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Guttenbergs Doktorarbeit: "Die Beweise sind eindeutig"??

Verfasst: Mi 16. Feb 2011, 23:36
von DocNobbi
16.02.11

Tagesspiegel zu Guttenbergs Doktorarbeit: "Die Beweise sind eindeutig"

Verteidigungsminister Freiherr zu Gutenbergs Glaubwürdigkeit schwer belastet

Wie ein Orkan fegt die Meldung durch die Medien, Teile der Doktorarbeit von Verteidigungsminister zu Guttenberg seien abgeschrieben.

Süddeutsche Zeitung, die FAZ und DIE ZEIT berichten heute nebst anderen über die Vorwürfe, Teile der Dissertation, die Freiherr zu Gutenberg zum Erwerb der Doktorwürde vorgelegt hatte, seien Plagiate. Die Dissertation wurde mit "summa cum laude" (mit höchstem Lob) bewertet. Verteidigungsminister zu Guttenberg nannte die Vorwürfe abstrus. Er sehe der Prüfung gelassen entgegen. Der Tagesspiegel schreibt: "... doch die Beweise sind eindeutig". Dies würde bedeuten: Mit höchstem Lob abgeschrieben.

Der Star im Kabinett der Bundesregierung könnte nun nicht nur seine Doktorwürde verlieren, sondern sogar zu einer Belastung der Regierung und ihrer Kanzlerin werden. Prof. Karl Lauterbach (SPD) meinte im Interview mit der Tagesschau, der Doktortitel von zu Guttenberg sei nicht zu halten. Wenn Lauterbach recht behält, bleibt nur noch die Frage offen, ob zu Guttenberg politisch zu halten sein wird. Wie schon in der Kundus-Affäre dürfte dies entscheidend von seiner Entschlossenheit und seinem taktischen Geschick abhängen, sich von Dingen zu entledigen, die seiner Karriere im Wege stehen. Im Fall Kundus kostete dies einen Staatssekretär und den Generalinspekteur ihre Ämter. Für das, was Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg als Arbeit zur Erlangung der Doktorwürde vorgelegt hatte, kann er niemanden außer sich selbst zur Verantwortung ziehen.

16.02.11 Saarbrücker Zeitung Neue Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg aufgetaucht
16.02.11 Tagesspiegel Guttenberg hat bei Doktorarbeit abgeschrieben
16.02.11 Zeit Plagiatsvorwurf gegen Guttenberg: Totalverriss von 475 Seiten Doktorarbeit
16.02.11 FAZ Guttenberg hat Anfang seiner Dissertation bei F.A.Z. abgeschrieben
16.02.11 Süddeutsche Zeitung Guttenberg soll bei Doktorarbeit abgeschrieben haben

Quelle: Medrum

Re: Guttenbergs Doktorarbeit: "Die Beweise sind eindeutig"??

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 08:44
von MaxSchradin
Moinsen Doc,

jetzt weess ick woher det jeflügelte Wort "ick mach jetzt den Gutti" kommt:
wenn ein Doktorand, anstatt sich an der Uni das Hirn zu zermartern, lieber in der weltjeschichte rumchillt.

aber mal ehrlich, der karl-theodor hat doch nicht ein einziges Wort selbst geschrieben. so ' ne diss kauft man sich heutzutage!

Re: Guttenbergs Doktorarbeit: "Die Beweise sind eindeutig"??

Verfasst: Do 17. Feb 2011, 22:58
von DocNobbi
Bericht der Welt-Online, 17.2.11

"Einen Tag nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe gegen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) werden weitere Fundstellen für Unregelmäßigkeiten in der Doktorarbeit bekannt. Zahlreiche Internetnutzer haben sich zusammengeschlossen und durchforsten online Guttenbergs Dissertation. In einem Forum haben sie bis zum Nachmittag immer mehr unzureichend gekennzeichnete Textpassagen zusammengetragen.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist in der Bevölkerung beliebt und gilt als möglicher Kanzlerkandidat. Sein wichtigstes politisches Projekt: der Umbau und die Verkleinerung der Bundeswehr. Doch aktuell machen ihm ungeklärte Vorgänge in der Truppe zu schaffen. Zudem werden neue Vorwürfe erhoben:
Um die dreißig Seiten der 475 Seiten starken Arbeit wurden inzwischen markiert, weil zu Guttenberg dort nicht wissenschaftlich zitiert habe. Ziel der Internetgemeinde sei es, "die wissenschaftliche Integrität eines Doktortitels in Deutschland zu sichern“ und der Prüfungskommission an der Universität Bayreuth die Arbeit zu erleichtern. Zudem wollen einige Nutzer dort erreichen, dass Wissenschaftler in einem gemeinsamen Aufruf Minister zu Guttenberg zu einer öffentlichen Stellungnahme auffordern.

Die Vorwürfe häufen sich
Die Universität Bayreuth, die sich mit ihrem prominenten "Summa cum laude“-Doktoranden sehr gerühmt hat, will sich in diesem Fall „nicht unter Zeitdruck setzen“ lassen, wie Präsident Rüdiger Bormann betont. Die Kommission zur Selbstkontrolle der Wissenschaft hat den CSU-Politiker zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. "Wir gehen davon aus, dass er das Schreiben am Montag bekommt“, sagte Frank Schmälzle, der Sprecher der Universität. Anschließend habe der Betroffene gemäß den Regularien der Deutschen Forschungsgemeinschaft zwei Wochen Zeit, sich zu den Plagiatsvorwürfen zu äußern.

Erst wenn diese Einlassung vorliege, werde die vierköpfige Kommission noch einmal tagen und beschließen, welche weiteren Schritte nötig seien. Zu Einzelheiten über den Prüfungsprozess vor und nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe wollte die Universität keine Stellung nehmen. Bestätigt wurde nur, dass Guttenbergs Doktorvater, der emeritierte, vielfach ausgezeichnete und derzeit schlecht erreichbare Verfassungsrechtler Peter Häberle, nicht der Prüfungskommission angehört.

Wegen des Namens zu Guttenberg sei dieser Fall schon ein besonderer, sagte Schmälzele, "aber wir gehen hier mit derselben Ordentlichkeit und Professionalität vor, wie wir es in jedem anderen Fall auch tun würden“. In der Amtszeit des jetzigen Präsidenten Bormann, die bald zwei Jahre betrage, sei ein solcher Fall allerdings noch nicht vorgekommen.

Politische Reaktionen auf die Vorwürfe gab es nur wenige. Die Webseite der "Tagesschau“ zitierte Außenminister Guido Westerwelle mit dem knappen Satz: "Ich äußere mich nicht zu Dissertationen oder Abiturzeugnissen.“ Der Außenminister gilt als ein Rivale Guttenbergs um die Deutungs- und Gestaltungshoheit der deutschen Außenpolitik. Westerwelles eigene juristische Doktorarbeit aus den neunziger Jahren, die "Welt Online" vorliegt, enthält in der Einleitung zwei korrekt ausgewiesene Fußnotenverweise, und keine Textübernahmen. (Der erste Absatz der Einleitung in Guttenbergs Doktorarbeit stammt offenbar aus einem Aufsatz der Schweizer Journalistin Klara Obermüller, die den Minister zu einer Entschuldigung auffordert.)

Experte gibt Guttenberg-Dissertation Note fünf
Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, sagte gemäß der "Tagesschau“ über Guttenbergs Dissertation: "Das ist geschummelt, und zwar in einer unangenehmen Art und Weise. Ich hoffe, dass das nicht stimmt, aber wenn, sind seine Tage als Bundesminister gezählt.“ Gysi hat seine eigene juristische Doktorarbeit von 1976, "Zur Vervollkommnung des sozialistischen Rechtes im Rechtsverwirklichungsprozess“, bislang nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Direktor der Bundeszentrale für Politische Bildung Thomas Krüger, aus deren Publikation Guttenberg eine Passage übernommen haben soll, sagte "Welt Online": "Es freut uns, dass der Verteidigungsminister auch zu den Lesern der ,Informationen zur politischen Bildung’ gehört, die in allen Gymnasien der Republik Basislektüre sind. Allerdings ist das Zitieren ohne Quelle kein Kavaliersdelikt. In solchen Auseinandersetzungen stehen wir immer auf Seite unserer Autoren.“ Bei einer weiteren strittigen Passage handelt es sich "Spiegel online“ zufolge um einen Text von Rupert Scholz (CDU), einem Amtsvorgänger Guttenbergs als Verteidigungsminister. Scholz’ Text sei 2001 in der Beilage "Politik und Zeitgeschichte“ der Zeitung "Das Parlament“ erschienen. Guttenberg schloss die Doktorarbeit 2006 ab."

man achte auf die Anführungsstriche.. :pfeif:

Re: Guttenbergs Doktorarbeit: "Die Beweise sind eindeutig"??

Verfasst: Fr 18. Feb 2011, 12:13
von DocNobbi
Guttenberg verzichtet vorerst auf Doktortitel
Der wegen Schummelei bei seiner Doktorarbeit unter Druck stehende Guttenberg weist die Plagiatsvorwürfe zurück. Dennoch ist er zu einer Konzession bereit.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit scharf zurückgewiesen. Er werde aber vorübergehend auf seinen Doktortitel verzichten, erklärte der CSU-Politiker in einem kurzen Statement im Verteidigungsministerium in Berlin.

Verteidiger in eigener Sache: Minister Guttenberg am Freitagmittag
Gleichzeitig entschuldigte er sich: „Sie enthält fraglos Fehler“, sagte Guttenberg über seine Dissertation. Das tue ihm „aufrichtig leid“.

Er sei über den Vorgang selbst am unglücklichsten. Zu keinem Zeitpunkt habe er jedoch „bewusst getäuscht“. Er fügte an: „Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat.“ Er habe die Arbeit in einem Zeitraum von sieben Jahren neben seiner Tätigkeit als Politiker und seinen Verpflichtungen als junger Familienvater angefertigt.

Forderungen nach seinem Rücktritt wies Guttenberg zurück. „Die Menschen in diesem Land erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt das Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere und das kann ich auch“, sagte der Minister.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich zuvor hinter ihren Minister gestellt. In einem Gespräch der beiden am späten Donnerstagabend im Kanzleramt, habe die Regierungschefin dem CSU-Politiker „volles Vertrauen“ zugesagt, hieß es in Regierungskreisen.

Experte gibt Guttenberg-Dissertation Note fünf
Guttenberg soll in seiner Dissertation zahlreiche fremde Textstellen ohne korrekte Angaben verwendet haben. Plagiatsjäger listen im Internet inzwischen mehr als 80 Textstellen auf, die Guttenberg abgekupfert haben soll, ohne korrekt darauf hinzuweisen. Im schlimmsten Fall kann dafür der Doktortitel aberkannt werden. Für die Opposition wäre das ein Rücktrittsgrund.

Die Universität Bayreuth setzte ihm am Donnerstag eine Frist von zwei Wochen, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Gegen Guttenberg wurden inzwischen auch zwei Strafanzeigen gestellt. Bei der ersten gehe es um mögliche Verstöße gegen das Urheberrecht, sagte der Leitende Bayreuther Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky. Sie sei an die Staatsanwaltschaft Hof weitergeleitet worden.

Bei der zweiten Strafanzeige gehe es um den Vorwurf falscher eidesstattlicher Versicherung. Da aber die Promotionsordnung der rechtswissenschaftlichen Fakultät keine Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung vorsehe, „ist das auch kein Grund für Ermittlungen“, sagte Janovsky.

Die Opposition forderte Auskunft, ob der CSU-Politiker für seine Doktorarbeit auch den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags eingespannt hat. Der SPD-Abgeordnete Burkhard Lischka richtete an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Frage, wie oft und zu welchen Themen Guttenberg als CSU-Parlamentarier zwischen 2002 und 2007 dort juristische Ausarbeitungen und Literaturlisten bestellt habe. Nach Ansicht der Linken wäre das „Amtsmissbrauch“. Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz legte dem Minister im „Kölner Stadt-Anzeiger“ den Rücktritt nahe für den Fall, dass ihm der Doktortitel aberkannt wird: „Mit diesem Makel kann man nicht mehr Minister sein.“

Financial Times Deutschland: "Wer Texte über mehrere Passagen zitiert, setzt Anführungszeichen. Sonst macht er sich des Plagiats schuldig. Noch peinlicher wird Guttenbergs Patzer dadurch, dass er selbst in den bewertenden Teilen der Arbeit, die ganz besonders nach einer Eigenleistung des Autors verlangen, fremde Einschätzungen übernommen hat."


aus der Welt-Online übernommen

Re: Guttenbergs Doktorarbeit: "Die Beweise sind eindeutig"??

Verfasst: Fr 18. Feb 2011, 12:20
von MaxSchradin
Doreen hat geschrieben:Ja wat denksde denn van Joscka Fischer?
Der Knabe eins Strassenmaler in Frankreisch lies sich hochstylen zum UsS-Manager, oder hat der sich sogar hochjeschlafen der jute. In Hollywood is heute alles möglisch.
Und uns Altbundskanzler Dr.hc. Kohl den willste doch wohl net vajessen?
;)
Doreen
also büdde bleib ma' bei da wahrheit süße!

der fischa die gurke war beim langhans inner kommune un hat dort schdoff vertickt
dann mussder untertoochen und war kurz maler in froonckreisch, is dann abbä zur fremdenlegion wegen die europol im naggn
dann hatter ne paddei jegründet und hadd sick turnschuh jekooft, wodurch er aussenminister geworden war.

so war det

nu ist er weg der Titel...

Verfasst: Mi 23. Feb 2011, 23:15
von DocNobbi
Erhebliche Verstöße gegen wissenschaftliche Pflichten
Uni Bayreuth entzieht Guttenberg den Doktor

Die Universität Bayreuth hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu
Guttenberg (CSU) den Doktortitel aberkannt. Das gab Hochschulpräsident
Rüdiger Bormann nach einer Sitzung der Promotionskommission der rechts- und
wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät bekannt.

Guttenberg habe wissenschaftliche Standards "objektiv nicht eingehalten",
sagte Bormann. Auch Guttenberg bestreite das nicht. Man habe ihm die
Entscheidung per Pressemitteilung zukommen lassen.

Die wörtliche und sinngemäße Übernahme von Textstellen ohne hinreichende
Kennzeichnung verstoße gegen die Rechtsprechung und die Grundsätze
wissenschaftlichen Arbeitens, erläuterte Bormann.

Die Promotionskommission habe sich davon überzeugt, "dass Herr Freiherr zu
Guttenberg gegen diese wissenschaftlichen Pflichten in erheblichem Umfang
verstoßen hat."

Nicht geklärt hat der Ausschuss die Frage, ob Guttenberg bewusst getäuscht
hat. "Das wäre sicherlich ein längerer Prozess gewesen, dies dezidiert
nachzuweisen", sagte Bormann. Die Universität habe darauf verzichtet, weil
Guttenberg selbst um die Rücknahme seiner Dissertation gebeten habe.

Bormann fügte hinzu, es habe bei der Bewertung des Falles keinen politischen
Druck gegeben.

Strenger Blick bei künftigen Doktorarbeiten

Ungeachtet des Falles werde die Universität alles tun, um die hohen
wissenschaftlichen Standards beizubehalten. Jeder müsse künftig mit einer
Überprüfung rechnen. "Jede Irritation werden wir mit Nachdruck verfolgen",
sagte Bormann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Entscheidung der Universität
als richtig und logisch. Sie liege "auf der Linie dessen, was der
Verteidigungsminister vorgegeben hat. Sie macht daher Sinn." Das Votum
zeige, dass zu Guttenberg mit seiner Selbsteinschätzung richtig liege. Der
Minister sei durch die Uni-Entscheidung in seinem Amt nicht geschwächt.

Seit Tagen massive Kritik an Guttenberg

Guttenberg war wegen der Plagiate in seiner Dissertation heftig kritisiert
worden. Die Opposition forderte im Bundestag erneut seinen Rücktritt. Der
Minister lehnte dies ab, entschuldigte sich aber erneut.

In einem Brief an die Universität hatte er "gravierende handwerkliche
Fehler" bei seiner Doktorarbeit eingeräumt, die er im Februar 2007
abgeschlossen hatte. Am 7. Mai genehmigte die Hochschule einen Antrag des
damaligen Bundestagsabgeordneten, dass er seinen Doktorgrad vorläufig führen
kann.

Nachdem er die Pflichtexemplare seiner Arbeit abgegeben hatte, durfte er den
Grad offiziell seit dem 28. Januar 2009 führen. Da sich die Plagiatsvorwürfe
seit einer Woche ausweiteten, verzichtete Guttenberg schriftlich auf den
Doktortitel. Nach der Promotionsordnung konnte darüber aber nur die rechts-
und wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth
entscheiden.

Quelle und weitere Infos: tagesschau.de
http://www.tagesschau.de/inland/guttenberg716.html