Ma'at, Göttin der Gerechtigkeit
Verfasst: So 2. Jan 2011, 21:11
Hallo Freunde
Im alten Ägypten war die Ma'at die Göttin der Gerechtigkeit. Sie belohte und bestrafte aber nicht,
sondern versinnbildlichte nur das Prinzip der Wahrheit und Gerechtigkeit, wie bei uns die Göttin Justitia mit den verbundenen Augen und der Waage.
Über die soziale Gerechtigkeit wacht nach wie vor Gottvater Amun Re. Er allein belohnt und bestraft, ist Schöpfer und Erhalter von allem auf der Welt.
Die Göttin Ma'at wird dargestellt als Frau mit einer Straußenfeder auf dem Kopf und dem Anch-Kreuz in der Hand. Sie ist die Tochter des Re (das Ka des Re). Ma'at begleitet Re in der Sonnenbarke auf seiner Fahrt durchs DuatMa'at ist auch beim Totengericht anwesend. Dabei wird ihre Straußenfeder gegen das maatgerechte Verhalten des Herzens des Toten aufgewogen und nur sündenfreie Herzen gelangen zum Totengott Osiris.
Das gegnerische Prinzip von Ma'at ist die Göttin Isefet. Sie symbolisiert Unrecht, Gewalt, Unordnung und Ungerechtigkeit. Bei einer Gerichtsverhandlung im alten Ägypten ging es durchaus gerecht zu und zumeist war das Gericht bemüht, ein gerechtes Urteil zu fällen. Dafür haben wir ein schönes Beispiel auf einem Berliner Papyrus.
Die folgende Geschichte ist verzeichnet auf dem Berliner Papyrus P3023 und P3025. Sie stammt aus der 12. Dynastie des Mittleren Reiches (2050 - 1786 v Chr) und handelt von einem Bauer namens Che-en-Anubis,der mit seiner Esel-Karawane aus dem Wadi Natrun in die Hauptstadt Heliopolis zog um dort seine Ernte zu verkaufen.
Auf dem Hinweg zum dortigen Markt wurde er Opfer eines habgierigen Anwohners, der ihm mit unlauteren Mittel seine Ernte abnahm.Der Bauer wehrte sich so gut er konnte und klagte von Gericht zu Gericht, um endlich bei der höchsten Instanz, dem Pharao, zu landen.
Der Inhalt des Papyrus bietet ein anschauliches Beispiel altägyptischer Rechtsprechung.
Der Bauer Che-en-Anubis wollte seine Ernte in Heliopolis verkaufen. Auf dem Weg zum Markt musste er an dem Anwesen eines Landpächters vorbei.
Dieser legte Tücher zum Trocknen auf den ohnehin schmalen Weg und schmälerte so den Durchgang.
Der Bauer musste ihnen mit seinen Eseln ausweichen und konnte dabei nicht verhindern, dass die Esel nach den Kornähren schnappten und einige davon frassen.Der Pächter hatte dies erwartet und verlangte vom Bauern Wiedergutmachung. Er unterwies seine Knechte, dem Bauern seine Esel mit der Ernte abzunehmen.
Daraufhin klagte der Bauer in der Stadt vor den Richtern, doch diese wiesen seine Klage ab. Sie fühlten sich nicht zuständig. Jetzt ging der Bauer eine Stufe höher zum Vorsteher der Richter und beklagte sich bitterlich.
Schwache und Hilflose würden in Ägypten unterdrückt und man würde sich an den Armen bereichern. Der Bauer sagte auch, er würde sich in der Unterwelt bei seinem Namenspatron Gott Anubis beschweren.
Der Vorsteher war ein rechtschaffener Mann und brachte die Klage zum Pharao. Auch der Pharao war um ein gerechtes Urteil bemüht. Er urteilte im Namen der Göttin Ma'at und befahl, dem Bauern sein Eigentum zurückzugeben und ihm auch das Eigentum des räuberischen Pächters zu geben.
VG Hathor
Im alten Ägypten war die Ma'at die Göttin der Gerechtigkeit. Sie belohte und bestrafte aber nicht,
sondern versinnbildlichte nur das Prinzip der Wahrheit und Gerechtigkeit, wie bei uns die Göttin Justitia mit den verbundenen Augen und der Waage.
Über die soziale Gerechtigkeit wacht nach wie vor Gottvater Amun Re. Er allein belohnt und bestraft, ist Schöpfer und Erhalter von allem auf der Welt.
Die Göttin Ma'at wird dargestellt als Frau mit einer Straußenfeder auf dem Kopf und dem Anch-Kreuz in der Hand. Sie ist die Tochter des Re (das Ka des Re). Ma'at begleitet Re in der Sonnenbarke auf seiner Fahrt durchs DuatMa'at ist auch beim Totengericht anwesend. Dabei wird ihre Straußenfeder gegen das maatgerechte Verhalten des Herzens des Toten aufgewogen und nur sündenfreie Herzen gelangen zum Totengott Osiris.
Das gegnerische Prinzip von Ma'at ist die Göttin Isefet. Sie symbolisiert Unrecht, Gewalt, Unordnung und Ungerechtigkeit. Bei einer Gerichtsverhandlung im alten Ägypten ging es durchaus gerecht zu und zumeist war das Gericht bemüht, ein gerechtes Urteil zu fällen. Dafür haben wir ein schönes Beispiel auf einem Berliner Papyrus.
Die folgende Geschichte ist verzeichnet auf dem Berliner Papyrus P3023 und P3025. Sie stammt aus der 12. Dynastie des Mittleren Reiches (2050 - 1786 v Chr) und handelt von einem Bauer namens Che-en-Anubis,der mit seiner Esel-Karawane aus dem Wadi Natrun in die Hauptstadt Heliopolis zog um dort seine Ernte zu verkaufen.
Auf dem Hinweg zum dortigen Markt wurde er Opfer eines habgierigen Anwohners, der ihm mit unlauteren Mittel seine Ernte abnahm.Der Bauer wehrte sich so gut er konnte und klagte von Gericht zu Gericht, um endlich bei der höchsten Instanz, dem Pharao, zu landen.
Der Inhalt des Papyrus bietet ein anschauliches Beispiel altägyptischer Rechtsprechung.
Der Bauer Che-en-Anubis wollte seine Ernte in Heliopolis verkaufen. Auf dem Weg zum Markt musste er an dem Anwesen eines Landpächters vorbei.
Dieser legte Tücher zum Trocknen auf den ohnehin schmalen Weg und schmälerte so den Durchgang.
Der Bauer musste ihnen mit seinen Eseln ausweichen und konnte dabei nicht verhindern, dass die Esel nach den Kornähren schnappten und einige davon frassen.Der Pächter hatte dies erwartet und verlangte vom Bauern Wiedergutmachung. Er unterwies seine Knechte, dem Bauern seine Esel mit der Ernte abzunehmen.
Daraufhin klagte der Bauer in der Stadt vor den Richtern, doch diese wiesen seine Klage ab. Sie fühlten sich nicht zuständig. Jetzt ging der Bauer eine Stufe höher zum Vorsteher der Richter und beklagte sich bitterlich.
Schwache und Hilflose würden in Ägypten unterdrückt und man würde sich an den Armen bereichern. Der Bauer sagte auch, er würde sich in der Unterwelt bei seinem Namenspatron Gott Anubis beschweren.
Der Vorsteher war ein rechtschaffener Mann und brachte die Klage zum Pharao. Auch der Pharao war um ein gerechtes Urteil bemüht. Er urteilte im Namen der Göttin Ma'at und befahl, dem Bauern sein Eigentum zurückzugeben und ihm auch das Eigentum des räuberischen Pächters zu geben.
VG Hathor