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Studie behauptet: Kinder von Arbeitslosen sind kleiner

Verfasst: Di 3. Jan 2012, 23:50
von DocNobbi
Gesellschaft
Studie behauptet: Kinder von Arbeitslosen sind kleiner
:klugs**eisser:

Arbeitslosigkeit hat nicht nur gravierende Folgen für Erwachsene. Sie wirkt
sich laut einer Studie auch auf die Größe ihrer Kinder aus.

Tübingen. Arbeitslose haben einer Analyse der Universität Tübingen zufolge
in der Regel kleinere Kinder. Der Wirtschaftshistoriker Jörg Baten hatte in
Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt Brandenburg die Daten von mehr
als 250 000 Kindern aus dem ostdeutschen Bundesland ausgewertet. Ergebnis:
Erstklässler, deren Vater oder Mutter keinen Job haben, sind im Schnitt 1,5
Zentimeter kleiner als ihre Altersgenossen.

"Es ist erstaunlich, dass sich die Arbeitslosigkeit in eigentlich gut
ernährten und sozial abgefederten Staaten so deutlich auswirkt", sagte Baten
am Dienstag. Der Tübinger Professor vermutet, dass weniger das geringere
Einkommen eine Rolle spielt, als vielmehr psychischer Stress und die
Frustration arbeitsloser Eltern. Diese Faktoren könnten dazu führen, dass
die Kinder vernachlässigt würden. In Westdeutschland dürfte die Entwicklung
ähnlich sein, sagte Baten.

Ein weiterer Faktor, der die Größe der Kinder beeinflusst, ist der Studie
zufolge das Bildungsniveau insbesondere der Mutter. Nach wie vor kümmere
sich vor allem die Mutter um die Ernährung und Versorgung des Nachwuchses.
Erstklässler, deren Mütter keinen Realschulabschluss haben, sind demnach im
Schnitt elf Millimeter kleiner als der Nachwuchs von Frauen mit Abitur.

Grundsätzlich legten gebildetere Eltern mehr Wert auf eine gesunde Ernährung
und medizinische Versorgung ihrer Kinder; der Nachwuchs entwickle sich daher
besser und werde im Schnitt größer. Kinder von Alleinerziehenden sind der
Untersuchung zufolge nicht kleiner als der Nachwuchs, der bei Mutter und
Vater aufwächst. Positiv auf die Größe wirkt sich hingegen aus, wenn drei
oder mehr Erwachsene im Haushalt leben, wenn sich also beispielsweise auch
die Großeltern um den Nachwuchs kümmern.

Eine geringe Körpergröße bedeute im Einzelfall aber nicht unbedingt, dass
die Eltern arbeitslos oder schlechter gebildet seien, betonte Baten.
Genetische Faktoren spielten natürlich eine große Rolle. Der Forscher sieht
in der Körpergröße von Kindern aber einen Indikator für die
gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung einer Region.

Berücksichtigt wurde für die Studie die Größe von Kindern in den Jahren 1994
bis 2006. Die Daten wurden jeweils im Zuge der Einschulung von Erstklässlern
in Brandenburg erhoben. Dabei wurden neben Größe, Alter und Geschlecht auch
sozioökonomische Daten wie der berufliche Status der Eltern, deren
Ausbildungsniveau sowie die Anzahl der Kinder und Erwachsenen im Haushalt
erfasst. dpa

Quelle: neuepresse.de
http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Ma ... auptet-Kin
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