Seid wachsam

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DocNobbi
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Seid wachsam

Beitrag von DocNobbi » Sa 20. Nov 2010, 00:12

Kreuz und quer untersuchten sie Wildpflanzen im US-Bundesstaat North Dakota. Was die Forscher der Universität Arkansas entdeckten, überraschte sie selbst: 83 Prozent aller Pflanzen enthielten die manipulierten Gene des Genrapses. Einige Pflanzen waren sogar doppelt bestückt: sowohl mit dem eingebrachten Fremd-Gen des Gentechnikkonzerns Monsanto als auch mit jenem von Bayer. Nur: Nie waren Pflanzen mit beiden Genkonstrukten freigesetzt worden. Sie hatten sich durch Kreuzung in der Natur so entwickelt. Damit muss angenommen werden, dass der Genraps in ganz Nordamerika nicht nur die Äcker, sondern auch die Wiesen erobert hat. Weiter zeigte sich, dass die synthetischen Gene in der Natur stabiler sind als angenommen. Eine neue Dimension der Bedrohung tut sich auf: Neben den Äckern sind nun auch Wild- und Gartenpflanzen durch die Gentechnik akut bedroht. Aus Heilkräutern können gesundheitsschädliche Gentechnik-Pflanzen werden, ohne dass man sie von außen als solche erkennen kann.

Fast gleichzeitig zur Meldung aus Kanada verkündete die EU-Kommission Mitte Juli 2010, den Mitgliedsländern die Wahlfreiheit zuzugestehen, über den Gentechnikanbau selbst zu entscheiden. Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass sich die Ereignisse derzeit überschlagen: Zwei Wochen später lässt die EU-Kommission sechs Genmaissorten für den Import zu. Das Europäische Patentamt genehmigt so viele Patente auf Leben wie noch nie; gleichzeitig wird aufgrund des jahrelangen Widerstandes von Einzelkämpfern auf höchster Ebene verhandelt, ob diese Patente nicht doch rechtswidrig sind. Der Gentechnikkonzern Bayer verliert in den USA wegen gentechnischer Verseuchung der Reisbestände eine Millionenklage nach der anderen, während Klonfleisch in Großbritannien illegal auf den Tellern landet. Die Schweiz bleibt im kommerziellen Anbau drei weitere Jahre garantiert gentechnikfrei, in Bayern haben Bauern im wahrsten Sinne des Wortes „Zivilcourage“ bewiesen und damit Gensaaten zurück- sowie die allmächtige CSU an die Wand gedrängt. Ein hessischer Landwirt füllt mit seiner unglaublichen Geschichte einer Gentechnik-Katastrophe einen Saal nach dem anderen und hinterlässt im Publikum tiefe Betroffenheit.

Seit 2005 gehen die Gentechnik-Anbauflächen in Europa kontinuierlich zurück, doch mächtige Organisationen wollen die Krise nutzen, um doch noch durchzustarten. Alles spitzt sich zu und alles ist möglich – sowohl das Ende der Gentechnik als auch das Ende der natürlichen Nahrung. Je mehr wir über die Gefahren der Gentechnik wissen und je entschlossener wir handeln, desto größer ist die Chance, unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Einen Etappensieg haben wir bereits erreicht: So erklärte der damalige Nestlé-Chef Helmut Macher 1997, ein Jahr nach dem erstmaligen, großflächigen, kommerziellen Anbau genmanipulierter Pflanzen: „Gen-Food ist das Essen der Zukunft. Wer in zehn Jahren Lebensmittel essen will, die nicht genmanipuliert sind, muss verhungern oder sehr reich sein.“ Der Versuch, die Menschheit mit widernatürlichen Nutzpflanzen zu überrollen und binnen kurzer Zeit vor vollendete Tatsachen zu stellen, ist zumindest in Europa, Asien, Afrika und Ozeanien fehlgeschlagen.
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