später mit den Römern Handel. Der Römer Plinius der Ältere beschreibt in seiner "Historia Naturalis" wie die Garamanten im Berg "Guri", dem Berg der Geister, Opale gewannen, die sie dann als Handelsware anboten.

800 Jahre vor dem Zeitenwechsel gründeten die Phönizier an der Cyrenaika etwa 150 km vom heutigen Tripolis entfernt eine Handelsniederlassung, Diese Hafenstadt war äußerst günstig gelegen und sie wurde bald zum Knotenpunkt des Handels zwischen Europa und Afrika im Raum des Mittelmeeres. Die Stadt vergrößerte sich schnell und ging 46 v Chr in römischen Besitz über. Diese nannten sie Leptis Magna und die Einwohnerzahl erreichte bald 100 000.

Da die Stadt in ihren Bauten und in ihrer Bevölkerung das europäische Rom imitierte, wurde sie von den Römern auch das afrikanische Rom genannt. Es gab bereits Prunkbauten wie in Rom. Ferner ein Forum, Markthallen, Bäder, Tempel und Prachtstraßen. Das riesige Amphitheater faßte 16 000 Zuschauer und suchte seinesgleichen. Dort wurde dem Volk "panem et cirzensum" geboten, Brot und Spiele.

Getreu dem Abbild Roms unterhielten im Amphitheater kampferprobte Gladiatoren die Zuschauer mit Kämpfen gegeneinander und gegen wilde Tiere. In den Jahrhunderten nach Christus wurden zu diesem Zweck viele Christen in die Arena getrieben. In Leptis Mana waren es gefangene aufständische Nordafrikaner, die man gegen wilde Tiere kämpfen ließ.

Leptis Magna war die Heimatstadt des späteren römischen Kaisers Severus (193 - 211). Er ließ hier einen Triumphbogen bauen und sorgte dafür, dass die Stadt später Hauptstadt der römischen Provinz Africa Tripolitania wurde. Genau wie in Europa gegen die Germanen, so wurde auch hier gegen die aufsässigen Garamanten ein Limes Africanus gebaut. Der Limes war mit Kastellen und Wachtposten abgesichert.

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