hallo norbert!
ich kenne das gebet nicht,
kònntes du mal den wortlaut aufschreiben!
ich mòchte es ausprobieren.
gruss pia
Die Hesychasten
- norbert51de
- Engel-User

- Beiträge: 235
- Registriert: Sa 13. Nov 2010, 21:31
Re: Die Hesychasten
Liebe Pia,
der Wortlaut des Gebetes wie er traditionell benutzt wird ist:
Herr Jesus Christus, erbarme dich über mich Sünder!
Das Wichtigste an dem Wortlaut ist die Anrufung Jesu Christi. Man kann das Gebet auch modifizieren und zum Beispiel auf die reine Anrufung des Namens reduzieren.
Was noch sehr wichtig ist, ist die Verbindung der Anrufung mit dem eigenen Atem. Das heisst, man "atmet" eigentlich die Anrufung. Gute Erfahrungen habe ich zum Beispiel damit gemacht, beim Einatmen Jesus zu denken und beim Ausatmen Christus.
Man kann die Anrufung Jesus - Christus auch mit dem Herzschlag synchronisieren. Also bei jedem Herzschlag eine Silbe denken: Je - sus - Chris - tus. Das kann man beispielsweise sehr gut so machen, wenn man im Bett liegt, auf dem Rücken, mit der rechten Hand den Herzschlag spürend und dann diese Anrufung durchführen.
Ich wünsche Dir viele schöne Erfahrungen mit diesem Gebet. Und ja, noch eins: man braucht Geduld.
Liebe Grüße,
Norbert
der Wortlaut des Gebetes wie er traditionell benutzt wird ist:
Herr Jesus Christus, erbarme dich über mich Sünder!
Das Wichtigste an dem Wortlaut ist die Anrufung Jesu Christi. Man kann das Gebet auch modifizieren und zum Beispiel auf die reine Anrufung des Namens reduzieren.
Was noch sehr wichtig ist, ist die Verbindung der Anrufung mit dem eigenen Atem. Das heisst, man "atmet" eigentlich die Anrufung. Gute Erfahrungen habe ich zum Beispiel damit gemacht, beim Einatmen Jesus zu denken und beim Ausatmen Christus.
Man kann die Anrufung Jesus - Christus auch mit dem Herzschlag synchronisieren. Also bei jedem Herzschlag eine Silbe denken: Je - sus - Chris - tus. Das kann man beispielsweise sehr gut so machen, wenn man im Bett liegt, auf dem Rücken, mit der rechten Hand den Herzschlag spürend und dann diese Anrufung durchführen.
Ich wünsche Dir viele schöne Erfahrungen mit diesem Gebet. Und ja, noch eins: man braucht Geduld.
Liebe Grüße,
Norbert
Gott segne Euch alle!
Re: Die Hesychasten
danke norbert!
ist nichtmal lang.
in der kathol. kirche wird auch immer gebetet:
herr erbarme dich unser,
christus erbarme dich unser.
ich geh jetzt ausprobieren.
gute nacht.
pia
ist nichtmal lang.
in der kathol. kirche wird auch immer gebetet:
herr erbarme dich unser,
christus erbarme dich unser.
ich geh jetzt ausprobieren.
gute nacht.
pia
Re: Die Hesychasten
Speziell zum Herzensgebet existiert eine in Buchform gebracht Sammlung an Lehrinhalten von Starez Teophan - erhältlich unter dem Titel "Schule des Herzensgebetes". Ich wollte aber anmerken, dass Herzensgebet und - der zu Unrecht mit dem Kampfwort "Nabelschau" belegte - Hesychasmus an sich zwar zusammen praktiziert werden können, aber nicht notwendigerweise als ein und dasselbe Phänomen zu betrachten sind. Hesychasmus ist mehr eine typische Ausprägung mönchischer Frömmigkeit, die - ähnlich der Imitatio Christi eines Thomas von Kempen - sehr stark mit Elementen wie Stille, Schweigen und Einsamkeit arbeitet. Herzensgebet dagegen ist eher eine Form christlicher Meditation, die uns Freunde der Mystik natürlich generell erfreut, aber eventuell gerade für den kirchlichen "Laien" einfacher umzusetzen ist - weil es eben nicht um den Rückzug von der Welt, sondern um die Heiligkeit des Augenblicks und die fortwährende Versenkung des Intellekts im Herzen geht. Die asiatische Praxis der Achtsamkeit lässt grüßen
Noch zwei Statements zu Statements der Vorposter:
@Gebetspraktiken:
"Gebetspraktiken sind dogmatischer Natur und darum falsch." - "Festzuhalten was wahr oder falsch ist, ist dogmatischer Natur und daher - wenn es dazu dienen soll dogmatische 'Naturen' abzuweiesen - in sich selbst unschlüssig. Oder nicht? "
@transzendentale Meditation:
Via cordis und Herzensgebet haben weder das Ziel noch den Effekt Rauschzustände auszulösen. Sie ermöglichen uns eher die Wahrnehmung des Alltags - und der Anwesenheit Gottes - in äußerster Klarheit. Für den gläubigen Christen ist die Nähe Gottes und die Person Jesu Christi alles. Wir erleben intensive Gebetsformen dabei als einen genialen Segen, der uns wie mit einem übernatürlichen Licht erfüllt. Quer durch die Kirchen- und Glaubensgeschichte wurde dabei dasselbe Phänomen unterschiedlich benannt und hat zur Ausprägung unterschiedlicher Frömmigkeitsrichtungen geführt. Inwieweit außerchristliche Religionen nun Zugang zum selben Phänomen haben kann und will ich nicht beurteilen. Ich empfinde es so, dass es in allen Religionen und Glaubensrichtungen unterschiedliche Wege gibt, dieselbe Wahrheiten zu verinnerlichen. Ebenso gibt es aber auch große Unterschiede - und ich als Christ kann und will zb nicht meine Meditation auf heidnische Gottheiten richten. Was die transzendentale Meditation betrifft, so denke ich ist die Praxis und der Aufbau dieser Bewegung aber eher das Problem gewesen als der konkrete Inhalt. Das originale spirituelle Framework des Neuen Testaments unterstützt demgegenüber an sich kein Gurutum. Ziel des Glaubens ist die Freiheit - nicht die Gebundenheit - des Individuums. Indem Jesus die Jünger lehrt, dass einer unser Meister ist - nämlich der Christus - entzieht er an sich allen irdischen Guru-Lehrern die Basis auf christlichem Boden und implementiert den Gedanken des "Primus inter pares" also des Erstehn unter Gleichen, der fortan auch für kirchliche Hierarchien und gemeindliche Organisationen prägend wurde. Dass man dies bisweilen in manchen Kirchen doch wieder radikal in Richtung Gurutum uminterpretiert hat, darf dabei durchaus als Kursiosum der Kirchengeschichte gesehen werden....
Noch zwei Statements zu Statements der Vorposter:
@Gebetspraktiken:
"Gebetspraktiken sind dogmatischer Natur und darum falsch." - "Festzuhalten was wahr oder falsch ist, ist dogmatischer Natur und daher - wenn es dazu dienen soll dogmatische 'Naturen' abzuweiesen - in sich selbst unschlüssig. Oder nicht? "
@transzendentale Meditation:
Via cordis und Herzensgebet haben weder das Ziel noch den Effekt Rauschzustände auszulösen. Sie ermöglichen uns eher die Wahrnehmung des Alltags - und der Anwesenheit Gottes - in äußerster Klarheit. Für den gläubigen Christen ist die Nähe Gottes und die Person Jesu Christi alles. Wir erleben intensive Gebetsformen dabei als einen genialen Segen, der uns wie mit einem übernatürlichen Licht erfüllt. Quer durch die Kirchen- und Glaubensgeschichte wurde dabei dasselbe Phänomen unterschiedlich benannt und hat zur Ausprägung unterschiedlicher Frömmigkeitsrichtungen geführt. Inwieweit außerchristliche Religionen nun Zugang zum selben Phänomen haben kann und will ich nicht beurteilen. Ich empfinde es so, dass es in allen Religionen und Glaubensrichtungen unterschiedliche Wege gibt, dieselbe Wahrheiten zu verinnerlichen. Ebenso gibt es aber auch große Unterschiede - und ich als Christ kann und will zb nicht meine Meditation auf heidnische Gottheiten richten. Was die transzendentale Meditation betrifft, so denke ich ist die Praxis und der Aufbau dieser Bewegung aber eher das Problem gewesen als der konkrete Inhalt. Das originale spirituelle Framework des Neuen Testaments unterstützt demgegenüber an sich kein Gurutum. Ziel des Glaubens ist die Freiheit - nicht die Gebundenheit - des Individuums. Indem Jesus die Jünger lehrt, dass einer unser Meister ist - nämlich der Christus - entzieht er an sich allen irdischen Guru-Lehrern die Basis auf christlichem Boden und implementiert den Gedanken des "Primus inter pares" also des Erstehn unter Gleichen, der fortan auch für kirchliche Hierarchien und gemeindliche Organisationen prägend wurde. Dass man dies bisweilen in manchen Kirchen doch wieder radikal in Richtung Gurutum uminterpretiert hat, darf dabei durchaus als Kursiosum der Kirchengeschichte gesehen werden....
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Re: Die Hesychasten
Danke, *MZed*,
habe Deine Ergänzung mit großem Interesse gelesen. Da haben wir ja einen weiteren Fachmann für unser Forum gewonnen. Freue mich schon auf weitere Beiträge von Dir
LG Bobbi
habe Deine Ergänzung mit großem Interesse gelesen. Da haben wir ja einen weiteren Fachmann für unser Forum gewonnen. Freue mich schon auf weitere Beiträge von Dir
LG Bobbi
Prüfe, was du hörst oder liest, mit Herz und Verstand -
und behalte das Gute !
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