Gesunde Kost kann Hirnschrumpfung verhindern
Verfasst: Mi 4. Jan 2012, 21:32
Geriatrie: Gesunde Kost kann Hirnschrumpfung verhindern
dpaPortland – Kann die Alterung des Gehirns durch eine gesunde Kost aufgehalten werden? In einer Querschnittsstudie in Neurology (2011; doi: 10.1212/WNL.0b013e3182436598) waren hohe Plasmakonzentrationen diverser Vitamine und von Omega-3-Fettsäuren mit besseren Ergebnissen in psychometrischen Tests assoziiert. Teilnehmer mit hohen Transfettsäuren hatten in der Kernspintomographie die kleinsten Gehirne.
Die Oregon Brain Aging Study gehört zu einer Reihe von Studien, die die Auswirkungen des Alters auf das Gehirn untersuchen. Die im Durchschnitt 87 Jahre alten Teilnehmer waren zu Beginn der Studie frei von Erkrankungen wie Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie oder Gefäßerkrankungen, die den kognitiven Abbau im Alter beschleunigen.
Dennoch gab es Unterschiede in den Gedächtnistests, die bei den 104 Teilnehmern durchgeführt wurden. Bei 42 Probanden wurde auch das Gehirn per Kernspintomographie ausgemessen. Auch hier gab es Auffälligkeiten.
Die Unterschiede korrelierten, wie Gene Bowman von der Oregon Health & Science University in Portland/Oregon berichtet, mit der Art der Ernährung. Diese wurde nicht wie in den meisten anderen Untersuchungen durch Fragebögen erfasst, die – nicht zuletzt wegen des im Alter nachlassenden Gedächtnisses – als unzuverlässig gelten. Die Forscher bestimmten 30 verschiedene ernährungsabhängige Biomarker im Blut. Darunter waren die wichtigsten Vitamine (B1, B2, B6, Folsäure, B12, C, D und E) sowie die Fettsäuren.
zum Thema
Abstract der Studie
Pressemitteilung der American Academy of Neurology
Oregon Brain Aging Study
Insgesamt erklärten die Biomarker zwar nur 17 Prozent der Unterschiede in den psychometrischen Testergebnissen. Der Einfluss von Alter, Ausbildung und Blutdruck war mit 46 Prozent größer. Es gab jedoch eine klare Assoziation: Senioren mit den höchsten Vitaminkonzentrationen im Blut erzielten bessere Ergebnisse als andere Senioren, die sich weniger vitaminreich ernährten.
Ein echter Vitaminmangel war jedoch relativ selten: 7 Prozent hatten zu wenig Vitamin B12, bei 25 Prozent waren die Vitamin D-Konzentrationen zu niedrig. Auch die Plasmawerte der Omega-3-Fettsäure, ein Marker für eine fischreiche Kost, korrelierten mit den kognitiven Leistungen im Alter.
Die Ernährung scheint auch die Hirngröße zu beeinflussen: Senioren mit den höchsten Plasmakonzentrationen an Transfettsäuren, ein Hinweis auf den häufigen Konsum von frittierten Fastfood-Produkten, hatten die kleineren Gehirne. Die Biomarker erklärten hier 37 Prozent der Unterschiede.
Auch wenn die Bestimmung der Plasmawerte einen exakteren Einblick in die Ernährungsgewohnheiten erlaubt als die Analyse von Fragebögen, bleibt die Aussagekraft einer Querschnittsuntersuchung doch beschränkt. Die Oregon Brain Aging Study ist jedoch als prospektive Beobachtungsstudie angelegt. Die Teilnehmer sollen bis zu ihrem Tod regelmäßig untersucht werden. Danach sollen die Gehirne histologisch aufgearbeitet.
In diesen weiteren Untersuchungen wird sich zeigen, ob ein ungünstiger Ernährungsstatus zu Beginn der Studie den kognitiven Abbau im Alter beschleunigt. Ein Beweis für die günstigen Auswirkungen der Ernährung wäre auch dies nicht. Hierfür müssten randomisierte Ernährungs- oder Therapiestudien (mit einzelnen Komponenten) durchgeführt werden. Bei Vitaminen haben sich in den letzten Jahren die Erwartungen nicht erfüllt. © rme/aerzteblatt.de
dpaPortland – Kann die Alterung des Gehirns durch eine gesunde Kost aufgehalten werden? In einer Querschnittsstudie in Neurology (2011; doi: 10.1212/WNL.0b013e3182436598) waren hohe Plasmakonzentrationen diverser Vitamine und von Omega-3-Fettsäuren mit besseren Ergebnissen in psychometrischen Tests assoziiert. Teilnehmer mit hohen Transfettsäuren hatten in der Kernspintomographie die kleinsten Gehirne.
Die Oregon Brain Aging Study gehört zu einer Reihe von Studien, die die Auswirkungen des Alters auf das Gehirn untersuchen. Die im Durchschnitt 87 Jahre alten Teilnehmer waren zu Beginn der Studie frei von Erkrankungen wie Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie oder Gefäßerkrankungen, die den kognitiven Abbau im Alter beschleunigen.
Dennoch gab es Unterschiede in den Gedächtnistests, die bei den 104 Teilnehmern durchgeführt wurden. Bei 42 Probanden wurde auch das Gehirn per Kernspintomographie ausgemessen. Auch hier gab es Auffälligkeiten.
Die Unterschiede korrelierten, wie Gene Bowman von der Oregon Health & Science University in Portland/Oregon berichtet, mit der Art der Ernährung. Diese wurde nicht wie in den meisten anderen Untersuchungen durch Fragebögen erfasst, die – nicht zuletzt wegen des im Alter nachlassenden Gedächtnisses – als unzuverlässig gelten. Die Forscher bestimmten 30 verschiedene ernährungsabhängige Biomarker im Blut. Darunter waren die wichtigsten Vitamine (B1, B2, B6, Folsäure, B12, C, D und E) sowie die Fettsäuren.
zum Thema
Abstract der Studie
Pressemitteilung der American Academy of Neurology
Oregon Brain Aging Study
Insgesamt erklärten die Biomarker zwar nur 17 Prozent der Unterschiede in den psychometrischen Testergebnissen. Der Einfluss von Alter, Ausbildung und Blutdruck war mit 46 Prozent größer. Es gab jedoch eine klare Assoziation: Senioren mit den höchsten Vitaminkonzentrationen im Blut erzielten bessere Ergebnisse als andere Senioren, die sich weniger vitaminreich ernährten.
Ein echter Vitaminmangel war jedoch relativ selten: 7 Prozent hatten zu wenig Vitamin B12, bei 25 Prozent waren die Vitamin D-Konzentrationen zu niedrig. Auch die Plasmawerte der Omega-3-Fettsäure, ein Marker für eine fischreiche Kost, korrelierten mit den kognitiven Leistungen im Alter.
Die Ernährung scheint auch die Hirngröße zu beeinflussen: Senioren mit den höchsten Plasmakonzentrationen an Transfettsäuren, ein Hinweis auf den häufigen Konsum von frittierten Fastfood-Produkten, hatten die kleineren Gehirne. Die Biomarker erklärten hier 37 Prozent der Unterschiede.
Auch wenn die Bestimmung der Plasmawerte einen exakteren Einblick in die Ernährungsgewohnheiten erlaubt als die Analyse von Fragebögen, bleibt die Aussagekraft einer Querschnittsuntersuchung doch beschränkt. Die Oregon Brain Aging Study ist jedoch als prospektive Beobachtungsstudie angelegt. Die Teilnehmer sollen bis zu ihrem Tod regelmäßig untersucht werden. Danach sollen die Gehirne histologisch aufgearbeitet.
In diesen weiteren Untersuchungen wird sich zeigen, ob ein ungünstiger Ernährungsstatus zu Beginn der Studie den kognitiven Abbau im Alter beschleunigt. Ein Beweis für die günstigen Auswirkungen der Ernährung wäre auch dies nicht. Hierfür müssten randomisierte Ernährungs- oder Therapiestudien (mit einzelnen Komponenten) durchgeführt werden. Bei Vitaminen haben sich in den letzten Jahren die Erwartungen nicht erfüllt. © rme/aerzteblatt.de