Liebe Gertrud,
freut mich, dass Du über so eine lange Zeit das schon einmal besprochene Thema gemerkt hast.
Wenn ich so die ururalten Geschichten der christlichen Kirchenväter lese, bemerke ich, dass sie das auch schon besprachen. Das Dumme ist, das scheiterte alles (danach - lange Zeit später) am Nichtverstehen!
Da hat jeder seine eigenen Himmelchen und Erlösungsmechanismen dazuerfunden. Was bei Kochrezepten und Firmenfeiern wunderbar ist, mit etwas Fantasie bereichern, ist aber in der Mathematik und bei Grammatikregeln verheerend. Das klappt dann nicht, wenn das jeder nach Belieben macht.
Ich stehe auch oft mit Bangen vor manchen "Lösungen". Oft sind sie im -Moment das Beste. Und dann kommt was Besseres. Da muss ich es machen, wie man es eben macht: Das Bessere wählen.
Liebe Getrud, solange Du Dir persönlich irgendetwas Malerisches mit Baum und Frucht vorstellst und es für Dich schön ist, warum nicht? Solange dabei kein Unterdrücken der Frau durch den Mann herauskommt, wie man die Bibelverse aus Gen. 3 interpretierte, und auch kein Mord und Totschlag, wie man mache Bibelstellen wörtlich nehmen würde. Solange keine Leute schockiert sind, weil sie wegen einer Bedingung in der Bibel in die Hölle zu kommen befürchten oder was weiß ich was es an dummen oder klugen Vorstellungen gibt, die sich Leute alle machen, weil sie ein Buch in die Hand nehmen in dem steht: "... und Gott sprach".
Bleib also am Boden der Tatsachen.
Gott gibt Ratschläge, die dazu führen, dass man im Garten Eden lebt: Man sieht alles an und alles ist gut. Die Schlange, die Schlauheit (?), gibt andere Ratschläge, die dazu führen, dass es Fortschritt gibt.
Der Fortschritt macht es besser aber nicht gut. Wenn dir ein Kranker sagt, es gehe ihm besser, dann weißt du, ihm geht es noch nicht gut. Genauso ist es auch mit dem Fortschritt. Es wird zwar immer besser aber niemals GUT. Wenn der Mensch schlau wird, fällt ihm als erstes seine Nacktheit auf.
Gott gibt keine Ratschläge. Das ist eine Masche mit einer Redewendung religiöses Leute. Die Ratschläge gibt das Leben selbst. Ratschläge erhält man von netten Leuten oder durch Beobachten. Du siehst vieles intuitiv richtig. Es ist viel Erfahrung da - und wie geben wir sie weiter? Vor allem was kommt an?
Da ist jeder selbst verantwortlich - wie er sich selbst Klarheit verschafft.
Die vagen Vorstellungen und das nicht zusammengehen dauert eben so lange, bis man durchblickt und einsieht, dass es in der Welt nur gemeinsam geht. Dazu braucht es aber eine "Durchsicht", die klare Lösung. Dann muss ich Dein Sprichwort umdrehen: Wenn einer "nackt" ist, nichts mehr verbergen kann, dann ist man klug. Wenn die Worte dann beim einen so gewählt werden, dass alles gesagt wäre und beim anderen so bedacht sind, dass er an alles denkt, dann dürfte es wohl am Besten passen.
"Adam und Eva" /Menschheit und ihr Erlebnis waren "nackt" arom, arom = klug geworden. Da waren sie gerüstet, nachdem ihnen "die Augen aufgingen". Sie machten sich Feigenblätter als Schürzen.
Die sind etwas ungemütlich. Zum Dichten in dem Fall jedoch gut geeignet.
Gott sagte nicht etwa einen Fluch, dass die Erde für sie Disteln tragen solle, sondern sie meinten Spitzen.
Die wählten die Worte so präzise, dass es viel nachzudenken gilt.
Gen.3.14 schrieben sie in der Übersetzung: Da sprach Gott der HERR...
Weder steht im hebräischen Text Herr noch Gott, sondern JHWH Elohim.
Übersetzt man das, sagt man - wie es sein soll - ihr Bestes.
Man soll nicht die Geschichte kaputtmachen.
Deshalb haben Rabbiner anfangs immer andere Erklärungen benutzt, damit das aufgeht zwischen Ansicht Erzählung und Vorstellungswelt.