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Vision des Paulus

Verfasst: Di 28. Dez 2010, 10:20
von wulfila
2. Korintherbrief 12,1b ff (Übersetzung "Neues Leben Bibel" - evangelikale Übersetzung)

"Lass mich euch von den Visisonen und Ofenbarungen erzählen, die ich vom Herrn empfangen habe. Ich wurde vor 14 Jahren in den dritten Himmel hinaufgehoben, doch ob mein Körper dort war oder nur mein Geist, weiß ich nicht; das weiß nur Gott. Und ich weiß nicht, wie ich dorthin gelangte - daß weiß nur Gott. Aber ich weiß, das ich ins Paradies versetzt wurde und erstaunliche Dinge hörte, die sich nicht in Worte fassen lassen. Das ist eine Erfahrung, mit der man zu Recht angeben könnte, doch ich werde es nicht tun"

Es ist doch eigentlich erstaunlich, dass in der Bibel klar steht, das Paulus außersinnliche Erfahrungen hat - und dennoch so sehr an die reine Überlieferung durch das Wort im Christentum festgehalten wird. Wer weis, was von dem, was er dabei hörte, in seinen Briefen eingeflossen ist.

Hat sich jemand schon mal damit beschäftigt?

Re: Vision des Paulus

Verfasst: Di 28. Dez 2010, 11:42
von Gertrud
Es ist doch eigentlich erstaunlich, dass in der Bibel klar steht, das Paulus außersinnliche Erfahrungen hat - und dennoch so sehr an die reine Überlieferung durch das Wort im Christentum festgehalten wird.
Liebe Wulfila,
nur manche Gruppierungen in der Christenheit z.B. JZ und Evangelikale orientieren sich nur am Wort. Vor der Reformation wurde das Wort nicht als so wesentlich angesehen, so meine Einschätzung. Und in der katholischen Kirche ist die mystische Tradition eigentlich nie unterbrochen worden.

Liebe Grüße

Gertrud

Re: Vision des Paulus

Verfasst: Di 28. Dez 2010, 13:32
von wulfila
Die katholische Kirche baut auf die Dreiheit
Bibel - Sakrament - Lehre der Väter

Die Bibel ist auch hier nicht unwichtig - selbt ein Johannes vom Kreuz orientiert sich an der Bibel, oder das, was eine Katharina Emmerich schreibt, wurde an der Bibel gemessen und viele Marienerscheinungsorte haben Schwierigkeiten, wenn sie der Bibel widersprechen.

Die Katholische Kirche wählt lediglich aus und will es aus ihrer Lehre her erklären - aber ohne Bibel geht es da auch nicht.

Das ist in der evangelischen Mystik nicht anders. Wobei ein J. Böhme sehr viel die Bibel zitiert (außer in seiner Aurora), oder ein Oettinger oder Hahn.
Und wenn man Swedenborg nimmt, der eignet sich mit seiner Entprechungslehre sehr gut, die Bible zu verstehen.

Auch ein Augustinus plädierte dafür, die Bibel nicht wörtlich, sondern sinnbildich zu nehmen.
Und auf diesen beriefen sie solche Leute wie Zwingli, Calvin und Luther.

Und die Zeugen Jehovas haben in ihrer Bibelausgabe eindeutig die Übersetzung von Grebe verarbeitet.

Die Bibel ist schon sinnig - allerdings nicht die wörtliche Auslegung.
lg

Re: Vision des Paulus

Verfasst: Do 30. Dez 2010, 09:31
von Gertrud
Ja, die Bibel ist tatsächlich sinnig, wenn auch nicht unbedingt in der buchstäblichen Bedeutung der Worte.
Im Laufe der Zeit bestätigen sich mir immer mehr Stellen in der Bibel, oftmals auf für mich überraschende Weise.
Z.B. verstehe ich die Worte Jesu über das lebendige Wasser erst, seitdem ich das Strömen des lebendigen Wassers in mir verspüre. Seitdem ist mir auch klar, dass auch die Erzählung von der großen Flut Noachs davon berichtet, wie Noach vom lebendigen Wasser gereinigt wurde und so zu einem *Helden* wurde, einem von Gott gesegneten Menschen. Auch die Geschichte vom Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse wurde mir dadurch klar usw. usw.
Ich finde, die Bibel erschließt sich einem immer mehr, je mehr man dem Geist Gottes Gelegenheit gibt, in einem zu wirken; ohne Mystik kein rechtes Verständnis des Wortes.

Liebe Grüße

Gertrud

Re: Vision des Paulus

Verfasst: Do 30. Dez 2010, 10:35
von wulfila
Das man/frau die Bibel nicht einfach lesen kann, ist Aussage der katholischen und orthodoxen Kirche(n). Wobei erstere eher auf eine bestimmte Lehre (aber nicht nur) hindrimmen will - und letztere da mehr Freiraum lässt.

Ohne eigene Wahrnehmung und eigene Lebendigkeit ist eben alles tot - auch die "heilige" Schrift