Ich und zwei Engel in Amerika

"Der erste Gedanke Gottes war ein Engel.
Das erste Wort Gottes war ein Mensch."
Khalil Gibran
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DocNobbi
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Ich und zwei Engel in Amerika

Beitrag von DocNobbi » Mo 11. Apr 2011, 11:31

Ich und zwei Engel in Amerika
-ein Reisetagebuch

von Roswitha T.
Berichtet von KarinR63

"Es war 1988, ein Jahr, indem ich sehr traurig war. Meine Tochter war im Februar ausgezogen. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis. Mein Sohn zog schon zwei Jahre vorher aus, so dass ich jetzt ganz allein in meiner Wohnung war. Ich habe meine Kinder alleine großgezogen. Meine Ehe ging schon kaputt, als ich im 4. Monat mit meiner Tochter schwanger war. Weil ich keinen Unterhalt von meinem geschiedenen Mann bekam, musste ich immer ganztägig arbeiten. Um auf andere Gedanken zu kommen, überredete mich eine Kollegin zu einer USA-Reise: 5 Tage New York - Manhattan - und 10 Tage Florida. Es war für mich wie ein Traum. Schon auf dem Flug nach New York mussten wir notlanden, da die Maschine einen Triebwerkfehler hatte, doch ich hatte überhaupt keine Angst, irgendwie fühlte ich mich beschützt. Nun war ich in einem Land, wo mich keiner verstand, auch habe ich keine guten Orientierungssinn. Nach fünf Tagen wurde mir auch klar, dass mich eine wunderbare Hand hielt, denn ich habe ganz allein die ganze Stadt erkundet. Am 6. Tag flogen wir nach Florida. Ich buchte eine Schiffsreise von Fort Lauderdale auf die Bahamas. Auf dem Schiff lernte ich nette Menschen kennen. Mit zwei Familien aus Deutschland habe ich dann den Nachmittag auf den Bahamas verbracht. Es war ein Tag wie im Bilderbuch. Als wir in Fort Lauderdale gegen 2.30 Uhr des Nachts ankamen, regnete es wolkenbruchartig. Um zurück zum Hotel zu kommen, musste sich jeder seinen Bus suchen - es standen etwa 50 Busse da. Mit meinen Sprachkenntnissen war das unmöglich. Es war Nacht, es regnete in Strömen, die Menschen waren alle in Eile, so fragte ich die Leute, mit denen ich den Tag verbrachte. Ich saß nun in dem Bus, er fuhr los und es regnete noch immer stark. Als die ersten Personen im Bus aussteigen wollten, wurde ich plötzlich unsicher, ob ich im richtigen Bus war. Ich ging während der Fahrt zum Fahrer, ich hatte eine Postkarte von meinem Hotel in meiner Tasche, die ich von der Rezeption bekam. Die Postkarte zeigte ich wortlos dem Fahrer, der sofort eine Vollbremsung machte, alle Knöpfe drückte und mich lautstark darum bat, auszusteigen. Es war draussen nur Wald, Regen, kein Haus in Sicht. Auch meine Bekannten, mit denen ich den Tag verbrachte, haben sich nicht gerührt. Ich sagte im leisen Deutsch, ich hole nur noch meine Sachen, merkwürdigerweise hatte ich keine Angst.Plötzlich stieg ein junger Mann auf, er ging zu dem Fahrer und sprach sehr laut mit ihm. Ich konnte nur am Tonfall erahnen, was er dem Fahrer sagte. Dann kam der junge Mann zu mir und sprach in meiner Muttersprache:"Kommen Sie, ich steige mit Ihnen aus". Daraufhin sagte ich:"Was wollen Sie da draußen?". Dann sagte der junge Mann:"Ein bißchen Vertrauen müssen Sie schon haben". Wir hatten beide keinen Schirm und es regnete noch immer, aber merkwürdigerweise wurden wir nicht nass. Ich sagte noch:"Der Bus fährt gleich weg, dann stehen Sie auch hier!". Er sagte:"Der Bus wartet auf mich". Ich dachte nur, dass sich hier bestimmt kein Taxi her verirrt. Doch schon leuchteten zwei Lichter und das Taxi war da. Als ich etwas nachdenklich ins Taxi stieg, war ich etwas irritiert, denn der Taxifahrer sah sehr merkwürdig aus. Er hatte schulterlange, blonde Haare und trug ein weißes Kleid mit goldenem Kreuz. Er drehte den Wagen und nach nur fünf Minuten waren wir am Hotel angekommen. Ich muss noch erwähnen, dass ich mit keinem Wort mein Hotel erwähnt habe. Außer meiner Kollegin habe ich von diesem Erlebnis niemandem erzählt, es klang alles so unglaubwürdig. Doch zwei Jahre später bekam ich von dieser Kollegin ein Buch zu Weihnachten geschenkt, und es hieß:"Frage deinen Engel".Mir fiel es wie Schuppen von den Augen, dass diese beiden Männer Engel waren. Ein Jahr später habe ich ein Schutzengel-Seminar besucht. Wir waren vier Frauen und ich war die einzige, die den Schutzengel nicht sah. Die Seminarleiterin sagte mir:"Ich sehe deinen Schutzengel hinter dir stehen", Ich bat sie, nir doch einmal zu beschreiben, wie er aussieht. Sie sagte mir, er habe blonde, schulterlange Haare und trägt ein weißes Kleid mit goldenem Kreuz."
Prüfe, was du hörst oder liest, mit Herz und Verstand -
und behalte das Gute !

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