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nordische Mythologie

Verfasst: Do 18. Nov 2010, 11:46
von pia
Nordische Mythologie

Vorwort



Was wir mit Nordischer Mythologie verbinden, hat seinen Ursprung zuerst in den Aufzeichnungen der EDDA, einem Liederzyklus, der zuerst in Altisländischer Sprache im 8. Bis 12. Jahrhundert zusammengetragen und aufgezeichnet wurde. Die Edda ist aufgegliedert in eine Ältere und eine Jüngere Edda, erstere aufgeteilt in Götter- und Heldenlieder, verfasst in Stabreimen, die Jüngere Edda in Prosa, entstanden um 1220, in Prosa, dient im wesentlichen der Erläuterung der Verse der Älteren Edda und beinhaltet darüber hinaus praktische Tipps und Anleitungen für die damaligen Dichter, die Skalden.

Die Mythologie des Nordens unterscheidet sich grundlegend von der anderer, südlicherer Völker. Geprägt durch ein raues, lebensfeindliches Klima, haben die Nordischen Völker auch ihre Götter hart und unduldsam erschaffen, ist ihr Glaube an das Schicksal und seine Unausweichlichkeit ebenso tief wie fatalistisch. Den Helden, der am Ende immer strahlend triumphiert, wird man hier vergeblich suchen, das Konzept von Schuld, die Vergebung und Sühne nach sich zieht, ebenso. Schuld zieht nur immer neue Schuld nach sich, es gilt das Recht der Blutrache, die immer neue Morde zur Folge hat. Der Held ist sich dessen bewusst, ebenso wie der Unausweichlichkeit seines eigenen Verhängnisses. Edel handelt er trotzdem, will er sich doch seinen Platz im Götterhimmel, Walhalla, sichern.

Heidnisch und barbarisch ist aus heutiger Sicht die Zeit, die in der Edda skizziert wird und heidnisch und barbarisch sind auch die dort beschriebenen Götter und Helden. Erste Anklänge ans Christentum sind rar und eher zufällig. Vergebung ist nicht Tugend, sondern Schwäche. Dementsprechend sind auch die großen Germanischen Heldenfiguren, die später nach diesem Vorbild entstehen, wie etwa die Helden der Nibelungensage (Siegfried, Kriemhild, Brunhild, Hagen von Tronje und Co.) oder auch Roland oder Gudrun noch nur in Ansätzen Christianisiert.

Es ist eine harte, brutale Welt, in die wir uns mit Betreten des Nordischen Mythenkreises begeben, aber sie ist auch faszinierend. Sie ist kompromisslos gerecht und ihre Götter und Helden sind nur umso bewunderungswürdiger, als sie selbst angesichts des bevorstehenden Verhängnisses niemals aufgeben das richtige und edle zu wollen und zu tun.

quellennachweis: das Mythentor im www.

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Do 18. Nov 2010, 11:52
von pia
Nordische Mythologie

Die Erschaffung der Welt




Yggdrasil, die Weltesche
(Illustration, Nordische Antiquitäten, 1847)

Einst war das Alter, da alles nicht war,
Nicht Sand noch See noch salzge Wellen,
Nicht Erde fand sich noch Überhimmel,
Gähnender Abgrund und Gras nirgend
(Jüngere Edda, 4)

Wie ein roter Faden zieht es sich durch die Nordische Mythologie, und auch die Entstehungsgeschichte der Welt, wie die alten Wikinger sie sich vorstellten, ist davon bestimmt: Gewalt, Brutalität und Tod.

Vor der Schöpfung gab es eine kalte Welt, Niflheim, ganz Eis und Kälte. Und es gab eine heiße Welt, Muspelheim, ganz Glut und Feuer, deren Grenze von Surtur mit dem flammenden Schwert bewacht wurde. Dazwischen liegt Ginnungagap, das geheimnisvolle Nichts, die gähnende Leere.

Im kalten Niflheim ist der Brunnen Hwergelmir, aus dem zwölf Flüsse entspringen. Auf der Seite Ginnungagaps, die Niflheim zugewendet ist, gefriert das Wasser zu Eis, welches sich immer weiter nach Süden ausdehnt, dem warmen Muspelheim zu, bis Eis und Feuer schließlich aufeinandertreffen. Daraus entsteht das erste Lebewesen, der Frostriese Ymir, aus dessen Schweiß noch ein Mann und eine Frau entstehen und der mit den Füßen zwei Söhne zeugt, so dass er zum Vater des Geschlechts der Riesen wird. Er ernährt sich von der Milch der Kuh Audumla, die aus schmelzendem Eis heraus zum Vorschein gekommen ist. Sie selbst ernährt sich, indem sie das salzige Eis leckt und nach einer Weile leckt sie daraus den ersten Mann, Buri, hervor, der mit einer Riesin seinen Sohn Bör zeugt, dessen Söhne wiederum Odin, Wili und We sind, also Wotan, Hönir und Loki, die ersten drei Asen und zugleich die vornehmsten.

Diese drei Asen erschlagen nun den Riesen Ymir und bilden aus den Überresten seines Körpers die Welt.

Aus Ymirs Fleisch ward die Erde geschaffen,
Aus dem Schweiße die See,
Aus dem Gebein die Berge, die Bäume aus dem Haar,
Aus der Hirnschale der Himmel.
Aus den Augenbrauen schufen gütige Asen
Midgard den Menschensöhnen,
Aber aus seinem Hirn sind alle hartgemuten
Wolken erschaffen worden.
(Jüngere Edda, 8)

Aus dem Blut des Riesen wird das Weltmeer, das die Erde umschließt, darin ist die Erde befestigt. Die Hirnschale, die den Himmel bildet, wird mit vier Hörnern über die Erde erhoben, darunter sitzen die Zwerge Austri, Westri, Nordri und Sudri. Sie erleuchten den Himmel mit Feuerfunken aus Muspelheim.

Aus zwei Bäumen werden die ersten Menschen erschaffen, der Mann Ask und die Frau Embla. Ihre Heimstatt ist Midgard, während die Burg der Asen Asgard heißt. Von dort beobachtet Odin als oberster Gott die Welt und Menschheit und zeugt das Geschlecht der Asen; deshalb heißt er Allvater, weil sowohl Götter als auch Menschen von ihm abstammen.



bilder im mytentor zu sehen(die wollen nicht mitkommen beim kopieren)
sende dann noch link dazu.
gruss pia

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Do 18. Nov 2010, 12:12
von pia
also der quellennachweis-link is jetzt mal im thema "ùber mythologie" drinnen.
hier noch nen anderen link:

http://www.hels-crusade.com/Framemyth.htm

mit technik kàmpfend pia :geek: :geek:

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Do 18. Nov 2010, 16:19
von Hathor
Hallo Pia!

Soso Pia, dann bist Du also eine Anhängerin der nordischen Mythologie. Bist Du eine ASATRU?

Mein Hobby ist ja die Mythologie und die nordische kommt direkt nach meinem Lieblingskind, der ägyptischen. Kürzlich habe ich darüber mehr als ein Dutzend Beiträge geschrieben.

Du beginnst hier mit Yggdrasil, schön, richtiger Beginn war aber schon viel früher, beim Krieg Wanen gegen Asen und ihrer Vereinigung dann.

VG Ardjuna

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Fr 19. Nov 2010, 02:44
von pia
lieber hathor,
hab gerade googeln mùssen, um ùberhaupt antworten zu kònnen.
wanen und asen sind also gòtter.
mein gott! hatten die einen haufen davon!!!
Riesen ja auch.....
ich lese nur gerne sagen und leggenden, sonst hab ich ehrlich gesagt noch keine ahnung davon.

asatru, das meinst du wohl ironisch: :D
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wikipedia sagt dazu:
Mit Ásatrú bezeichnet man heute verschiedene Ausprägungen des nordisch-germanischen Neuheidentums.

Ásatrú (an. Asenglaube)
Ásatrú ist ein altnordischer/isländischer Neologismus bestehend aus ása, dem Genitiv von altnordisch áss (Ase = Gottheit) und trú (Treue bzw. Glaube). So bezeichnet die Ásatrú („Asentreue“) die Treue zu, den Glauben an oder das Vertrauen in die heidnischen germanischen Götter, die Asen und Wanen.

Eine Bezeichnung für den alten heidnischen Glauben( Ásatrú )
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wie kann ich an die gòtter glauben, wenn ich sie nichtmal kenne?
aber ich hab schon bischen was gelernt.

danke pia :)

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Fr 19. Nov 2010, 10:04
von Hathor
Hallo Pia!

Wieso nennst Du mich jetzt Hathor? Kennst Du mich irgendwo anders her?

Nein, ich meinte ASATRU nicht ironisch, das sind Anhänger des altnordischen Asenglaubens.

Die Sagen und Legenden der Mythologie sind mein Hauptinteressengebiet, darin kenne ich mich aus. Bei den Geschichten und Überlieferungen der Germanen, Kelten, Griechen, Ägypter, Sumer, Hindus.

Doch was bringe ich da? Ich würde schulmeisterlich schreiben, hieß es gestern.

Also werde ich mich wohl etwas zurückziehen.

VG Ardjuna

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Fr 19. Nov 2010, 14:23
von pia
lieber hathor,(ardjuna)

ich kenn dich von niergends her- bitte nicht gleich wieder verschwinden, oder sag wenigst wo du wiederzufinden bist in der www.
bitte lass die leute reden. die zunge hat keine knochen in sich sagen die marokkaner und deshalb hat sie keinen halt.
wenn die leute schon alles besser wissen, dann brauchen sie ja von deinem wissen nix mehr lernen. ich mòchte aber schon, dass du weiterschreibst.
bitte nicht vertreiben lassen- du bist ein wichtiges element hier.
und das forum wùrde viel verlieren.
es ist eine gute mòglichkeit hier.
fùr mich persònlich ist das bereichernd und geistig anregend.
ein schulmeister ist ein guter lehrer . einer der auch einfach erklàren kann hat klarheit in sich.

mir ist wieder ein licht aufgegangen.
warum sagt gott- du sollst nur an eine gott glauben und nicht an vielgòtterei, etc.
er sagt dass, weil es sich unter der ganzen buntheit der menschlichen ansichten ùber gott, doch immer nur um den selben gott handelt.
und wir sollen uns nicht streiten, ob wir ihn jetzt allah oder jahwe oder nirwana oder brahma oder zaratustra nennen........
er ist und bleibt immer der selbe, egal wie verschieden wir ihn sehen.

ein gutes beispiel ist da der koran(bekanntlich ist das ja eine abspaltung von abraham aus, von dem sohn seiner nebenfrau ausgegangen)
viele stellen im koran, erinnern an die geschichte der bibel, aber sie sind in einem orientalischen kontext wiederzufinden. der koran ist hauptsàchlich eine mùndliche ùberlieferung gewesen. heute sind die suren zwar aufgeschrieben, aber der ausdruck beim vortragen soll sehr wichtig sein noch immer.
es geht noch immer mehr um das gesprochene wort.
ich wollte aber nur sagen, dass mit allah sicher derselbe gott gemeint ist- nur haben die menschen es farbig ausgeschmùckt, damit es in ihre kultur passt.
das kriegerische bei dem ganzen ist sicher auch eine interpretation und eine chraktereigenschaft der menschen, welche sich da wiederspiegelt.
so wie die alten assyrer und die wikinger wilde hunde waren- so brauchten sie auch ihre(n) kriegsgott.(kriegsgòtter)
hier sind wir wieder bei der vielgòtterei.
ich denk das sind alles zu kleine fische(odin, wotan, zeus,........) deshalb ist gott dagegen, dass er so aufgesplittert wird in kleingottheiten.
er will sagen, dass gott einfach mehr ist, alles, der urgrund , ein einziges allumfassendes sein(wesenheit) und mehr noch drùber hinaus fùr die ewigkeit oder das
absolute glùcklichsein.....

ich haffe stark, dass du hierbleibst.
sonst muss ich bei nobbi nachfragen, wo du zu finden bist und das forum hier hat ein loch dann. :P :cry:

gott segne dich
pia

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Fr 19. Nov 2010, 15:30
von Hathor
Hallo Pia!

Du bist wunderbar, vielen Dank noch für Deinen wirklich aufbauenden Beitrag.

Wenn Du wirklich was lernen willst, dann schick mir bitte Deine Mailadresse über Persönliche Nachrichten (damit niemand sonst sie liest) und ich kann Dich zu zwei Dingen einladen. Einmal zu unserer Yahoo-Mitglieder-Gruppe http://de.groups.yahoo.com/group/Esoterikgebiete/, die Nobby und ich seit 2005 betreiben und in der wir bisher über mehr als 200 Themen diskutierten, dann zu unserer Ägypten-Gruppe, in der ich oft montags abends Referate halte (das nächstemal am 29. 11.)
Natürlich ist alles kostenlos.

VG Hathor

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Fr 26. Nov 2010, 16:52
von MZed
Was mich interessieren würde: Warum empfindest du die von dir zitierten Verse aus der jüngeren Edda als kalt und unbarmherzig? Als ich damals die Edda - in beiden Versionen - gelesen habe, fielen mir immer wieder dezente Parallelen zwischen den Überlieferungen des Nordens mit der Überlieferung meines eigenen Glaubenssystems - der christlich/jüdischen Überlieferung - auf. Für mich gehört auch das zum mystischen Weg: offen zu sein für das von Gott in allen Dingen - und Offenbarungen seiner Wahrheit und seines Wesens auch in allen Glaubenssystemen.

Einst war das Alter, da alles nicht war,
Nicht Sand noch See noch salzge Wellen,
Nicht Erde fand sich noch Überhimmel,
Gähnender Abgrund und Gras nirgend.
(Jüngere Edda, 4)

Im Anfang schuf Gott die Himmel und das Land.
Die Erde aber war wüst und leer, (oder auch: große Durcheinanderwirbelung)
und es war finster auf der Tiefe;
und der Geist Gottes schwebte über dem (Ur-)Wasser.
(1.Mose 1-3)

Mythologisch gesehen, erinnert das doch an eine durchaus ähnliche Szenerie. Wir sind im Anfang, einem Alter als es noch nichts gab. Oder auch: Einer Zeit, die sich von unserer irdischen Zeit substantiell unterscheidet. Die Wendung "da alles nicht war" erinnert entfernt schon an die creatio ex nihilo, die Schöpfung aus dem Nichts - die in der theologiegeschichte des Christentums eine wesentliche Rolle gespielt hatte.In der konkreten Ausgestaltung der Schöpfungsgeschichte mag es dann Unterschiede geben, zumal die Edda hier - wie wir es in polytheistischen Systemen immer wieder antreffen - einen archetypischen Kampf zwischen den Mächten des Lichts (hier: Asen) und den Mächten der Finsternis (Riesen) schildert, die aus dem uranfänglichen Chaos die uns bekannte Ordnung der Dinge schaffen. Erinnert doch auch dezent an den babylonischen Schöpfungsmythos des Enuma elisch - in dem es noch vor Beginn unserer Welt zu einem Kampf der Götter kommt, im Zuge dessen wiederrum das uranfängliche Chaos (Kampf) durch die Ordnung der Dinge (Schöpfung) überwunden wird. Dagegen offenbart die christliche Schöpfunsggeschichte das Wesen Gottes als des "ganz anderen" - der alleine durch die Kraft seines Wortes Dinge aus dem Nichts ins Dasein ruft, und so greifbare Realität erschafft. Und da sehe ich zugleich auch einen großen Unterschied zwischen christlicher und germanischer Überlieferung: Der christliche Gott wird uns im AT als Schöpfer geoffenbart, der aus dem Nichts heraus Neues schafft - die Götter des germansichen Pantheons dagegen sind eher Gestalter, die Materie nicht aus sich selbst erzeugen, sondern eher in Richtung einer Neugestaltung der Wirklichkeit restrukturieren und umdeuten...

Re: nordische Mythologie

Verfasst: Do 2. Dez 2010, 07:12
von pia
sg. mzed,

kam erst jetzt besser zum durchlesen deines beitrages.
eine interessante gegenùberstellung der alten schriften.

bei deinem letzten gedankengang kann ich dir aber nichtmehr ganz folgen?
du schreibst:
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dieGötter des germansichen Pantheons dagegen sind eher Gestalter, die Materie nicht aus sich selbst erzeugen, sondern eher in Richtung einer Neugestaltung der Wirklichkeit restrukturieren und umdeuten...MZed
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gruss pia