Die BIBEL – Das Buch und seine Entstehung

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Die BIBEL – Das Buch und seine Entstehung

Beitrag von DocNobbi » Mo 22. Nov 2010, 13:28

Die Bibel ist sicherlich ein in vielerlei Hinsicht einzigartiges Buch. Nicht nur, dass sie als Wort Gottes imstande dazu ist, Menschenherzen zu bewegen und zu verändern, nein, schon ihre ganze Entstehungsgeschichte ist ein Abenteuer für sich. Kein anderes großes Werk der Weltliteratur kann sich in punkto Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Aktualität mit der Bibel messen. Kein anderes Buch hat die Jahrtausende so meisterhaft überdauert und steht heute so weit verbreitet und standfest da wie sie.

Doch wie kam es überhaupt zur Bibel? Wie ist sie entstanden und wie wurde sie überliefert? Und wie sicher können wir sein, dass wir heute genau den Text vorliegen haben, der ursprünglich schon im Urtext vorhanden war?

Das Wort „Bibel“

Der Name hat seinen Ursprung in der Zeit, in der noch auf Papyrus geschrieben wurde. Damals diente der syrische Hafen Byblos als Umschlagplatz für große Schiffsladungen Papyrus. Von diesem Namen leitete sich vermutlich das griechische Wort „biblos“ ab, das soviel wie „Papyruspflanze“, aber auch „Papier, Schriftstück, Buch, Brief“ bedeutet. Für letztere Bedeutungen wird normalerweise „biblion“ gebraucht. Die Mehrzahl davon ist „biblia“ („Bücher“). Davon wurde das Wort „Bibel“ abgeleitet.
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Re: Die BIBEL – Das Buch und seine Entstehung

Beitrag von DocNobbi » Mo 22. Nov 2010, 13:31

Alter, Verfasser und grundsätzlicher Aufbau

Die Bibel ist eigentlich nicht EIN Buch, sondern eine Sammlung von 66 verschiedenen Büchern (39 Altes Testament und 27 Neues Testament), dazu gehören historische Berichte, Lebensbilder, Gedichtesammlungen, Prophetien oder Briefe. Sie ist bis zu 3400 Jahre alt, oder sogar noch älter. Die Bücher der Bibel wurden in einen Zeitraum von mindestens 1500 Jahren geschrieben und zwar von mehr als 40 Schreibern, die sich größtenteils gegenseitig nicht kannten. Das sich aus diesen verschiedenen Einzelbüchern aus verschiedenen Jahrhunderten, verfasst von vielen verschiedenen Autoren letztendlich ein zusammenhängendes Ganzes ergab, durch das sich von vorne bis hinten ein roter Faden zieht, kann wohl nur dadurch erklärt werden, dass die Bibel Gottes Wort ist und durch die göttliche Autorität zu dem geworden ist, was sie heute ist.

Die Schreiber der Bibel waren ganz unterschiedliche Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Kulturen kamen. So gab es z.B. den großen Propheten und Anführer Mose, den militärischen Führer Josua, den König Salomo, den Hirten Amos, Daniel, den Staatsmann, Petrus, den Fischer, den Arzt Lukas oder Paulus, den Rabbiner. Sie alle haben an ganz unterschiedlichen Orten unter ganz unterschiedlichen Bedingungen geschrieben. Mose schrieb in der Wüste, Jeremia in einem Kerker, David in den Bergen oder seinem Palast, Paulus oftmals aus dem Gefängnis oder Johannes während des Exils auf der Insel Patmos.

Sie schrieben in drei Sprachen: Das Alte Testament hauptsächlich in hebräisch, teilweise auch in aramäisch, das Neue Testament in griechisch.

Mit der Zeit entstanden so die Bücher der Bibel. Mose verfasste fünf davon, Als König David regierte waren wieder einige dazu gekommen und kurz nach der babylonischen Gefangenschaft (6. Jhdt. v.Chr.), zur Zeit des Schriftgelehrten Esra, war das Alte Testament nahezu fertig. Vierhundert Jahre vor Christi Geburt war der erste Teil der Bibel fertig gestellt, so wie wir ihn heute unverändert vor uns haben.

Die Entstehung des zweiten Teils der Bibel, des Neuen Testamentes ist beinahe noch bemerkenswerter. Noch 50 Jahre nach der Geburt Jesu hatte man höchstwahrscheinlich keinen einzigen Satz des Neuen Testamentes geschrieben. Doch dann geschah das Wunder und die einzelnen Bücher wurden verfasst, ohne dass es einen Plan oder Absprachen dafür gegeben hätte. Wie auch beim Alten Testament waren die Autoren ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die oft weit voneinander entfernt lebten. Die entstandenen Schriften kursierten und wurden gesammelt und aufbewahrt in den verschiedenen Christengemeinden der damaligen Zeit. Auch die Verfasser der vier Evangelien, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes setzten sich nicht erst zusammen, um ihre Schriften untereinander abzusprechen, sondern unabhängig voneinander entstanden diese vier Berichte, jeder davon mit einer ganz besonderen Färbung und von einem ganz bestimmten Standpunkt aus. So schildert Matthäus Jesus vor allem als König, Markus hingegen zeigt Jesus in seiner Knechtsgestalt, Lukas, der Arzt beschreibt ihn als wahren Menschen, während Johannes ihn als Gottes Sohn darstellt.

So ergab sich aus vielen Einzelbestandteilen eine Einheit, die die Werke auf wunderbare Weise miteinander verband.
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Re: Die BIBEL – Das Buch und seine Entstehung

Beitrag von DocNobbi » Mo 22. Nov 2010, 13:36

gutenberg_bibel.jpg
gutenberg_bibel.jpg (38.32 KiB) 2981 mal betrachtet
Insgesamt gehören bestimmte Bibelteile zu den ältesten bis heute erhalten gebliebenen Schriften, die die Menschheit besitzt. Und doch gehört sie auch heutzutage noch zu den absoluten Bestsellern der Weltliteratur, insgesamt gibt es kein Buch, das öfter gedruckt wurde als die Bibel. Zudem gehört sie zu den ersten Büchern, die überhaupt übersetzt wurden. Rund 250 vor Christus wurde das ganze Alte Testament in die griechische Sprache übersetzt. Diese Übersetzung nennt man Septuaginta. Seitdem gab es kein Buch, welches öfter übersetzt oder kommentiert worden ist als die Bibel. Tausende von Fachleuten arbeiten zur Zeit an Bibelübersetzungen. Die ganze Bibel ist in über 300 Sprachen übersetzt worden. Das Neue Testament sogar in weitere 800 Sprachen, während Teile der Bibel in weitere 1000 Sprachen übersetzt sind. Die Bibel wurde von mehr Menschen gelesen als jedes andere Buch. Die lateinische Fassung der Bibel, die Vulgata, war das erste gedruckte Buch von Bedeutung (Gutenberg-Bibel). Im Vergleich zu anderen antiken Werken sind von der Bibel mehr Handschriften bewahrt als von jedem anderen klassischen Werk. Für ein klassisches Werk sind zehn Handschriften schon sehr viel. Und die sind dann gewöhnlich 1000 Jahre jünger als das Original. Aber vom Neuen Testament haben wir über 5000 griechische Handschriften. Vom Alten Testament gibt es weniger Handschriften, aber diese wurden im Grunde noch sorgfältiger aufbewahrt. Die alten Rabbiner hatten Register aller Buchstaben, Silben, Wörter und Zeilen des Alten Testamentes. Zudem gab es eine bestimmte Gruppe von Männern, die die Heiligen Schriften mit der größten Sorgfältigkeit bewahrten und kopierten.

Natürlich war es nicht immer so wie heute, dass wir die Bibel einfach in einem Geschäft kaufen können. Jahrhundertelang mussten sich die europäischen Christen mit Holzschnitzereien, Glasmalerei an Kirchenfenstern und Wundererzählungen begnügen. Ansonsten mussten sie sich damit begnügen, dass ihnen in der Kirche aus der Bibel vorgelesen wurde und das zumeist auch noch in Latein. Das lag vor allem daran, dass es nicht viele Bibeln gab, weil sie ausschließlich durch Abschreiben per Hand vervielfältigt wurde. Tatsächlich wurde die Bibel, deren älteste Teile mindestens 3400 Jahre alt sind, während 85% dieser Zeit nur von Hand kopiert!
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Re: Die BIBEL – Das Buch und seine Entstehung

Beitrag von DocNobbi » Mo 22. Nov 2010, 13:37

Die Entstehung des Alten Testamentes

Sofern die ältesten Geschichten der Menschheit, möglicherweise schon vor der Sintflut 5000 vor Christus, auf Tontafeln festgehalten wurden, dann kamen sie über die Erzväter wie Abraham in den Besitz Mose. Dieser fügte sie zusammen zum ersten Buch Mose (Genesis). Mose selbst schrieb dann während der Wüstenreise die vier weiteren Bücher Mose, Exodus, Leviticus, Numeri und Deuteronomium. Das letzte Kapitel des fünften Buches Mose, welches seinen Tod beschreibt wurde wahrscheinlich von seinem Nachfolger Josua verfasst. Dieser verfasste dann auch das nach ihm benannte Buch Josua (Josua 24,26). Allmählich wuchs dann die Zahl der Bücher des Alten Testaments und wir können davon ausgehen, dass zur Zeit der Regentschaft des Königs Salomo auch die Bücher Richter, Ruth und Samuel fertig gestellt wurden. Als für das jüdische Südreich die babylonische Gefangenschaft begann (6. Jahrhundert vor Christus), waren auch die Königsbücher, Psalter, Sprüche, Prediger, das Hohelied und verschiedene prophetische Bücher (Jesaja und einige kleine Propheten) abgeschlossen.

Nach Beendigung der babylonischen Gefangenschaft und der Rückkehr in die Heimat unter Esra wurde das Alte Testament bis auf das Buch Maleachi fertig gestellt.

Doch nicht alle Juden kehrten nach Israel zurück. Im Buch Jeremia wird uns z.B. berichtet, dass eine große Zahl Juden nach Ägypten zog, um sich dort niederzulassen. Besonders in der Stadt Alexandrien, die Alexander der Große 332 v.Chr. gründete, gab es eine große Zahl an Juden. So geriet deren eigene Sprache, das Hebräisch, immer mehr in Vergessenheit, da die Juden das in Alexandrien übliche Griechisch sprachen. Dieser Umstand läutete einen für die Bibel ganz neuen Abschnitt ein. Denn für die alexandrinischen Juden brauchte man nun eine griechische Übersetzung. Und aller Wahrscheinlichkeit nach wurde die Bibel so das erste übersetzte Buch der Welt. An dieser griechischen Übersetzung, die in Alexandrien im dritten Jahrhundert vor Christus begonnen wurde, arbeiteten zunächst mehrere Übersetzer unabhängig voneinander. Zum Schluss, im zweiten Jahrhundert vor Christus, kam die Standardversion des griechischen Alten Testamentes zustande, die seitdem Septuaginta (siebzig) genannt wird. Dieser Name entstand nach einer Erzählung, nach der diese Übersetzung von 72 Gelehrten erarbeitet worden sei, sechs von jedem Stamm Israels.

Die Septuaginta hatte eine außerordentlich große Bedeutung für die ersten Christen, weil diese in der Verkündigung natürlich einen großen Teil des antiken Griechenlandes bzw. der griechisch sprechenden Regionen erreichen konnten. Bei der Jesajarolle, aus der der Kämmerer der Königin von Äthiopien las (Apostelgeschichte 8,26-40), handelte es sich zweifellos um einen Teil der Septuaginta.
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Re: Die BIBEL – Das Buch und seine Entstehung

Beitrag von DocNobbi » Mo 22. Nov 2010, 13:39

Die Entstehung des Neuen Testamentes

Die frühesten christlichen Gemeinden besaßen ihr griechisches Altes Testament, aber in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts fingen sie an, auch die von Gott inspirierten Schriften der Apostel und neutestamentlichen Propheten zu sammeln und zu kopieren. Obwohl das Evangelium von Markus wahrscheinlich erst in Rom bekannt wurde und Syrien das Evangelium von Matthäus besaß, während andere Gläubige wiederum das Evangelium nach Lukas hatten und die Stadt Ephesus jenes von Johannes, scheint es, dass diese vier Evangelien schon am Ende des ersten Jahrhunderts zu einem Buch zusammengefasst waren; es wurde „Das Evangelium“ genannt. Etwa zur selben Zeit wurden die Briefe des Apostel Paulus an die verschiedenen Gemeinden zusammengebunden und stellten die zweite Sammlung dar, die unter dem Namen „Der Apostel“ innerhalb der Gemeinden verbreitet wurde. Für dieses Buch war das Werk, das wir heute als Apostelgeschichte kennen, als Erläuterung sehr wichtig. Die Apostelgeschichte wurde von Lukas geschrieben und ist wahrscheinlich zusammen mit seinem Evangelium ursprünglich ein Buch gewesen. Daneben wurden auch die Briefe anderer Apostel und die von „apostolischen Männern“ sowie die Offenbarung des Johannes als göttlich inspiriert anerkannt und in den Kanon des Neuen Testamentes aufgenommen.

Im zweiten Jahrhundert nach Christus war die Bibel komplett fertig gestellt und begann auch als komplettes Buch zu kursieren. Die Bibel enthielt das Alte Testament in der griechischen Übersetzung (Septuaginta) und das Neue Testament, welches ohnehin in griechisch geschrieben war. Als im dritten Jahrhundert der Codex entstand, wurde es zum ersten Mal möglich, die Bibel in einem Band zusammenzufassen.

Die gewaltige Ausbreitung des Christentums in den ersten Jahrhunderten brachte eine gigantische Abschreibewelle der Bibelhandschriften hervor, damit die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Gemeinden mit Bibeln versorgt werden konnten. Man musste alles von Hand schreiben, so dass immer nur eine Kopie auf einmal gemacht werden konnte. Da so die Nachfrage keinesfalls gestillt werden konnte, wurde eine neue Methode angewendet: In einem großen Saal, „Skriptorium“ genannt, las ein Vorleser langsam aus den Schriften vor, während eine Anzahl an Schreibern („Skribenten“) aufschrieb, was vorgelesen wurde. Bibeln wurden dann, ähnlich wie heute, auch in Geschäften zum Verkauf angeboten, natürlich in wesentlich geringerer Stückzahl. Reisende nahmen solche Bibeln an entlegenste Orte mit, so dass sich die Schrift rasch ausbreitete.
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Zeittafel zur Bibel 1

Beitrag von DocNobbi » Mi 15. Dez 2010, 20:06

Zeittafel zur Bibel 1
Zeit der handschriftlichen Vervielfältigung


20.-5. Jh. v.Chr. Entstehung der Schriften des Alten Testaments

um 400 v.Chr. Entstehung des samaritischen Pentateuch

um 250 v.Chr. Übersetzung in Ägypten des hebräischen Alten Testaments ins Griechische (sog. "Septuaginta" [LXX])

200-100 v.Chr. Älteste erhaltene hebräische Handschriften des Alten Testaments (u.a. Funde aus den Höhlen von Qumran am Toten Meer).
Älteste erhaltene Handschriften der griechischen Übersetzung des Alten Testaments.

28 - 31 n.Chr. Wirken von Jesus Christus in Israel

48 - 64 n.Chr. Abfassung der Briefe des Apostels Paulus. (Der älteste Brief des Paulus ist der Galaterbrief)

Niederschriften der vier Evangelien.

Ende 1. Jh. Jüdische Schriftgelehrten in Palästina bestimmen den genauen Umfang der hebräischen Bibel. In den christlichen Gemeinden der griechischen-römischen Welt steht jedoch von der Zeit der Apostel her die Septuaginta in kanonischem Ansehen - einschließlich einer Anzahl späterer Schriften, die die jüdischen Schriftgelehrten in Palästina nicht akzeptieren (Deuterokanonische Schriften / Apokryphen).
ab Ende 1. Jh. Zahlreiche Abschriften der biblische Schriften auf Papyrus.
Statt der traditionellen Schriftrollen bevorzugen Christen die Form des Kodex, eines Vorläufers der heutigen Buchform.

um 125 Ältestes erhaltenes Bruchstück des Neuen Testaments (Papyrus P52)

um 144 Marcion in Rom stellt das Lukas-Evangelium und zehn Paulusbrief in einer verkürzten Bearbeitung zusammen. Mit dieser sehr engen Auswahl gibt er der Kirche Anlaß, das zahlreich gewordene christliche Schrifttum zu prüfen und einen "Kanon", der als verbindlich anerkannten Schriften, abzugrenzen (Neues Testament)

um 200 Der Kanon des Neuen Testaments steht im Wesentlichen fest.
um 200 Frühe Übersetzungen des Neuen Testaments ins Lateinische (Vetus Latina oder Italia).
um 200 Wichtige Papyrushandschriften: Chester-Beatty-Papyri (große Teile des Alten und Neuen Testaments [p45, p46, p47]) Bodmer-Papyri II, XIV und XV (u.a. Lukas und Johannes [P66, P75])

240-245 Origenes (185-254) stellt sechs verschiedene Textfassungen des Alten Testaments nebeneinander (Hexapla = »sechsfältiges« Bibelwerk): den hebräischen Grundtext, denselben Text in griechischen Buchstaben und vier griechische Übersetzungen. Ziel ist eine Überprüfung der Septuaginta am hebräischen Text.

Anfang 4. Jh. Frühe Übersetzungen des Neuen Testaments ins Syrische (Vetus Syra), daraus geht in der 1. Hälfte des 5. Jh. die sog. "Peschitta" hervor.

350-380 Wulfila übersetzt im heutigen Bulgarien die Bibel ins Gotische.

382 Die Synode von Rom legt die 27 Schriften des Neuen Testaments als für die Kirche verbindlichen Kanon fest.

382-420 Hieronymus bearbeitet die altlateinische Bibel. Er übersetzt das Alte Testament neu aus dem Hebräischen ins Lateinische und revidiert den altlateinischen Text des Neuen Testaments.
So entsteht die später sogenannte »Vulgata«.

393 Die Synode in Hippo stellt ein erstes Kanonverzeichnis (=Verzeichnis der Teile der Bibel) auf.
4. Jh. Übersetzung des NT ins Koptische.

4.-5. Jh. Die großen Pergament-Kodizes werden geschrieben
Codex Vaticanus (ca. 300 - 325)
Codex Sinaiticus (ca. 350)
Codex Alexandrinus (ca. 400 - 425)
Codex Ephraemi rescriptus (ca. 450)
Codex Bezae Cantabrigiensis (ca. 450)

um 500 Der "Codex Argenteus" von Wulfilas gotischer Bibel wird geschrieben.

5. Jh. Die berühmten Targume (Übersetzung ins Aramäische) von Onkelos und Jonathan entstehen.

8.-19. Jh. Tätigkeit der jüdischen Masoreten in Tiberias und Babylonien am hebräischen Text des Alten Testaments (Ben Ascher).

um 800 Revision der lateinischen Bibel durch Alkuin auf Veranlassung Karls des Großen.
Erste bekannte Übersetzung ins Deutsche: Das Matthäus-Evangelium in einem süddeutschen Dialekt (althoch-deutsch) durch Mondseer Matthäus.
Bis zur Reformation entstehen bis zu 70 weitere deutsche Übersetzungen.

8.-11. Jh. Prunkvolle Bibelhandschriften mit Miniaturmalereien entstehen.

11. Jh. Der Mönch Notker Labeo übersetzt den Psalter, Williram das Hohelied ins Deutsche.

um 1200 Der Erzbischof von Canterbury und spätere Kardinal Stephan Langton teilte die lateinische Bibel in Kapitel ein.

um 1305 Der Zürcher Mönch Marchwart Bibelt schuf die erste bekannte Übersetzung der ganzen Bibel ins Deutsche (Mittelhochdeutsch).

11.-15. Jh. Zahlreiche Übersetzungen biblischer Schriften und der ganzen Bibel ins Deutsche und in andere Volkssprachen. Entstehung der Bilderbibeln. Übergang vom Pergament zum Papier.
Drucke der Armenbibel von geschnittenen Holztafeln als Vorstufe des Bibeldrucks

Quellen
G. S. Wegener: 6000 Jahre und ein Buch, Kassel: Verlag Oncken, 1985
A. Holtzhausen: "Wie die Bibel zu uns kam" in der Zeitschrift von WYCLIFF "Welt der Schrift", Nr. 1/2003
Neil R. Lightfoot: Die Bibel - Entstehung und Überlieferung, Wuppertal: Verlag und Schriftenmission der Ev. Gesellschaft für Deutschland, 1983, 4. Auflage
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eNTe
Co-Moderator

Re: Die BIBEL – Das Buch und seine Entstehung

Beitrag von eNTe » Mo 24. Jan 2011, 02:42

Lieber Nobbi,

so interessant Deine Zusammenfassung auch ist,
sie enthält einige Denkfehler, die aber nicht Deine Schuld sind,
außer dass Du nachschreibst ohne zu überlegen. So unterschiedliche Schreibweisen sind nicht von einem.
Der Eindruck entstand lediglich über die deutsche Darstellung der Bücherzählung, 1.Mose, 2. Mose, etc.
Dieser fügte sie zusammen zum ersten Buch Mose (Genesis). Mose selbst schrieb dann während der Wüstenreise die vier weiteren Bücher Mose, Exodus, Leviticus, Numeri und Deuteronomium. Das letzte Kapitel des fünften Buches Mose, welches seinen Tod beschreibt wurde wahrscheinlich von seinem Nachfolger Josua verfasst.
Zu sehen ist schon im Verlauf der Bücher, dass sie nicht von Einem geschrieben wurden, weil sie eine lange Zeitspanne umfassen. Zu erkennen ist auch an ganz unterschiedlichen Schreibstilen, dass hier mehr Dichter am Werk waren. Man weiß aus jüdischer Literatur sehr aufschlussreiche Namen:

Bereschit (am Anfang) / Genesis, dabei ist auch die vermutlich ältere Literatur von Abraham.
Schemot (war dann noch besser, ging dann in die Richtung herausziehen, Mose) Exodus
Wajikra (was man so sagt) Sprüche und ähnliches, Levitikus
Bemidbar (um darüber zu reden) Numeri geht noch mehr in Richtung Auflösung von Rätsel
Devarim (Angelegenheiten) Deuteronomium, noch mal die Sache wiederholt

Es war nie ein Auszug aus Ägypten. Die machten jede Menge Expeditionen.
Mose war nicht ein Mann, sondern Bestandteil vieler Namen von Pharaonen.
Mose beschreibt das Erobern, das Herausziehen von Möglichkeiten.
Mose war ein Teil des Regierungskonzeptes und ein Gesetz.

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