Seite 1 von 1

Der hl Gral, 2. Der 1. Kreuzzug

Verfasst: Mi 12. Jan 2011, 09:22
von Hathor
Hallo Freunde,

Wie die christliche Geschichtsschreibung uns mitteilt, fühlte sich der byzantinische Kaiser Alexios I Komnenos durch die Seldschuken bedroht und wandte sich mit einem Hilferuf an den Papst. Auf dem Konzil zu Clermont hielt Papst Urban II am 27.11.1095 eine flammende Kreuzzugsrede als Abschluss welche in dem Satz gipfelte "... kämpft .. auf dass sein Grab wieder glorreich werde."

Sozusagen als himmlischen Lohn gewährte der Papst noch allen Teilnehmern an der Pilgerfahrt einen vollkommenen Ablaß und sprach sie von allen Sünden frei. Ich finde, einen ganz raffinierten Schachzug, denn damit gab er allen Kreuzzugsteilnehmern einen Freibrief zum Töten, das doch in den 10 Geboten untersagt war.

Der daraufhin folgende bewaffnete Pilgerzug von Christen zur Eroberung der hl Stätten in Palästina war nur der Anfang vieler gleichartigen Unternehmen in der Geschichte des Christentums. Bereits im deutschen Rheintal entlud sich die religiöse Motivation dieser Pilgerfahrt schon in blutigen Exzessen gegen die Juden, die man als Verräter Christi bezeichnete und in heiliger Wut massakrierte.

Seit dem 7. Jahrhundert zählte der Islam Palästina zu seinem Herrschaftsbereich. Die beiden Glaubensgemeinschaften der Juden und des Islam tolerierten sich gegenseitig und betrachteten Jerusalem als ihre hl Stadt. Sie hatten sogar auf dem Tempelberg im salomonischen Tempel und in der Al-Acqusa-Moschee ihre gemeinsamen Heiligtümer.

Dann kamen die Christen. Nachdem sie bei der Belagerung von Jerusalem einmal eine Bresche in die Außenmauer geschlagen hatten, kamen die Christen wie ein bösartiges Naturereignis sengend, brennend und mordend über die Stadt. Die schwergepanzerten Christen waren den leichtgerüsteten Verteidigern im Kampf überlegen. Wie berauscht hieben sie erbarmungslos die Verteidiger zusammen und die Angreifer machten keinen Unterschied in der Zugehörigkeit zum Islam, Judentum oder gar Christentum. War man Jerusalemer Bürger, dann hatte man automatisch sein Leben verwirkt.

"Die Unsrigen wateten bis an die Knöchel im Blut der Ungläubigen", so lautete die Beschreibung eines christlichen Chronisten bei der Eroberung von Jerusalem. Nach dem Gemetzel pilgerten die Christen dann lobpreisend, danksagend und barfüßig "in Tränen der Dankbarkeit zum hl Grab".