Pharao Ramses III gegen Libyer und Seevölker
Verfasst: Mi 1. Dez 2010, 17:06
Pharao Ramses III gegen Libyer und Seevölker
Libysche Beduinen, Bewohner der benachbarten Wüstengebiete Ägyptens beneideten immer den Wohlstand, den der Nil den Ägyptern brachte und wollten auch daran teilhaben. Über einen längeren Zeitraum machten libysche Krieger immer wieder Einfälle in das fruchtbare Land beidseits des Nil und viele Pharaone mussten sich gegen ihr Eindringen wehren.
Bereits Pharao Sethos I mußte im ersten Jahr seiner Regierungszeit gegen die eindringenden Libyer kämpfen. In seinem Tempel in Karnak befindet sich ein Bild, wo der Pharao Sethos I einen libyschen Anführer tötet.
Bis zu Pharao Merenptah (1213 - 1204 v Chr) war dann Ruhe. Die Lebu griffen mit ihren Verbündeten, den Turisa, Sekelesa, Luka, Sardana und Aqi-wasa an und holten sich gegen die Ägypter wieder blutige Köpfe. Sie hatten 6 000 Gefallene und 9 000 von ihnen gerieten in Gefangenschaft.
Dann wurde Ramses III Pharao. Er mußte im Jahr 1187 v Chr gegen 30 000 Libyer kämpfen unter ihrem Anführer Meschwesch. Dabei tötete er 12 535 von ihnen und 18 000 gefangen.
Aber es unterlief ihm ein großer Fehler. Er verschonte den Anführer Meschwesch.
Dieser Meschwesch nutzte den Augenblick der Bedrohung von Ägypten durch die Seevölker 1176 v Chr und griff mit einer Koalition von Hilfsvölkern erneut an.Er vertraute dabei auf seine neue Wunderwaffe, das überlange Schwert von nahezu zwei Metern Länge. Doch auch diesmal waren ihm die Ägypter überlegen und auch Pharao Ramses III hatte dazugelernt.
Er siedelte die gefangenen Libyer in Ägypten an, sicherte sich so Bundesgenossen.
In der 20. Dynastie kam Ramses III (1187 - 1156) mit 30 Jahren nach dem Tode seines Vaters Sethnacht auf den Thron und fast von Beginn seiner Regierungszeit mußte er sein Land gegen seine äußeren Feinde verteidigen.
Bereits im 5. Jahr seiner Amtszeit besiegte Ramses III eine Koalition der eingefallenen libyschen Stämme Seped und Libu unter ihrem Anführer Meschwesch. Diesmal ließ der Pharao noch gegenüber seinen besiegten Feinden eine gewisse Milde walten.
Wenn man den ägyptischen Annalen glauben darf, gab es bereits damals über 12 000 Gefallene und von 28 000 gefangenen Libyern steht in Medinet Habu, dem Totentempel von Ramses III geschrieben.
Danach war eine Zeitlang Ruhe, dann gab es erneute Auseinandersetzungen mit dem wiedererstarkten Meschwesch.
Er hatte die libyschen Stämme der Isabit, Quajas, Sajatep, Hasa, Biqua und Libu zu einer Koalition vereinte und wähnte sich mit seiner neuen Wunderwaffe unschlagbar.Auf den Wänden von Medinet Habu ist dargestellt, wie Meschwesch und seine Mannen mit ihren damals unglaublich langen Schwertern von 1,5 - 2 Metern von Streitwagen aus die Ägypter angriffen.
Doch wieder einmal blieben die Ägypter Sieger. Es gab 2175 Gefallene und 2052 Gefangene, davon 1 200 Männer.Die Ägypter erbeuteten 42 721 Stück Vieh, Rinder, Schafe, Pferde, dann noch 603 Bögen, 239 dieser überlangen Schwerter und 93 Streitwagen.
Diesmal machte Pharao Ramses III Ernst, nahm den libyschen Fürst Meschwesch mitsamt seinem Stamm gefangen und siedelte die ganze Gemeinschaft in Ägypten an. Mit dieser vorausschauenden Politik des Pharao machte Ägypten aus Feinden Freunde.
Doch von Norden her braute sich eine viel größere Gefahr für Ägypten zusammen. Aber da Ägypten im ganzen Umkreis Handelsbeziehungen hatte, wurde das Land frühzeitig vor dieser Gefahr vorgewarnt.
Die neue Gefahr hieß Seevölker und sie kamen mit einer neuen Taktik, Angriff von Land und See gleichzeitig, und mit neuen Waffen, Eisenwaffen. Immer wieder erschienen Händler und Kundschafter am Hof des Pharao und berichteten von Schreckensszenarien vor dort, wo die Seevölker einfielen.
Und die Seevölker kam Ägypten immer näher, rangen Nation um Nation nieder und fuhren Sieg um Sieg ein. Die Schreckensnachrichten aus den Nachbarländern wurden dem Pharao zugetragen und rissen nicht mehr ab.
Mit den letzten Zeilen schilderte ich, wie die Seevölker Ägypten immer näher kamen, Sieg auf Sieg einfuhren und zu einer starken Bedrohung für das Land am Nil wurden. Sie hinterließen eine Spur der Verwüstung.
Das gewaltige Reich der Hethiter, lange Zeit ein Konkurrent Ägyptens - besiegt, der starke Stadtstaat Ugarit - dem Erdboden gleich, die Minoer, Mykener, Cypern- alle ausgelöscht.
Damals waren die Hethiter bekannt für ihre neuartige Herstellung von Eisenwaffen. Es war gerade die Übergangszeit von Bronze zum Eisen. Die Seevölker übernahmen jetzt diese neuartigen Waffen, die sie bei den besiegten Hethitern fanden. Es kämpfte Eisen gegen Bronze. Die Seevölker bestanden zumeist aus dem Volk der Peleset und Zekel, die Israeliten nannten sie kurz Philister. Ihre Schiffe waren mit einem eisernen Rammsporn versehen und so den Gegnern überlegen.
Dann fiel als letzte Bastion vor Ägypten Kanaan, ein Nachbarland Ägyptens und der Feind stand vor der Haustür. Doch Ramses III und Ägypten waren vorgewarnt. Der Pharao war nicht jung, sondern ein alter Fuchs. Er wußte genau worauf es ankam und hatte schon mehr als eine Schlacht geschlagen. Pharao Ramses III war nicht so leicht zu überrumpeln wie damals der jüngere und unerfahrene Ramses II bei der Schlacht von Kadesch.
Seine Kundschafter waren zuverlässig und unterrichteten ihn genau über jede Bewegung des Feindes. Ägypten begann sich auf die unvermeidliche Schlacht vorzubereiten.Vermutlich gab es schon vorher eine Schlacht gegen die Seevölker an Land in Palästina, doch davon haben wir heute keine Aufzeichnungen. Medinet Habu bietet uns nur ganz detailliert eine Aufzeichnung der Schlacht gegen die Flotte der Fremden.
Die Seevölker fuhren mit ihrer Flotte siegessicher auf dem Hauptarm des Nils in das Delta und rollten die Segel zusammen. Dann wollten sie an Land gehen, wie sie es vorher überall gewöhnt waren.
Doch plötzlich versperrte die ägyptische Flotte ihnen den Rückzug und griff sofort an. Mit Enterhaken wurden die Segel der Seevölker-Flotte zerrissen und die Maste zerbrochen.
Ihre Flotte war somit bewegungsunfähig und die Ägypter hatten leichtes Spiel. Die bereits an Land gelangten Streitkräfte der Seevölker sahen sich plötzlich dem Hauptteil des ägyptischen Heeres gegenüber. Trotzdem die Ägypter bis dahin nur Bronzesäbel, Speere, Pfeil und Bogen hatten, konnten sie mit ihren Streitwagen die fremden Agressoren reihenweise erledigen.
Wenn wir den Darstellungen auf den Wänden von Medinet Habu glauben, war der ägyptische Sieg vollkommen. Und Pharao Ramses III konnte stolz auf die Wände seines Totentempels schreiben lassen:
"Hört auf das, was ich spreche, ihr sollt meine Pläne kennen, die euch am Leben erhalten werden. Sehen möget ihr die Macht meines Vaters Amun, den Schöpfer meiner Macht und Schönheit.
Er gewährt mir Sieg und seine Hand führt mich. Jeder, der die Grenzen meines Landes verletzt, wird in meiner Faust zerquetscht....Ich erweiterte die Grenzen Ägyptens, ich warf jene hinaus, die aus ihren Ländern über die Grenzen kamen.Die Seevölker wurden zu dem gemacht, das nicht existiert, oder wurden als Gefangene nach Ägypten gebracht, zahlreich wie der Sand am Meeresstrand."
VG Ardjuna
Libysche Beduinen, Bewohner der benachbarten Wüstengebiete Ägyptens beneideten immer den Wohlstand, den der Nil den Ägyptern brachte und wollten auch daran teilhaben. Über einen längeren Zeitraum machten libysche Krieger immer wieder Einfälle in das fruchtbare Land beidseits des Nil und viele Pharaone mussten sich gegen ihr Eindringen wehren.
Bereits Pharao Sethos I mußte im ersten Jahr seiner Regierungszeit gegen die eindringenden Libyer kämpfen. In seinem Tempel in Karnak befindet sich ein Bild, wo der Pharao Sethos I einen libyschen Anführer tötet.
Bis zu Pharao Merenptah (1213 - 1204 v Chr) war dann Ruhe. Die Lebu griffen mit ihren Verbündeten, den Turisa, Sekelesa, Luka, Sardana und Aqi-wasa an und holten sich gegen die Ägypter wieder blutige Köpfe. Sie hatten 6 000 Gefallene und 9 000 von ihnen gerieten in Gefangenschaft.
Dann wurde Ramses III Pharao. Er mußte im Jahr 1187 v Chr gegen 30 000 Libyer kämpfen unter ihrem Anführer Meschwesch. Dabei tötete er 12 535 von ihnen und 18 000 gefangen.
Aber es unterlief ihm ein großer Fehler. Er verschonte den Anführer Meschwesch.
Dieser Meschwesch nutzte den Augenblick der Bedrohung von Ägypten durch die Seevölker 1176 v Chr und griff mit einer Koalition von Hilfsvölkern erneut an.Er vertraute dabei auf seine neue Wunderwaffe, das überlange Schwert von nahezu zwei Metern Länge. Doch auch diesmal waren ihm die Ägypter überlegen und auch Pharao Ramses III hatte dazugelernt.
Er siedelte die gefangenen Libyer in Ägypten an, sicherte sich so Bundesgenossen.
In der 20. Dynastie kam Ramses III (1187 - 1156) mit 30 Jahren nach dem Tode seines Vaters Sethnacht auf den Thron und fast von Beginn seiner Regierungszeit mußte er sein Land gegen seine äußeren Feinde verteidigen.
Bereits im 5. Jahr seiner Amtszeit besiegte Ramses III eine Koalition der eingefallenen libyschen Stämme Seped und Libu unter ihrem Anführer Meschwesch. Diesmal ließ der Pharao noch gegenüber seinen besiegten Feinden eine gewisse Milde walten.
Wenn man den ägyptischen Annalen glauben darf, gab es bereits damals über 12 000 Gefallene und von 28 000 gefangenen Libyern steht in Medinet Habu, dem Totentempel von Ramses III geschrieben.
Danach war eine Zeitlang Ruhe, dann gab es erneute Auseinandersetzungen mit dem wiedererstarkten Meschwesch.
Er hatte die libyschen Stämme der Isabit, Quajas, Sajatep, Hasa, Biqua und Libu zu einer Koalition vereinte und wähnte sich mit seiner neuen Wunderwaffe unschlagbar.Auf den Wänden von Medinet Habu ist dargestellt, wie Meschwesch und seine Mannen mit ihren damals unglaublich langen Schwertern von 1,5 - 2 Metern von Streitwagen aus die Ägypter angriffen.
Doch wieder einmal blieben die Ägypter Sieger. Es gab 2175 Gefallene und 2052 Gefangene, davon 1 200 Männer.Die Ägypter erbeuteten 42 721 Stück Vieh, Rinder, Schafe, Pferde, dann noch 603 Bögen, 239 dieser überlangen Schwerter und 93 Streitwagen.
Diesmal machte Pharao Ramses III Ernst, nahm den libyschen Fürst Meschwesch mitsamt seinem Stamm gefangen und siedelte die ganze Gemeinschaft in Ägypten an. Mit dieser vorausschauenden Politik des Pharao machte Ägypten aus Feinden Freunde.
Doch von Norden her braute sich eine viel größere Gefahr für Ägypten zusammen. Aber da Ägypten im ganzen Umkreis Handelsbeziehungen hatte, wurde das Land frühzeitig vor dieser Gefahr vorgewarnt.
Die neue Gefahr hieß Seevölker und sie kamen mit einer neuen Taktik, Angriff von Land und See gleichzeitig, und mit neuen Waffen, Eisenwaffen. Immer wieder erschienen Händler und Kundschafter am Hof des Pharao und berichteten von Schreckensszenarien vor dort, wo die Seevölker einfielen.
Und die Seevölker kam Ägypten immer näher, rangen Nation um Nation nieder und fuhren Sieg um Sieg ein. Die Schreckensnachrichten aus den Nachbarländern wurden dem Pharao zugetragen und rissen nicht mehr ab.
Mit den letzten Zeilen schilderte ich, wie die Seevölker Ägypten immer näher kamen, Sieg auf Sieg einfuhren und zu einer starken Bedrohung für das Land am Nil wurden. Sie hinterließen eine Spur der Verwüstung.
Das gewaltige Reich der Hethiter, lange Zeit ein Konkurrent Ägyptens - besiegt, der starke Stadtstaat Ugarit - dem Erdboden gleich, die Minoer, Mykener, Cypern- alle ausgelöscht.
Damals waren die Hethiter bekannt für ihre neuartige Herstellung von Eisenwaffen. Es war gerade die Übergangszeit von Bronze zum Eisen. Die Seevölker übernahmen jetzt diese neuartigen Waffen, die sie bei den besiegten Hethitern fanden. Es kämpfte Eisen gegen Bronze. Die Seevölker bestanden zumeist aus dem Volk der Peleset und Zekel, die Israeliten nannten sie kurz Philister. Ihre Schiffe waren mit einem eisernen Rammsporn versehen und so den Gegnern überlegen.
Dann fiel als letzte Bastion vor Ägypten Kanaan, ein Nachbarland Ägyptens und der Feind stand vor der Haustür. Doch Ramses III und Ägypten waren vorgewarnt. Der Pharao war nicht jung, sondern ein alter Fuchs. Er wußte genau worauf es ankam und hatte schon mehr als eine Schlacht geschlagen. Pharao Ramses III war nicht so leicht zu überrumpeln wie damals der jüngere und unerfahrene Ramses II bei der Schlacht von Kadesch.
Seine Kundschafter waren zuverlässig und unterrichteten ihn genau über jede Bewegung des Feindes. Ägypten begann sich auf die unvermeidliche Schlacht vorzubereiten.Vermutlich gab es schon vorher eine Schlacht gegen die Seevölker an Land in Palästina, doch davon haben wir heute keine Aufzeichnungen. Medinet Habu bietet uns nur ganz detailliert eine Aufzeichnung der Schlacht gegen die Flotte der Fremden.
Die Seevölker fuhren mit ihrer Flotte siegessicher auf dem Hauptarm des Nils in das Delta und rollten die Segel zusammen. Dann wollten sie an Land gehen, wie sie es vorher überall gewöhnt waren.
Doch plötzlich versperrte die ägyptische Flotte ihnen den Rückzug und griff sofort an. Mit Enterhaken wurden die Segel der Seevölker-Flotte zerrissen und die Maste zerbrochen.
Ihre Flotte war somit bewegungsunfähig und die Ägypter hatten leichtes Spiel. Die bereits an Land gelangten Streitkräfte der Seevölker sahen sich plötzlich dem Hauptteil des ägyptischen Heeres gegenüber. Trotzdem die Ägypter bis dahin nur Bronzesäbel, Speere, Pfeil und Bogen hatten, konnten sie mit ihren Streitwagen die fremden Agressoren reihenweise erledigen.
Wenn wir den Darstellungen auf den Wänden von Medinet Habu glauben, war der ägyptische Sieg vollkommen. Und Pharao Ramses III konnte stolz auf die Wände seines Totentempels schreiben lassen:
"Hört auf das, was ich spreche, ihr sollt meine Pläne kennen, die euch am Leben erhalten werden. Sehen möget ihr die Macht meines Vaters Amun, den Schöpfer meiner Macht und Schönheit.
Er gewährt mir Sieg und seine Hand führt mich. Jeder, der die Grenzen meines Landes verletzt, wird in meiner Faust zerquetscht....Ich erweiterte die Grenzen Ägyptens, ich warf jene hinaus, die aus ihren Ländern über die Grenzen kamen.Die Seevölker wurden zu dem gemacht, das nicht existiert, oder wurden als Gefangene nach Ägypten gebracht, zahlreich wie der Sand am Meeresstrand."
VG Ardjuna