Liebe Gertrud,
man kann „lebendiges Wasser“ deshalb verstehen, weil alle Welt irgendwelche Bibelausdrücke sich zu eigen gemacht hat. Als Wort an sich ist der Begriff Unfug. Man hat ihn verwendet ohne den Hintergrund zu verstehen. (Schau mal in die Rubrik hier im Forum, über falsch verstandene Sprichwörter nach. Ich werde das nach und nach erweitern, sowie mir was dazu einfällt.)
Ewiges Leben gehört wohl auch in die Familie der unverstandenen Ausdrücke. Das Leben ist sowieso ewig und hängt von vielen Begebenheiten ab. Im religiösen Bereich machte man eine eigene Vorstellung, so eine „private Sonderregelung“. In der Zeit der Entstehung der Dichtkunst der Bibel kannte man das noch nicht. Es ging um die Belebung, um Erleben, um Existenz.
In die Zukunft sind solche Sprichworte – wenn der tatsächliche Inhalt bekannt ist – wertlos und verwirrend. Man fängt wieder von vorne mit Denken an. Wie bei einer falsch erlernte Übung führt das Tun zu einem falschen Ergebnis. Man muss korrigieren, hat alles noch schwerer je länger man falsch übte, weil man plötzlich den Rückwärtsgang braucht. Neben lernen muss man auch noch vergessen üben, es sei denn man durchleuchtet alles. Andererseits üben Kinder gerne –was sie nicht machen sollen. Das kennt jede Mutter.
Also kommen wir zum Überblick über die Grenzen. Solange etwas „schwammig“ ist, sind diese Grenzen unklar. Die eine Richtung (ohne Gefahren) ist schrankenlos. Die andere Richtung, weil sie Leid bringt – soll eine Sicherung haben.
Mit der Predigt von „lebendigem Wasser und Born des Leben und einem lieben Gott und dem lieben Jesulein, heile, heile Segen“ sieht die Predigt im ersten Augenblick wunderbar aus. Da tappt einer, vor Seligkeit beschwippst, in den Nebel hinein – und plumpst auf der Suche nach Wahrheiten in immer dickere Nebellöcher hinunter. Die einen empfinden das als berauschend. Selbst das schwärzeste Nichtwissen halten sie im Nebel für gut. Diese Sorte hat nichts weiter als Plan, als Sucht. Den Ehrlichen ist es zuwider. Die Unentschlossenen stehen da – sehen nichts mehr und schalten sich aus.
Die Ehrlichen finden auf der Suche nach Jesus ein Buch, in dem angeblich der Stoff steht. Mit Erstaunen stellen sie beim Durchlesen fest: Da steht gar nichts von all dem was die Prediger an Staubwolken aufgewirbelt haben. Da steht Fürchterliches. Über einen vernichtenden Gott ist die Rede, der nichts als Dummheiten anstellt! Wer das sieht, könnte dreinschlagen und wie die Moslem ein paar Sprengsätze an die Kirchen legen, die über Jahrhunderte die Menschen in ein Wirrwarr „leiteten“. Der könnte vor Wut den Leuten ins Gesicht springen, die da die standhaften Christen und Märtyrer bedauern und für die beten. Die haben die Nebelmaschine aufgestellt!
Die Vernebelung des Allgemeinwissens ging so: Aus dem - allen Menschen zuteil werdenden Naturgesetzen des Lebens - haben sie nur eine „Seligkeit“ gepachtet, indem nun plötzlich (völlig unbegründet, weil durch falsch verstandene Bibelsprüche gedeckt) eine Welt voll Himmel, Hölle, Sünden und Vergebung vorgegaukelt wird. Einzigste Bedingung: Das richtige Parteibuch. Vielleicht noch variiert - durch würdevolles Auftreten, Kriecherei und übernehmen der „Sakramente“ mit aller Gehirnwäsche.
Die Sprüche der Urwaldzauberer werden beschmunzelt. Die eigenen?
In der Bibel stehen jede Menge Verse über Israel.
Dieses Land entstand erst vor einem halben Jahrhundert!
Die Reden gingen (mit Auslegung zu finden) über das Ehrlichsein!
Wofür ringt man denn?
Wie sieht das alles -nüchtern besehen- aus? Ist alles übersichtlich, beweisbar, verständlich?
„Höre Israel!“
Wo soll es nicht hingehen?
Wie passiert alles WIRKLICH? Ist es geradeaus, ehrlich, klar und auf dem Weg nach oben, Richtung Fortschritt.
Adam (Menschheit) und Eva (Erlebnis) wurden nach östlich von Eden „verbannt“ Es steht da kadmat eden da. Sie erreichten einen köstlichen Fortschritt, kadmat eden.
Kedem ist sowohl Osten als auch vorher, früher, Vorderseite, Vorrecht haben, Vorwärts kommen, Fortschritt.
Bei der „einfachen“ Erzählung, die übersetzt wurde, kam der hebräische Wortschatz nicht mit. Mit dem wird alles bedacht, ob die Seite der Entwicklung früher besser war, jetzt ein Fortschritt ist, oder auf welche Weise alles vorwärtsgehen kann. Aus der Erzählung allein entwickelte sich manche nebelhafte Vorstellung, die nicht zu brauchen war. Zwar gibt es manchmal noch einen guten Kern. Solange der passt, ist es in Ordnung. Der braucht keinen Nebel. Ein Kern verträgt ein gesäubert werden, nur die Sucht (oder das Wunschdenken) sträubt sich dagegen und will der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen. Die verträgt so etwas nicht und wehrt sich verzweifelt gegen jede Prüfung und gegen jedes Aufklären.
Nachhaltig Frieden und Ordnung schaffen und die Natur heilen kann man NUR, wenn alle Bemühungen erfüllt sind von Liebe, Licht und Kraft, mit anderen Worten mit lebendigem Wasser. Und das gibt es eben nur, wenn man verbunden ist mit der Quelle allen Lebens, mit Gott.
Wie würdest du denn >Leben< definieren?
Dein Wunsch ist in Erfüllung wenn Du die Zusammenhänge verstehst. Ein bisschen geht es von ungefähr und mit derartigen Reden. Aber eigentlich geht es nicht so. Mit dem "lebendigem Wasser" erkennst Du nicht die Schäden, die bei der Chlorierung des Wassers entstehen, hältst es für eine Eingebung des Hl. Geistes, der Dir persönlich verraten hat, dass so keine Krankheitskeime da sind. Gibst recht viel Chlor ins Schwimmbecken und der Arzt hat viel zu tun mit der Austeilung von Schmerzmittel. Nur um ein praktisches Beispiel zu zeigen ...