Die Darmflora aufbauen

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DocNobbi
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Die Darmflora aufbauen

Beitrag von DocNobbi » So 23. Jan 2011, 23:10

Die Darmflora aufbauen

Die körpereigene Abwehrkraft ist abhängig von einer gesunden Darmflora. Ein gesunder Darm und eine ausgeglichene Darmflora sind daher für unseren Organismus lebenswichtig. Je nach Lebens- und Ernährungsweise sollte man sich daher in regelmäßigen Abständen der Pflege seiner Darmflora widmen bzw. sie im Falle einer Fehlbesiedlung (mit schädlichen Bakterien) wieder neu aufbauen.



Die Darmflora hat vielfältige Aufgaben

Im Darm leben mehr als 400 verschiedene Bakterienstämme. Man schätzt, dass die Gesamtzahl der Darmbakterien, die unsere Darmflora ausmachen, zehnmal so hoch ist wie die Zahl unserer Körperzellen. Diese Milliarden unterschiedlicher Mikroorganismen leben in enger Symbiose mit uns und leisten wertvolle Dienste für unsere Gesundheit:

Sie wehren die Ansiedlung mancher krankheitserregender Keime (pathogene Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze) ab. Nützliche Darmbakterien halten sich an der Darmschleimhaut fest und verhindern, dass schädliche Keime, deren giftige Abbauprodukte, unverdaute Partikel, aber auch körpereigene im Darm lokalisierte Immunzellen durch die Darmwand in den Organismus gelangen und dort Schäden (Infektionen, Allergien, etc.) verursachen können.
Sie produzieren Verdauungsenzyme und sind folglich an der optimalen Verwertung der Nahrung beteiligt.
Sie bilden manche Vitamine und essentiellen Fettsäuren.
Sie fördern die Aufnahme von Enzymen aus der Nahrung.
Sie zeigen eine Wirksamkeit gegen Durchfall, besonders wenn dieser von Viren verursacht wurde.
Sie tragen zu einem niedrigen Cholesterinspiegel bei.
Außerdem zeigt die tägliche Praxis, dass eine gesunde Darmflora bzw. deren Aufbau mit hochwertigen Probiotika
Allergien und Infektionen bei Frühgeborenen vorbeugen kann,
Neurodermitis vorbeugen kann,
zu einem verminderten Auftreten von Harnwegsinfekten führen kann,
zu einem positiveren Verlauf von Infektionen der Ohren, der Nase und des Halses beitragen kann und
sich bei Verdauungsproblemen als hilfreich erwiesen haben.
Selbstverständlich genügen die bisher vorliegenden Erfahrungsberichte und auch Studien der evidenzbasierten Medizin – die bekanntlich bevorzugt nur solche Mittel als Arzneimittel anerkennt, die auch (in der Regel schädliche) Nebenwirkungen zeigen – nicht als ultimative Beweise für den Einfluss einer gesunden Darmflora auf den Gesundheitszustand des Menschen.


Die Abwehrsysteme im Körper sind vernetzt

Unsere körpereigene Abwehr ist auf eine tadellos funktionierende Darmflora angewiesen, da das im Darmbereich angesiedelte Immunsystem in unmittelbarer Verbindung zum gesamten Abwehrsystem steht. Im Darm findet sozusagen ein ständiges Training des Immunsystems statt.

Die im Darm befindlichen Abwehrzellen sind oft die ersten, die mit fremden und möglicherweise gefährlichen Substanzen aus der Außenwelt in Berührung kommen. Im Darm entwickeln sie Abwehrstrategien, die dann als Information an das gesamte Körperimmunsystem weiter getragen werden.

Antikörper und auch die für das Immunsystem wichtigen Lymphozyten werden in den im Darm befindlichen Lymphknoten gebildet. Von hier aus werden die Antikörper im Falle eines „Angriffes“ aktiv. Somit wird klar, warum der Darm der Ausgangspunkt für die Bildung eines gesunden und effektiven Abwehrsystems ist und entsprechend gepflegt werden muss.

Der Aufbau der Darmflora gehört zu einer perfekten Körperhygiene

Zu einer perfekten Körperhygiene gehört es also nicht nur, Haut, Haar, Zähne etc. zu pflegen, sondern auch die Darmflora zu hegen. Gelingt es uns, die Symbiose mit unserer Darmflora im Gleichgewicht zu halten, dann tun wir alles in unserer Macht stehende, um unseren Körper vor schädlichen Keimen und deren Folgen zu schützen.

Der regelmäßige Aufbau einer harmonisierenden Darmflora (eventuell im Rahmen einer Darmsanierung) ist somit eine der wichtigsten Präventivmaßnahmen, die wir selbst ohne großen Aufwand ergreifen können, um unserem Körper und seiner Vitalität die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

Medikamente belasten den Darm

Die Behandlung mit Antibiotika, Cortison oder anderen Medikamenten kann unerwünschte Nebenwirkungen zeigen, die zu schweren Beeinträchtigungen des gesamten Darms führen können.

Als bewiesen gilt die Tatsache, dass nach einer Antibiotika-Therapie die Darmflora teilweise zerstört wird und sich ihr natürliches Gleichgewicht nur schwer wieder regenerieren kann. Wird die Darmflora aber geschädigt, ist automatisch die körpereigene Abwehr geschwächt. Im Körper herrscht sozusagen „Tag der offenen Tür“ für schädliche Bakterien, Pilze, Parasiten und Viren.

Ein solcher Zustand kann natürlich zu den unterschiedlichsten Gesundheitsbeschwerden führen. Der Körper ist insgesamt geschwächt, Heilprozesse verlaufen nur noch zögerlich und alltägliche Funktionen werden immer anfälliger für Störungen.

Maßnahmen zur Wiederherstellung einer gesunden Darmflora

Um die körpereigenen Abwehrkräfte nach einer Schwächung wieder zu stabilisieren, können Maßnahmen ergriffen werden, die den Darm von Medikamentenrückständen und Ablagerungen befreien und die zusätzlich die Darmflora ganz gezielt wieder aufbauen. Zu diesen Maßnahmen zählt die natürliche Darmsanierung.

Im Laufe einer solchen natürlichen Darmsanierung werden natürliche Darmbakterien in großen Mengen zugeführt. Diese würden sich jedoch nicht unbedingt auch dauerhaft ansiedeln, so lange im Darm ein Milieu herrscht, in dem sich besonders die schädlichen Fäulnisbakterien wohl fühlen.

Aus diesem Grunde sind verschiedene Schritte nötig, um den Darm in eine für nützliche Darmbakterien verlockende Ausgangsposition zu versetzen. Ablagerungen, unverdaute Partikel, Giftstoffe und verhärteter Kot müssen entfernt werden. Damit sind den schädlichen Darmbakterien die Lebensgrundlagen genommen.

Wenn jetzt eine basische Ernährung praktiziert wird, die reich an Präbiotika und Ballaststoffen und gleichzeitig arm an Zucker und tierischen Proteinen ist, dann fühlen sich die neu zugeführten nützlichen Lakto- und Bifidobakterien wohl, vermehren sich und nehmen ihre für uns so wichtigen Aufgaben wieder auf.

Für den stabilen Aufbau einer gesunden Darmflora benötigt der Körper naturgemäß Zeit. Je nach Schwere der ursprünglichen Störung sollte ein Zeitraum von 3 bis 6 Monaten eingeplant werden.

Eine gesunde Darmflora regt die Selbstheilungskräfte an[/b]

Die Auswirkungen einer gesundeten Darmflora auf den Organismus sind sehr vielfältig. Da die nützlichen Darmbakterien den Organismus vor den schädlichen Einflüssen pathogener Keime schützen und schädlichen Stoffwechsel-Endprodukten schnell ausleiten, kann sich der Körper endlich wieder um wichtige Aufgaben kümmern, was sich beispielsweise auch in einer gesteigerten Selbstheilungsfähigkeit äußert.

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Meldung 25.8.2008 Wissenschaft.de:

Gesunde Darmflora kann Erreger abwehren, die gegen Antibiotika resistent sind

Immer mehr Krankheitserreger gewöhnen sich an Antibiotika und entwickeln Resistenzen. Das kann gefährlich werden, wenn Antibiotika bei lebensbedrohlichen Infektionen plötzlich wirkungslos sind. Forscher jedoch stellten fest, dass unsere eigene Darmflora Substanzen gegen solche Erreger produzieren kann, die gegen Antibiotika längst resistent sind. Wenn unsere Darmflora jedoch zuvor bereits von Antibiotika zerstört wurde, dann ist sie zur Bildung dieser Stoffe nicht mehr fähig.

Die Schädigung der Darmflora durch Antibiotika kann also indirekt eine Infektion mit Bakterien begünstigen, die gegen Antibiotika resistent sind. Darauf jedenfalls deuten Tests von US-Forschern mit Mäusen hin.

Die Tiere wiesen nach einer Antibiotikabehandlung nur noch geringe Mengen eines Darmproteins auf, das antibiotikaresistente Bakterien unschädlich machen kann, fanden die Wissenschaftler heraus. Eine Therapie, welche die Menge dieses nützlichen Eiweißes erhöht, könnte künftig zur Abwehr von Infektionen mit resistenten Bakterien eingesetzt werden, schreiben die Forscher.

Warum aber nicht heute die Darmflora pflegen und aufbauen, anstatt müßig auf eine mögliche Erfindung eines neues Antibiotikums auf Grundlage dieser Eiweiße zu warten – was bekanntlich einige Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte dauern kann?
Prüfe, was du hörst oder liest, mit Herz und Verstand -
und behalte das Gute !

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