Unter Urchristentum versteht man die ersten Jahrzehnte des Christentums als die Christen noch eine kleine - allerdings sehr lebendige und wirksame - Minderheit im Römischen Reich bildeten.
Die Zeit der Apostel
Oft wird die Epoche des Urchristentums auch als Apostolisches Zeitalter bezeichnet in dem noch einige der zwölf Apostel lebten und verschiedene Gemeinden leiteten. Dieses Zeitalter endet mit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 welche den Jüdischen Aufstand (ca. 66-70) beendete.
Es ist auch die Zeit in welcher der Apostel Paulus seine vier Missionsreisen unternahm und an etwa 10 Orten in Kleinasien Griechenland und Rom christliche Gemeinden gründete. Sie zeichneten sich durch einen auch in der Verfolgung starken Glauben aus. Bemerkenswert auch der soziale Zusammenhalt über Standesgrenzen hinweg etwa zwischen Sklaven und Freien und ihre sogenannte Endzeit -Hoffnung.
Wichtige Schriftquellen über das Urchristentum sind die Apostelgeschichte und die Apostelbriefe im Neuen Testament (Paulusbriefe der Jahre 50-64) Anmerkungen beim jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus und einige Schreiben von Bischöfen im ersten und 2. Jahrhundert .
Eine wichtige Weichenstellung für die Urchristen erfolgte anno 49 im Apostelkonzil das nach einer langen Diskussion zwischen Kephas (Petrus) Jakobus Paulus und Barnabas eine schwierige Grundsatzentscheidung traf:
Die Nichtjuden welche im Bereich des Hellenismus die Mehrheit der neu Getauften stellte sollten ohne Beschneidung Christen werden können - also ohne vorher Juden zu werden. Die Judenchristen betrachteten sich damals vielfach weiterhin als dem jüdischen Gesetz verpflichtet. Für die Heidenchristen wurden nur einige Regeln aufgestellt um den gemischten Gemeinden kulturelle Konflikte zu ersparen (vgl. Galater 2). Bibel Apostelgeschichte 15 1-35 Bibel Galater 2 1-10
Nachapostolisches Zeitalter
Meistens wird unter Urchristentum auch noch jene Zeit verstanden in der zwar keiner der zwölf Apostel mehr lebte - Johannes starb etwa 100 - aber eine größere Anzahl von Christen sie noch gekannt hatten.
Die Zeitgrenze dafür kann etwa um 150 gezogen werden der Epoche der ersten Kirchenväter . Die Zeit der Christenverfolgungen (vor allem 81-96 unter Domitian ) stärkte - im Gegensatz zur Absicht der Machthaber - den Zusammenhalt der jungen Kirche die sich in dieser Zeit auch vom Judentum abkoppelt musste.
Im üblichen Sprachgebrauch endet die Epoche des Urchristentums jedenfalls 100-200 Jahre vor dem ersten der vier Ökumenischen Konzile bzw. dem Jahr 330 in dem Kaiser Konstantin - obwohl offiziell noch Heide - den Götterkult aufhob und das Christentum zur Staatsreligion machte. Die anschließende Epoche wird häufig jene der Frühen Kirche genannt in der erste Spaltungstendenzen auftraten.
Urchristentum
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Urchristentum
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Re: Urchristentum
Das Christentum war ursprünglich eine Erfahrungs- und Erkenntnisreligion sowie ein spiritueller Weg.
Betrachtet man das ursprüngliche Christentum mit Jesus als seinem Stifter, so sieht man, dass es - wie die zeitgleich auftretende historische Gnosis - selbst Gnosis im allgemeinen Sinn: nämlich spirituelle Erkenntnis, ist.
Der Ausgangspunkt der gnostischen Erkenntnis ist das Innere des Menschen, sein Bewusstsein. Im Zustand der Berührung durch das Licht des Geistes erfährt das Innerste des Menschen, dass es mit einem göttlichen, ewigen Kern verbunden ist.
Im Evangelium nach Philippus heißt es:
„Niemand kann etwas Unvergängliches wahrnehmen, außer er wird selbst unvergänglich. Es ist mit der Wahrheit nicht so wie auf der Welt, wo der Mensch die Sonne sieht, ohne selbst Sonne zu sein, wo er den Himmel sieht und die Erde und alles Übrige, ohne selbst Himmel, Erde und dergleichen zu sein, sondern im Reich der Wahrheit siehst du etwas von ihnen und wirst selbst dazu.
Du siehst den Geist und wirst selbst zu Geist. Du siehst Christus und wirst Christus. Du siehst den Vater und wirst zu Vater. Hier, auf dieser Welt also, siehst du alle Dinge, siehst aber dich selbst nicht. In der andern Welt jedoch siehst du dich selbst. Denn was du dort siehst, das wirst du selbst“
Betrachtet man das ursprüngliche Christentum mit Jesus als seinem Stifter, so sieht man, dass es - wie die zeitgleich auftretende historische Gnosis - selbst Gnosis im allgemeinen Sinn: nämlich spirituelle Erkenntnis, ist.
Der Ausgangspunkt der gnostischen Erkenntnis ist das Innere des Menschen, sein Bewusstsein. Im Zustand der Berührung durch das Licht des Geistes erfährt das Innerste des Menschen, dass es mit einem göttlichen, ewigen Kern verbunden ist.
Im Evangelium nach Philippus heißt es:
„Niemand kann etwas Unvergängliches wahrnehmen, außer er wird selbst unvergänglich. Es ist mit der Wahrheit nicht so wie auf der Welt, wo der Mensch die Sonne sieht, ohne selbst Sonne zu sein, wo er den Himmel sieht und die Erde und alles Übrige, ohne selbst Himmel, Erde und dergleichen zu sein, sondern im Reich der Wahrheit siehst du etwas von ihnen und wirst selbst dazu.
Du siehst den Geist und wirst selbst zu Geist. Du siehst Christus und wirst Christus. Du siehst den Vater und wirst zu Vater. Hier, auf dieser Welt also, siehst du alle Dinge, siehst aber dich selbst nicht. In der andern Welt jedoch siehst du dich selbst. Denn was du dort siehst, das wirst du selbst“
Herzliche Grüße Flora
Wir sind alle Träger des Lichts
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