War Nofretete eine Spionin?

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DocNobbi
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War Nofretete eine Spionin?

Beitrag von DocNobbi »

War Nofretete eine Spionin?

Bild: Imago
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Ihre weltberühmte Büste steht im Berliner Pergamonmuseum, von Millionen Menschen bestaunt. Experten gilt Nofretete als die mächtigste Frau des Alten Ägypten, als Erneuerin des erstarrten Pharaonentums. Doch der Schein trügt, denn neue Forschungen lassen vermuten: Nofretete wollte Ägypten sturmreif machen für die Truppen einer kaum bekannten Macht: Mitannis.

Als Frau des Pharaos Echnaton stürzt sie Ägypten in eine schwere Staatskrise. Unter ihrem Einfluss ersetzt Echnaton alle Götter durch den Sonnengott Aton. Priesteraufstände sind die Folge. Sie werden niedergekämpft. Dann stirbt Echnaton plötzlich. Nofretete wird Pharaonin. Jetzt könnten die Pläne Mitannis wahr werden. Doch in diesem entscheidenden Augenblick greifen Assyrer und Hethiter Nofretetes Heimat an. Weil Mitannis Truppen ausbleiben, droht Nofretete Lebensgefahr. Die Priesterkaste will sie beseitigen. Es kommt zum Umsturz. Bilderstürmer tilgen die Zeugnisse ihrer Herrschaft. Ihr Nachfolger setzt die alten Götter wieder ein, gibt den Priestern ihre Macht zurück. Sein Name: Tutanchamun, der goldene Pharao.

http://weltderwunder.de.msn.com/history ... 544&page=1

4. Januar 2011 von honigmann.
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Hathor
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Re: War Nofretete eine Spionin?

Beitrag von Hathor »

Hallo Nobbi!

Wo hast Du denn diese Geschichte her? Sie ist an den Haaren herbeigezogen.

Nofretete, die Frau von Pharao Echnaton war wohl eine ehemalige mitannische Prinzessin und Echnaton hat sie als Hauptfrau und Mitregentin eingesetzt, wie auch andere Phrarone mit ihren Frauen taten, doch sie waren dann doch keine Pharaoninnen. Nach dem Verfasser dieses Artikels soll sie auch noch die mächtigste Frau des Alten Ägyptens gewesen sein, das war aber die Pharaonin Hatschepsut.

Unsere heutige gestandene Ägyptologie hat da einen ganz anderen Standpunkt inne. Wir wisssen, dass schon Amenophis III, der Vater von Echnaton ein Anhänger des neuen monotheistischen Sonnenkultes war. Er kämpfte auch während seiner Regierungszeit mit allem was er hatte um die Erhaltung seiner Macht - nämlich gegen die Übermacht der Amun-Priester. Gott Amun und seinen Priestern gehörte damals schon 90% aller Nilschiffe, 80 % aller Manufakturen und 2/3 aller Tempellandbesitzungen. Sein Sohn und Nachfolger Amenophis IV bekam diesen Kampf mit und wurde auch Anhänger des Sonnengottes Aton. Möglich dass die mitannische Prinzessin Nofretete diesen neuen Glauben aus Mitanni mitbrachte.

Amenophis IV kämpfte den Kampf seines Vaters gegen das Überhandnehmen der Amun-Priester weiter. Anfangs opferte er noch für Gott Amun und ehrte seine Priester, dann sie waren noch zu mächtig. Erst in seinem 6. Regierungsjahr bekannte er sich zu seinem Sonnengott Aton und änderte schließlich auch seinen Namen in Echnaton. Ab dann opferte der Pharao nur noch seinem Gott Aton mit seiner Frau Nofretete als Hohepriesterin. Die neue Hauptstadt nannte sich Achet Aton, das heutige Tell-el-Amarna.

Damit wurden alle Amun-Priester arbeitslos und begannnen weiter im Untergrund gegen ihren Pharao zu wirken. Durch die Religion wurde Ägypten gespalten und der Glaubenszwist Amun gegen Aton brachte ganz Ägypten in Aufruhr.

Echnaton regierte auch nur 17 Jahre und wir wissen heute nicht, ob er eines natürlichen Todes starb oder ob da die Amun-Priester etwas nachgeholfen hatten. Beim Tod des verhaßten Pharao kam ihr Tag der Rache. Das Wüten der Priester, die alten Zustände und die Verehrung Amuns wieder herzustellen, mussten damals schrecklich gewesen sein. Der nächste Pharao trug als Tutanchamun wieder den Namen des alten Gottes und in Tell-el-Amarna blieb kein Stein mehr auf dem anderen.

VG Hathor
eNTe
Co-Moderator

Re: War Nofretete eine Spionin?

Beitrag von eNTe »

> Unsere heutige gestandene Ägyptologie hat da einen ganz anderen Standpunkt inne. Wir wisssen, dass schon Amenophis III, der Vater von Echnaton ein Anhänger des neuen monotheistischen Sonnenkultes war.

Sonnenkult?
Sag mal Hathor, wie oft kam die Sonne als Symbol bei den Pharaonen vor?
Hatten die überhaupt Götter?
Einer der häufigen Fehler der Wissenschaft liegt darin, dass sie ihre "Erkennungsmuster" über Neues legen. Da es neu ist, gibt es keines. Es wird nach vorigen Vorstellungen gegangen, die werden betriebsblind. Meist kommt es dabei sogar noch zu einem Ignorieren des Allgemeinwissens, ist ja neu, also gibt es da nichts dergleichen. Mao meinte, dass wirklich Neues nur von den Jungen oder von Leuten außerhalb der Reihe aufgenommen wird.

Um Denkmustern der "Fachleute" nachzuleuchten:
Im letzten Jahrhunderte traten verschiedene Vorstellungen auf, mit denen die Ereignisse wie Krieg, Judenverfolgung, Wirtschaft bedacht wurden.
Materiell bedingt
Religiös bedingt

Materiell bedingt lässt sich die Vertreibung der Juden besonders im Osten Deutschlands durch mititärische und finanzielle Aktionen nachlesen. Nie zuvor versicherten mir Ältere, hätten sie je ein Judenproblem überlegt, erst als es in den Zeitungen war, fiel das auf. Nur Einige hatten Haß auf einen in der Gegend bekannten Immobilienhändler, der oft von Verlusten anderer provitiert hatte.

Religös bedingt wurde die Plattform der Religionslehre vorgeschoben. Das Judentum konnte wegen seiner anderen Auffassung nichts merken, denn die "Hetzreden" kamen praktisch in jeder Hl. Messe vor. Christus ermordet von Juden war dann schnell kombiniert, für "Gott und Vaterland" auch.

Doch nicht nur zum Verarbeiten der Ereignisse wurde diese allgemeine Plattform benutzt, sondern auch in der Wissenschaft. Sie ließ Diskussionen entstehen um 6-Tage-Schöpfung, setzte die Ägyptologen vor "Götter", die Esoteriker vor einem aufgewärmten Mischmasch, die Soziologen vor scheinbar unüberwindliche Schranken, die Juristen und Psychologen beschäftigte es auch, völlig unnötig.

Wie hätte ein mit Soziologie beschäftigter -Echnaton und Nofretete gesehen?
Ein Blick auf die Bilder, die Wikipedia von beiden zeigt, lässt ihn aufhorchen!
Es waren naturnahe Bilder in der Amarnazeit berühmt! Schöne Pflanzen, Vögel, friedliche Muster und dann Personenbilder - die scheinen voll Sorge zu sein. Für den Soziologen, der berufsbedingt in den Gesichtern und der Körperhaltung das mutvolle Durchhaltenwollen herauszulesen meint, erscheinen sie als Bilder einer Zeit voll Sorge. Aber es gibt Ägyptenforscher, die dies als Karikatur sehen. Wie sie die Natur nahen und Herz zeigenden Blumenmuster mit einer -> Karikatur überzeichen wollen ist mir wirklich unmöglich.

Ein Soziologe würde die Krankheiten sehen. Er würde auf den Einfall kommen, dass die Menschen von damals ein anderes Ideal brauchten. Amun (heißt damit Stärke) ist nicht mehr drin. Drin ist Aton (ich werde geben) werde Mut machen, die Grenzen nicht mehr überschreiten, in Ruhe bleiben, Auswege suchen. Was erlebt ein Soziologe in seiner Arbeit? Welche Folgeerscheinungen treffen ein, nach einer schweren Zeit, wenn die Phase überwunden ist? Vielleicht stirbt einer viel zu früh. Die übrigen wollen sich nicht mehr an so eine schwere Zeit erinnern. Ein Mensch wirft die Fotos der zerbrochenen Liebe weg, zerknüllt die Liebesbriefe und falls er das in Stein gemeißelt hat, lässt er Steinmetze kommen und die Namen rausschlagen. Wenn all das wieder überwunden ist, dann kehrt man zu Amun (zu Stärke) zurück. Aber es kann nie mehr ganz wie früher sein... Erfahrungen wurden gemacht, Grenzen gesprengt, andere Nöte tauchen auf.


Hathor, Deine Rede "die Ägypthologen meinen aber jetzt", hinkt ziemlich aus psychologischer Sicht.
Du gibst damit zu, dass sie von Annahmen ausgingen. Sie wissen gar nichts, weil sie den Kult nicht kennen, die überlieferten Zeugnisse bis jetzt nicht durchgingen, aber gelehrt tun?

Du nimmst an, dass Leute vor Ehrfurcht vor ihren Einfällen erschauern. Das tun vielleicht manche, viele nicht, weil jeder mit normaler Allgemeinbildung etliche Fehler in dem Gedankengebäude feststellen kann.
Und das tut den ganzen Forscherhandwerk Leid an!

Also nochmal meine Schlussfrage:
Wie kamen die Götter nach Ägypten?
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