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Beitrag von DocNobbi » Fr 19. Nov 2010, 21:28

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Re: Weltall

Beitrag von DocNobbi » Fr 19. Nov 2010, 21:29

Außergalaktischer Planet in der Milchstraße entdeckt

Künstlerische Darstellung des Planeten "HIP 13044 b" um seinen einst extragalaktischen Stern "HIP 13044" | Copyright: ESO/L. Calçada

Heidelberg/ Deutschland - Europäische Astronomen haben mithilfe des MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskops am La Silla-Observatorium der europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile einen Exoplaneten entdeckt, dessen Stern von einer anderen Galaxie in unsere Milchstraße gekommen ist. Der jupiterähnliche Planet ist äußerst ungewöhnlich, denn der Stern, den er umkreist, nähert sich dem Ende seines Lebens und könnte sich schon bald weiter auszudehnen und so den Planeten zu verschlingen. Den Planeten in unserem Sonnensystem steht in ferner Zukunft ein ähnliches Schicksal bevor.

Wie die Astronomen aktuell im Fachmagazin "Science Express" berichten, wurden zwar im im Laufe der letzten 15 Jahre nahezu 500 Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, entdeckt, aber keinen außerhalb unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Der nun entdeckte Planet mit mindestens der 1,25-fachen Masse des Jupiter umkreist allerdings einen Stern extragalaktischen Ursprungs. Dieser Stern "HIP 13044" befindet sich allerdings inzwischen in der Milchstraße: Er gehört zum so genannten Helmi-Sternstrom, einer Gruppe von Sternen, die ursprünglich Teil einer Zwerggalaxie waren, welche sich die Milchstraße sozusagen in einem Akt von "galaktischem Kannibalismus" vor etwa sechs bis neun Milliarden Jahren einverleibt hat.

"Das ist für uns eine sehr aufregende Entdeckung", kommentiert Rainer Klement vom "Max-Planck-Institut für Astronomie" (MPIA) in Heidelberg, der die Auswahl der für diese Studie beobachteten Sterne getroffen hat. "Erstmals haben wir in einem Sternstrom - also in einem Überrest einer anderen Galaxie - ein Planetensystem gefunden. Aufgrund der großen Entfernung ist es unmöglich, in anderen Galaxien Planeten zuverlässig nachzuweisen, doch dank der Verschmelzung dieser Zwerggalaxie mit unserer eigenen haben wir jetzt einen extragalaktischen Planeten in Reichweite unserer Teleskope."

"HIP 13044" steht von der Erde aus gesehen in einer Entfernung von rund 2000 Lichtjahren im Sternbild "Chemischer Ofen" (lat. Fornax) am Südhimmel. Die Astronomen entdeckten den Planeten mit der Bezeichnung "HIP 13044 b" mit der so genannten Radialgeschwindigkeitsmethode. Diese misst, wie sich ein Stern aufgrund der Gravitationsanziehung eines um ihn kreisenden Planeten periodisch ein wenig auf die Erde zu und wieder von ihr weg bewegt. Für diese hochpräzise Messung nutzte das Team den hochauflösenden Spektrografen "FEROS", der am 2,2 Meter MPG-ESO-Teleskop am "La Silla-Observatorium" der europäischen Südsternwarte installiert ist.

Besonders ist auch, dass "HIP 13044 b" einer der wenigen bekannten Exoplaneten ist, der das Stadium als Roter Riese im Leben seines Muttersterns überlebt hat, während derer sich der Stern sehr stark ausgedehnt hat, nachdem ihm der Wasserstoff in seinem Kern ausgegangen war. Der Stern hat sich inzwischen wieder zusammengezogen und fusioniert anstelle des Wasserstoffs nun Helium in seinem Kern. Bis jetzt waren diese so genannten Horizontalast-Sterne ein unerforschter weißer Fleck auf der Landkarte der Planetenjäger.

"Die Entdeckung von HIP 13044 b gelang im Rahmen einer systematischen Suche nach Exoplaneten, deren Muttersterne sich dem Ende ihres Lebens nähern", erläutert Johny Setiawan, der Leiter des Forschungsprojekts und ebenfalls am MPIA tätig. "Auch unsere Sonne wird sich in ungefähr fünf Milliarden Jahren zu einem Roten Riesen entwickeln wird. Möglicherweise zeigt uns das HIP 13044-System, wie die ferne Zukunft unseres Sonnensystems aussehen wird. Das macht die Entdeckung des Planeten natürlich um so faszinierender."

"HIP 13044 b" befindet sich sehr nahe an seinem Mutterstern. Am dem Punkt seiner elliptischen Umlaufbahn, an dem er dem Stern am nächsten ist, beträgt sein Abstand von der Oberfläche des Sterns weniger als dessen Durchmesser, etwa das 0,055-fache der Entfernung Erde-Sonne. Für einen Umlauf um den Stern benötigt der Planet nur 16,2 Tage. Setiawan und seine Kollegen vermuten, dass die Umlaufbahn des Planeten zunächst viel größer gewesen ist, und dass "HIP 13044 b" während des Rote-Riesen-Stadiums nach innen wanderte.

Etwaige Planeten, die sich von Anfang an weiter innen befunden haben, hätten diese Phase vermutlich nicht überstanden "Für einen Horizontalaststern rotiert 'HIP 13044' sehr schnell”, stellt Setiawan fest. "Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass der Stern seine inneren Planeten während des Rote-Riesen-Stadiums verschluckt hat und sich dadurch schneller dreht."

Obwohl "HIP 13044 b" bisher überlebt hat, könnte es sein, dass er kurz davor steht, ebenfalls von dem Stern verschlungen zu werden, denn im weiteren Verlauf seiner Entwicklung wird "HIP 13044" sich erneut ausdehnen. Ähnlich könnten auch die äußeren Planeten in unserem eigenen Sonnensystem, etwa Jupiter, ihr Dasein beenden, wenn sich die Sonne in ferner Zukunft einmal dem Ende ihres Lebens nähert.

Der Stern selber wirft außerdem die Frage auf, wie sich überhaupt große Gasplaneten bilden, denn er enthält nur sehr wenige Elemente schwerer als Wasserstoff und Helium – weniger als jeder andere bisher bekannte Stern mit Planeten. "Für die gängige Theorie der Planetenentstehung ist es ein großes Problem zu erklären, wie sich Planeten um einen Stern bilden können, der praktisch gar keine schweren Elemente enthält. Planeten um Sterne wie HIP 13044 sind wahrscheinlich auf eine andere Art und Weise entstanden", so Setiawan.



Quellen: mpia.de / eso.org / grenzwissenschaft-aktuell.de
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Sonneneruption: „Katrina“ aus dem All

Beitrag von DocNobbi » Do 24. Feb 2011, 19:43

Sonneneruption: „Katrina“ aus dem All

Es wird stürmisch im Weltraum: Die Sonne nähert sich der aktivsten Phase ihres Elf-Jahres-Zyklus. Forscher befürchten eine gewaltige Eruption, die Satelliten, Datenleitungen und Stromnetze dahinraffen könnte.

Forscher befürchten eine gewaltige Sonneneruption (Foto: NASA)

Viel drastischer kann man in den USA vor einer Naturkatastrophe kaum warnen: Was der Erde derzeit aus dem All drohe, haben Forscher gerade auf der weltweit wichtigsten Wissenschaftlertagung erklärt, sei so zerstörerisch wie der Hurrikan „Katrina“, der 2005 den Süden der hilflosen Nation verwüstete – aber im globalen Maßstab.

Schaden von 2000 Mrd. befürchtet
Kommunikations- und GPS-Satelliten, Stromnetze, der Flugverkehr, alles könnte zusammenbrechen, wenn ein besonders starker Sonnenwind die Erde trifft. Den weltweiten Schaden schätzt die US-Regierung auf 2000 Mrd. Dollar.

Dass elektromagnetische Strahlung von der Sonne eine Gefahr für die empfindliche Technik auf der Erde und in ihrer Umlaufbahn darstellt, ist bekannt – doch zuletzt blieb der Stern relativ ruhig. Jetzt aber bewegt er sich auf den Höhepunkt des Aktivitätszyklus zu, den er alle elf Jahre durchläuft. 2013, so die Schätzung, ist es so weit. „Ein Großteil unserer Technik ist viel empfindlicher als vor zehn Jahren“, sagt Jane Lubchenco, Chefin der US-Meeres- und Atmosphärenbehörde NOAA, die auch das Weltraumwetter beobachtet. „Unsere Parole muss lauten: Vorhersagen und vorbereiten.“

Eruption kaum vorherzusagen
Mit der Vorhersage aber sieht es schlecht aus – obwohl Wissenschaftler die Sonne so genau im Blick haben wie noch nie. Teleskope, Teilchendetektoren, Satelliten und Raumsonden wie das Observatorium Soho liefern eine Fülle von Daten. Ein Großteil der Forschung besteht jedoch aus der Analyse von Ausbrüchen, die schon stattgefunden haben – Prognosen, ob sich in einem Sonnenfleck eine Eruption zusammenbraut, sind nur einen Tag im Voraus möglich. „Wir können das mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn bis 50 Prozent vorhersagen“, sagt Rainer Hippler von der Universität Greifswald, die zusammen mit der Raumfahrtbehörde DLR die Weltraumwettervorhersage besorgt.

Auf bessere Prognosen hofft auch Juha-Pekka Luntama. Der Finne baut für die europäische Weltraumbehörde ESA ein Frühwarnsystem auf. Forschungszentren aus ganz Europa speisen ihre Daten in sein System ein. Es soll Informationen für verschiedene Abnehmer bereitstellen, darunter Fluglinien, Stromnetz- und Satellitenbetreiber.

„Wir glauben nicht an die Katastrophe“
Den großen 2000-Mrd.-Dollar-Crash erwartet Luntama nicht: „Wir glauben nicht an die Katastrophe. Vieles lässt sich durch Technik und gute Vorbereitung vermeiden.“ Sein Heimatland hat die Stromnetze vorsorglich schon mal sonnensturmfest gemacht.

http://nachrichten.t-online.de/sonnener ... 3744/index
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