Götzenkult – in Ägypten und heute
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Götzenkult – in Ägypten und heute
Götzenkult – in Ägypten und heute
aus jüdischer Sicht
von Dr. William Stern
Die dieswöchentliche Sidra berichtet, dass den Juden vor ihrem Auszug aus Ägypten befohlen wurde, ein Lamm zu opfern.
Kultur und Zivilisation der Ägypter waren weitgehend auf den Naturkräften und Naturerscheinungen aufgebaut, insbesondere wo diese auch mit dem Nil zusammenhingen (Ezekiel 29, 3). In Ägypten regnet es sehr selten (s. Raschi zu Genesis 47, 10 und Deut. 11, 10), doch hatte die menschliche Erfindungsgabe ein Bewässerungssystem geschaffen, mit Hilfe dessen Ägypten in einen blühenden Garten verwandelt wurde (Raschi zu Genesis 41, 1), wiewohl auf allen Seiten von Wüstenlandschaften umgeben. Diese Umstände brachten einen ausgedehnten und ausgeklügelten Götzenkult mit sich, der zwei charakteristische Merkmale zeigte: eine Vergötterung der Naturkräfte einerseits, und andererseits eine Vergötterung der Macht des Menschen, der da die Begabung hatte, sich die Natur nutzbar zu machen. Kult und Aberglaube der Ägypter erreichten ihren alljährlichen Höhepunkt zu der Zeit, da die Naturkräfte erwachten und sich erneuerten, d. h. im Frühlingsmonat. Dieser Monat stand unter dem Tierkreiszeichen "Widder" (Aries), und der Widder war eins der wichtigsten "heiligen" Symbole des ägyptischen Kultes.
Nach 210 Jahren der Unterwerfung unter die Pharaos wurde den Israeliten plötzlich von Moses verkündet, dass G-tt sie befreien würde – unter einer Bedingung: "Ziehet zurück und nehmt euch ein Lamm für eure Familien, und schlachtet das Pessachopfer" (Exodus 12, 21).
Zahlreiche Juden hatten sich assimiliert und waren vollständig in der ägyptischen Kultur und Religion aufgegangen (Schmot Rabba 14, 3; s. auch Tanja, Kap. 31). Mit dem Gebote "ziehet zurück" wurde ihnen bedeutet, dass sie sich vom Götzenkult des Landes "zurückziehen" und diesen absolut verwerfen sollten, indem sie G-tt das den Ägyptern heilige Lamm opferten. Es genügt nicht, wenn man dem ägyptischen Götzendienst bloß in seinem Herzen entsagt, oder auch in der häuslichen Zurückgezogenheit, heimlich und verstohlen. Nein, dieses muss in aller Öffentlichkeit geschehen, ohne Furcht (Schulchan Aruch Haraw, Anfang von Kap. 430), und bis zur kleinsten und letzten Einzelheit – so wie es mit dem Pessachopfer in die Tat umgesetzt wurde. Wenn es auf diese Weise geschieht, dann – so versichert Moses dem Volke im Namen G-ttes – wird die Befreiung kommen, nicht zu einer Zeit, da die Naturkräfte schlafen und verborgen liegen, sondern genau im Frühlingsmonat, wenn die Natur ihre größten Kräfte offenbart.
Ähnlich wie im alten Ägypten stehen heute viele in "Anbetung" vor der Oberherrschaft des Menschen und seinen wundervollen Leistungen. In diesem unserem Zeitalter der Wissenschaft gäbe es, so vermeinen sie, für G-tt keinen Platz. Da gibt Pessach, von je her und immer wieder, die Mahnung, dass wir uns "zurückziehen" und den Götzenkult des Landes verwerfen müssen, in welcher Form er immer sich auch zeigen mag. Wir müssen G-ttes Herrschaft über das Universum anerkennen, aller äußerlichen "Tarnung" durch die "Wunder der Natur" zum Trotz.
Quelle: Jüdische Info
aus jüdischer Sicht
von Dr. William Stern
Die dieswöchentliche Sidra berichtet, dass den Juden vor ihrem Auszug aus Ägypten befohlen wurde, ein Lamm zu opfern.
Kultur und Zivilisation der Ägypter waren weitgehend auf den Naturkräften und Naturerscheinungen aufgebaut, insbesondere wo diese auch mit dem Nil zusammenhingen (Ezekiel 29, 3). In Ägypten regnet es sehr selten (s. Raschi zu Genesis 47, 10 und Deut. 11, 10), doch hatte die menschliche Erfindungsgabe ein Bewässerungssystem geschaffen, mit Hilfe dessen Ägypten in einen blühenden Garten verwandelt wurde (Raschi zu Genesis 41, 1), wiewohl auf allen Seiten von Wüstenlandschaften umgeben. Diese Umstände brachten einen ausgedehnten und ausgeklügelten Götzenkult mit sich, der zwei charakteristische Merkmale zeigte: eine Vergötterung der Naturkräfte einerseits, und andererseits eine Vergötterung der Macht des Menschen, der da die Begabung hatte, sich die Natur nutzbar zu machen. Kult und Aberglaube der Ägypter erreichten ihren alljährlichen Höhepunkt zu der Zeit, da die Naturkräfte erwachten und sich erneuerten, d. h. im Frühlingsmonat. Dieser Monat stand unter dem Tierkreiszeichen "Widder" (Aries), und der Widder war eins der wichtigsten "heiligen" Symbole des ägyptischen Kultes.
Nach 210 Jahren der Unterwerfung unter die Pharaos wurde den Israeliten plötzlich von Moses verkündet, dass G-tt sie befreien würde – unter einer Bedingung: "Ziehet zurück und nehmt euch ein Lamm für eure Familien, und schlachtet das Pessachopfer" (Exodus 12, 21).
Zahlreiche Juden hatten sich assimiliert und waren vollständig in der ägyptischen Kultur und Religion aufgegangen (Schmot Rabba 14, 3; s. auch Tanja, Kap. 31). Mit dem Gebote "ziehet zurück" wurde ihnen bedeutet, dass sie sich vom Götzenkult des Landes "zurückziehen" und diesen absolut verwerfen sollten, indem sie G-tt das den Ägyptern heilige Lamm opferten. Es genügt nicht, wenn man dem ägyptischen Götzendienst bloß in seinem Herzen entsagt, oder auch in der häuslichen Zurückgezogenheit, heimlich und verstohlen. Nein, dieses muss in aller Öffentlichkeit geschehen, ohne Furcht (Schulchan Aruch Haraw, Anfang von Kap. 430), und bis zur kleinsten und letzten Einzelheit – so wie es mit dem Pessachopfer in die Tat umgesetzt wurde. Wenn es auf diese Weise geschieht, dann – so versichert Moses dem Volke im Namen G-ttes – wird die Befreiung kommen, nicht zu einer Zeit, da die Naturkräfte schlafen und verborgen liegen, sondern genau im Frühlingsmonat, wenn die Natur ihre größten Kräfte offenbart.
Ähnlich wie im alten Ägypten stehen heute viele in "Anbetung" vor der Oberherrschaft des Menschen und seinen wundervollen Leistungen. In diesem unserem Zeitalter der Wissenschaft gäbe es, so vermeinen sie, für G-tt keinen Platz. Da gibt Pessach, von je her und immer wieder, die Mahnung, dass wir uns "zurückziehen" und den Götzenkult des Landes verwerfen müssen, in welcher Form er immer sich auch zeigen mag. Wir müssen G-ttes Herrschaft über das Universum anerkennen, aller äußerlichen "Tarnung" durch die "Wunder der Natur" zum Trotz.
Quelle: Jüdische Info
Prüfe, was du hörst oder liest, mit Herz und Verstand -
und behalte das Gute !
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- DocNobbi
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Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
es ist sicher Interessant, mal die Kultur aus unterschiedlicher Sicht zu betrachten...
man sollte auch nie einseitig werden...
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eNTe
- Co-Moderator
Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
Danke für den Einrag Nobbi,
aus jüdischer Sicht
von Dr. William Stern
Ich hatte nicht gedacht, dass ich in so einem Sumpf hineingerate.
Als ich Hebräisch lernte, war ich ganz glücklich als eifriger Christ, dass ich nun den "heiligen" Namen sehen und schreiben konnte. Aber welch ein Schreck, die Bibel stimmte nicht mehr. Je mehr Wörter ich lernte, desto komplizierter wurden die Erzählungen, jeder Satz mit Doppeldeutungen, Kaskadenwitze! Ich platzte vor Freude über den Schatz und vor Wut: Was haben die uns da vorgesetzt, Jahrhunderte Schmarrn erzählt, unerhört! Dann stellte ich fest, dass selbst die Kirchenväter sich mit der Philosophie auskannten, erst ab der Mystik der Baum immer schräger wuchs.
Was meinte denn das Judentum? Auch da blieb ich nicht vor Schocks gefeit. Im Mittelalter Abtriftung. Maimonides schaffte den Sprung wieder zur Philosophie zurück. Und der Talmud? Wieviel Leute warfen den Leuten derart schreckliche Dinge vor, die keiner verstehen konnte: Dass Jesus täglich an die 200 Jungfrauen brauchte, erzählte der. Nachträglich gesagt, es muss so gewesen sein und ist auch heute noch so. Kein Wunder, bei solcher Informationsquelle mussten die Leute glauben, Juden sind verdorben und Christen Kannibalen, die täglich Jesu Fleisch verzehren und sein Blut trinken.
Wenn nun in Deinem Artikel teils die Raschi-Kommentare (ein Meister der Auslegung, aber weil er in Auslegung spricht genauso unverständlich zu lesen wie das AT) herangezogen werden, ist das Ding "wertlos". Ich meine, man muss zuerst all das aufrollen, was Raschi gemeint hat und dann noch wissen, ob Dr. Stern Raschi wörtlich oder in seinen Übertragungen gelesen hat. Meines Erachtens kommt da eine ganz merkwürdige Mischung heraus.
Wir haben einen ägyptologischen Kenner, Hathor.
Soll er doch sagen, ob dieser Satz "wahr" ist:
> Dieser Monat stand unter dem Tierkreiszeichen "Widder" (Aries), und der Widder war eins der wichtigsten "heiligen" Symbole des ägyptischen Kultes.
"Unwahr" ist auch der folgende Satz - Bedingung?
Nach 210 Jahren der Unterwerfung unter die Pharaos wurde den Israeliten plötzlich von Moses verkündet, dass G-tt sie befreien würde – unter einer Bedingung: "Ziehet zurück und nehmt euch ein Lamm für eure Familien, und schlachtet das Pessachopfer" (Exodus 12, 21).
Es gibt am Eingang des Karnaktempels am Nil eine Reihe wunderschöner Skulpturen - ich glaube es waren 20 auf jeder Reihe, wunderbare Steinböcke oder etwas Ähnliches. sprachlich repräsentieren sie mit ihrer Zahl zusammen "Wohlstand an Stärken". Widder waren es jedenfalls nicht. Die haben runde Hörner und dicke Wolle. Wenn der Autor spricht, Widder sei das "heilige" Tier und durch ein "Lamm" kommt die Befreiung" geht das alles ziemlich durcheinander.
aus jüdischer Sicht
von Dr. William Stern
Ich hatte nicht gedacht, dass ich in so einem Sumpf hineingerate.
Als ich Hebräisch lernte, war ich ganz glücklich als eifriger Christ, dass ich nun den "heiligen" Namen sehen und schreiben konnte. Aber welch ein Schreck, die Bibel stimmte nicht mehr. Je mehr Wörter ich lernte, desto komplizierter wurden die Erzählungen, jeder Satz mit Doppeldeutungen, Kaskadenwitze! Ich platzte vor Freude über den Schatz und vor Wut: Was haben die uns da vorgesetzt, Jahrhunderte Schmarrn erzählt, unerhört! Dann stellte ich fest, dass selbst die Kirchenväter sich mit der Philosophie auskannten, erst ab der Mystik der Baum immer schräger wuchs.
Was meinte denn das Judentum? Auch da blieb ich nicht vor Schocks gefeit. Im Mittelalter Abtriftung. Maimonides schaffte den Sprung wieder zur Philosophie zurück. Und der Talmud? Wieviel Leute warfen den Leuten derart schreckliche Dinge vor, die keiner verstehen konnte: Dass Jesus täglich an die 200 Jungfrauen brauchte, erzählte der. Nachträglich gesagt, es muss so gewesen sein und ist auch heute noch so. Kein Wunder, bei solcher Informationsquelle mussten die Leute glauben, Juden sind verdorben und Christen Kannibalen, die täglich Jesu Fleisch verzehren und sein Blut trinken.
Wenn nun in Deinem Artikel teils die Raschi-Kommentare (ein Meister der Auslegung, aber weil er in Auslegung spricht genauso unverständlich zu lesen wie das AT) herangezogen werden, ist das Ding "wertlos". Ich meine, man muss zuerst all das aufrollen, was Raschi gemeint hat und dann noch wissen, ob Dr. Stern Raschi wörtlich oder in seinen Übertragungen gelesen hat. Meines Erachtens kommt da eine ganz merkwürdige Mischung heraus.
Wir haben einen ägyptologischen Kenner, Hathor.
Soll er doch sagen, ob dieser Satz "wahr" ist:
> Dieser Monat stand unter dem Tierkreiszeichen "Widder" (Aries), und der Widder war eins der wichtigsten "heiligen" Symbole des ägyptischen Kultes.
"Unwahr" ist auch der folgende Satz - Bedingung?
Nach 210 Jahren der Unterwerfung unter die Pharaos wurde den Israeliten plötzlich von Moses verkündet, dass G-tt sie befreien würde – unter einer Bedingung: "Ziehet zurück und nehmt euch ein Lamm für eure Familien, und schlachtet das Pessachopfer" (Exodus 12, 21).
Es gibt am Eingang des Karnaktempels am Nil eine Reihe wunderschöner Skulpturen - ich glaube es waren 20 auf jeder Reihe, wunderbare Steinböcke oder etwas Ähnliches. sprachlich repräsentieren sie mit ihrer Zahl zusammen "Wohlstand an Stärken". Widder waren es jedenfalls nicht. Die haben runde Hörner und dicke Wolle. Wenn der Autor spricht, Widder sei das "heilige" Tier und durch ein "Lamm" kommt die Befreiung" geht das alles ziemlich durcheinander.
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wulfila
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Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
Ich dachte immer, das zentrale an der Lammgeschichte ist die Betonung des "Erstgeborenen" - ich bin jetzt ein wenig zu faul zum Nachschlagen - aber wenn ich das richtig im Kopf habe, dann wurden doch in Ägypten alle Erstgeborenen getötet, währen dort, wo das Blut des Lammes an den Türpfosten war, die Erstgeborenen geschützt waren?
In der spirituellen Astrologie wird die ägyptische Kultur mit der Stierzeit (Frühlingspunkt im Stier) und die jüdisch-griechische Kultur mit dem Widderzeitalter gleichgesetzt.
Sag mal Hathor ist das eigentlich stimmig? Gibt es wirklich eine Überbetonung vom Stierkult in Ägypten?
lg
In der spirituellen Astrologie wird die ägyptische Kultur mit der Stierzeit (Frühlingspunkt im Stier) und die jüdisch-griechische Kultur mit dem Widderzeitalter gleichgesetzt.
Sag mal Hathor ist das eigentlich stimmig? Gibt es wirklich eine Überbetonung vom Stierkult in Ägypten?
lg
Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
Ich weiß nicht, wie das zu Zeiten des alten Ägypten war. Aber die Opferung eines Tieres ist heute auch in Ägypten üblich. Nicht nur da, sondern im Islam allgemein. Das Opferfest (Bajram) ist der wichtigste islamische Feiertag. Wenn möglich, wird ein Schaf geschlachtet, im Notfall kann es aber auch eine Ziege sein. Obwohl das Schächten meine persönlichen Gefühle verletzt, finde ich es aber doch gut, dass 1/3 dieses Opfertieres an Bedürfige gegeben wird. Das wird auch eingehalten.
Der Sinn und Zweck dieses Brauches mag zwar in den verschiednen Religionen unterschiedich sein, der Brauch an sich ist fast der gleiche.
Info's dazu z.B. unter
http://www.br-online.de/bayern/feste-un ... 878338.xml
Der Sinn und Zweck dieses Brauches mag zwar in den verschiednen Religionen unterschiedich sein, der Brauch an sich ist fast der gleiche.
Info's dazu z.B. unter
http://www.br-online.de/bayern/feste-un ... 878338.xml
Viele Grüße
Dolphin
Es ist manchmal zu früh aber nie zu spät, ein neues Ziel anzusteuern.
Dolphin
Es ist manchmal zu früh aber nie zu spät, ein neues Ziel anzusteuern.
Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
Hallo DocNobbi, eNTe, Wulfila!
In euren obigen Beiträgen werde ich ja mehrmals aufgefordert, meine Ansicht dazu zu sagen.
Nun, die alten Ägypter kannten den astrologischen Tierkreis, an der Decke des Hathor-Tempels zu Dendera ist er aufgezeichnet. Ob der Frühlingsmonat aber nach dem Widder hieß, kann ich nicht sagen.
Es stimmt, Widder waren heilige Tiere. Anfangs war der Gott Chnum als Widder der Gott der Nilquellen, dann wurde er auch der Schutzgott von Elephantine und schließlich avancierte der Widder als Symbol von Gottvater Amun. Auf der 3 km langen Prozessionsstraße zwischen dem Amun-Tempel in Karnak und dem in Theben standen nicht nur 20 Widder, sondern 1 300. Man stelle sich das einmal vor, 1 300 lebensgroße Widder in Stein auf einer Strecke von 3 km, alle paar Meter einer.
Sie wurden verehrt beim höchsten Fest de Jahres, dem Opet-Fest, wenn Gott Amun in einer Nilbarke von seinem Tempel in Karnak seinen Tempel in Theben besuchte und das Volk feiernd und musizierend die Prozessionsstraße belebte. An den Tempelwänden sind heute noch Bilder davon angebracht. Ich habe sie gesehen und werde bei Gelegenheit noch einen Bericht darüber bringen.
Zu der weiteren Frage von Wulfila kann ich sagen, dass die alten Ägypter damals tatsächlich einen gewissen Stierkult hatten. Sie verehrten schwarze Stiere in Gestalt von Gott Serapis in einem eigenen Tempel. Auch die riesigen Höhlen des Serapeums darunter sind sehenswert und rätselhaft. Doch auch darüber bedarf es eines weiteren Berichtes.
VG Hathor
In euren obigen Beiträgen werde ich ja mehrmals aufgefordert, meine Ansicht dazu zu sagen.
Nun, die alten Ägypter kannten den astrologischen Tierkreis, an der Decke des Hathor-Tempels zu Dendera ist er aufgezeichnet. Ob der Frühlingsmonat aber nach dem Widder hieß, kann ich nicht sagen.
Es stimmt, Widder waren heilige Tiere. Anfangs war der Gott Chnum als Widder der Gott der Nilquellen, dann wurde er auch der Schutzgott von Elephantine und schließlich avancierte der Widder als Symbol von Gottvater Amun. Auf der 3 km langen Prozessionsstraße zwischen dem Amun-Tempel in Karnak und dem in Theben standen nicht nur 20 Widder, sondern 1 300. Man stelle sich das einmal vor, 1 300 lebensgroße Widder in Stein auf einer Strecke von 3 km, alle paar Meter einer.
Sie wurden verehrt beim höchsten Fest de Jahres, dem Opet-Fest, wenn Gott Amun in einer Nilbarke von seinem Tempel in Karnak seinen Tempel in Theben besuchte und das Volk feiernd und musizierend die Prozessionsstraße belebte. An den Tempelwänden sind heute noch Bilder davon angebracht. Ich habe sie gesehen und werde bei Gelegenheit noch einen Bericht darüber bringen.
Zu der weiteren Frage von Wulfila kann ich sagen, dass die alten Ägypter damals tatsächlich einen gewissen Stierkult hatten. Sie verehrten schwarze Stiere in Gestalt von Gott Serapis in einem eigenen Tempel. Auch die riesigen Höhlen des Serapeums darunter sind sehenswert und rätselhaft. Doch auch darüber bedarf es eines weiteren Berichtes.
VG Hathor
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wulfila
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Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
Danke Hathor
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eNTe
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Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
Hathor erzähl mal, wie sie den Widdern Löwenpfoten anmontiert haben...
Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
Hallo Ente!
Schon mal was von künstlerischer Freiheit gehört?
Betrachte Dir mal die Sphingen.
Schon mal was von künstlerischer Freiheit gehört?
Betrachte Dir mal die Sphingen.
-
eNTe
- Co-Moderator
Re: Götzenkult – in Ägypten und heute
> Betrachte Dir mal die Sphingen.
Ist Dir nichts besseres eingefallen?
In Bayern gibt es noch viel buntere Wolpertinger - einfach so zwecks der Gaudi.
Aber doch nicht in Ägypten! Die hatten für alles einen Sinn, es war ein Symbol.
Ist Dir nichts besseres eingefallen?
In Bayern gibt es noch viel buntere Wolpertinger - einfach so zwecks der Gaudi.
Aber doch nicht in Ägypten! Die hatten für alles einen Sinn, es war ein Symbol.
