Mit orthomolekularer Medi zin wird nach dem zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling die"Erhaltung der Gesund heit und die Behandlung von Krankheiten durch Verände rung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind" bezeichnet. Orthomolekulare Medizin ist deshalb in erheblichem Maße auch Ernährungs medizin. Im Bereich der Komplementärmedizin nimmt die orthomolekulare Medizin eine wachsende Bedeutung ein. Ei nen besonders hohen Stellen wert hat dabei eine adäquate Zufuhr von Mikronährstoffen (Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen).
Nach neueren Untersuchungen entspricht die Aufnahme von Mikronährstoffen bei weitem nicht mehr derjenigen, an die sich unsere physiologischen Funktionen im Laufe der Evolution angepaßt haben. Genetisch und physiologisch unterscheiden sich die heutigen Menschen praktisch nicht von unseren Urahnen, die ca. 100000 Generationen als Jäger und Sammler gelebt haben. Erst seit 500 Generationen wird Landwirtschaft betrieben, vor 10 Generationen begann das Industriezeitalter und erst seit ca. 2 Generationen verzehren wir hochgradig verarbeitete Lebensmittel. Die Menschen der Frühsteinzeit lebten überwiegend von Früchten und Blättern mit hohem Antioxidantiengehalt sowie Wild; erst nach Wandlung in eine Agrargesellschaft besteht die menschliche Nahrung in großem Umfang aus pflanzlichen Speicherstoffen (Getreide, Kartoffeln etc.) und dem Fleisch von Haustieren. Die Zufuhr einzelner Mikronährstoffe betrug deshalb in der Urzeit ein Vielfaches derjenigen von heute. An diese hohe Zufuhr mit der Nahrung sind jedoch unsere physiologischen Funktionen angepaßt.
Eine wichtige Bedeutung für unser Gesundheitssystem besitzt die mit steigendem Alter erheblich zunehmende Inzidenz degenerativer Erkrankungen. Eine wesentliche Ursache für diese Zunahme ist darin begründet, daß es einen Evolutionsdruck nur bis zum Erreichen eines Alters, das optimale Reproduktion gewährleistet (ca. 40-50 Jahre), gibt. Nachfolgend auftretende Erkrankungen sind ohne Einfluß auf die Evolution. Das Anlegen von Speichern von protektiv wirkenden Mikronährstoffen zur Erreichung eines hohen Lebensalters in Gesundheit, stellt dementsprechend keinen Evolutionsvorteil dar. Allerdings kann durch eine entsprechende Ernährung eine große Zahl von Erkrankungen vermieden werden, so z. B. allein 30-40 % der Krebsfälle.
Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen
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Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen
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Re: Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen
n der orthomolekularen Medizin wird versucht, durch eine hohe Zufuhr von Vitaminen, Antioxidantien, Mineralstoffen, Spurenelementen, sowie bestimmten Fett- und Aminosäuren pathophysiologische Prozesse zu beeinflussen. Dabei wird davon ausgegangen, die Ursache und nicht die Symptome von Erkrankungen zu behandeln, dementsprechend wird eine eher langsame Wirkweise erwartet. Durch die Verwendung körpereigener Substanzen ist die Nebenwirkungsrate relativ gering, allerdings durchaus vorhanden. Da chronische Stoffwechselimbalancen nicht nur durch das Fehlen einer einzelnen Substanz charakterisiert sind, werden in der orthomolekularen Medizin in der Regel Kombinationen mehrerer Substanzen verabreicht. Dieses bedingt den Nachteil der fehlenden Monokausalität in wissenschaftlichen Untersuchungen
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Re: Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen
Die größte wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von hochdosierten Mikronährstoffen in Prävention und Therapie besteht für die antioxidativen Vitamine C und E.
Der Effekt einer hohen Vitamin-C-Zufuhr konnte bei einer Vielzahl von Erkrankungen, wie z.B. Krebs (vor allem Magenkrebs), koronarer Herzkrankheit (KHK), Atemwegserkrankungen und Katarakt nachgewiesen werden. Eine Plasmasättigung mit Ascorbinsäure ist bei gesunden Probanden erst ab einer täglichen Zufuhr von 200 mg zu erreichen. Diese Menge wird jedoch nur von 5-15 % der Bevölketung mit der Nahtung aufgenommen. Der Bedarf ist in Risikogruppen (z. B. Raucher, Diabetiker) weiter erhöht.
Auch für Vitamin E wurde ein protektiver Effekt bei KHK und neoplastischen Erkrankungen gefunden. In der Harvard Nurses Study verminderten 100 JE Vitamin E/Tag das Herzinfarktrisiko um 41 %. In der Harvard Physicians Study betrug die Verminderung des Herzinfarktrisikos 37 %. Nichttödliche Herzinfarkte wurden in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie durch 400 oder 800 JE Vitamin E pro Tag um bis zu 77 % vermindert.
Neben der Bedeutung als lipophilem Antioxidans und der Verminderung der Menge an oxidiertem LDL wird dem Vitamin E ein wichtige Funktion bei der Regulation der Zellproliferation, unabhängig von der antioxidativen Wirkung, zugeschrieben.
Supplementierung mit 50 mg Vitamin E/Tag über einen Zeitraum von 5-8 Jahren verminderte das Auftreten von Prostatakrebs bei Rauchern um 32%.
Die gleichzeitige Zufuhr von hochdosiertem Vitamin C (1000 mg) und E (800 JE) ist in der Lage, die nach einer fettreichen Mahlzeit eintretende Gefäßversteifung zu verhindern.
Ebenfalls in der Harvard Nurses Study konnte gezeigt werden, daß eine hohe Zufuhr von Folsäure und Vitamin B6 zu einer signifikanten Verminderung des Herzinfarktrisikos beitragen können. Das besondere an diesen Untersuchungen ist, daß entsprechend hohe, protektiv wirkende, Zufuhren dieser Vitamine nicht durch die normale Ernährung erzielt wurden, sondern durch eine langjährige Supplementierung.
Auch für andere Mikronährstoffe läßt sich durch eine gegenüber der Versorgung mit der Nahrung - langfristig erheblich erhöhte Zufuhr ein gesundheitlicher Nutzen nachweIsen.
Eine doppelblinde, placebokontrollierte Krebspräventionsstudie zeigte eine Verminderung der Krebsmortalität um ca. 50 % durch die Zufuhr von 200 J-lg Selen/Tag über einen Zeitraum von 4,5 Jahren.
Die zusätzliche tägliche Einnahme von 200 oder 1000 J-lg Chrom über 4 Monate führte in einer kontrollierten Studie an Diabetikern zu einer signifikanten Verminderung von HbAlc, Nüchternblutzucker und Insulin.
Die gemeinsame tägliche Verabreichung von Megadosen von Vitamin A (40 000 U), B6 (100 mg), C (2000 mg), E (400 JE) und Zn (90 mg) bei Blasenkrebs halbierte in einer kontrollierten Untersuchung die Rezidivrate nach 10 Monaten.
Supplementierung mit Vitamin B6 (>2 RDA), BI (>5 RDA) und B2 (> 5 RDA) verminderte die Mortalität bei HIV-Infizierten in einem 8jährigen follow up um 40 %.
Die hochdosierte Verwendung von Magnesium (600 mg/ Tag) in der Migräneprophylaxe führte in einer doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie zu einer signifikanten Verminderung sowohl von Attackenhäufigkeit als auch von der Zahl der Migränetage pro Monat.
Ein wichtiges Ziel in der zukünftigen Forschung hinsichtlich des Bedarfs an Mikronährstoffen sollte es jetzt sein, Obergrenzen für die tägliche Zufuhr festzulegen, nachdem in den letzten Jahrzehnten die Definition von Untergrenzen zur Verhütung eines Mangels im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stand.
Der Effekt einer hohen Vitamin-C-Zufuhr konnte bei einer Vielzahl von Erkrankungen, wie z.B. Krebs (vor allem Magenkrebs), koronarer Herzkrankheit (KHK), Atemwegserkrankungen und Katarakt nachgewiesen werden. Eine Plasmasättigung mit Ascorbinsäure ist bei gesunden Probanden erst ab einer täglichen Zufuhr von 200 mg zu erreichen. Diese Menge wird jedoch nur von 5-15 % der Bevölketung mit der Nahtung aufgenommen. Der Bedarf ist in Risikogruppen (z. B. Raucher, Diabetiker) weiter erhöht.
Auch für Vitamin E wurde ein protektiver Effekt bei KHK und neoplastischen Erkrankungen gefunden. In der Harvard Nurses Study verminderten 100 JE Vitamin E/Tag das Herzinfarktrisiko um 41 %. In der Harvard Physicians Study betrug die Verminderung des Herzinfarktrisikos 37 %. Nichttödliche Herzinfarkte wurden in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie durch 400 oder 800 JE Vitamin E pro Tag um bis zu 77 % vermindert.
Neben der Bedeutung als lipophilem Antioxidans und der Verminderung der Menge an oxidiertem LDL wird dem Vitamin E ein wichtige Funktion bei der Regulation der Zellproliferation, unabhängig von der antioxidativen Wirkung, zugeschrieben.
Supplementierung mit 50 mg Vitamin E/Tag über einen Zeitraum von 5-8 Jahren verminderte das Auftreten von Prostatakrebs bei Rauchern um 32%.
Die gleichzeitige Zufuhr von hochdosiertem Vitamin C (1000 mg) und E (800 JE) ist in der Lage, die nach einer fettreichen Mahlzeit eintretende Gefäßversteifung zu verhindern.
Ebenfalls in der Harvard Nurses Study konnte gezeigt werden, daß eine hohe Zufuhr von Folsäure und Vitamin B6 zu einer signifikanten Verminderung des Herzinfarktrisikos beitragen können. Das besondere an diesen Untersuchungen ist, daß entsprechend hohe, protektiv wirkende, Zufuhren dieser Vitamine nicht durch die normale Ernährung erzielt wurden, sondern durch eine langjährige Supplementierung.
Auch für andere Mikronährstoffe läßt sich durch eine gegenüber der Versorgung mit der Nahrung - langfristig erheblich erhöhte Zufuhr ein gesundheitlicher Nutzen nachweIsen.
Eine doppelblinde, placebokontrollierte Krebspräventionsstudie zeigte eine Verminderung der Krebsmortalität um ca. 50 % durch die Zufuhr von 200 J-lg Selen/Tag über einen Zeitraum von 4,5 Jahren.
Die zusätzliche tägliche Einnahme von 200 oder 1000 J-lg Chrom über 4 Monate führte in einer kontrollierten Studie an Diabetikern zu einer signifikanten Verminderung von HbAlc, Nüchternblutzucker und Insulin.
Die gemeinsame tägliche Verabreichung von Megadosen von Vitamin A (40 000 U), B6 (100 mg), C (2000 mg), E (400 JE) und Zn (90 mg) bei Blasenkrebs halbierte in einer kontrollierten Untersuchung die Rezidivrate nach 10 Monaten.
Supplementierung mit Vitamin B6 (>2 RDA), BI (>5 RDA) und B2 (> 5 RDA) verminderte die Mortalität bei HIV-Infizierten in einem 8jährigen follow up um 40 %.
Die hochdosierte Verwendung von Magnesium (600 mg/ Tag) in der Migräneprophylaxe führte in einer doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie zu einer signifikanten Verminderung sowohl von Attackenhäufigkeit als auch von der Zahl der Migränetage pro Monat.
Ein wichtiges Ziel in der zukünftigen Forschung hinsichtlich des Bedarfs an Mikronährstoffen sollte es jetzt sein, Obergrenzen für die tägliche Zufuhr festzulegen, nachdem in den letzten Jahrzehnten die Definition von Untergrenzen zur Verhütung eines Mangels im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stand.
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Re: Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen
Orthomolekulare Medizin, ein anerkannter Zweig der Medizin
mit Naturstoffen vorbeugend die Gesundheit erhalten,
mit Vitaminen und Mineralstoffen gezielt leistungsfähig bleiben,
mit ärztlicher Beratung Mikronährstoffe ergänzend zur Heilung einsetzen.
Die Ziele der DGOM e.V.
Die Orthomolekulare Medizin möchte mit dem Wissen-
der Humangenetik,
der Mikrobiologie,
der Biochemie,
der Ernährungswissenschaft,
der Cytologie und Physiologie,
Mikronährstoff-Lücken ermitteln, den Bedarf individuell zusammenstellen und durch die Veränderung der Konzentration lebenswichtiger Regelungsstoffe zur Gesunderhaltung des menschlichen Körpers beitragen.
Quelle DGOM
mit Naturstoffen vorbeugend die Gesundheit erhalten,
mit Vitaminen und Mineralstoffen gezielt leistungsfähig bleiben,
mit ärztlicher Beratung Mikronährstoffe ergänzend zur Heilung einsetzen.
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der Mikrobiologie,
der Biochemie,
der Ernährungswissenschaft,
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