Gnostische Dokumente
Verfasst: Fr 6. Jan 2012, 16:23
Einen unverstellten Blick auf die gnostische Mythologie und Spiritualität gewährt die Textsammlung von Nag Hammadi. Ende 1945 sind in Nag Hammadi, einem kleinen Ort in Oberägypten, dreizehn Kodizes in koptischer Sprache aufgefunden worden, die größtenteils gnostische Texte unterschiedlichster Richtungen enthalten. Damit ist die Gnosis neu entdeckt worden.
War sie vor dem Nag-Hammadi-Fund meist nur durch die einseitigen und entstellenden Berichte der Kirchenväter bekannt, so sprechen die Gnostiker in diesen Texten endlich für sich selbst.
Obwohl die Kodizes jüngeren Datums sind (4. Jahrhundert), ist davon auszugehen, dass viele Nag-Hammadi-Texte Traditionen enthalten, die bis in das zweite nachchristliche Jahrhundert zurückgehen.
Andere Textsammlungen, die schon im vorigen Jahrhundert bekannt wurden und genuin gnostische Schriften enthalten, sind der Kodex Brucianus (Bücher des Jeu; unbekanntes altgnostisches Werk), der Kodex Askewianus (Pistis Sophia) und der Kodex Berolinensis (Sophia Jesu Christi; Apokryphon des Johannes).
Als gnostische Selbstzeugnisse haben ferner die Oden Salomos (=OdSal) zu gelten. Diese 42 hymnischen Texte sind der Frömmigkeit einer syrisch-gnostischen Gemeinde erwachsen.
Weiter finden sich in apokryphen Apostelakten gnostische Gebete und Hymnen wie beispielsweise der Brauthymnus aus den Thomasakten. Solche Apostelgeschichten waren bei den Gnostikern in Gebrauch. Aber auch die Kirchenväter überlieferten im Zuge ihrer »Widerlegung« einige gnostische Originaldokumente (z.B. Naassenerpsalm), die hier aufgeführt sind.
Oft sind es im Gegensatz zur Literatur der Kirchenchristen weibliche Personen, die in den gnostischen Dokumenten das Wort ergreifen. Hier sind die gewaltigen Klagelieder der Pistis Sophia zu nennen oder die Offenbarungsreden weiblicher gnostischer Erlöserfiguren wie Bronte und die »dreigestaltige Protennoia«.
(Aus dem Buch "Unterdrückte Gebete: gnostische Spiritualität im frühen Christentum" von Gerd Lüdemann und Martina Janssen)
War sie vor dem Nag-Hammadi-Fund meist nur durch die einseitigen und entstellenden Berichte der Kirchenväter bekannt, so sprechen die Gnostiker in diesen Texten endlich für sich selbst.
Obwohl die Kodizes jüngeren Datums sind (4. Jahrhundert), ist davon auszugehen, dass viele Nag-Hammadi-Texte Traditionen enthalten, die bis in das zweite nachchristliche Jahrhundert zurückgehen.
Andere Textsammlungen, die schon im vorigen Jahrhundert bekannt wurden und genuin gnostische Schriften enthalten, sind der Kodex Brucianus (Bücher des Jeu; unbekanntes altgnostisches Werk), der Kodex Askewianus (Pistis Sophia) und der Kodex Berolinensis (Sophia Jesu Christi; Apokryphon des Johannes).
Als gnostische Selbstzeugnisse haben ferner die Oden Salomos (=OdSal) zu gelten. Diese 42 hymnischen Texte sind der Frömmigkeit einer syrisch-gnostischen Gemeinde erwachsen.
Weiter finden sich in apokryphen Apostelakten gnostische Gebete und Hymnen wie beispielsweise der Brauthymnus aus den Thomasakten. Solche Apostelgeschichten waren bei den Gnostikern in Gebrauch. Aber auch die Kirchenväter überlieferten im Zuge ihrer »Widerlegung« einige gnostische Originaldokumente (z.B. Naassenerpsalm), die hier aufgeführt sind.
Oft sind es im Gegensatz zur Literatur der Kirchenchristen weibliche Personen, die in den gnostischen Dokumenten das Wort ergreifen. Hier sind die gewaltigen Klagelieder der Pistis Sophia zu nennen oder die Offenbarungsreden weiblicher gnostischer Erlöserfiguren wie Bronte und die »dreigestaltige Protennoia«.
(Aus dem Buch "Unterdrückte Gebete: gnostische Spiritualität im frühen Christentum" von Gerd Lüdemann und Martina Janssen)