Mystik und Stigmatisation

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Hathor
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Mystik und Stigmatisation

Beitrag von Hathor » So 19. Dez 2010, 20:16

Hallo Freunde!

Heute möchte ich ein wenig über Mystik schreiben. Aber nicht diese seitenlangen Tiraden und schlauen Worte, die man gewöhnlich über Mystik liest, sondern mehr die körperlichen Begleiterscheinungen dieser von Ärzten so bezeichneten hysterischen Erkrankungen, die zusammen mit den mystischen Erkenntnissen in der Religion einhergehen.

Was ist Mystik? Für jeden Normalbürger ist eine Definition schwierig, jedoch die Kirche hat hierfür eine einfache Erklärung und sagt "Wenn Gott sich durch Visionen oder Einsprechungen einem Menschen offenbart, dann spricht die Kirche von Mystik". Und meistens gehen diese Begebenheiten dabei immer einher mit parapsychologischen Ereignissen und sind für den Normalmenschen schlicht ein Wunder.

So die Visionen einer der bekanntesten Mystikerinnen des Mittelalters Therese von Avila. Sie sprach zeitlebens davon, dass ein Seraph (Engel) ihr Herz während einer tiefen meditativen Extase mit einer goldenen Lanz durchbohrt hätte. Nach ihrem Tod untersuchte ein Chirurg ihren Körper und bestätigte diese Aussage. Ihr Herz war durchbohrt.

Im 13. Jahrhundert wurde der hl Franz von Assisi als erster Mensch stigmatisiert. Der Vorgang der Stigmatisation ist zu vergleichen mit demjenigen einer eingebildeten Schwangerschaft. Dabei erscheinen Hand-, Fuss-, Seiten-, Stirn-, Schulter- oder auch Geisselwunden am Rücken, und zwar äußerst selten. Etwa 15 Männer und ca 50 Frauen sind uns bis heute dafür bekannt. Die heutige Wissenschaft erklärt Stigmatisation als Paradebeispiel dafür, wenn sich die psychische Energie statt in der Sexualität in Krankheit und Heiligkeit investiert.

Sobald damals in Europa die Stigmatas des hl Franz von Assisi bekannt wurden, gab es überall Stigmatisierte, und zwar 31 bis zum Ende des 13. Jahrhunderts.

Die ersten Anzeichen einer Stigmatisation geschehen meistens im Zustand der Exstase. Beim hl Franz war es nach einem 40-tägigen Fasten etwa zwei Jahre vor seinem Ableben. Zuerst versuchte er sie geheim zu halten, dann verbot er seinen Brüdern darüber zu sprechen, so dass es erst nach seinem Tod publik wurde.

Wie bei allen anderen Stigmatisierten erschienen die Wundmale an anatomisch völlig falschen Stellen der Hände und Füsse, nämlich an den Hand- und Fussflächen und nicht an den Gelenken. Dass die Wunden sich gerade dort manifstieren, beweist zur Gänze die religiös geprägte Art. Meistens imitiert der Körper auf den Handflächen die Köpfe von Nägeln aus Haut und gegenüber auf dem Handrücken erscheinen die Spitzen wie bei Nägeln (besonders beim hl Thomas Celano). Fast immer freitags und auch in der Passionswoche vor Ostern beginnen die Wunden stark zu bluten und dann erlebt der Stigmatisierte die Kreuzigung in Visionen und starkem eigenen Mitleiden.

Mit freundlichen Grüßen wird fortgesetzt

Hathor
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Ufojaeger
Co-Moderator

Re: Mystik und Stigmatisation

Beitrag von Ufojaeger » So 26. Dez 2010, 13:39

Das Phänomen ist auch aus der Hzpnose bekannt. Man kann sich z.B. Brandblasen einbilden. Die entstehen dann tastsächlich.
MfG Uli

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