Brauchtum zum Neujahrstag

Antworten
Benutzeravatar
DocNobbi
Administrator
Beiträge: 1410
Registriert: Do 22. Jul 2010, 13:59
Wohnort: nahe Stuttgart
Kontaktdaten:

Brauchtum zum Neujahrstag

Beitrag von DocNobbi » So 1. Jan 2012, 17:47

Bedeutung Neujahr

Der Neujahrstag ist als Feiertag heute einer der wenigen rein weltlichen Feiertage. Man feiert das neue Jahr im Vorraus, in der Hoffnung, daß es glücklich verlaufen wird.

Jedoch hat auch der Brauch, das neue Jahr mit einer Feier (heute Feiertag) zu begrüßen, wiederum religiöse Wurzeln.

Ein zusätzlicher Grund, warum der 1. Januar heute ein gesetzlicher Feiertag ist, liegt vermutlich auch darin, daß man einerseits den Menschen einen "freien" Tag schenken möchte, so daß sie sich erholen und Kraft für die Arbeit des kommenden Jahres schöpfen können. Andererseits wird sicherlich auch ein praktischer Zweck verfolgt, indem man davon ausgeht, daß wegen der häufig bis früh morgens dauernden Sylvesterfeiern sowieso der größte Teil der Bevölkerung nicht fit und munter bei der Arbeit erscheinen - und im Zweifelsfall "blau" machen - würde.

Brauchtum Neujahr
Da viele an das Motto glauben "wie das neue Jahr beginnt, so wird das ganze Jahr", haben sich unterschiedliche Bräuche entwickelt:

man verschenkt am Neujahrstag - manchmal auch bereits am Sylvesterabend - bestimmte Glückssymbole (siehe Sylvester)
man ißt am Neujahrstag bestimmte Speisen: z.B.: Schweinefleisch (bedeutet Glück / keinesfalls Geflügel - dann fliegt das Glück davon), Sauerkraut (damit das Geld nicht ausgeht), Karpfen (Geld) (der Hausherr muß eine Fischschuppe unter seinen Teller legen und dann das ganze Jahr im Geldbeutel aufbewahren), Linsensuppe (Geld), Erbsensuppe (Geld)
Von bestimmten Speisen abgesehen, gibt es für den Tag kein besonderes Brauchtum. Auch in anderen Ländern gibt es keine spezifischen Bräuche. Der Tag dient auch hier der "Erholung" von der Sylvester-Nacht.

Geschichte / Ursprung Neujahr
Schon im Jahr 2000 v.Chr. feierte man in Babylon den Beginn des neuen Jahres, der am ersten Neumond nach der Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche stattfand. Der Frühlingsanfang schien ein logischer Zeitpunkt für eine Jahreswende: schließlich wird jetzt wieder gesäht und die Blumen und Bäume blühen. Die Feiern dauerten 11 Tage.

Auch die alten Römer feierten das neue Jahr. So verlegte Gaius Julius Cäsar im Jahr 46 vor Christus den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar. Die Römer feierten an diesem Tag den Gott Janus (der mit zwei Gesichtern dargestellt wurde, von denen eines auf das alte und das andere auf das neue Jahr blickte). Das Fest wurde von abergläubischen Bräuchen und ausschweifenden Feierlichkeiten begleitet.

Im Jahr 567 wurde wieder der 1. März zum Jahresbeginn erklärt. Man bezog sich damit erneut auf den Frühlingsanfang und die Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche. Der 1. März war daher auch nur eine Art "Richtwert", der tatsächliche Jahresbeginn hing von der Tag-und-Nacht-Gleiche ab.

Später versuchte die Kirche sowohl den alten römisch-heidnischen Anlaß als auch die Ausschweifungen zu verändern bzw. zu beenden. Sie legte den Gedenktag an die Gottesmutter Maria ("Hochfest der Gottesmutter Maria") auf den ersten Tag des Jahres.

Dieser wurde bis zum siebten Jahrhundert auch schon an diesem Datum gefeiert, danach zunächst auf den 6. Januar (der in den Alpen heute noch immer "Großes" oder "Hohes Neujahr" genannt wird und der für die Bergbauern auch heute noch als Jahresbeginn gilt) und schließlich auf den Weihnachtstag verlegt. Im 13. Jahrhundert wurde der Tag dann wieder auf den ersten Januar zurück verlegt und die ländliche Bevölkerung feierte ihn inoffiziell als Jahresbeginn.

Im Mittelalter wurde an Neujahr das "Narrenfest" gefeiert, wo man sich maskierte und "Unfug trieb". Dieses Brauchtum ging später im Faschingsfest auf.

1691 bestätigte die Kirche, die damals auch für den Kalender zuständig war, unter Papst Innozenz XII. (1691-1700) offiziell den 1. Januar als Neujahrstag.

In einigen anderen Kulturen bzw. Religionen ist aufgrund eines anderen Kalenders der Neujahrstag beweglich (z.B. chinesischer Kalender).
Prüfe, was du hörst oder liest, mit Herz und Verstand -
und behalte das Gute !

Antworten

Zurück zu „Geschichten/Weisheiten/Erzählungen“