Warum halten wir uns dann an alle der 10 Gebote mit Ausnahme des Sabbatgesetzes?
maggie hat geschrieben:Der Wechsel von der jüdischen zur christlichen Anbetungsform ist mit einer Verfassungsänderung vergleichbar. Wenn in einem Land eine neue Verfassung offiziell in Kraft tritt, muss die alte nicht mehr eingehalten werden. Manche Gesetze sind vielleicht eins zu eins aus der alten Verfassung übernommen worden, andere dagegen wurden geändert.
Ziehen wir jetzt die Parallele: Gott gab der Nation Israel über 600 Gesetze — darunter auch die Zehn Gebote. Sie deckten Bereiche ab wie Moral, Opfer, Gesundheit und auch den Sabbat. Wie Jesus sagte, würden seine gesalbten Nachfolger jedoch eine neue „Nation“ bilden - Matthäus 21:43. Seit 33 n.Chr. hat diese Nation eine neue „Verfassung“, die auf zwei Säulen ruht: auf der Liebe zu Gott und der Liebe zu den Menschen -Matthäus 22:36-40. Das „Gesetz des Christus“ enthält viele Bestimmungen, die sich von denen für das Volk Israel gar nicht so sehr unterscheiden. Einige sind erwartungsgemäß völlig anders. Andere, wie zum Beispiel das Sabbatgesetz, [Einschub von Beröer: Siehe unsere drei Texte, auf die Du bis jetzt nicht eingegangen bist] gelten gar nicht mehr.
Aus diesem Grund schrieb Paulus auch in Kolosser 2 nachdem er in Vers 14, auf die Ungültigigkeit
des Gesetzes Bezug nahm im Vers 16, dass ein Christ nicht verurteilt werden kann, wenn er den Sabbat nicht hält.
Gute Nachricht
Kolosser 2:16-17
16 Darum soll euch niemand verurteilen wegen eurer Ess- und Trinkgewohnheiten oder weil ihr bestimmte Festtage oder den Neumondstag oder den Sabbat nicht beachtet.
Er schrieb nicht, dass ein Christ nicht verurteilt werden kann, wenn er stiehlt, die Ehe bricht oder mordet usw.
Warum plädierte aber Jesus dafür das Gesetz zu lehren und zu halten?
Harold hat geschrieben:
Was an den Worten von Jesus kann man hier nicht verstehen?
Matthäus 5:19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute also lehrt, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich, wer sie aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.“
Du gehst davon aus, dass solche Aussagen für alle Ewigkeit gelten?
Zu DIESEM Zeitpunkt, als Jesus das sagte war das noch erforderlich.
Doch bereits in Johannes 4 deutete Jesus einen bevorstehenden, großen Wechsel in gottgefälliger Anbetung an:
Einheitsübersetzung
Johannes 4:20-24
20 Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.21 Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.
23 Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden.
24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Wenige Jahre später, als sich sein „reanimieren“ der Jüdischen Nation erfolglos erwies sagte er:
Elberfelder
Matth21:43
43 Deswegen sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, die seine Früchte bringen wird.
Im Hebräerbrief erläutert Paulus dann ausführlich, wie das ganze sichtbare, jüdische Anbetungssystem mit seinen mosaischen Gesetzesvorschriften abgelöst wurde von unsichtbaren geistigen Dingen. Siehe Hebr. 10:1
Betrachten wir den Matthäustext auch nochmal im unmittelbaren Kontext
Neues Leben
Matth 5:17-19
17 Versteht nicht falsch, warum ich gekommen bin. Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz oder die Schriften der Propheten abzuschaffen. Im Gegenteil, ich bin gekommen, um sie
zu erfüllen.
18 Ich versichere euch: Solange der Himmel und die Erde bestehen, wird selbst die kleinste Einzelheit von Gottes Gesetz gültig bleiben, so lange,
bis ihr Zweck erfüllt ist.
19 Wenn ihr also das kleinste Gebot brecht und andere dazu ermuntert, dasselbe zu tun, werdet ihr auch die Geringsten im Himmelreich sein. Dagegen wird jeder, der die Gesetze Gottes befolgt und sie anderen erklärt, im Himmelreich groß sein.
Welchem Zweck diente das Gesetz?
maggie hat geschrieben: Dazu ein Vergleich: Ein Bauunternehmer erfüllt einen Bauvertrag nicht dadurch, dass er den Vertrag zerreißt, sondern er stellt das Gebäude fertig. Sind alle Arbeiten abgeschlossen und ist der Bauherr zufrieden, ist der Vertrag jedoch erfüllt und der Unternehmer ist nicht mehr daran gebunden. Mit Jesus und dem Gesetz war es ähnlich: Er hat das Gesetz nicht gebrochen — oder den Vertrag zerrissen, um bei dem Vergleich zu bleiben —, sondern er hat es bis ins Kleinste eingehalten. Dadurch hat er das Gesetz erfüllt, und es war für Gottes Volk nicht mehr bindend.
Man könnte die Situation auch mit einer Rechenaufgabe vergleichen die den Schülern gegeben wurde. Diese Aufgabe kann keiner erfüllen, alle beißen sich sozusagen die Zähne daran aus, bis es einer, ein besonderer Schüler schafft und an der Tafel auflöst. Dann hat diese Aufgabe seinen Zweck erfüllt.
Die Aufgabe, die uns gestellt wurde ist ein Leben in Gottes Anerkennung zu führen, was uns aber einfach, zufolge der Erbsünde nicht gelingen will. Das Gesetz machte lediglich deutlich dass wir Gefangene der Sünde sind, aber befreien konnte/kann es uns nicht, das kann nur Jesus.
Dieser Sachverhalt wird hier untermauert
Hoffnung für alle
Galater 3:19-25
19 Was aber soll dann noch das Gesetz? Gott hat es zusätzlich gegeben, damit wir das Ausmaß unserer Sünden erkennen. Dieses Gesetz - von den Engeln durch den Vermittler Mose zu uns gebracht - sollte auch nur so lange gelten, bis der Nachkomme Abrahams da wäre, an dem Gott sein Versprechen erfüllen wollte.
22 Aber in der Heiligen Schrift heißt es eindeutig, dass wir alle Gefangene der Sünde sind und dass wir allein durch den Glauben an Jesus Christus befreit werden. Denn in Christus hat sich Gottes Versprechen erfüllt.
23 Bevor aber der Glaube kam, hielt das Gesetz uns gefangen. Das dauerte so lange, bis die Zeit da war, in der der Glaube an Christus uns befreien sollte.
24-25 Bis dahin hatte das Gesetz für uns die Aufgabe eines strengen Erziehers.
Seit Christus aber finden wir durch den Glauben die Anerkennung Gottes und sind dem Gesetz, diesem strengen Erzieher, nicht mehr unterstellt.
Viele Grüße
Beröer