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Re: Freiheit

Verfasst: Mi 9. Mär 2011, 08:50
von eNTe
Liebe Lilofee,

Du hast so liebe Ansichten wie ein Häschen. Vielliecht auch dessen Ansichten über das Paradies. Ich liebe alle Häschen. Friedlich sitzt so eines im Gebüsch, tut keinem was zu Leid, lebt ganz bescheiden, macht keinerlei Umweltschaden – und doch wird es so gejagt ...

Ich glaube nicht, dass die Friedensphilosophie des Häschens falsch ist.
Ganz und gar nicht! Aber wer bestimmt denn was Frieden ist? Ist der böse Wolf böse, und wann ist etwas gut und wann ist es schlecht?

Als ich neulich über Berg und Tal ging und ungewöhnlich lange - eine bisher noch nicht gesehene Fernsicht genoss, rumpelte es furchtbar im Gebüsch neben mir. Ich war zu Tode erschrocken. Ein Hase hatte die Nerven verloren. Lange Zeit war er neben mir gestanden, von mir ganz unbemerkt. Dann wurde ihm die Unsicherheit zu viel.

Es kam mir vor, als renne er zu seinen Artgenossen: Denen werden wir es aber zeigen! Ich hatte dann so ein paar Gedanken beim Heimgehen. Was ist, wenn so ein Gebet des Ausrottens der Feinde, wie wir es in den Psalmen beten lernten, eines Tages von einem Hasen abgeschaut wird. Und wenn zwei oder drei Hasen beten, dann wird das auch erhört. Das steht in der Schrift!

Sie bekommen also ein Mittel in die Hand, mit dem sie alle Feinde ausrotten. Dann sind Hasen am Ziel ihrer Wünsche und regieren allein - friedvoll. Es gibt keinen Lärm mehr, denn Hasen sind leise. Sie machen überhaupt keinen Umweltschaden durch Atomkraftwerke, fressen kein Fleisch, sägen keine Bäume ab, die unter Naturschutz stehen und sind überhaupt die friedfertigsten und liebsten Tiere die ich kenne – neben Enten. Obwohl ich mir nicht so sicher bin, dass die ebenso friedfertig sind, sieht nur von Weitem so aus.

Weil die Hasen – dank ihrem neuen Schutz und ihrer Gebete – ein so gutes Leben haben, vermehren sie sich kräftig. Sie haben ja keine Feinde mehr. Allmählich wird das Futter karg. Die vielen glücklichen Hasen fressen alles. Manche sind schon ausgewandert, weil es viele kahlen Stellen und nur noch wenig zu holen gibt. Überall sind Hasen, Hasen. Alle anderen Tiere sterben, weil sie kein Futter mehr finden. Nur die ganz großen, die mit den längsten Hälsen, erwischen noch ein paar Blätter vom Baum und machen jetzt ein großes Geschäft. Kein neuer Baum und auch kein Gras hat eine Chance zum Nachwachsen. Es ist alles kahl und so traurig. In manchen Gegenden stinkt es grauenvoll. Es gibt keine Aasfresser mehr, und die Leichen liegen einfach stinkend rum. Die Hasen sitzen da und grübeln, was sie als „heilige“ denn so falsch machen konnten. Sie wollten doch nur Frieden erreichen! Und jetzt gib es eine zerstörte Erde ....
Ende der Utopie!

Re: Freiheit

Verfasst: Mi 9. Mär 2011, 16:36
von pia
frei spontane gedanken.....

die ente flüchtet vor den hasen und springt in ihren see.
dort schwimmt sie glücklich
unter dem motto köpfen unters wasser, schwänzchen in der höh.......
andere enten schwimmen um sie herum- sie suchen mit kopf unter wasser nach dem was sie so brauchen an futter- ihr hinterteil strecken sie dem himmel entgegen.
das ist für enten die normale lebensposition, auch wenns für hasen oder andere tierchen bisschen witzig verkehrt aussieht.
ente hört und sieht vielleicht doch was unter wasser, was hasen nicht sehen und hören.
somit sind es etwas verschiedene wirklichkeiten , welche hasen mit enten vielleicht nicht teilen können?
sowie eine ente nie einen schnelllaufenden hasen erreichen kann.
vielleicht mit höhenflügen irgendwo in die gleiche richtung.
zig-zag und unterwasser wird aber auch nicht gerade die gleiche richtung sein.
höhenflüge verscheuchen hasen vielleicht auch wieder in andere richtungen....
somit lassen wir uns die freiheit spontane geschichten dichten zu dürfen....
welche vielleicht märchenwelten verbinden könnten.

:idee: pia

Re: Freiheit

Verfasst: Do 10. Mär 2011, 10:09
von Lilofee
Also das ist eine passende Geschichte.
dann lasse ich die Enten mal schnattern und die Hasen hüpfen...
Ich fliege lieber frei wie der Adler im Wind...

Ich bin so frei zu sagen: Wir sind alle Gottes Geschöpfe egal ob Mensch oder Tier.
Jeder hat seine Berechtigung; dabei bin ich selbst nur ein winziges Teil des Ganzen und darf mich nicht so wichtig nehmen.
Wir Menschen können im Geiste frei sein und die Ordnung des Lebens überdenken.
Wenn ich kreativ bin, kann ich mein "Kunstwerk" durchaus frei gestalten.
Mir steht es frei, zu zweifeln oder zu glauben.


Zu diesem Thema ein kleines Gedicht von mir:

Du gibst mir den Schlüssel zu den Türen der Freiheit.
Du zeigst mir den Pfad über die steilen Klippen.
Du bist der Pulsschlag in meinem Herzen.
Du bist das Licht für meine Augen.
Du leuchtest mir im Dunkeln.
Du bist die Wahrheit.
Du bist in mir.
Ich bin.

von Lilofee

Re: Freiheit

Verfasst: Do 10. Mär 2011, 18:27
von Dolphin
Freiheit ist meiner Meinung immer der Einschränkung durch die Umgebung unterworfen. Ob man das will oder nicht. Man kann diesen Faktor weder beeinflussen noch ausschalten. Die Frage ist eigentlich immer nur, ob ich den Spielrahmen, der mir bleibt, nutze, ob er für mich ausreichend ist oder ich mich zu sehr eingeschränkt fühle. In letzterem Fall kann ich versuchen, einen Ort zu finden, der besser passt. Was aber heute schon relativ schwierig sein dürfte. Also heißt es im Endeffekt, sich einfügen, sich einbringen und das Beste daraus machen.

Re: Freiheit

Verfasst: Fr 11. Mär 2011, 16:36
von pia
Die Fähigkeit, das Wort "Nein" auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.

Nicolas Chamfort

Re: Freiheit

Verfasst: Do 17. Mär 2011, 21:44
von DocNobbi
NEIN sagen ist schwierig.. mir fällt es auch sehr, sehr schwer... :cry:

Bitte um Mithilfe abzulehnen fällt vielen Menschen schwer. Schließlich haben wir meist in unserer Erziehung gelernt, dass wir den Bitten anderer nachkommen sollen. Nein zu sagen und die Rebellion gegen die eigenen Eltern, so wurde es von uns erlernt, führt zu gekränkten Reaktionen und in manchen Fällen auch zu Bestrafung.

Dabei ist ein klares NEIN! oft unumgänglich. Doch viele Menschen müssen erst einmal wieder trainieren, wie und in welchen Situationen Sie gezielt Nein sagen.
Frei machen von den Gedanken, Kollegen oder Partner durch ein Nein schwer zu enttäuschen
Frei machen von der Angst, durch ein Nein sofort die Stelle zu verlieren .Nein-Sagen erfordert Mut und Selbstbewusstsein.

Strategien zum Nein-Sagen
Solange Ihnen das Nein-Sagen schwer fällt, weichen Sie auf verzögernde Antworten aus. Bitten Sie um eine kurze Bedenkzeit und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Verweisen Sie auf andere Kollegen mit besserem Bezug zum Themengebiet. Weisen Sie darauf hin, dass andere Termine bevorzugt eingehalten werden müssen, bevor Sie sich der neuen Aufgabe widmen könnten.

Fazit: Nicht Nein sagen zu können ist oft ein Relikt aus unserer eigenen Kindheit. Die Fähigkeit, NEIN! zu sagen lässt sich jedoch trainieren. Dies sollte man auch unbedingt tun, damit man offensiv zu den eigentlichen Aufgaben und Plänen stehen kann. :idee:

Re: Freiheit

Verfasst: Do 17. Mär 2011, 23:54
von Lilofee
Wenn ich nicht einverstanden bin, kann ich aus voller Überzeugung "nein" sagen, damit ich meine Selbstachtung nicht verliere. Dieses nein muss ich aber begründen, sonst verliere ich meine Glaubwürdigkeit.
Nun stellt sich mir die Frage: "wovon oder wozu will ich frei sein?"

Re: Freiheit

Verfasst: Fr 18. Mär 2011, 13:52
von DocNobbi
Lilofee hat geschrieben:

In keiner Weise will ich hier "bekehren". Ich schreibe lediglich meine Meinung.
Hast du nicht auch schon einmal ein Ziel angestrebt und dich dafür eingesetzt, sei es durch fleißiges Lernen oder geistiges Auseinandersetzen? Hat sich dieser Einsatz denn für dich gelohnt?

Im laufe meines Lebens habe ich mich mit vielen Weisheiten der Philosophen beschäftigt und dabei festgestellt, dass auch sie irgendwann an Grenzen kommen, die sie nicht erklären können.

Dies sehe ich auch gar nicht als Belehrung an. Sich mit den Weisheiten der Philosophen zu beschäftigen sehe ich als gute Sache.

Die einen finden eine Philosophen, welchen sie als Vorbild nacheifern. Andere versuchen aus den verschiedenen Weisheiten ein neues Erkenntnisbild für sich zu gewinnen..

Kann mich noch an Zeiten erinnern, wo ich mit einen Kollegen begeistert über verschiedene Themen und Begriffe *philosophiert* habe... Es waren Gespräche und keine Diskussionen..