Germanische Kulturstätten

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Beitrag von DocNobbi » Di 16. Nov 2010, 00:21

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Beitrag von DocNobbi » Di 16. Nov 2010, 00:23

Stonehenge

Stonehenge ist in drei Bauphasen in der Zeit von etwa 3000 bis 1500 v. Chr. entstanden.

3000 - 2100 v. Chr.
Aus der ersten Bauphase existiert nur noch der Ringwall, der die Stätte umgibt. Dieser war ursprünglich um die 2m hoch und hat einen Durchmesser von 114m. Es gehörte auch noch ein etwa 2m tiefer Außengraben dazu, dessen Durchgang in die Stätte mit zwei Steinblöcken markiert war.

Außerhalb des Eingangs befanden sich der "Heel Stone"(ein 5m hoher Stein mit einem Gewicht von 35 Tonnen) sowie ein freistehendes Holztor. An der Innenseite des Walls befand sich ein Ring aus 56 Erdgruben, nach ihrem Entdecker "Aubrey Holes" genannt, die lange Zeit als Gräber dienten/für die Feuerbestattung benutzt wurden.

Am Ende der ersten Bauphase wurden evtl. die vier "Station Stones" hinzugestellt.

2100 - 2000 v. Chr.
Die Anlage wurde von neuen Siedlern erweitert, Teile der Avenue wurden angelegt und der Felsenstein wurde mit einem magischen Zirkel umrandet. Aus Wales wurden 4t schwere Blausteine (Dolorit) herangeschleppt und im Abstand von 1,8m in zwei Kreisen aufgestellt, die Arbeit hierzu wurde aber abgebrochen.




um 2000 v. Chr.
In der Frühbronzezeit wurde weitergemacht, es wurden aus den Marlborough Downs 50t schwere Sandsteinblöcke herangeschleppt, die zu fünf Trilith-Konstruktionen in hufeisenförmiger Anordnung aufgestellt wurden, die mittlere 7m hoch, die anderen ca. 6m.
Um dieses Hufeisen wurde ein 4,5m hoher Steinring aus 30 Sandsteinblöcken, die je 25t wogen gebaut, auf dem umlaufend Balken aus dicken Steinplatten lagen.
Später sollten Blausteine in zwei Kreise um den Sandsteinring gestellt werden, dieser versuch wurde aber abgebrochen.

um 1500 v. Chr.
In dieser Zeit erhielt Stonehenge sein heutiges Aussehen. Im inneren wurde ein Hufeisen aus einzelnen Blausteinen gebaut, in die Mitte wurde ein Altartstein gestellt. Konzentrisch zwischen die Sandsteinringe kamen Blaustein-Stelen.

Eine andere Theorie zu Stonehenge geht auf den Volksglauben zurück, der besagt, dass die Steine von Stonehenge, ebenso wie viele andere Megalithen, heilende Kräfte haben. Dieser Glaube wurde erstmals im 12. Jahrhundert n. Chr. in Geoffrey von Monmouths History of the Kings of Britain erwähnt. Weiterhin wies der Erdenergieforscher Paul Devereux in seinem "Drachenprojekt", das er 1978 begann, nach, dass mindestens einer der stehenden Steine von Rollright in Oxfordshire starke Schwankungen in der Magnetenergie aufwies.

Interessant ist, dass die Bewohner dieser Region seit Jahrhunderten nach Knochenbrüchen oder Frakturen zu den Rollright-Steinen kamen, weil sie annahmen, dass die Steine sie heilen würden - und die moderne Medizin hat erkannt, dass Elektromagnetismus tatsächlich den Heilungsprozess nach Knochenbrüchen beschleunigt. Ist das nun Zufall?

Vielleicht waren diese Kräfte auch den Erbauern von Stonehenge und anderen Megalithen bekannt, und sie errichteten ihre Anlagen an Orten, wo sie von den natürlichen Energiequellen der Erde Gebrauch machen konnten. Das "Drachenprojekt" hat gezeigt, dass viele Megalithen tatsächlich auf oder bei geologischen Falten stehen, die mit tektonischen Störungen oder ausströmender Strahlung in Verbindung gebrach werden. Überlegungen zur Erdenergie führten unweigerlich zu den Alignements - gerader Linien, die prähistorische oder vorchristliche Monumente, heiligen Orte und alte Kultstätten miteinander verbinden und sichtbarer Zeichen eines riesigen Netzes unterirdischer Erdenergiekanäle sein könnten.

Auch wenn diese Überlegungen bereits 1921 vom Hobbyforscher Alfred Watkins auf die britischen Inseln angewandet wurde, ist in China der "Lung mei" oder "Drachenweg" (auf dem der Name des Devereux-Projekts aufbaut) bereits seit Jahrhunderten akzeptiert. Dieses Konzept liefert auch überraschende Parallelen zu den Energiemeridianen, die auch für die Akupunktur große Bedeutung haben. Im Westen ist das Thema Erdenergie bis heute umstritten, auch wenn viele Menschen deren Existenz oder Kraft nicht mehr anzweifeln.
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Die Externsteine bei Horn

Beitrag von DocNobbi » Di 16. Nov 2010, 00:27

Externsteine01.jpg
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Die Externsteine


Von der großen Menge germanischer Heiligtümer kennen wir bislang ein einziges etwas genauer, die Externsteine im Teutoburger Walde. Dort erheben sich als Naturwunder bis zu 30 Meter Höhe mehrere schlanke Felsen, in die kultische Räume eingehauen sind.



Die eine Kammer findet sich hoch oben in der Spitze eines der Felsen und hat mit dem Sonnen-, Mond- oder Gestirnsdienst in Verbindung gestanden.
Zu ebener Erde liegt eine große Grotte, daneben eine Kanzel und davor ein großer Versammlungsplatz. Zur Altsachsenzeit stand hier vielleicht die Irminsul, das Wahrzeichen altsächsischen Kultbrauches.
Endlich befindet sich in tieferer Lage eine dritte heilige Stätte. In die Vorderwand eines hausartig zugehauenen Felsblockes, auf den eine künstlich in den Stein gehauene Doppeltreppe führt, ist eine Nische mit einem symbolischen Sarg eingetieft, der eine Beziehung zum Totendienst gehabt haben wird.

Näheres entzieht sich noch unserem Wissen. Aber alles dort atmet geheimnisvolle Weihe und legt den Gedanken nahe, daß hier ein heiliger Platz war, solange Germanen im Lande saßen.
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pia
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Re: Germanische Kulturstätten

Beitrag von pia » Do 18. Nov 2010, 12:27

hallo no,
hab ùber stonehenge ne doku im fersehen gesehen.
die blauen steine hatten angeblich Heilkràfte.
die pilger brachen sich stùcke davon ab und nahmen sie als amulette mit.
es gibt aber auch viel skelette dort vergraben(ausgegraben und analysiert).
die hatten eitrige knochen(sieht man nach langer zeit noch als lòcher) und starben doch daran
an ort und stelle.

gruss pia

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Re: Antwort Stoneh./pia/Steine

Beitrag von DocNobbi » Do 18. Nov 2010, 20:08

Du hast recht Pia, ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass diesen Steinen besondere Kräfte zugesprochen wurden und werden.

Der Heel-Stein und die Positionssteine in Stonehenge sind nach den Positionen der Sonnenwende und Tagundnachtgleiche angeordnet. Aus diesem Grunde wird häufig angenommen, dass Stonehenge ein vorzeitliches Observatorium darstellt, obwohl die genaue Art der Nutzung und seine Bedeutung, wie für Aussaat und Ernte zu den bestmöglichen Zeiten noch diskutiert werden.

Der Altarstein: ein Block von 5 Metern aus grünem Sandstein.
Alle anderen Steine im inneren Kreis sind Blausteine (Dolerit), eine Basaltart aus den Preseli Hills im Südwesten von Wales, die etwa 380 km entfernt liegen.
Die Sandsteinblöcke des äußeren Kreises müssen auf Schlitten fortbewegt worden sein, die von schätzungsweise 250 Mann, an Steigungen von bis zu 1000 Mann, gezogen wurden. Alternativ wird der Einsatz von Zugtieren diskutiert.

Der Opferstein liegt etwas abseits vom Zentrum.

Der Heel-Stein (Fersenstein), auch als Friars Heel bekannt.
Positionssteine

Die Anlage ähnelt übrings den Steinkreisen im Norden Schottlands, bekannt als der Ring von Brodgar.




eine österreichische Tageszeitung *Standard 2008 folgnden Bericht:

Stonehenge ein "neolithisches Lourdes"?

Die Arbeiten in Stonehenge haben begonnen

Erste Ausgrabungen seit fast einem halben Jahrhundert - Forscher untersuchen den inneren der Megalith-Ringe, um das alte Rätsel der Anlage zu lösen
London - Mit neuen Ausgrabungen - den ersten vor Ort seit fast einem halben Jahrhundert - wollen Forscher sich einmal mehr den zentralen Fragen zur britischen Kultstätte Stonehenge widmen: Wann genau wurde sie errichtet - und welchem Zweck hat sie gedient? Konkreteres Ziel der am Montag begonnenen und für zwei Wochen angelegten Arbeiten sei es herauszufinden, warum und wann der Innenkreis aus Dolerit-Blöcken als erste Steinkonstruktion auf dem Gelände entstanden ist, sagte Ausgrabungsleiter Geoffrey Wainwright.
Die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählende Anlage von Stonehenge geht in ihren ältesten und einfachsten Teilen bis auf etwa 3100 - 3000 vor Christus zurück. Die ikonischen Megalith-Strukturen sind um etwa 500 bis 1.000 Jahre jünger und bestehen aus konzentrischen Ringen von Blöcken - die inneren aus Dolerit, die äußeren, ein paar Jahrhunderte später aufgestellten, aus Sandstein. Und der ältere Dolerit-Ring ist es, auf den die Forscher ihre Hoffnungen richten: "Die Dolerit-Steine sind der Schlüssel, mit dem man den Sinn von Stonehenge verstehen kann", glaubt Simon Thurley, Generaldirektor der Organisation English Heritage, die die Kultstätte verwaltet.

Der Zweck?

Unter den zahlreichen Theorien über Sinn und Zweck der imposanten Anlage, deren Errichtung immense Anstrengungen gekostet haben muss, haben Wainwright und sein Kollege Tim Darvill ihre eigene aufgestellt: dass Stonehenge eine jungsteinzeitliche Pilgerstätte für Kranke gewesen sein könnte. Zwei Indizien führen sie laut BBC an: Dem Dolerit wird in alten walisischen Mythen heilende Wirkung zugeschrieben - und die Doleritblöcke dürften aller Wahrscheinlichkeit nach aus den Preseli Hills in Wales nach Stonehenge transportiert worden sein. Und zweitens sollen unter den nahe Stonehenge gefundenen menschlichen Überresten auffällig viele Körper Anzeichen von Krankheiten und Verletzungen zeigen.

Stonehenge wäre demnach in der Tradition ähnlicher Stätten der (erhofften) Heilung gestanden - allerdings habe es sich durch seine Größe zu einem überregionalen Zentrum entwickelt: eine Art "neolithisches Lourdes". (red)
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Stonehenge könnte älter sein als Ägyptens Pyramiden

Beitrag von DocNobbi » Do 18. Nov 2010, 20:16

Stonehenge könnte älter sein als Ägyptens Pyramiden

Von Angelika Franz in *Spiegel online* vom 8.10.2008

Forscher revidieren ihre Annahmen über Stonehenge: Der erste Steinkreis wurde offenbar Jahrhunderte früher errichtet als bislang angenommen. Stimmt die Neudatierung - dann waren die Erbauer den Ägyptern und Babyloniern bei Logistik und Architektur weit voraus.

Um 3000 vor Christus lag über den Zivilisationen Europas und Asiens noch tiefe Dunkelheit. Babylon war gerade mal ein Dorf. Die Indogermanen waren noch nicht in Griechenland angekommen. Die Ägypter stiegen zum ersten Mal auf wackelige Boote und wagten sich auf das Mittelmeer, Pyramiden gab es noch keine. Noch nicht einmal Pferde hatte man domestiziert. Nur in England herrschte reges Treiben. Während die späteren Hochkulturen noch friedlich in der Wiege der Zivilisation schlummerten, schleppten fleißige Waliser 260 Tonnen Blaustein aus ihrer Heimat in eine Ebene im Süden der Insel und bauten damit einen Steinkreis.

Dass in Stonehenge tatsächlich so früh bereits die ersten Steine standen, haben in den vergangenen Wochen die Archäologen des Riverside Projects unter der Leitung von Mike Parker Pearson herausgefunden. Mit diesen neuen Ergebnissen schreiben die Wissenschaftler die Geschichte des Monuments – und damit in gewisser Weise sogar die Geschichte des europäischen Neolithikums - um.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die ersten der mächtigen Steinblöcke etwa um 2600 vor Christus aufgestellt. Stimmt aber die neue Datierung von 3000 vor Christus, gibt es zwei Möglichkeiten.

Die erste wäre, dass tatsächlich im Salisbury Plain eine Hochkultur lebte, die bereits Jahrhunderte vor allen anderen diese logistische und architektonische Meisterleistung vollbringen konnte. Wer waren dann diese unbekannten Genies?

Oder standen damals lebenden Menschen - das ist die zweite Möglichkeit - mit ihrem Wissen gar nicht alleine da? Vielleicht würde eine sorgfältige Überprüfung der Datierungen von Pyramiden und Palästen europaweit dazu führen, den Beginn der Technikgeschichte um einige Jahrhunderte vorzuverlegen.

"Die Datierung hängt an einem einzigen Getreidekorn"

Datierungen sind eine schwierige Angelegenheit. Erst Ende September hatten die Archäologen Tim Darvill und Geoff Wainwright in der populären BBC-Archäologiesendung "Timewatch” verkündet, die Blausteine von Stonehenge seien um 2300 vor Christus errichtet worden und damit dreihundert Jahre jünger als gedacht. Aber "die Datierung hängt an einem einzigen Getreidekorn – die meisten Archäologen finden das als Beleg nicht akzeptabel", beschwert sich Mike Pitts, der gemeinsam mit Parker Pearson und Julian Richards an der Neudatierung auf 3000 vor Christus gearbeitet hat. "Charles Darwin wies bereits im Jahr 1877 nach, dass Erdwürmer in Stonehenge die Befunde gehörig durcheinandermischen können”, spottet der Ausgräber.

Den Beweis für ihre Datierung fanden die Archäologen des Riverside Projects an unerwarteter Stelle, am Boden eines lange bekannten Loches, des sogenannten Aubrey Hole Nummer sieben. Von diesen 1,1 mal 0,9 Meter großen Löchern umringen insgesamt 56 den äußeren Steinkreis der Anlage. Sie wurden im Jahr 1920 entdeckt, und die ersten Ausgräber William Young und Robert Newall hielten sie bereits für die Abdrücke von großen Blausteinen.

Die Theorie wurde jedoch in den fünfziger Jahren verworfen, als zwei weitere Aubrey Holes ausgegraben wurden. Denn obwohl sie klar nicht als Gräber angelegt sind, fanden die Ausgräber darin vereinzelte Niederlegungen von verbrannten Knochen und Asche und interpretierten die Löcher als rituelle Gruben.

Vorhersage von Sonnenfinsternissen?

In den Sechzigern dann kamen Astronomen und schlugen vor, dass es sich bei den Aubrey Holes um die Fundamente von Messgeräten für die Vorhersage von Sonnen- und Mondfinsternissen gehandelt habe. Und seit einer groß angelegten Studie der nationalen Denkmalpflegeorganisation English Heritage im Jahr 1995 heißt es, hier hätten einst Holzpfeiler gesteckt, die allerdings keine astronomische Funktion innehatten. Die Studie von English Heritage stellt für die Anlage folgende offizielle Datierung auf:

Um 3000 vor Christus formten ein Graben und eine Holzkonstruktion erstmals einen rituellen Kreis.
Von 2900 bis 2600 vor Christus wird Stonehenge als Friedhof für Brandbestattungen genutzt.
Um 2600 vor Christus beginnen die Arbeiten an den Steinkreisen, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder neu arrangiert und ergänzt werden, bis sie um 1600 vor Christus die uns heute vertraute Form erhalten. Dabei hievten die Baumeister außer den 260 Tonnen Blaustein aus Wales noch weitere 1700 Tonnen der sogenannten Sarsen-Steine aus der näheren Umgebung herum.
Für Archäologen ist eine solche Ausgrabung wie die des Aubrey Hole Nummer sieben alles andere als verlockend. Bereits zweimal hatten sich Vorgänger durch die Grube gewühlt. Zum ersten Mal bei der Entdeckung 1920 und dann noch einmal im Jahr 1935, als die damaligen Ausgräber dort eine Sammlung von Knochen wieder bestatteten, die aus dem Kontext der Aubrey Holes stammten.

Um diese Knochen ging es dem Riverside Project in erster Linie. Die erneute Beerdigung war niemals dokumentiert worden. Doch in seinem privaten Tagebuch hatte einer der frühen Ausgräber das Ereignis notiert. Tatsächlich stießen Parker Pearson, Pitts und Richards auf eine Bleiplatte mit den Daten der Neubestattung und darunter auf einen Knochenhaufen. Die Reste der etwa 50 Individuen sollen nun den Winter über noch einmal mit den neusten wissenschaftlichen Methoden auf Geschlecht, Gesundheitszustand und Alter untersucht werden.

"Die Standspuren sind eindeutig"

Doch bei keiner der beiden Grabungen des vergangenen Jahrhunderts waren die Ausgräber offensichtlich bis auf den Grund der Grube vorgestoßen. Und dort wartete die Überraschung: eine zerquetschte Schicht komprimierten Kalksteins. So eine Formation entsteht nur, wenn auf dem bröckeligen Gestein, das den Grund der ganzen Ebene von Salisbury bildet, über lange Zeit ein tonnenschweres Gewicht lagert.

"Ich grabe seit 30 Jahren in diesem Kalk", sagt Pitts im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Die Standspuren eines großen Steins sind hier ganz eindeutig." Der Fund passt zu den alten Aufzeichnungen von 1920. Schon damals waren den Ausgräbern am Boden von drei der Aubrey Holes Kalkkrusten aufgefallen. "Wir behaupten, dass sehr früh in der Geschichte von Stonehenge 56 walisische Blausteine in einem Ring mit 87 Metern Durchmesser standen”, verkünden die Ausgräber am heutigen Donnerstag in einer Presseerklärung.

Der Terminus "sehr früh in der Geschichte" hängt an den Knochen aus der Grube. Auch wenn nicht alle aus dem Aubrey Hole Nummer sieben stammen, so wurden die meisten doch entweder in oder in unmittelbarer Nähe der Gruben gefunden. Dort können sie aber erst hingeraten sein, als die Steine nicht mehr da waren.

Die älteste der ersten drei Stichproben aus dem Knochenhaufen wurde auf 3000 vor Christus datiert. Das heißt, dass die Gruben spätestens zu Beginn des 3. Jahrtausends vor Christus bereits wieder leer und die schweren Steine an eine andere Stelle versetzt gewesen sein müssen. Kurz vor Veröffentlichung der spektakulären Neudatierung gibt sich Pitts noch relativ gelassen: "Natürlich wird es Kollegen geben, die unsere Ergebnisse anzweifeln", prognostiziert er, "aber in erster Linie bin ich sehr gespannt, was sie sagen werden.”


URL:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 78,00.html
MEHR AUF SPIEGEL ONLINE:
Pyramiden-Bau: Gigant von Giseh (13.09.2008)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 53,00.html
Neue Untersuchungen: Stonehenge soll Totenstadt gewesen sein (29.05.2008)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 21,00.html
Stonehenge-Grabung: Auf Krücken nach Salisbury (02.04.2008)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 86,00.html
Neue Ausgrabungen: Archäologen wollen das Geheimnis von Stonehenge lüften (01.04.2008)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 59,00.html
Blutiges Ritual: Der mysteriöse Wächter von Stonehenge (25.03.2008)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 48,00.html
Überraschende Funde: Stonehenge-Dorf war Steinzeit-Großstadt (08.11.2007)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 57,00.html
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Marleen
Co-Moderator

Re: Germanische Kulturstätten

Beitrag von Marleen » Do 25. Nov 2010, 14:48

Welch ein grandioser Beitrag.Sehr herzlichen Dank dafür :!:
In England gibt es ja auch die meißten Kornkreise.
Ob es mit Stonehenge zu tun hat?
Marleen

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